FCI - Standard Nr. 204 / 24. 07.
2000 / D
SPANISCHER LAUFHUND
(Sabueso Español)
ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Spanien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 26. 05. 1982.
VERWENDUNG : Er ist
ein Laufhund für die Niederwildjagd, obwohl er auch das Stöbern auf Hochwild
nicht verschmäht, sei es nun Wildschwein, Hirsch, Reh, Fuchs, Wolf oder Bär.
Vom Verlauf der Hetzjagd und ihren Ereignissen wird der Jäger durch die
unterschiedliche Lautgebung informiert
: etwa über alte oder frische Fährte, Spurenbündel, Spurtreue oder
Halali. Der Sabueso Español
ist der grosse Spezialist für die Jagd auf den hakenschlagenden Hasen und er ist höchst erfolgreich auf
der Schweissfährte (Nachsuche auf verletztes
Hochwild).
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6 Laufhunde,
Schweisshunde
und
verwandte Rassen.
Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Er war
bereits im Mittelalter bekannt und wurde von König Alphonso
XI (14.Jhd.) in dessen Buch über das Waidwerk ebenso trefflich beschrieben wie
von Argote de Molina (1582)
und zahlreichen anderen alten Autoren.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Es
handelt sich um einen mittelgrossen, wohlgeformten
Hund mit länglichen Körperproportionen, mit einem schönen Kopf und langem
Behang. Bemerkenswert ist die Grösse
seines Brustumfanges und seine Körperlänge, die die Widerristhöhe weit
übertrifft. Fester Knochenbau und kräftige Gliedmassen; feines, glattes,
anliegendes Haar. Sein Blick ist sanft, traurig und edel.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Der
Hund ist von länglicher Struktur.
·
Die Körperlänge übertrifft bei weitem, um 7 bis 10
cm, die Widerristhöhe.
·
Die Länge des Schädels verhält sich zur Länge des
Fangs wie 1 : 1, d.h. sie sind beide gleich lang.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Er ist
ein anhänglicher und ruhiger Hund, der bei der Jagd auf Hochwild ungewöhnlichen
Mut und Tapferkeit zeigt.
KOPF :
Harmonisch, lang und gut zum übrigen Körper passend. Die oberen
Begrenzungslinien von Fang und Schädel verlaufen divergent.
Schädel und Fang müssen als
Ganzes von oben betrachtet länglich und sehr ebenmässig
erscheinen. Man hat nicht den Eindruck, dass der Fang spitz ist.
OBERKOPF :
Schädel : Von
mittlerer Breite, bei den Rüden breiter. Im Profil konvex. Die Schädellänge
entspricht der Schädelbreite. Von vorne betrachtet muss er gewölbt sein. Der
Hinterhauptkamm ist etwas betont.
Stop : Sanft
abfallend, wenig betont.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Gross, feucht und mit gut entwickelten, offenen
Nasenlöchern. Seine Farbe schwankt zwischen hellbraun und tiefschwarz und
entspricht immer der Farbe der Schleimhäute.
Fang : Im
Profil geradlinig, im Bereich des Nasenschwammes ist eine ganz leichte Wölbung
zulässig. Von oben betrachtet erscheint er mässig
rechteckig, verschmälert sich dann zum Nasenspiegel hin.
Lefzen : Die
Oberlefze muss die untere gut bedecken; sie ist mässig
lose und mässig üppig. Die Unterlefze bildet einen
betonten Lippenwinkel. Die Schleimhäute sind von gleicher Farbe wie der Nasenspiegel.
Rachen wie die Schleimhäute gefärbt und mit deutlichen Querleisten.
Kiefer / Zähne :
Scherengebiss. Zähne weiss und gesund. Gut
entwickelte Fangzähne; alle Prämolaren sind
vorhanden.
Augen : Mittelgross, mandelförmig, haselnussbraun, dunkel, mit
traurigem, edlem und intelligentem Ausdruck. Lider pigmentiert wie Nasenspiegel
und Schleimhäute, am Augapfel anliegend. Beim ruhenden Hund darf das Lid etwas
erschlaffen.
Behang : Gross, lang, herabfallend. Mit weicher Textur, rechteckiger
Form und abgerundeter Spitze. Er ist unterhalb der Augenlinie angesetzt, frei
herabhängend und korkenzieherartig gedreht.
Ohne langgezogen zu werden, muss er bis weit
über den Nasenspiegel reichen. Das Venengeflecht liegt dicht unter der Haut und
ist deutlich sichtbar.
HALS : Kegelstumpfförmig, breit und kräftig, muskulös und
beweglich; dicke, sehr lose Haut, die eine nicht übertrieben betonte, lose
Wamme bildet.
KÖRPER :
Deutlich rechteckig, sehr kräftig und robust, mit mächtigem Brustumfang, der
die Widerristhöhe um ein Drittel übertreffen muss : Widerristhöhe 3,
Brustumfang 4.
Obere Profillinie :
Gerade, mit für diese Rasse charakteristischem, leicht konkavem Rücken und
leicht konvexer Lende, jedoch kein Sattelrücken.
Widerrist : Nach
vorn gerückt und nur leicht betont.
Rücken :
Kräftig, breit, von ausgeprägter Länge.
Lenden : Sehr
breit und kräftig, leicht erhöht.
Kruppe :
Kräftig, breit, annähernd horizontal. Die Kruppe muss auf gleicher Höhe wie der
Widerrist liegen oder darunter. Der Tendenz der Rasse, grösser
zu werden, wird dadurch Rechnung getragen, dass auch eine leicht höhere Kruppe
erlaubt wird.
Brust : Stark
entwickelt, breit, lang und tief, reichlich bis zum Ellenbogen herabreichend.
Betonte Brustbeinspitze. Gerundete Rippen mit breitem Raum zwischen den Rippen
bilden einen grossen Brustkasten.
Untere Profillinie und Bauch : Wenig
aufgezogener Bauch; Weichen gut sichtbar und tief; Flanken voll.
RUTE : Mittelhoch angesetzt und dick an der Schwanzwurzel.
Kräftig und mit sehr kurzem Haar bedeckt, welches an der Spitze einen kleinen
Pinsel bildet. In Ruhestellung wird sie leicht gebogen getragen und reicht über
das Sprunggelenk hinaus.
Bei der Arbeit und in der
Bewegung hebt sie sich ohne Übermass zur Säbelrute
und wird in ständigem Hin-und-Her seitwärts geschlagen.
Niemals senkrecht nach oben gerichtet oder auf der Kruppe aufliegend.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Läufe völlig senkrecht, gerade und parallel. Sie erscheinen kurz und die
Muskeln und Sehnen sind deutlich sichtbar. Die Länge des Unterarms ist gleich
derjenigen der Schulter. Mit kräftigem Knochengerüst, starkem Mittelfuss und gut am Brustkorb anliegenden Ellenbogen.
Schultern :
Schulterblatt schräg, gerundet, muskulös und gleich lang wie der Oberarm.
Winkel Schulterblatt-Oberarm: ungefähr 100°.
Oberarm :
Kräftig.
Ellenbogen : Gut am
Brustkorb anliegend. Winkel Oberarm-Speiche : ungefähr 120°.
Unterarm :
Gerade, kurz, senkrecht. Mit kräftigem Knochenbau.
Vordermittelfuss :
Stark, mit kräftigem Knochenbau. Im Profil leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten :
Katzenpfoten; eng aneinanderliegende Zehen,
Zehenglieder gut gewölbt und kräftig. Krallen kräftig und hart. Ballen gross und widerstandsfähig. Mässige
Zwischenzehenmembran, mit feinem Haar besetzt.
HINTERHAND :
Allgemeines :
Kräftig, muskulös mit vorzüglichen Winkelungen. Korrekter Stand, gerade
Sprunggelenke, langer Mittelfuss und kräftige Pfoten.
Sie geben dem Hund die Kraft, die Behendigkeit und
den Vorschub, die er in unebenem Gelände mit grossen
Höhenunterschieden zur Spurverfolgung benötigt.
Oberschenkel :
Kräftig und muskulös. Winkel Hüftbein-Oberschenkel ungefähr 100°.
Unterschenkel : Von
mittlerer Länge, muskulös. Winkel Oberschenkel-Schienbein ungefähr 115°.
Sprunggelenk : Gut
ausgeprägt, mit deutlich sichtbarer Sehne. Sprunggelenkswinkel offen; nahe
120°.
Hinterpfoten :
Katzenpfoten; leicht oval, länglicher als die Vorderpfoten. Ohne oder mit, dann
meist einfachen, selten doppelten Afterkrallen; deren Entfernung ist erlaubt.
GANGWERK : Die
bevorzugte Gangart ist der Trab; lang, ausdauernd und kräftesparend,
ohne Seitwärtstendenz oder Neigung zum Passgang. Bei der Bewegung muss
besonders auf Ellenbogen und Sprunggelenke geachtet werden. Im Schritt hat die
Rasse die natürliche Neigung, mit gesenktem Kopf zu gehen und zu schnüffeln.
HAUT : Sehr
elastisch, dick und rosafarben; am ganzen Körper lose; manchmal formt sie bei
gesenktem Kopf Stirnfalten.
HAARKLEID
HAAR : Dicht,
kurz, fein und anliegend. Es bedeckt den gesamten Körper bis in die
Zwischenzehenräume.
FARBE : Weiss und Orange, wobei eine der beiden Farben vorherrscht,
in unregelmässigen, gut abgegrenzten Flecken
verteilt; keine Tüpfelung. Das Orange kann zwischen einem helleren Farbton
(Zitrone) und einem dunklen rotbraunen Ton variieren.
GRÖSSE :
Die geschlechtsbedingten
Unterschiede in der Morphologie sind bei dieser Rasse ausgeprägt, was sich
besonders in der unterschiedlichen Körpergrösse von
Rüden und Hündinnen zeigt; die letzteren sind deutlich kleiner und
feingliedriger.
Rüden : 52 bis 57 cm,
Hündinnen : 48 bis 53 cm.
Bei vorzüglich proportionierten
Hunden toleriert man bei der Körpergrösse ein Übermass von 1 cm.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
·
Fang im Profil gebogen, jedoch ohne Übermass.
·
Zangengebiss; Fehlen eines (beliebigen) Prämolaren.
·
So lose Lider, dass ein Teil der Bindehaut
sichtbar wird.
·
Mangel der Oberlinie mit Auf-und
Abbewegungen beim Gehen.
·
Überbaute Lende, zwar erlaubt, aber nie in übertriebenem
Masse.
SCHWERE
FEHLER :
·
Zerbrechliches Aussehen.
·
Zu spitzer oder stumpfer Fang.
·
Mässiger
Rückbiss; fehlende Fangzähne oder Prämolaren, sofern
nicht unfallbedingt.
·
Entropium oder
Ektropium.
·
Kupierte Ohren.
·
Sattelrücken.
·
Höhe an der Kruppe weit über die Widerristhöhe.
·
Ungenügender Brustumfang.
·
Rute zu hoch oder auf der Kruppe aufliegend
getragen. Kupierte Rute.
·
Fehlerhafter Stand, schwache oder verdrehte
Gliedmassen.
·
In der Bewegung oder im Stand abstehende
Ellenbogen.
·
Kuhhessigkeit.
·
Seitliches Ausholen der Läufe in der Bewegung.
·
Welliges, rauhes oder
halblanges Haar.
·
Fleckige Depigmentation.
·
Unausgeglichenes, zurückhaltendes, nervöses oder
aggressives Wesen.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Körperlänge gleich oder weniger lang als die
Widerristhöhe.
·
Spaltnase.
·
Übermässiger
Rückbiss. Jeder Grad von Vorbiss.
·
Rauhhaar oder
Langhaar. Wolliges, auf fremdrassige Einkreuzung hinweisendes Fell.
·
Dreifarbige Hunde oder solche mit lohfarbenen
Abzeichen an Fang und Pfoten.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.