FCI - Standard Nr. 51 / 14. 11. 2000
/ D
FINNISCHER LAUFHUND
(Suomenajokoira)
ÜBERSETZUNG : Elke Peper.
URSPRUNG : Finnland.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 17. 07. 1997.
VERWENDUNG : Laufhund für die Jagd auf Hase und Fuchs, deren
Witterung er auch bei der Jagd unter schwierigen Bedingungen mit Begeisterung
verfolgt. Er arbeitet unabhängig, ist ein vielseitig verwendbarer Fährtenhund
und verfolgt seine Beute mit volltönendem Gebell.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6
Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen.
Sektion
1.2 Mittelgrosse Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : In den
Anfängen des 19. Jahrhunderts gab es in Finnland neben den dort auf dem Land
lebenden Hunden viele Hunde, die den Laufhundrassen des übrigen Europa
ähnelten. Nach der Gründung des
Finnischen Kennel Clubs im Jahre 1889 begann die
Entwicklungsgeschichte des Finnischen Laufhundes. Der erste Standard für diese
Rasse wurde 1932 verfasst. Zuchtgemeinschaften in vielen Teilen des Landes
hatten grossen Anteil an der Entwicklung der Rasse. Kreuzungen
mit anderen Rassen zu Beginn des 20. Jahrhunderts trugen ebenfalls dazu bei,
den Zuchtstamm, aus dem der Finnische Laufhund hervorging, zu begründen. Ausgestattet mit allen Vorzügen eines
vielseitigen Fährtenhundes verfolgt er seine Beute mit leidenschaftlichem
Gebell.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Dreifarbig, mittelgross, gleichmässig
hoch; die Körperlänge übertrifft deutlich die Widerrist- höhe. Kräftig
gebaut, aber nicht schwer. Die Fläche, die dieser Hund im Stand bedeckt, ist
ebenso lang wie sein Körper oder etwas länger; die Breite der Vorderhand
entspricht der des Brustkorbs, die Hinterhand steht mindestens so breit wie die
Front. Der
Geschlechtstyp sollte deutlich ausgeprägt sein.
WICHTIGE
PROPORTIONEN :
·
Das Verhältnis zwischen Körper- länge und Widerristhöhe beträgt 1,1 zu 1.
·
Die Brusttiefe entspricht der halben
Widerristhöhe.
·
Das Vorgesicht ist ebenso lang wie der Oberkopf,
dessen Länge gleich seiner Tiefe und seiner Breite ist.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Ruhig und freundlich,
niemals aggressiv; voller Tatendrang.
KOPF
OBERKOPF
Schädel : Von
vorn gesehen gleichmässig breit, Schädeldecke gewölbt.
Von der Seite gesehen ist die Stirn leicht gewölbt. Die Oberlinie des Schädels
verläuft parallel zum Nasenrücken; die Furche zwischen den Augen ist kaum
sichtbar. Augenbrauenbögen und Hinterhauptbein zeichnen sich deutlich ab.
Stop : Durch
die Augenbrauen betonter leichter, aber deutlich erkennbarer Stop.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nase :
Schwarz, gut entwickelt mit grossen, beweglichen
Nasenflügeln.
Fang : Von
gleicher Länge wie der Oberkopf; mässig tief,
verjüngt er sich leicht zur Nase hin. Gerader Nasenrücken. Die untere Lefze
bildet die untere Begrenzungslinie des Fangs, die fast parallel zu seiner
oberen verläuft.
Lefzen : Gut
entwickelt, gut pigmentiert. Die obere Lefze verläuft von der Nase aus in einer
schönen Kurve. Lefzen und Lefzenwinkel liegen straff schliessend
an.
Kiefer / Zähne : Die
Kiefer sind kräftig, die Zähne gut entwickelt und symmetrisch im Kiefer
eingebettet. Komplettes, fest schliessendes
Scherengebiss gemäss der Zahnformel.
Backen :Mässig flach.
Augen : Mittelgross, dunklebraun, nicht vorstehend,
von leicht ovaler Form, nach vorn blickend. Ruhiger Ausdruck. Die Augenlider
sind schwarz.
Ohren : Mit
der vorderen Kante dicht am Kopf herabhängend werden sie so getragen, dass die
hintere Kante nach aussen und ihre Spitze fast nach
vorn gerichtet ist. Ihr Ansatz befindet sich auf der Verlängerung einer
gedachten Linie von der Nase durch die Augen. Sie sind flach und reichen bis
über die Hälfte des Fangs, wenn man sie nach vorn legt.
HALS :
Mittellang, muskulös, ziemlich klar umrissen, wobei die Nackenlinie nur leicht
gewölbt ist. Im Stand befindet sich die Nasen- spitze auf gleicher Höhe wie der
Ansatz der Nackenlinie oder etwas höher.
KÖRPER
Rücken :
Mittellang, gerade und muskulös.
Lenden :
Ziemlich kurz und kräftig.
Kruppe : Gut
entwickelt, lang und kräftig, etwas schräg. Von der Seite gesehen setzt sich
die Oberlinie in einer schön gebogenen Kruppe fort.
Brust : Lang
und tief, bis zu den Ellenbogen herabreichend. Rippen gut gebogen mit deutlich
sichtbarer Vorbrust.
Untere Profillinie und Bauch : Leicht
nach hinten ansteigend.
RUTE : Tief
angesetzt, leicht gebogen, in ihrer Länge bis zu den Sprunggelenken reichend. Kräftig
am Ansatz, spitz zulaufend. In Ruhestellung hängt sie dicht an den Hinterläufen
herab, in der Bewegung darf sie erhoben, jedoch nicht oberhalb der Rückenlinie
getragen werden. Das Haar an der Rute entspricht in etwa dem Körperhaar.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Gut
gewinkelt. Von vorn gesehen gerade und parallel. Die Unterarme stehen
senkrecht. Der tiefste Punkt des Brustkorbs befindet sich in Höhe der
Ellenbogen. Ober- und Unterarm haben die gleiche Länge.
Schultern :
Ziemlich lang, schräg gelagert, kraftvoll; dicht am Körper anliegend, dennoch
sehr beweglich.
Oberarm : Von
gleicher Länge wie das Schulterblatt, deutlich schräg gelagert und kräftig.
Ellenbogen : Weit
zurück parallel zum Körper gelagert; fest und eng anliegend.
Unterarm :
Kräftig und sehnig mit starken, ovalen Knochen.
Vordermittelfuss : Leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten : Eher
oval; hoch mit gut gebogenen, straffen Zehen. Kräftige Nägel; elastische
Ballen, die an den Rändern von dichtem Haarwuchs bedeckt sind. Nägel und Ballen
vorzugsweise schwarz.
HINTERHAND :
Kräftig, gut gewinkelt, von hinten gesehen gerade und parallel.
Oberschenkel
: Lang und breit, stark bemuskelt.
Knie :
Geradeaus nach vorn gerichtet. Die vordere Umrisslinie der Hinterläufe verläuft
in einer sanften, glatten Kurve.
Unterschenkel : Mässig lang, schräg gestellt, sehnig.
Sprunggelenk :
Kräftig, ziemlich tief stehend.
Hintermittelfuss : Recht
kurz und kräftig, senkrecht.
Hinterpfoten : Ebenso geformt wie die Vorderpfoten, gerade
nach vorn gerichtet.
GANGWERK : Leichter, effektiver Trab mit weit
ausgreifenden Schritten. Die Oberlinie bleibt in der Bewegung eben und fest.
Die Läufe bewegen sich parallel.
HAUT : Dick,
am ganzen Körper straff anliegend, ohne Faltenbildung.
HAARKLEID
HAAR :
Unterwolle kurz, dicht und von weicher Textur. Deckhaar mittellang, dicht,
gerade, fest anliegend und recht harsch.
FARBE :
Dreifarbig. Der Mantel ist schwarz; sattes Loh findet sich am Kopf, an den
unteren Partien des Körpers, an Schultern, Oberschenkeln und auch an den
Läufen. Weisse Markierungen zeigen sich gewöhnlich am
Kopf, am Hals, an der vorderen Brust, am unteren Teil der Läufe und an der
Rutenspitze.
GRÖSSE :
Widerristhöhe : Bei
Rüden 55 bis 61 cm,
Bei
Hündinnen 52 bis 58 cm.
Ideale Grösse : Bei Rüden 57 bis 59 cm,
Bei Hündinnen 54 bis 56 cm.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
·
Zu leichtes oder zu schweres Gebäude.
·
Falscher Geschlechtstyp.
·
Deutlich dreieckige
Kopfform.
·
Lose Kopfhaut.
·
Spitzer oder
kurzer Fang,
·
Zangengebiss oder
leichter Rückbiss.
·
Quadratischer oder zu langer Körperbau.
·
Kurze und dabei steil gelagerte Kruppe.
·
Lange, gespreizte oder flache Pfoten.
·
Kurzes, offensichtlich weiches Haar.
·
Sprenkelungen in der Farbe.
·
Deutlich unterbrochene Farbe des Mantels.
·
Viele einzelne graue Haare oder sogenanntes « Wolfshaar ».
·
1 cm Abweichung von der Standardgrösse
nach oben oder nach unten.
·
Anderen Hunden gegenüber etwas ängstlich oder übermässig grob.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Völlig fehlendes
Nasenpigment.
·
Vorbiss oder
deutlicher Rückbiss.
·
Knickrute.
·
Mehr als 1 cm Über- oder Untergrösse.
·
Ängstliche oder
aggressive Hunde.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.