FCI - Standard Nr. 195 / 09. 06. 1999 / D
ITALIENISCHER VOLPINO
(Volpino
Italiano)
ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Italien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 27. 11. 1989.
VERWENDUNG : Wach- und Begleithund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze
und Hunde vom Urtyp.
Sektion 4 Europäische
Spitze.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Er ist
einer der Abkömmlinge jener europäischen Spitze, die seit der Bronzezeit in den
zentralen Gebieten unseres Kontinents lebten und deren fossile Skelette im
Umkreis der Pfahlbausiedlungen zutage gefördert wurden. So lässt sich der Volpino auf dieselben Vorfahren wie der deutsche Spitz
zurückführen, von dem er nicht Abkömmling, sondern Seitenlinie ist. Seit
undenklichen Zeiten wurde er in Italien gezüchtet und in den Palästen des Adels
ebenso aufgezogen wie in den Hütten der Wohnviertel des einfachen Volkes, wo
man ihn ganz besonders wegen seines Schutzinstinktes und seiner Wachsamkeit
schätzte. Er war der Hund Michelangelos und, im
18.Jahrhundert, unermüdlicher Begleiter der toskanischen und latinischen Fuhrleute, jederzeit bereit, jeden Fremden, den
er auf seinem Wege antraf, lautstark zu vermelden.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Kleinformatiger Spitz, sehr kompakt, harmonisch, von langem, abstehendem Haar bedeckt.
WICHTIGE PROPORTIONEN: Quadratisch gebaut, die
Kopflänge erreicht fast 4/10 der Rumpflänge.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Seiner Umgebung und seinen
Vertrauten gegenüber sehr anhänglich, mit einem ausgeprägten Temperament,
lebhaft, fröhlich und ausgelassen.
KOPF :
Pyramidenförmig, seine Länge erreicht beinahe 4/10 der Widerristhöhe.
OBERKOPF :
Schädel :
Seine Länge übertrifft die des Fangs (6,5 : 5), seine Breite ist zwischen den
Jochbögen grösser als die halbe Kopflänge (7,3 :
11,5); er ist ein wenig eiförmig, sowohl in Längs- wie auch in Querrichtung;
Stirnmittelfurche sehr wenig ausgeprägt, Hinterhauptfortsatz wenig betont. Die
oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang
sind leicht konvergent. Die Knochenvorsprünge der Stirn sind gut
ausgebildet und fallen nahezu senkrecht auf den Ansatz des Nasenbeins.
Stop : Eher
betont.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Feucht, kühl, mit gut geöffneten Nasenlöchern. Von der Seite besehen liegt er
auf derselben Linie wie der Nasenrücken und steht nicht über den Vorderrand der
Lefzen vor. Seine Farbe ist immer schwarz, sowohl bei Exemplaren mit weissem wie auch bei solchen mit rotem Haarkleid.
Fang : In der
Länge kürzer als der Schädel, mit konvergenten Seitenflächen, spitz. Der
Nasenrücken ist gerade. Von der Seite besehen, wird der untere Rand des Fanges
vom Unterkiefer bestimmt.
Lefzen : Von
vorne besehen bilden die oberen Lefzen mit ihrem unteren Rand eine gerade
Linie. Die Schleimhaut des Lippenwinkels ist nicht sichtbar, demnach sind die
Lefzen sehr kurz. Die Lefzenränder sind schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne : Die
Kiefer scheinen nicht sehr kräftig, sind normal entwickelt und passen mit ihrem
Vorderrand perfekt aufeinander. Die Unterkieferäste
sind gerade. Die Zähne sind weiss, gleichmässig ausgerichtet, vollzählig und vollkommen
entwickelt. Scherengebiss, Zangengebiss wird toleriert.
Augen : Gut
geöffnet und von normaler Grösse, drücken sie
Wachsamkeit und Lebhaftigkeit aus. Mit ihrer rundlichen Lidöffnung liegen sie
auf Ebenen, die nach hinten einen sehr offenen Winkel bilden; die Augenlider
schmiegen sich vollkommen der Form des Augapfels an. Die Farbe der Iris ist ein
dunkles Ocker; die Lidränder sind schwarz pigmentiert.
Ohren : Kurz,
von dreieckiger Form, aufrecht getragen; sie besitzen einen steifen Knorpel und
ihre Innenseite weist nach vorn. Sie sind hoch
angesetzt und stehen eng zusammen. Die Ohrlänge beträgt ungefähr die
Hälfte der Kopflänge.
HALS : Seine
Länge entspricht ungefähr der des Kopfes. Er wird immer hoch getragen. Die Haut
liegt gut an.
KÖRPER :
Quadratisch gebaut; gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker entspricht
seine Länge der Widerristhöhe.
Obere Profillinie : Die
Rückenlinie ist gerade, im Lendenbereich leicht konvex.
Widerrist : Leicht aus der Rückenlinie hervortretend.
Kruppe : Sie
verlängert die Lendenlinie. Zwischen Hüfte und Schwanzwurzel beträgt ihre
Neigung zur Horizontalen 10°.
Brust : Sie
reicht bis zu den Ellbogen hinab; die Rippen sind gut gewölbt. Der
Brustbeinbereich ist lang.
Untere Profillinie und Bauch : Vom
Brustbein zum Bauch steigt die untere Linie kaum an. Die Einbuchtung an den
Flanken ist wenig betont.
RUTE : In der
Verlängerung der Kruppe angesetzt wird sie immer auf dem Rücken gerollt
getragen. Sie misst etwas weniger als die Widerristhöhe.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Insgesamt betrachtet, völlig senkrecht gestellt und zueinander und bezüglich
der Medianebene des Körpers parallel gestellt.
Schultern : Die
Länge des Schulterblattes entspricht ¼ der Widerristhöhe und seine Neigung zur
Horizontalen beträgt 60°.
Oberarm : Er ist
länger als das Schulterblatt und seine Neigung zur Horizontalen beträgt 65°. Er
verläuft annähernd parallel zur Medianebene des Körpers.
Ellenbogen : Sie
sind zur Medianebene des Körpers parallel.
Unterarm : Gerade
und senkrecht gestellt, von leichtem Knochenbau. Der Abstand vom Boden bis zu
den Ellenbogen ist etwas grösser als die halbe
Widerristhöhe.
Fusswurzel und Vordermittelfub : Von
vorne besehen verlängern sie die vertikale Linie des Unterarms. Von der Seite
besehen sind sie abgewinkelt.
Vorderpfote : Sie
ist oval mit eng aneinanderliegenden Zehen. Die
Ballen und die Krallen sind schwarz.
HINTERHAND : Von
hinten betrachtet müssen die Hinterläufe vom Sitzbeinhöcker bis zum Boden
vollkommen vertikal und zueinander parallel stehen.
Oberschenkel
: Seine Länge entspricht 1/3 der Widerristhöhe; er ist zur
Medianebene des Körpers vollkommen parallel.
Unterschenkel : Er ist
etwas weniger lang als der Oberschenkel, von leichtem Knochenbau und zur
Horizontalen um 55° bis 60° geneigt.
Sprunggelenk : Der
Abstand zwischen Fersenbeinhöcker und Boden misst etwas mehr als ¼ der
Widerristhöhe.
Hintermittelfub : Er
steht vollkommen senkrecht und parallel, sowohl von hinten wie auch von der
Seite betrachtet.
Hinterpfote : Oval
wie die Vorderpfote und von gleicher Beschaffenheit wie diese.
GANGWERK : Weder im
Trab noch im Galopp kurz-hüpfend. In jeder Gangart
sind die Bewegungen raumgreifend.
HAUT :
Überall anliegend und straff, ohne jede Schlaffheit.
HAARKLEID
HAAR : Haar
dicht, sehr lang, aussergewöhnlich gerade und
abstehend. Es ist von einer rauhen Textur in Form
steifer Haare; es darf nie herabfallen; selbst wenn es nicht sehr dicht ist,
muss es dennoch abstehen. Der Rumpf scheint wie von einem Muff umhüllt,
namentlich am Hals, wo das Haar einen reichen Kragen bildet. Der Kopf ist mit
halblangem Haar bedeckt, das den Ohransatz versteckt; auf dem Fang ist das Haar
kurz. Auf den Ohren ist das Haar sehr fein und kurz. Die Rute ist mit sehr
langem Haar besetzt. An den hinteren Rändern der Gliedmassen bildet es Fransen.
FARBE :
·
Einfarbig weiss.
·
Einfarbig rot.
·
Champagnerfarben zulässig, aber nicht erwünscht.
Auf den Ohren toleriert man
blassorangefarbene Nuancen, was jedoch als Fehler gewertet wird.
GRÖSSE :
Widerristhöhe :
Rüden : von 27 bis 30 cm.
Hündinnen
: von 25 bis 28 cm.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Nasenschwamm von anderer
als schwarzer Farbe.
·
Konvexer Nasenrücken.
·
Glasauge.
·
Rute zwischen den hinteren Gliedmassen hängend.
·
Grösse um
mehr als 3 cm über den im Standard angegebenen Massen.
DISQUALIFIZIERENDE
FEHLER :
·
Divergenz der Begrenzungslinien von Schädel und
Fang.
·
Rückbiss.
·
Völlige Depigmentation
von Nasenschwamm und Augenlidern.
·
Vollständig hängendes
Ohr.
·
Schwanzlosigkeit oder Stummelschwänzigkeit,
gleich ob angeboren oder erworben.
·
Jede andere Farbe als Weiss,
Rot oder die nicht erwünschte Champagnerfarbe.
·
Rote Flecken auf weissem
Grund, weisse oder schwarze Flecken auf rotem Grund.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.