FRIESISCHER VORSTEHHUND
(Stabyhoun,
Stabijhoun)
Der Stabyhoun oder nach anderer Schreibweise Stabijhoun („ij“ wird etwa wie das deutsche „ei“ gesprochen)ist ein „Allerweltshund“ aus Friesland in den Niederlanden. Der Name könnte sich von „Sta mij bij“, also „steh mir bei“ oder „hilf mir“, gebildet haben; „houn“ ist friesisch (eine offizielle Amtssprache in den Niederlanden) und bedeutet „ Hund“. Entwickelt hat sich der Hund wohl aus mehreren Typen und Ortsschlägen vor langer Zeit, ohne dass er in der Literatur oder auf historischen Gemälden Niederschlag fand. Er war der ganz gewöhnliche Dorfhund, von ganz gewöhnlichen Bauern. Um 1940 begann man den Wetterhoun mit einzukreuzen, um einen etwas größeren Arbeitshund zu erhalten.
Der Stabyhoun ähnlich dem Kleinen Münsterländer. Er wird bis 53 cm groß und 20 kg schwer. Sein Haar ist nicht zu lang, gewellt bis wollig in orange, braun, schwarz, jeweils in Kombination mit weiß. Die Ohren hängen, sind klein und nicht anliegend.
Er ist ein eigenwilliger aber freundlicher „Hofhund“, ohne immer hoftreu zu sein, und macht sich in den Wiesen und Feldern gerne selbstständig auf Kaninchen- und Mäusejagd. Der Stabyhoun braucht Geduld und eine konsequente Erziehung.
Er ist geeignet für alle Aufgaben auf einem Hof, als Jagdhund auch im Wasser, er apportiert und sucht vortrefflich. Auch bleibt er gut bei der Stange, wenn er gefordert wird. Als Familienhund ist er bei ausreichender Beschäftigung geeignet; er kommt gut mit Kindern aus, lässt sich aber nicht unbegrenzt necken.
ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud
und Harry G.A.Hinckeldeyn.
URSPRUNG : Niederlande.
DATUM DER
PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-
STANDARDES : 30. 05. 1989.
VERWENDUNG : Vorstehhund.
KLASSIFIKATION
FCI:
Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ
« Spaniel ».
Mit Arbeitsprüfung.
ALLGEMEINES
ERSCHEINUNGSBILD : Normal proportio-nierter,
langhaariger Vorstehhund von kräftigem Körperbau und rechteckigem Gebäude,
weder schwerfällig noch windig; Haut ohne Falten und ohne Wamme, Lefzen nicht
hängend.
VERHALTEN /
CHARAKTER (WESEN) : Anhänglich, friedlich und liebenswürdig als Haushund, intelligent,
gehorsam und gelehrig, ruhig, wachsam, ohne Falsch und Hinterlist.
KOPF : Trocken, in guter Proportion zum Körper, länger als
breit, Schädel und Fang gleich lang.
OBERKOPF :
Schädel : Leicht gewölbt, nicht
schmal, aber ohne den Eindruck von Breite zu erwecken. Geht in leichter Wölbung
zu den Wangen über.
Stop : Wenig ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Schwarz bei Hunden von schwarzer Grundfarbe,
braun bei Hunden, deren Grundfarbe braun oder orange ist. Der Nasenschwamm ist
gut entwickelt, nicht gespalten, die Nasenlöcher gut geöffnet.
Fang : Kräftig; er verjüngt sich
allmählich gegen das Ende der Nase zu, ohne spitz auszulaufen. Nasenrücken
gerade, breit, Profil weder konvex noch konkav.
Lefzen : Straff, nicht überhängend.
Kiefer / Zähne : Kräftiges Scherengebib.
Backen : Wangen wenig entwickelt.
Augen : In der Horizontalen
liegend, mittelgrob und rund; Lider gut
anliegend, Bindehaut nicht sichtbar; weder vorstehend noch tiefliegend.
Die Farbe ist dunkelbraun für Hunde von schwarzer Farbe, und braun für Hunde,
deren Grundfarbe braun oder orange ist. Raubvogelaugen sind zu strafen.
Behang : Ziemlich tief angesetzt.
Die Ohrmuschel ist so wenig entwickelt, dab die Ohren ohne Knick flach
am Kopf anliegen. Abzulehnen sind Ohren mit kräftig entwickelter Ohrmuschel,
die nicht direkt am Ansatz, sondern weiter unten geknickt sind und deshalb
nicht flach am Kopf anliegen. Das Ohr ist von mittlerer Länge und hat die Form
einer Maurerkelle. Die Ohrbehaarung ist rassetypisch :
lang an der Basis, nach unten allmählich kürzer werdend, im unteren Drittel von
kurzem Haar bedeckt. Die langen Haare sind schlicht; leicht gewelltes Haar ist
geduldet, gelocktes Haar ist abzulehnen.
HALS : Kurz und rund; der Kopf wird normalerweise tief
getragen, so dab der Hals mit der Oberlinie
des Rückens einen stumpfen Winkel bildet. Der Hals ist leicht gewölbt, ohne
Kehlhaut oder Wamme.
KÖRPER : Kräftig.
Rücken : Gerade, recht lang.
Lenden : Kräftig.
Kruppe : Wenig abfallend.
Brust : Von vorne gesehen recht
breit. Sie ist breiter als tief, so dab die vorderen Extremitäten
recht weit gestellt sind. Die nicht kielförmige Vorderbrust reicht nicht tiefer
als bis zu den Ellenbogen. Rippen gut gewölbt und gegen hinten stark
entwickelt.
Bauch : Nur mäbig aufgezogen.
RUTE : Lang, bis zu den Sprunggelenken reichend, nicht
hoch angesetzt. In der Ruhe wird sie tief getragen, hängend, wobei das untere
Drittel sich etwas nach oben krümmen kann. In der Bewegung wird sie höher
getragen, aber niemals gerollt. Die Rute ist rundum mit langem Haar versehen,
ohne Wellen oder Locken. Keine Fahne, aber buschig.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schultern : Schulterblatt gut am Rumpf anliegend und schräg,
mit guter Winkelung des Schulterblatt-Oberarm-Gelenkes.
Unterarm : Kräftig und schön gerade.
Vordermittelfub : Gerade, nicht schräg
gestellt.
Vorderpfoten : Zehen gut entwickelt und gewölbt,
weder Katzen- noch Hasenpfoten; Ballen zäh.
HINTERHAND : Kräftig, mit guten
Winkelungen aller Gelenke.
Unterschenkel : Nicht zu lang.
Sprunggelenk : Tief gestellt.
Hintermittelfub : Kurz.
Hinterpfoten : Rund, mit gut entwickelten Ballen.
HAARKLEID
HAAR : Haar am ganzen Körper lang
und schlicht, kann aber auf der Kruppe leicht gewellt sein. Am Kopf ist das
Haar kurz. An der Hinterseite der Vorderläufe und an den « Hosen »
reichlich dichtes Haar, eher buschig als in Form einer Fahne. Hinterläufe mit
langer Behaarung. Lockiges Haar weist auf eine Kreuzung hin :
deshalb sollen die Hunde mit einem solchen Haarkleid nicht als Stabyhoun anerkannt werden.
FARBE : Schwarz, braun oder orange mit weissen Abzeichen, wobei im Weib eine Tüpfelung oder Schimmelung vorkommen
kann.
GRÖSSE :
Idealgrösse für Rüden 53 cm,
Idealgrösse für Hündinnen 50 cm.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad
der Abweichung stehen sollte.
Hunde, die deutlich
physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen
disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden