Mittelasiatischer Tazi

Mittelasiatischer Tazy

Tazi vom Südufer des Issyk Kul in Kirgisistan

Bisher keine FCI-Anerkennung

Herkunftsländer

Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan, Tadschikistan

Rassenamen

Mittelasiatischer Tazi, Tazi, Tasi, Tazy, Sredneaziatskaya Borzaya

Widerristhöhe

Rüde 60-70 cm, Hündin 55-65 cm

Gewicht

keine Angaben

 

Herkunft und Geschichtliches

Der Name "Tazi" bezeichnet in den meisten Turksprachen und iranischen Sprachen einfach einen Windhund. Auch der Saluki und der Afghanische Windhund werden in einem Großteil ihres jeweiligen Verbreitungsgebietes als "Tazi" bezeichnet. "Tazi", "Tasi", "Tazy" und andere Begriffe sind dabei lediglich unterschiedliche Formen der Transkription.

Im engeren Sinne bezeichnet man mit "Tazi" den orientalischen Windhund, der in den zentralasiatischen Republiken der GUS lebt. Sein Verbreitungsgebiet sind in erster Linie die Halbwüsten und Steppen von Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan. In geringeren Maße ist er auch in den tiefer gelegenen Regionen der Gebirgsstaaten Kirgisistan und Tadschikistan zu finden.

Er weist eine große Ähnlichkeit mit dem Saluki auf, und tatsächlich ist unter Fachleuten umstritten, ob es sich beim Mittelasiatischen Tazi wirklich um eine eigenständige Rasse handelt, oder lediglich um einen Regionalschlag der selben Rasse, die von der FCI als Saluki registriert wird.

In der Sowjetunion, die nicht der FCI angehörte, wurde jedoch ein eigenständiger Rassestandard für den Mittelasiatischen Tazi ausgearbeitet, und bis heute wird er von den Jagdverbänden der GUS-Republiken als eigene Rasse betrachtet. Eine Anerkennung durch die FCI besteht bis jetzt nicht.

Über die Herkunft der Bezeichnung "Tazi" bestehen einige Unklarheiten. Eine Theorie besagt, dass der Name sich von "Tajik" herleitet, also der persischsprachigen Bevölkerung Zentralasiens, die diese Hunde ursprünglich gezüchtet haben könnte. Andererseits ist "Tazi" auch eine altpersische Bezeichnung für die Bewohner der Arabischen Halbinsel, die noch heute gelegentlich von den persischsprechenden Iranern als abwertende Bezeichnung gegenüber den Arabern verwendet wird. Dies könnte dafür sprechen, dass der Ursprung dieses Hundetypus nicht in Zentralasien, sondern im arabischen Raum liegt.

Beschreibung

Der Mittelasiatische Tazi ist ein mindestens 60 cm (Hündinnen mindestens 55 cm) großer Windhund. Er weist eine deutliche Ähnlichkeit mit dem Saluki auf, ist jedoch zumeist etwas kräftiger und grober gebaut. Er hat kurzes Fell; an den Ohren und oft auch an der Rute weist er jedoch längeres Haar auf, das als "Befederung" bezeichnet wird. Verglichen mit den westlichen Ausstellungs-Salukis, die aus einer Vielzahl von Lokalschlägen herausgezüchtet worden sind, ist die Befederung des Tazi jedoch relativ gering ausgeprägt. Die Farbe ist Weiß, Fahl oder Grau in allen Tönen, Schwarz, einfarbig, gefleckt oder mit Brandzeichnung.

Verwendung

Der Mittelasiatische Tazi ist in seinen Ursprungsländern noch immer ein reiner Jagdwindhund. Er wird zur Jagd auf alles in den Steppen und Halbwüsten vorkommende Wild verwendet, so z.B. auf Hasen, Füchse, Gazellen und früher auch auf die heute geschützte Saiga-Antilope. Teilweise wird der Tazi zur gemeinsamen Jagd mit abgerichteten Steinadlern eingesetzt.