FCI - Standard Nr. 337/ 11. 05. 1993
/ D
(Segugio Italiano a pelo raso)
ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Italien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 27. 11. 1989.
VERWENDUNG : Laufhund, speziell zur Jagd auf Hase und
Wildschwein.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6 Lauf- und Schweisshunde.
Sektion 1.2 Mittelgrosse
Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Die Herkunft des italienischen
Laufhunds reicht bis weit in die Antike zurück. Diese Hunde sind bestimmt die
Nachkommen primitiver Jagdhunde, die im alten Ägypten zur Verfolgung des Wildes
eingesetzt wurden; später wurden sie von phönizischen Kaufleuten an den Ufern
des Mittelmeeres und so auch in Italien eingeführt. Zahlreiche, unter
verschiedenen ägyptischen Pharaonendynastien entstandene Zeichnungen belegen
das Vorkommen von Hunden in Ägypten, die dem heutigen Segugio
sehr ähnlich waren. Besonders hervorzuheben ist das Vorhandensein von
Hängeohren, unzweifelhaft ein Zeichen fortgeschrittener Domestikation. Man darf
demnach annehmen, dass dieser alte, der Verfolgung des Wildes dienende Hund –
nicht zu verwechseln mit den Windhunden – nach Italien kam und dort die Entstehung des heutigen Segugio
einleitete, dessen allgemeine anatomische Merkmale durch die Jahrhunderte
hindurch praktisch unverändert erhalten geblieben sind. Hunde vom gleichen Typ
und von gleicher Grösse wie heutige Segugio stehen neben den Statuten der „Jagenden Diana“ im
Museum von Neapel und der „Bogenschiessenden Diana“ im Museum des Vatikans. Schliesslich kann man im Schloss von Borso
d’Este (1600) ein Gemälde besichtigen, das den
Idealtyp des heutigen Segugio wiedergibt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Hund von allgemein mittleren Proportionen,
dessen Körper sich in ein Quadrat stellen lässt; von kräftigem Körperbau,
harmonischen Proportionen, ausgestattet mit gut entwickeltem Knochenbau,
trockenen Formen, mit guter Muskulatur versehen und ohne die geringste Spur von
Fett; gestreckter Kopf mit divergenten oberen Begrenzungslinien von Schädel und
Fang; kurzhaarig.
WICHTIGE PROPORTIONEN :
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Laufhund, der sich gut an unterschiedlichstes
Gelände anpasst; mit grosser Widerstands-fähigkeit
und Schnelligkeit versehen, ist er voller Eifer, gleich ob er alleine oder in
der Meute arbeitet; von beherztem Naturell, aber wenig aufdringlichem Wesen; er
besitzt einen sanften Blick und eine wohlklingende, sehr angenehme Stimme.
KOPF :
OBERKOPF :
Schädel : Von
oben gesehen ist die Schädelform fast oval. In der Seitenansicht sind die
oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang divergent; das obere
Schädelprofil ist leicht konvex; die Breite zwischen den Jochbeinbogen ist
geringer als die halbe Kopflänge; die Augenbrauenbogen sind wenig entwickelt;
die Stirnfurche ist wenig ausgeprägt; der Hinterhauptfortsatz, sichtbar und
nicht übertrieben hervorgehoben, ist kurz.
Stop : In
einem Winkel von ungefähr 140° ausgebildet.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Seine Form ist einem sechsflächigen Polyeder
angenähert; ausreichend gross, mit beweglichen
Nasenflügeln und gut geöffneten Nasenlöchern, deren Öffnung etwas seitlich
liegt; immer von schwarzer Farbe.
Fang : Die
Fanglänge entspricht der halben Kopflänge; seine Höhe (oder Tiefe) muss die
Hälfte seiner Länge etwas übertreffen; bei halber Fanglänge gemessen, muss die
Breite des Fangs ein Fünftel der Kopflänge ein wenig unterschreiten; das
Fangprofil ist leicht konvex (gekrümmt); die Fangseiten laufen nach vorne hin
aufeinander zu; die Unterkieferäste sind auf ihrer
ganzen Länge nahezu gerade und der Unterkiefer ist nach vorne wenig entwickelt;
das untere Seitenprofil des Kiefers wird durch die obere Lefze bestimmt.
Lefzen : Sie
sind fein und dünn; sowohl von vorn als auch von der Seite betrachtet, sind sie
wenig entwickelt (gespannt); im Profil gesehen beschreibt ihr unterer Rand
einen leichten Bogen. Die Lefzenränder sind immer schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne : Die
Kiefer haben die Form eines Kegelstumpfes; die Schneidezähne stehen
rechtwinklig zum Kiefer. Kompletter Scheren-gebiss
mit weissen, regelmässig
aufgereihten und normal entwickelten Zähnen; das korrekte Gebiss ist das
Scherengebiss, das Zangengebiss ist zulässig.
Wangen :
Flach und trocken.
Augen : Die
mandelförmigen, grossen, leuchtenden, dunkel-ocker-farbenen Augen befinden sich in halbseitlicher
Position und zeigen einen sanften Ausdruck; die Lidränder sind immer schwarz.
Behang : Der
Ohransatz liegt in Höhe des Jochbeinbogens oder etwas tiefer; das Ohr muss
herabhängen und so gedreht sein, dass es insgesamt nach vorne zeigt, ohne
zusammenzufallen oder sich einzurollen. Das Ohr ist von dreieckiger Form, flach
über nahezu die ganze Länge und sehr breit; das Ende läuft in einem schmalen
Zipfel aus, nie breit abgerundet; dieser Zipfel (oder Spitze) ist leicht nach
innen eingedreht. Die Ohrlänge erreicht ungefähr 70% der Kopflänge, und die
breiteste Stelle des Ohres misst etwas mehr als die Hälfte seiner Länge.
HALS :
Profil : Das
obere Halsprofil ist leicht gebogen, also leicht konvex.
Länge : Die
Halslänge entspricht ganz oder beinahe der Kopflänge; sie muss demnach 4/10 der
Widerristhöhe erreichen.
Form : Der
Hals hat die Form eines Kegelstumpfes; er sieht dermassen
trocken und leicht aus, dass der Eindruck entstehen kann, er sei wenig muskulös
(lange Muskeln).
Haut :
Fein, straff, weder Falten noch Wamme; Kurzhaar.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Die
obere Linie ist gerade und fällt vom Widerrist harmonisch bis zur Kruppe hin
ab, mit leichter Rundung in Höhe der Lendenregion.
Widerrist : Der
Widerrist tritt wenig aus der Rückenlinie hervor und, wegen der
zusammengerückten Schulterblattspitzen, ist er schmal; er verschmilzt
harmonisch mit dem Halsansatz.
Rücken : Die
Rückenlinie ist gerade mit wenig sichtbarer Muskulatur; die Länge des Rückens
steht zur Länge der Lendenpartie im Verhältnis 3 zu 1.
Lenden : Die
Länge der Lendenpartie beträgt etwas weniger als ein Fünftel der Widerristhöhe;
die Breite der Lendenpartie entspricht annähernd ihrer Länge; die Muskulatur
der Lendenpartie ist in Länge und Breite gut entwickelt.
Kruppe : Das
Profil der Kruppe zeigt eine verhaltene Rundung; ihr Verlauf weist zur
Horizontalen eine Neigung von ungefähr 10° auf; ihre Länge erreicht ungefähr
ein Drittel der Widerristhöhe und ihre Breite entspricht ungefähr ihrer halben
Länge; die Muskulatur ist gut entwickelt.
Brust : Die
Tiefe der Brust oder des Rippenkorbes ist gleich der halben Widerristhöhe oder
liegt wenig darunter; ihre Breite (Durchmesser) entspricht, in halber Höhe
gemessen, ungefähr 1/3 der Widerristhöhe; die Brust muss ganz oder beinahe bis
zum Ellenbogen herabreichen; die Rippen sind nicht sehr stark gewölbt, also
wenig konvex; da der Brustumfang die Widerristhöhe um ein Viertel übertrifft, ist die Brust mässig geräumig.
Untere Profillinie und Bauch : Das
untere Profil ist insofern typisch, als es eine über die ganze Länge gerade
Linie darstellt, die vom Brustbein ausgehend bis zum Bauch hin ansteigt; letzterer
erscheint sehr trocken, obwohl er nicht sehr aufgezogen ist.
RUTE : Der Rutenansatz liegt hoch auf der Kruppenlinie. Die
Rute ist dünn an der Wurzel und bleibt es auf ihrer ganzen Länge; so ähnelt sie
einem „grissino“ (sehr dünner Salzstengel),
ausgenommen an ihrer Spitze, wo sie noch dünner wir. Die Rute ist so lang, dass
ihre Spitze den Fersenhöcker berührt oder beinahe erreicht. Auf ihrer ganzen
Länge ist sie mit kurzem Haar bedeckt. In Ruhestellung hängt sie herab; ist der
Hund in Aktion, hebt sie sich bis über die Rückenlinie hinaus.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Von
der Seite betrachtet muss das Lot in seiner Gesamtheit einer gedachten
vertikalen Linie entsprechen, die vom Schultergelenk aus bis zum Boden führt
und dabei die Zehenspitzen berührt, ferner einer weiteren gedachten vertikalen
Linie, die vom Ellenbogengelenk ausgehend Unterarm und Fusswurzel
in zwei etwa gleich grosse Teile trennt, um dann auf
halber Länge des Vordermittelfusses zu enden. Von
vorne betrachtet, muss das Lot einer vertikalen Linie entsprechen, die von der
Schulterspitze ausgehend Unterarm, Fuswurzel, Vordermittelfuss und Pfote in zwei annähernd gleiche Teile
trennt. Der Abstand vom Boden zum Ellenbogen entspricht der halben
Widerristhöhe.
Schultern : Die
Länge der Schulterblätter erreicht ein Drittel der Widerristhöhe; ihre Neigung
zur Horizontalen liegt zwischen 45° und 55°; ihre Muskeln sind lang, trocken,
sichtbar und gut voneinander getrennt; die Winkelöffnung zwischen Schulterblatt
und Oberarmbein beträgt ungefähr 110°.
Oberarm : Die
Länge des Oberarms entspricht ungefähr dem halben Abstand des Ellenbogens vom
Boden; auf die Vertikale bezogen liegt er auf einer Ebene, die der Medianebene
des Körpers in etwa parallel ist. Der Oberarm ist mit langer und trockener
Muskulatur versehen.
Ellenbogen : Er
liegt auf der Linie des Brustbeins oder ein wenig tiefer und ist parallel zur
Medianebene des Körpers; der Ellenbogenhöcker muss auf der von der
Schulterblattspitze heralb- laufenden Vertikalen liegen. Die
Winkelöffnung Oberarmbein-Speiche misst zwischen 135° und 145°.
Unterarm :
Seine Länge misst ungefähr ein Drittel der Widerristhöhe; er steht
senkrecht zum Boden und zeigt auf der
Hinterseite unten eine gut sichtbare Vertiefung zwischen Sehne und Knochen,
welche den Vorderlauf trocken, abgemagert und ohne kräftigen Knochenbau
erscheinen lässt.
Vorderfusswurzel : Sie
ist trocken und verlängert die gerade Linie des Unterarms.
Vordermittelfuss : Die
Länge des Vordermittelfusses darf ein Sechstel der
Länge der vom Boden zum Ellenbogen gemessenen Vorderhand nicht unterschreiten;
der Vordermittelfuss ist breiter als die Fusswurzel, aber flach und trocken; im Profil betrachtet
ist der Vordermittelfuss von hinten nach vorne leicht
schräg gestellt.
Vorderpfoten : Von
ovaler Form (Hasenpfote) mit eng aneinander-liegenden und gewölbten Zehen;
Zehenkissen nicht sehr fleischig; Ballen trocken, hart, widerstandsfähig und
von schwarzer Farbe. Die Krallen sind kräftig, gebogen und immer schwarz. Das
Vorhandensein einiger weisser (nicht rosafarbener)
Krallen ist kein Fehler.
HINTERHAND :
Allgemeines : Aus
der Seitenansicht muss das Lot einer gedachten vertikalen Linie entsprechen,
die ausgehend vom Sitzbeinhöcker, beim Erreichen des Bodens die Zehenspitze
streift oder trifft. Von hinten betrachtet muss das Lot einer gedachten
vertikalen Linie entsprechen, die, ausgehend vom Sitzbeinhöcker,
sprunggelenkspitze, Hintermittelfuss und Pfote in
zwei gleiche Teile schneidet. Die Länge der hinteren Gliedmasse erreicht
ungefähr 93% der Widerristhöhe.
Oberschenkel :
Keule lang und breit; ihre Länge beträgt mindestens ein Drittel der
Widerristhöhe. Die Breite der Keule (Aussenseite)
macht ungefähr ¾ ihrer Länge aus; die Muskeln treten hervor, sind aber gut
getrennt; der hintere Rand der Keule ist leicht konvex. Die Winkelöffnung
Hüftbein-Oberschenkelbein beträgt 90° bis 95°.
Knie : Das
Knie muss gut im Lot liegen, d.h. die Kniescheibe zeigt weder nach innen noch
nach aussen; die Winkelöffnung Schienbein- Oberschenkelbein beträgt ungefähr 115°.
Unterschenkel : Die
Länge des Unterschenkels bleibt etwas unter der des Oberschenkels; seine
Neigung zur Horizontalen beträgt ungefähr 40°. Der Unterschenkel zeigt selbst
in seinem oberen Bereich trockene, feste und gut von einander getrennte
Muskulatur; die Vertiefung zwischen Achillessehne und Knochen ist gut
ausgeprägt und sichtbar; die äussere Beinvene liegt dicht unter der Haut; der Knochenbau
ist eher leicht, dennoch sehr solide.
Sprunggelenk :
Seine Breite entspricht ungefähr dem zehnten Teil der Widerristhöhe; der
Abstand vom Boden zur Sprunggelenkspitze darf 27% der Widerristhöhe nicht
übersteigen (tief angesetztes Sprunggelenk); der Knochenbau ist kräftig, die
Konturen der Knochen sind deutlich sichtbar; dies unterstreicht, wie trocken
dieser Bereich ist; die Winkelöffnung Schienbein-Fersenbein beträgt ungefähr
135°.
Hintermittelfuss : Er
ist weniger als halb so lang wie die Vordergliedmasse, gemessen zwischen Boden
und Ellenbogen; nicht so breit wie das Sprunggelenk; er steht vertikal, d.h.
senkrecht zum Boden. Keine Afterkrallen.
Hinterpfoten : Sie
ist weniger oval als die Vorderpfote, deren Merkmale sie ansonsten teilt.
GANGWERK : Bei der Jagd galoppiert der Hund.
HAUT : Feine und dünne Haut, überall gut am Körper anliegend.
Das Pigment von Schleimhäuten, Nickhäuten, Krallen, Sohlen- und Zehenballen
muss unbedingt von schwarzer Farbe sein. Eine Schwarz-pigmentierung
des Gaumens wird nicht verlangt, ist aber erwünscht.
HAARKLEID
HAAR :
Kurzes Haar auf dem ganzen Körper; das Haar ist von harscher Textur, dicht,
engstehend und gleichmässig glatt; einige wenige rauhe Haare dürfen verstreut über Rumpf, Fang und auch
Gliedmassen gefunden werden, ohne dass dies einen Fehler darstellt.
FARBE : Die
erlaubten Farben umfassen das ganze Spektrum vom einfarbigen Falb, ausgehend
vom intensiv roten Falb bis hin zum verwaschenen Falb, und schwarz/lohfarben.
Die roten Abzeichen befinden sich wie üblich am Fang, an den Augenbrauen, an
der Brust, an den Gliedmassen von der Fusswurzel bis
zur Pfote, und auch am Damm. Weiss darf an Fang und
Schädel auftreten (gleichgültig ob als symmetrische Maske oder nicht); Weiss ist auch erlaubt als „Stern“ auf der Brust, am Hals,
auf dem Vorder- oder Hintermittelfuss, an den Pfoten
und an der Rutenspitze. Jedoch ist das Weiss nicht
sehr erwünscht; je weniger vorhanden, desto besser. Der schwarz/ lohfarbene
Hund darf einen weissen Bruststern tragen; in diesem
Falle spricht man von einem dreifarbigen Segugio. Die
braune Farbe (kaffee-, leberfarben) ist nicht zulässig.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Rüden von 52 bis 58 cm,
Hündinnen von
48 bis 56 cm.
Toleranz : +/-
2 cm.
(nur bei vorzüglichen
Hunden)
Gewicht : Von 18 bis 28 kg.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
Dies gilt auch für Hunde, die
ständig Pass gehen.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.