FCI - Standard Nr.  327 /  04. 06. 1996  /  D

 

SCHWARZER (RUSSISCHER) TERRIER

(Tchiorny Terrier)

 

 


ÜBERSETZUNG  : Frau Elke Peper.

 

URSPRUNG : Russland.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 29. 09. 1983.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 :             Pinscher und Schnauzer –

                                                            Molosser und Schweizer

                                                            Sennenhunde

                                          Sektion 1.4 Tchiorny Terrier

                                          Ohne Arbeitsprüfung.

 

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Die schwarzen Terrier sind kräftige Hunde von überdurchschnittlicher Grösse mit mächtigem Knochenbau und massiver Muskulatur. Ihre Haut ist straff und elastisch ohne jegliche Faltenbildung oder Wamme.

Hunde dieser Rasse sind abwehr-bereit, misstrausich gegenüber Fremden und unempfindlich; sie passen sich gut an unterschiedliche klimatische Bedingungen an.

Sie eignen sich zur Abrichtung.

 

KONSTITUTION : Derb und widerstandsfähig.

Fehler : Schwächlicher, leichterer Knochenbau, ungenügend entwickelte Muskulatur.

Schwere Fehler : Sehr leichter Knochenbau, schwache Muskulatur, eine zerbrechliche und schlaffe Körperbeschaffenheit.

 

FORMAT INDEX : 100 zu 105 (Widerristhöhe zu Rumpflänge).

Fehler : Etwas zu lang (106 bis 108).

Schwere Fehler : Deutlich zu lang (über 108).

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Die Rasse verkörpert extrem kraftvolle Aktivität; die Hunde sind kräftig, ausgeglichen , beweglich und zeigen eine schnelle, zielsichere Verteidigungsreaktion.

Fehler : Ängstlichkeit, erhöhte Reizbarkeit, Trägheit.

Schwere Fehler : Feigheit, extreme Reizbarkeit, extreme Weichheit.

 

GESCHLECHTSSPEZIFISCHE MERKMALE : Deutlich ausgeprägt je nach Geschlecht.  Die Rüden sind von imposanterer Größe, maskuliner und kompakter als die Hündinnen.

Fehler : Leichte Abweichung vom Geschlechtstyp.

Schwere Fehler : Beträchtliche Abweichung vom Geschlechtstyp, hündinnenhafte Rüden.

 

KOPF : Lang, mäßig schmal im Schädelbereich, mit abgerundeten Wangenknochen (Jochbeinen). Die Stirn ist flach, der Stop ist erkennbar, aber nicht zu sehr ausgeprägt. Der Nasenrücken verläuft parallel zum Schädelprofil. Das Vorgesicht ist kräftig, es verjüngt  sich leicht nach vorn hin; seine Länge ist etwas geringer als die des Oberkopfes. Der Schnurrbart und der Bart geben dem Fang ein stumpfes viereckiges Aussehen. Die Lefzen sind dick und fleischig. Die obere Lefze liegt straff am Kiefer an, ohne herabzuhängen.

Fehler : Leichterer Kopf, gewölbte Stirn, schwach erkennbarer oder zu ausgeprägter Stop, hervortretende Wangenknochen, schlaffe Lefzen.

Schwere Fehler : Grober Kopf, plumper oder zu leichter oder kugelrunder Kopf; kurzes, nach oben gebogenes oder spitzes Vorgesicht.

 

OHREN : Hoch angesetzt, über den Knorpeln hängend, klein, dreieckig; die vordere Kante liegt eng am Schädel an.

Fehler : Tief angesetzte Ohren, lange oder flatternde Ohren oder solche, die vom Kopf abgespreizt getragen werden.

Schwere Fehler: Aufrecht oder halb aufrecht getragene Ohren.

 

AUGEN : Klein, oval, schräg stehend, dunkel.

Fehler : Grosse oder nicht ganz dunkle Augen; sichtbares 3. Augenlid, hängende Lider, weiße Flecken auf der Iris.

Schwere Fehler: Helle oder andersfarbige Augen.

 

GEBISS : Stark, weiß, eng schließend. Die Schneidezähne sind in einer Reihe angeordnet und haben Scherenschluss.

 

 

Fehler:  Unterentwickelte, dem Alter des Hundes nicht entsprechende Zähne; abgebrochene Zähne, sofern sie den korrekten Gebissschluss nicht beeinträchtigen; das Fehlern von mehr als zwei P1 oder von einem P1 und einem P2; leichter Zahnstein.

Schwere Fehler: Sehr kleine oder fehlende Zähne; nicht in gleichmäßiger Reihe stehende Schneidezähne, komplette Abweichung vom gleichmäßigen Scherenschluss; das Fehlen eines Schneide- oder Fangzahns; das Fehlen eines P3 oder P4 oder eines Molaren; stark angegriffener Zahnschmelz.

 

HALS : Lang, massiv, trocken, im Winkel von 40 bis 45° zur Rückenlinie getragen.

Fehler: Kurzer oder muskelüberladener Hals; lose Kehlhaut; tief getragener Hals.

 

KÖRPER

 

BRUSTKORB : Geräumig, tief, gut gewölbt, bis zu den Ellenbogen oder noch etwas tiefer reichend.

Fehler : Mangelndes Volumen des Brustkorbs; nicht bis zu den Ellenbogen herabreichender Brustkorb; etwas zu abgeflachte Seiten.

Schwere Fehler: Tonnenförmiger, zu breiter, ungenügend tiefer, zu flacher oder zu schmaler Brustkorb.

 

BAUCH : Untere Linie in Verlängerung der unteren Begrenzungslinie des Brustkorbs nach hinten harmonisch ansteigend.

Fehler : Nach hinten abfallende oder aufgezogene Bauchlinie.

 

WIDERRIST : Über der Höhe der Rückenlinie deutlich ausgeprägt.
Fehler : Tiefer, schwach entwickelter Widerrist.

 

RÜCKEN : Eben, breit, stark bemuskelt.

Fehler : Weicher, schmaler, ungenügend bemuskelter Rücken.

Schwere Fehler: Eingesenkter oder gewölbter Rücken.

 

 

 

 

LENDENPARTIE : Kurz, breit, muskulös, leicht gebogen.

Fehler : Lendenpartie lang oder ganz gerade.

Schwere Fehler: Lendenpartie durchhängend, schmal oder stark gewölbt.

 

KRUPPE : Breit, gut bemuskelt, kaum merklich zu der hoch angesetzten Rute hin abfallend.

Fehler : Waagerechte oder schräge Kruppe, ungenügend bemuskelte Kruppe.

Schwere Fehler: Deutlich abfallende oder schmale Kruppe.

 

RUTE : Hoch angesetzt, kräftig, kurz (bis auf 3 bis 4 Wirbel) kupiert.

Fehler : Tief angesetzte oder nicht korrekt kupierte Rute.

Schwere Fehler : Unkupierte Rute.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND : Von vorn gesehen stehen die Läufe gerade und parallel. Der Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarmknochen beträgt ungefähr 110°. Die Ellenbogen sind deutlich nach hinten gelagert. Die Unterarme sind gerade und kräftig. Der Vordermittelfuss ist kurz und steht gerade.

Fehler : Etwas steile Schulter, Ellenbogen leicht nach außen oder nach innen gedreht, Vordermittelfuss weich, nach innen oder nach außen gestellt.

Schwere Fehler: Steile Schulter, starke Abweichung der Ellenbogen nach außen oder innen; Unterarm nicht gerade, vorgelagertes Vorderfusswurzelgelenk, durchgetretener Vordermittelfuss.

 

HINTERHAND : Von hinten gesehen sind die Läufe gerade und parallel, sie stehen etwas weiter auseinander als die Vorderläufe. Die Oberschenkel sind stark bemuskelt und gut entwickelt. Die Unterschenkel sind lang und schräg gestellt. Die Sprunggelenke zeichnen sich deutlich ab und sind gut geformt. Der Hintermittelfuss ist massiv, lang und steht annähernd senkrecht.

Fehler : Ungenügend entwickelte Muskulatur, kurze Unterschenkel, etwas nach innen oder außen gedrehte Sprunggelenke, zu schwach oder zu stark gewinkelte sprunggelenke, Hasenpfoten.

Schwere Fehler : Die genannten, jedoch in stärkerer Ausprägung; Hinterhand überbaut, Sprunggelenke deutlich steil oder überwinkelt.

 

PFOTEN:  Groß und kräftig, rund, mit gut gepolsterten Ballen.

Fehler : Langgestreckte Pfoten.

Schwere Fehler: Schwache oder stark ausdrehende Pfoten.

 

GANGWERK / BEWEGUNG : Frei, harmonisch, leichtfüßig. Der Kurze Trab oder der Galopp sind die für diese Rasse charakteristischen Bewegungsformen. Im Trab bewegen sich die Läufe geradlinig nach vorn, wobei die Vorderläufe annähernd auf einer gedachten Mittellinie fußen und Rücken und Lendenpartie elastisch federn.

Fehler : Nicht ganz geradlinige Bewegung. Wenig Flexigilität bei der Streckung der Gelenke in Vorder- oder Hinterhand.

Schwere Fehler : Gebundene oder schwerfällige Bewegung. Seitlich versetzt laufende Hinterhand (ähnlich der Bewegung eines Krebses). Starkes Schwanken der Kruppe (rollende Hinterhandbewegung). Passgang.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Hartes, dichtes, eng anliegendes Rauhhaar. Das gebrochen wirkende Haar in der Länge von 4 bis 10 cm bedeckt den ganzen Körper. Der Haarbehang an einigen Körperteilen ist gut entwickelt.  Auf dem Vorgesicht bildet er an der oberen Lefze einen rauhen, bürstenähnlichen Schnurrbart, am Unterkiefer einen Bart. Die Augenbrauen sind rauh und struppig. Das längere Haar am Hals und am Widerrist bildet eine Mähne. Die Vorderläufe sind bis zum Ellenbogen, die Hintergliedmassen bis zum Oberschenkel durch langes, raues Haar geschützt. Die Unterwolle ist anliegend und dicht.

Fehler : Abstehendes, nicht gebrochen wirkendes Haar; welliges, weiches Haar, Haarlänge über 10 cm; spärlicher Behang an Kopf und Gliedmassen, gekräuseltes Haar.
Schwere Fehler: Über 15 cm langes Haar, weiches, herabhängendes oder kurzes, glattes Haar, kein Behang an Kopf und Gliedmassen.

 

 

FARBE: Schwarz oder Schwarz mit grauen Haaren.

Fehler : Braune oder ins Graue gehende Schattierung, ein kleiner weißer Fleck an der vorderen Brust.

Schwere Fehler: Insgesamt braun oder grau; rötliche Flecken; weiße Flecken am Unterkiefer, am kopf, am Hals und an den Gliedmaßen.

 

GRÖSSE :

Rüden:             66 bis 72 cm.

Hündinnen:       64 bis 70 cm.

Fehler : Etwas zu hoch oder zu niedrig über dem Boden stehend, Widerristhöhe unter 66 cm und über 72 cm bzw. unter 64 cm und über 70 cm.

Schwere Fehler: In der Hinterhand überbaut oder über der Vorderhand eingesenkt.

Schulterhöhe beim Rüden unter 65 cm und über 74 cm, bei der Hündin geringer als 63 cm und über 72 cm.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

 

 

 

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

 

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.