FCI - Standard Nr. 131 / 27. 04.
1998 / D

ÜBERSETZUNG : Elke Peper.
URSPRUNG : Schweden.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 17. 07. 1997.
VERWENDUNG : Lautgebender Spürhund zur Jagd auf Hase und
Fuchs. Es sind keine Meutehunde und jagen auch nicht paarweise. Sie werden nie
bei der Jagd auf Rotwild eingesetzt.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6
Laufhunde, Schweisshunde
und verwandte Rassen.
Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Auf der ersten
Hundeausstellung in Schweden im Jahre 1886 wurden nicht weniger als 189
Spürhunde ausgestellt, darunter ein Rüde und seine Wurfschwester namens « Tamburini » und « Ralla
I » im Besitz des Bauern Per Schiller.
Beide stammten von den
berühmten Laufhunden ab, die auf dem Landgut Kaflås
gehalten wurden. Diese Laufhunde hatten vermutlich ihren Ursprung in
Süddeutschland: sie waren eher klein, lohfarben mit schwarzem Mantel und
geringen weissen Abzeichen. Ausser
diesen gehörten Schweizer Laufhunde und zu einem beträchtlichen Teil englische
Laufhunde, vor allem Harrier, zum Ursprung des Schillerstövare. Die Rasse entwickelte schnell einen
einheitlichen Typ und wurde 1907 vom Schwedischen Kennel
Club als solche anerkannt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Harmonisch ausgewogene,
sehnige, stattliche Gesamterscheinung, die den Eindruck von Schnelligkeit und
Stärke vermittelt.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Leicht rechteckig im
Gebäude.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Lebhaft und aufmerksam.
KOPF : Länglich. Von vorn und von der Seite gesehen sollte
der Kopf dreieckig sein, ohne dass der Fang spitz und schwach ist.
OBERKOPF :
Schädel : Nur
leicht gewölbt, am breitesten zwischen den Ohren.
Stop : Gut
ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Schwarz, gut entwickelte Nasenlöcher.
Fang :
Lang. Der Nasenrücken ist gerade und verläuft parallel zur Profillinie des
Oberkopfes.
Lefzen :
Sollten straff sein und eng anliegen.
Kiefer / Zähne :
Scherengebiss; Zähne stark und gut entwickelt.
Backen :
Flach.
Augen :
Dunkelbraun mit lebhaftem Ausdruck.
Ohren : Hoch
angesetzt. In ihrer Länge reichen sie, nach vorn gehalten, nicht ganz bis zur
Hälfte des Fangs. Bei Aufmerksamkeit können sie leicht angehoben werden. Sie sind
weich und hängen flach herab, wobei die vordere Kante dicht an den Wangen
anliegt.
HALS : Lang und kräftig, mit hübschem Übergang in die
Schulterpartie. Die Haut am Hals ist geschmeidig und liegt straff an. Rüden
sollten eine deutlich gewölbte Nackenlinie aufweisen.
KÖRPER :
Widerrist : Gut
ausgeprägt.
Rücken : Eben
und kräftig.
Lenden :
Muskulös, leicht gewölbt.
Kruppe :
Lang, breit, geringfügig abfallend.
Brust :
Brustkorb lang, gut entwickelt und tief; er reicht bis zu den Ellenbogen herab.
Untere Profillinie und Bauch : Nur
geringfügig aufgezogen.
RUTE : In Höhe der
Rückenlinie angesetzt, gerade oder säbelförmig leicht gebogen. Breit am Ansatz,
zum Ende hin spitz zulaufend. In ihrer Länge reicht sie bis zu den
Sprunggelenken. In der Bewegung vorzugsweise nicht oberhalb der Rückenlinie
getragen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines: Gute
Knochenstärke, die harmonisch zur Gesamterscheinung des Hundes passt. Von vorn
gesehen erscheinen die Läufe gerade und parallel zueinander.
Schultern :
Schulterblätter lang, gut bemuskelt, schräg gelagert und fest am Körper
anliegend.
Oberarm :
Lang, mit dem Schulterblatt einen rechten Winkel bildend.
Ellenbogen :
Liegen dicht am Körper an und treten optisch unter dem Brustkorb nicht hervor.
Vordermittelfuss :
Elastisch, mit dem Unterarm einen geringen Winkel bildend.
Vorderpfoten :
Oval, Zehen gut aufgeknöchelt und eng
zusammen-gefügt.
HINTERHAND :
Allgemeines :
Kräftig, von hinten gesehen parallel gestellt.
Oberschenkel : Von
der Seite gesehen breit mit gut entwickelter Muskulatur.
Knie : Gut
gewinkelt.
Sprunggelenk : Gut
gewinkelt.
Hintermittelfuss :
Kurz, schlank, gerade.
Hinterpfoten :
Gleich den Vorderpfoten. Afterkrallen sind unerwünscht.
GANGWERK : Parallel, kraftvoll, raumgreifend.
HAARKLEID
HAAR :
Harsch, nicht zu kurz, sehr dicht am Körper anliegend. An Kopf, Ohren und den
Vorderseiten der Läufe sollte das Haar kurz und glatt sein. Unterhalb der Rute
und an der hinteren Seite der Oberschenkel darf das Haar länger sein.
FARBE :
Lohfarben mit ausgeprägtem schwarzen Mantel (Decke), der den Rücken, die
Halsseiten, die Seiten des Rumpfes und die Oberseite der Rute bedeckt. Bei
ausgewachsenen Hunden sind mit der Lohfarbe vermischte schwarze Haare nicht
zulässig, schwarze Abzeichen auf den Wangen sind jedoch erlaubt.
GRÖSSE :
Widerristhöhe :
Rüden : 53-61 cm, Idealgrösse
57 cm (22,5 ins.).
Hündinnen: 49-57 cm, Idealgrösse
53 cm (21 ins.).
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
·
Fehlerhafte Proportionen zwischen Körperlänge,
Widerristhöhe und Brusttiefe.
·
Mangelhafte Ausprägung des Geschlechtstyps.
·
Breiter Schädel, ausgeprägtes Hinterhauptsbein.
·
Aufgebogener Nasenrücken.
·
Vor- oder Rückbiss, Zangengebiss.
·
Hervortretende Backen.
·
Helle Augen.
·
Kurze, steile Kruppe.
·
Rutenhaltung oberhalb der Rückenlinie.
·
Zu offener Winkel zwischen Schulterblatt und
Oberarm.
·
Gebundene Hinterhandbewegung.
·
Nicht klar abgegrenzter Mantel, der reichlich mit
lohfarbenen Haaren durchsetzt ist.
·
Zu starker schwarzer Mantel, der die Brust, die
Körperseiten, die Schultern und die Oberschenkel bedeckt.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
·
Aggressiv
oder ängstlich.
·
Scheues, zurückhaltendes Wesen.
·
Deutlicher Vor- oder Rückbiss.
·
Widerristhöhe ausserhalb
der zulässigen Bandbreite.
Hunde, die
deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen
disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.