STANDARD DES SIBERIAN
HUSKY
F.C.I.-Standard Nr. 270 / 23. O2. 1995 / D
SIBERIAN HUSKY Übersetzung :
Mrs. J.Turnbull und Harry G.A. Hinckeldeyn
Klassifikation F.C.I. : Gruppe 5 : Spitze und
Hunde vom Urtyp
Setkion 1 : Nordische Schlittenhunde
Ohne Arbeitsprüfung
ALLGEMEINES
ERSCHEINUNGSBILD: Der Siberian Husky ist ein
mittel-großer Arbeitshund, schnell, leichtfüßig, frei und elegant in der
Bewegung. Sein mäßig kompakter, dichtbehaarter Körper, die aufrecht stehenden
Ohren und die buschige Rute weisen auf die nordische Herkunft hin. Seine
charakteristische Gangart ist fließend und anscheinend mühelos. Er ist nach wie
vor äußerst fähig, seine ursprüngliche Aufgabe als Schlittenhund zu erfüllen
und leichtere Lasten in mäßigem Tempo über große Entfernungen zu ziehen. Die
Proportionen und die Form seines Körpers spiegeln dies grundlegend ausgewogene
Verhältnis von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer wider.
Die Rüden sind maskulin, aber niemals grob; die Hündinnen sind feminin, aber
ohne Schwächen im Aufbau. Ein Siberian Husky in
richtiger Kondition, mit gut entwickelten, straffen Muskeln, hat kein
Übergewicht.
GRÖSSE, PROPORTION,
SUBSTANZ : Widerristhöhe : Rüden : 53,34 - 59,69 cm (21 - 23,5 inch.)
Hündinnen : 50,8 - 55,88 cm (20 - 22 inch.) Gewicht :
Rüden : 20,4 - 27,2 kg (45 - 60 pounds)
Hündinnen : 15,9 - 22,7 kg (35 - 50 pounds)
Die genannten Größen und Gewichte bezeichnen
die äußersten Grenzen . Übermäßige Knochenstärke oder
Übergewicht sollte bestraft werden. Die Länge des Körpers, gemessen vom
Schultergelenk bis zum Sitzbeinhöcker, übertrifft ein wenig die Widerristhöhe.
Ausschließender Fehler : Rüden über 59,69 cm und Hündinnen über 55,88
cm.
KOPF : Ausdruck
: durchdringend, aber freundlich; interessiert und sogar schelmisch.
Augen : mandelförmig,
mäßig auseinanderliegend und etwas schräg gelagert. Die Augen können braun oder
blau sein, wobei ein braunes und ein blaues Auge sowie mehrfarbige Augen zu
akzeptieren sind.
Fehler : zu schräg oder zu dicht beieinander liegende
Augen.
Ohren:
von mittlerer Größe, dreieckig, eng beieinanderstehend und hoch angesetzt. Sie
sind dick, gut behaart, hinten leicht gewölbt, aufrecht stehend, mit leicht
abgerundeten, aufgerichteten Spitzen.
Fehler : zu groß im Verhältnis zum Kopf; zu weit auseinanderstehend;
nicht fest aufrechtstehend.
SCHÄDEL: von
mittlerer Größe und passend zum Körper, oben leicht gerundet und sich von der
breitesten Stelle zu den Augen hin verjüngend.
Fehler : plumper oder schwerer Kopf; zu fein gemeißelter Kopf.
STOP :
gut ausgeprägt; das Nasenbein ist gerade vom Stop bis zur Nasenspitze.
Fehler : nicht genügend ausgeprägter Stop.
FANG : von mittlerer Länge, das heißt, der Abstand von der
Nasenspitze bis zum Stop ist gleich dem vom Stop bis zum Hinterhauptsbein. Der
Fang ist von mittlerer Breite, sich zur Nase hin allmählich verjüngend, jedoch
nicht spitz oder breit endend.
Fehler : Fang entweder zu fein oder zu grob, zu kurz oder zu lang.
NASE :
schwarz bei grauen, lohfarbenen und schwarzen Hunden; leberfarben bei kupferfarbenen
Hunden; bei rein weißen Hunden kann sie fleischfarben sein. Die rosastreifige
"Schneenase" ist zu akzeptieren.
LEFZEN : sie sind gut pigmentiert und eng anliegend.
ZÄHNE : Scherengebiß.
Fehler : jede Abweichung vom Scherengebiß.
HALS : mittlere Länge, gebogen, im Stand stolz aufgerichtet.
Im Trab ist der Hals so gestreckt, daß der Kopf
leicht vorgelagert getragen wird.
Fehler : Hals zu kurz und dick, zu lang.
BRUSTKORB :
Tief und kräftig, aber nicht zu
breit; der tiefste Punkte liegt unmittelbar hinter und auf gleicher Höhe mit
den Ellenbogen. Die Rippen sind gleich am Ansatz an der Wirbelsäule gut
gewölbt, an den Seiten aber flacher, um einen freien Bewegungsablauf zu
erlauben.
Fehler : Brust zu breit; tonniger
Brustkorb; Rippen zu flach oder schwach.
RÜCKEN : gerade
und kräftig, mit von den Schulterblättern zur Kruppe waagerecht verlaufender
oberen Linie. Er ist von mittlerer Länge, weder verhältnismäßig kurz noch
nachgebend wegen übermäßiger Länge. Die Lende ist straff und trocken bemuskelt, schmaler als der Rippenkorb und leicht gewölbt.
Kruppe abfallend, doch niemals so steil, daß das
Abfußen der Hinterläufe beinträchtigt wird.
Fehler : Matter oder nachgebender Rücken; gewölbter Rücken; abfallende
obere Linie.
RUTE : die
gut behaarte Rute in Form einer Fuchslunte ist eben unterhalb der oberen Linie
angesetzt und wird, wenn der Hund aufmerksam ist, üblicherweise in einem
eleganten, sichelförmigen Bogen über den Rücken getragen. Dabei soll sich die
Rute weder an der einen noch an der anderen Seite des Körpers ringeln, auch
soll sie nicht flach auf den Rücken gedrückt werden. Eine hängende Rute ist
normal, wenn der Hund ruhig und gelassen steht. Das Haar an der Rute ist
mittellang und rundum annähernd gleich lang, wodurch die Rute wie eine runde
Bürste aussieht.
Fehler : angedrückte oder enggeringelte Rute;
sehr buschige Rute; Rute zu tief oder zu hoch angesetzt.
SCHULTER :
das Schulterblatt gut zurückliegend. Der Oberarm ist vom Schultergelenk zum
Ellenbogen etwas nach hinten gerichtet und nie senkrecht zum Boden. Die Muskeln
und Bänder, die die Schulterblätter am Rippenkorb halten, sind straff und gut
entwickelt.
Fehler : steile Schultern; lose Schultern.
VORDERLÄUFE :
von vorne betrachtet, stehen die Läufe in mäßigem Abstand auseinander, parallel
und gerade, wobei die Ellenbogen eng am Körper anliegen, weder ein- noch
ausgedreht. Von der Seite betrachtet, sind die Vordermittelfüße etwas nach
vorne gerichtet; die Vorderfußwurzelgelenke sind kräftig, aber biegsam. Die Knochen
sind substanzvoll, aber nie schwer. Die Länge der Läufe vom Ellenbogen bis zum
Boden ist etwas größer als der Abstand vom Ellenbogen zum Schulterblattkamm.
Afterkrallen an den Vorderläufen können entfernt sein.
Fehler : schwache Vordermittelfüße; zu schwere Knochen; zu enger oder zu
weiter Stand; ausgedrehte Ellenbogen.
PFOTEN :
oval, aber nicht lang, von mittlerer Größe, kompakt und gut behaart zwischen
den Zehen und Ballen. Die Ballen sind widerstands-fähig
und dick gepolstert. Bei natürlichem Stand zeigen die Pfoten weder nach innen
noch nach außen.
Fehler : nachgebende oder gespreizte Zehen; Pfoten zu groß und plump, zu
klein und zart; zeheneng oder zehenweit.
HINTERHAND : von hinten betrachtet stehen die Läufe in mäßigem
Abstand auseinander und parallel. Die Oberschenkel sind gut bemuskelt
und kraftvoll, die Knie gut gewinkelt, die Sprunggelenke zeichnen sich gut ab
und sind bodennah plaziert. Afterkrallen, falls
vorhanden, sollen entfernt sein.
Fehler : gestrecktes Knie, kuhhessig, zu enger
oder zu weiter Stand.
HAARKLEID :
das Haarkleid des Siberian Husky ist doppelt und
mittel-lang, hat ein schönes, pelzartiges Aussehen, ist aber niemals so lang, daß es die klaren Außenlinien des Hundes verdeckt. Die Unter-wolle ist weich und dicht und von genügender Länge,
um das Deckhaar zu stützen. Die längeren, steifen Haare des Deckhaares sind
gerade und etwas anliegend, nie harsch und nicht gerade abstehend vom Körper.
Es sollte beachtet werden, daß das Fehlen der
Unterwolle während des Haarwechsels normal ist. Das Kürzen der Tasthaare sowie
der Haare zwischen den Zehen und um die Pfoten herum ist erlaubt, um ein
gepflegtes Äußeres zu betonen. Das Trimmen des Haarkleides an jeder anderen
Stelle ist nicht verzeihlich und sollte streng bestraft werden.
Fehler : langes, rauhes oder struppiges
Haarkleid; zu harsche oder zu seidige Textur; getrimmtes Haarkleid, außer an
den erlaubten Stellen.
FARBE : alle
Farben von schwarz bis rein weiß sind erlaubt. Eine Vielfalt von Zeichnungen am
Kopf ist üblich, einschließlich mancher auffallender Muster, die bei anderen
Rassen nicht zu finden sind.
GANGART : sie ist schwungvoll und scheinbar mühelos. Der Siberian Husky ist flink und leichtfüßig. Im
Ausstellungsring sollte er an einer locker hängenden Leine in einem mäßig
schnellen Trab vorgestellt werden, dabei guten Vortritt und Schub zeigend. Der
sich im Schritt bewegende Siberian Husky, von vorne
nach hinten betrachtet, zeigt keinen bodenengen Gang;
doch wenn er schneller läuft, tendieren die Läufe nach und nach zur Mitte hin,
bis die Pfoten auf eine Linie gesetzt werden, die genau unter der Längsachse
des Körpers verläuft. Wenn die Abdrücke der Pfoten sich decken, bewegen sich
die Vorder- und Hinterläufe geradeaus gerichtet, ohne daß
die Ellenbogen oder Kniegelenke weder ein- noch ausdrehen. Die Läufe bewegen
sich parallel. Während der Bewegung bleibt die obere Linie straff und gerade.
Fehler : kurze, tänzelnde, unruhige,
schwerfällige oder rollende Gangart, kreuzend oder schräg laufend.
TEMPERAMENT :
das charakteristische Temperament des Siberian Husky
ist freundlich, sanftmütig, aufmerksam und kontaktfreudig. Er zeigt nicht die
besitzbetonenden Eigenschaften eines Wachhundes, noch ist er allzu mißtrauisch gegenüber Fremden oder aggressiv gegenüber
anderen Hunden. Von einem erwachsenen Hund darf ein gewisses Maß an
Zurückhaltung und Würde erwartet werden. Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und
sein Eifer machen ihn zum angenehmen Gefährten und willigen Arbeiter.
ZUSAMMENFASSUNG : Die wichtigsten Rassemerkmale des Siberian
Husky sind mittlere Größe, angemessene Knochenstärke, harmonische Propor-tionen, leichte und freie Bewegungen, richtiges
Haarkleid, ansprechender Kopf und ansprechende Ohren, korrekte Rute und gute
Wesensart. Bestraft werden sollten schwere Knochen, übermäßiges Gewicht,
gebundene oder schwerfällige Gangart, langes, rauhes
Haarkleid. Ein Siberian Husky sollte nie so schwer
oder grob erscheinen wie ein Zughund, aber auch nicht so leicht und zart wie
ein Rennhund. Rüden und Hündinnnen sollen erkennen
lassen, daß sie zu großer Ausdauer fähig sind. Außer
den oben erwähnten Fehlern sind morphologische Fehler, die alle Rassen
gemeinsam haben, beim Siberian Husky ebenso
unerwünscht, wie bei jeder anderen Rasse, auch wenn sie hier nicht besonders
erwähnt sind.
Ausschließender Fehler : Rüden über 59,69 cm (23,5 inch.)
und Hündinnen über 55,88 cm (22 inch.).
Die ursprüngliche Heimat des Siberian
Husky ist das nördliche Sibirien. Dort waren sie Jahrtausende lang
unentbehrliche Begleiter der dort lebenden Nomadenvölker, zum Beispiel der Tschuktschen.
1909 meldete sich der aus Sibirien stammende
Pelzhändler William Goosak mit seinen kleinen,
relativ zierlichen Hunden zum “All Alaska Sweepstakes” Schlittenhunderennen
(408 Meilen von Nome nach Candle
und zurück) an. Er wurde wegen seiner „kleinen Hunde“ belächelt. Goosak belegte bei diesem anspruchsvollen Rennen Rang drei.
Im Jahr darauf, gewann John Johnson („Iron Man“) mit ebenso kleinen Hunden. Die
beiden anderen eingetragenen Gespanne von „Siberian Huskies“ belegten die Plätze zwei und vier. Darauf hin
wurde die Zucht 1910 in Alaska durch den norwegischen Musher Leonard Seppala
begründet.
Die wichtigsten Merkmale des Aussehens sind
entsprechend dem Rassestandard: Die Rüden werden bis zu 60 cm und die
Hündinnen bis zu 56 cm groß. Das Gewicht ausgewachsener Rüden beträgt bis
28 kg und bei Hündinnen bis 23 kg. Der Aufbau des Körpers sollte im wesentlichen rechteckig sein, die Höhe des Rumpfes sollte in
guter Proportion zur Länge stehen. Das wesentlichste bei der Bewertung des
Körperbaus ist die Eignung des Huskys zur Zugarbeit. Das Fell des Siberian Husky besteht aus zwei Lagen, der Unterwolle und
mittellangem Deckhaar. Während die Unterwolle, die ein bis zweimal pro Jahr
gewechselt wird, rein weiß oder nur leicht gefärbt ist, kann das Deckhaar alle
Färbungen von weiß, über rot und grau bis zu schwarz annehmen. Die häufigste
Zeichnung am Körper ist dabei eine Kräftige Färbung am Rücken, die über die
Seiten zum Bauch hin immer schwächer wird. Die Zeichnung Pinto
(geschecktes Fell) ist selten zu beobachten. Bauch und Brust sind meist rein
weiß.
Der Schädel läuft zu den Augen hin leicht
zusammen und weist einen ausgeprägten Stop auf. Er
sollte insgesamt einen nicht zu massigen Eindruck vermitteln. Der Fang läuft
zur Nase hin leicht zusammen, ohne dabei spitz zu wirken. Die Ohren haben
mittlere Größe, sind dreieckig, eng beieinanderstehend
und hoch angesetzt. Sie sind dick und gut behaart. Die Nase ist der Fellfärbung
angepasst, leberfarben bei roten, schwarz bei schwarzen und grauen Hunden. Eine
nicht vollständig ausgeprägte Pigmentierung (sogenannte
Schneenase) ist aber kein Zuchtfehler. Die Augen können blau oder braun
beziehungsweise bernsteinfarben sein. Auch das Auftreten unterschiedlich
gefärbter oder gemischtfarbiger Augen entspricht dem Rassestandard. Oft ist
auch ein Auge braun, das andere blau gefärbt (Odd-eyed)
Das Kopffell ist oft auffällig gezeichnet in Form einer offenen oder
geschlossenen Maske.Laut Standard besitzt der Siberian Husky eine Sichelrute, die keinesfalls über dem
Körper gerollt getragen werden sollte. Die buschige Rute des Husky ist mit
besonders steifem Stockhaar ausgestattet und enthält keine (oder nur wenig) Unterwolle. Dadurch ist der Husky in der Lage
sich in einem Schneesturm komplett
einschneien zu lassen, indem er sich einrollt und die Nase unter die Rute
steckt. Diese wirkt dabei als Luftfilter und Luftvorwärmung, so dass der Husky
die Nacht über unter dem Schnee verbringen kann.
Der Husky ist den polaren Regionen optimal angepasst. Sein Fell
besitzt zwei Schichten: die Deckhaare, welche wasserabweisend
und robust sind, und die Unterwolle, die aus
feinen Haaren besteht. Die zwei Schichten bilden eine optimale Wärmeisolierung aus, denn die Unterwolle bildet bei
den Bewegungen des Hundes Wärme (Reibung) und die Deckhaare verhindern den
Wärmeverlust. Die Pfoten des Huskies sind
vergleichsweise kleiner und kompakter, als die von ähnlich großen Hunden. Somit
wird auch dem Wärmeverlust entgegengewirkt und die Verletzungsgefahr ist
eingeschränkt.
Schlittenhunderennen bei Langenlonsheim
Der Husky ist in der Lage (bei ausreichendem
Training) das neunfache seines eigenen Körpergewichtes
zu ziehen und ist so ein überlebenswichtiges Nutztier und Familienmitglied der Inuits geworden. Welpen
werden zusammen mit den eigenen Kindern im Haus aufgezogen, das erzeugte die
menschen- und kinderfreundlichen Eigenschaften der Huskies.
Sie mussten auch jedem Folge leisten, weil die Schlitten
nicht nur von einem Mann gefahren wurden. So wurden auch nur die folgsamsten
und freundlichsten Hunde zur Zucht verwendet. Huskies besitzen einen ausgezeichneten Orientierungssinn
durch den sie nie von bekannten Wegen abkommen, selbst wenn diese durch die
dicke Schneedecke nicht mehr sichtbar sind.