FCI-Standard Nr. 234 / 22.05.1995 /D

XOLOIZCUINTLE - PERRO PELON MEXICANO

(Mexikanischer Nackthund)

ÜBERSETZUNG:

Dr. J.-M. Paschoud und Frau R. Binder-Gresley

URSPRUNG:

Mexiko

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL STANDARDES:

22.05.1995

VERWENDUNG:

Standardgröße - Wach- und Schutzhund
Miniaturgröße - Gesellschaftshund

FCI-KLASSIFIKATION:

Gruppe 5 - Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 6 - Hunde vom Urtyp
a) Standardgröße b) Miniaturgöße
Ohne Arbeitsprüfung
 
 

KURZER HISTORISCHER ABRISS: Der Ursprung des Hundes liegt weit in der Geschichte zurück. Früher nährten sich die Eingeborenen von seinem Fleisch, welches sehr geschätzt war. Er wurde als irdischer Vertreter des Gottes "XOLOTL" angesehen, von welchem offensichtlich sein Name stammt. Seine Aufgabe war, die Seelen der Verstorbenen bis zu ihrer ewigen Ruhestätte zu begleiten. Diese Rasse ist auch unter dem Namen "Mexikanischer Nackthund" bekannt.

KÖRPER: kräftig gebaut
Widerrist: wenig ausgeprägt
Rücken: gerade. Die Rückenlinie erscheint absolut gerade; Hunde mit Senkrücken ( Lordose ) oder aufgezogenen Rücken ( Xyphose) oder solche mit langem, schmalem Rücken und kurzen Gliedmaßen sind unerwünscht.
Lenden: kräftig und muskulös
Kruppe: Die Profillinie der Kruppe ist leicht konvex; die Neigung bildet einen Winkel von ungefähr 40 Grad zur Horizontalen. Sie ist kräftig gebaut, muskulös und leicht gerundet.
Brust: Von der Seite betrachtet ist sie lang und tief und reicht bis zu den Ellenbogen. Die Rippen sind leicht gewölbt, aber nicht flach. Von vorne gesehen ist die Vorbrust angemessen breit; die Spitze des Brustbeins ist jedoch nicht vorragend.
Bauch: Die untere Begrenzungslinie verläuft elegant: Sie beginnt unten an der Brust und folgt der aufsteigenden Linie des muskulösen und gut aufgezogenen Bauches.
Rute: Sie ist lang, dünn und mit einigen borstigen Haaren versehen; sie ist tief angesetzt, reicht bis zu den Sprunggelenken und verjüngt sich gegen die Spitze zu. In der Bewegung wird sie hoch und in Form eines Bogens getragen; sie ist nie über den Rücken gerollt; in der Ruhe ist sie hängend und endet mit einem leichten Haken. Unter gewissen Umständen wird die Rute von unten gegen den Bauch gepresst, was Scheuheit anzeigt.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Es ist ein sehr attraktiver Hund. Seine charakteristische und wichtigste Eigenart ist das vollständige oder fast vollständige Fehlen der Haare bei weicher und glatter Haut. Sein Körper ist harmonisch proportioniert, seine Brust breit, sein Rippenkorb geräumig, seine Gliedmaßen und seine Rute lang. Seine Gestalt erinnert an einen Manchester Terrier.

GLIEDMASSEN:

VORDERHAND: Von vorne gesehen sind die vorderen Gliedmaßen gerade, senkrecht, in guter Proportion und von guter Länge im Verhältnis zum Körper. Die Schultern sind flach und muskulös; die angemessene Winkelung des Schulterblatt-Oberarm-Gelenkes erlaubt einen freien und eleganten Vortritt. Die kräftigen Ellenbogen liegen dicht an der Thoraxwand; sie sind nie nach außen gedreht..

HINTERHAND: Von hinten betrachtet sind die hinteren Gliedmaßen absolut gerade und zueinander parallel, mit breiten, stark bemuskelten Keulen, niemals eng gestellt. Die Winkelung des Becken-Oberschenkelgelenkes, des Kniegelenkes und des Sprunggelenkes sind angemessen offen, um eine freie und kräftige Aktion der Hinterhand zu gewähren. Kuhhessige Sprunggelenke sind streng zu bestrafen.

PFOTEN: Diese sind mittellang (Hasenpfoten); die gewölbten, dicht aneinanderliegenden Zehen sind mit etwas borstigem Haar versehen. Die Krallen sind kurz und von schwarzer Farbe bei Tieren mit dunklem Haarkleid; sie sind heller gefärbt bei bronzefarbenem oder goldgelbem Haarkleid. Die Ballen sind hart und bei jeder Bodenbeschaffenheit sehr widerstandsfähig. Die Zwischenzehen-Membranen sind gut entwickelt. Afterkrallen müssen an allen Extremitäten entfernt sein.

GANGWERK: Entsprechend seinen Winkelungen zeigt der Hund einen langen, eleganten und elastischen Schritt; der Trab ist rasch und fließend, wobei Kopf und Rute immer hoch getragen werden.

WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Körperlänge ist im Verhältnis von etwa 10:9 etwas größer als die Widerristhöhe. Die Hündinnen dürfen etwas länger sein als die Rüden. Hunde mit langem schmalem Körper und kurzen Gliedmaßen werden in ihrer Beurteilung herabgesetzt.

HAUT: Wegen der vollständigen Haarlosigkeit hat die Haut bei dieser Rasse eine besonders große Bedeutung. Sie ist glatt und sehr sensibel bei der Berührung. Sie scheint wärmer zu sein, da die Wärme direkt ausstrahlt, während bei den behaarten Tieren sich die Wärmeausstrahlung zwischen den Haaren durch normale Lüftung verliert. Deshalb verlangt diese Haut mehr Sorgfalt, da sie den natürlichen Schutz gegen Sonnenbestrahlung und gegen den Unbill des Wetters entbehrt. Unfallnarben sind nicht zu bestrafen. Der Hund schwitzt an den Pfoten (an den Ballen und an der Interdigital-Membran), weswegen er fast nie hechelt.

KOPF:

OBERKOPF:
Schädel: Seinem lupoiden Typus entsprechend ist, von oben gesehen, der Schädel breit und kräftig und dennoch sehr elegant. Er verjüngt sich allmählich gegen den Fang zu. Der Hinterhauptkamm ist wenig ausgebildet.
Stop: Nur leicht, aber doch deutlich markiert. Die Begrenzungslinien des Nasenrückens und des Schädels sind fast parallel.

GESICHTSSCHÄDEL:
Nase: Bei Hunden mit dunklem Haarkleid soll sie tief dunkel gefärbt sein, bei Hunden mit bronzefarbenem oder goldgelbem Haarkleid rosa oder kaffeebraun; bei gefleckten Hunden kommen depigmentierte Stellen vor.
Fang: Von der Seite betrachtet gerade; Ober- und Unterkiefer stark entwickelt. Lippen: straff anliegend. Wangen: wenig ausgebildet.
Zähne: Die Schneidezähne schließen dicht in Form eines Scherengebisses. Vor- und Rückbiss sowie jede andere Stellungsanomalie der Kiefer sind als schwere Fehler einzustufen. Das Fehlen von Prämolaren und Molaren wird bei der Beurteilung nicht bestraft.
Augen: Von mittlerer Größe, mandelförmig; sie drücken Aufmerksamkeit und Lebhaftigkeit aus; die Farbe der Augen ist entsprechend den verschiedenen Farben des Haarkleides vielfältig und geht von schwarz über kaffeebraun, braunrot und bernsteinfarben bis zu gelb. Eine möglichst dunkle Farbe wird vorgezogen und beide Augen sollen gleichfarbig sein. Die Farbe der Augenlider geht von schwarz über braun bis zu grau; heller gefärbte oder rosafarbene Flecken an den Lidern sind zulässig, jedoch nicht erwünscht.
Ohren: Die Ohren sind lang, groß und ausdrucksvoll, sehr elegant und von feiner Beschaffenheit; sie erinnern an die Ohren einer Fledermaus. Bei Aufmerksamkeit werden sie immer aufgerichtet getragen, wobei ihre Achse einen Winkel von 50-80 Grad zur Horizontalen bildet. Hunde mit kupierten Ohren oder mit Hängeohren werden disqualifiziert.

HAARKLEID:

BESCHAFFENHEIT DES HAARES: Die wichtigste Eigenart dieser Rasse ist das vollständige Fehlen von Haaren am Körper (Nackthund), dennoch weist er einige kurze, borstige und dicht stehende Haare von irgendwelcher Farbe an der Stirne und am Nacken auf. Diese Haare dürfen niemals weder die Länge noch die weiche Textur der Kammhaare eines Chinesischen Schopfhundes (oder Tai-Tai) aufweisen. Häufig trifft man etwas raues Haar an den Pfoten und gegen die Spitze der Rute an. Wenn aber an diesen Stellen keine Haare vorhanden sind, ist dies kein Fehler. Hunde mit langem Haar werden disqualifiziert.

FARBE DES HAARES: Einfarbige Hunde und dunkle Farbtöne werden vorgezogen. Die Skala der Farben reicht von schwarz über schwärzlich-grau, schiefergrau, dunkelgrau, rötlich, leberfarben, bronzefarben bis goldgelb. Es kommen auch gefleckte Exemplare vor; weiße Flecken mit eingeschlossen.

HALS:
Obere Linie: hoch getragen, leicht gewölbt.
Länge: verhältnismäßig lang.
Form: schlank, biegsam, gut bemuskelt und sehr elegant.
Haut: am Hals ist die Haut fest, elastisch, doch gut anliegend und ohne Wamme. Die Welpen weisen am Hals Falten auf, welche jedoch mit zunehmendem Alter verschwinden.

GRÖSSE:Es gibt zwei Größen-Varietäten, sowohl für Rüden als auch für Hündinnen.
a) Varietät Standard: von 35 bis 58 cm; eine Größe bis zu 60 cm ist zulässig. Größere Tiere werden disqualifiziert.
b) Varietät Miniatur: im Maximum 35 cm Widerristhöhe.

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:

    • Kopf sehr breit.
    • Körper sehr lang.
    • Ängstlicher oder aggressiver Hund.
    • Übertriebener Pigmentmangel (Albinismus).
    • Haare an Stellen, welche im Standard nicht angeführt sind.
    • Haut schlaff, lose, mit Bildung von Falten.
    • Wamme.
    • Afterkrallen.
    • Augen heller Farbe, rund und vorquellend.
    • Kurze Rute.
    • Körper sehr lang und schmal mit kurzen Gliedmaßen.
    • Am ganzen Körper behaarte Hunde.
    • Kupierte Ohren, Hängeohren.
    • Vor- und Rückbiss.
    • Langer und weicher Haarschopf wie bei einem chinesischen Schopfhund.
    • Widerristhöhe größer als 60 cm.
    • Kupierte Rute.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.