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Rottweiler F.C.I.-Standard Nr. 147/16.01.1996/D: Der Rottweiler zählt
zu den ältesten Hunderassen. Sein Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück.
Er wurde dort als Hüte- und Treiberhund gehalten. Die Hunde
zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, beschützten die Menschen und trieben
das Vieh. Im Raum um Rottweil trafen diese Hunde mit den einheimischen Hunden
zusammen. Hier erfolgte dann eine Vermischung. Die
Hauptaufgabe des Rottweilers wurde nun das Treiben und Bewachen von Großviehherden und die
Verteidigung seines Herrn und dessen Eigentum. Nach der alten deutschen Reichsstadt
Rottweil erhielt er
seinen Namen: Rottweiler Metzgerhund. Die Metzger züchteten
diesen Hundeschlag nur auf Leistung und für ihren Verwendungszweck. So
entstand im Laufe der Zeit ein
hervorragender Hüte- und Treiberhund, der auch als Zughund Verwendung fand.
Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderassen für den
Polizeidienst suchte, wurde auch der Rottweiler überprüft. Es zeigte sich sehr schnell, daß der Hund für die Aufgaben im Polizeidienst
hervorragend geeignet ist. Im Jahre 1910 wurde er deshalb als Polizeihund offiziell anerkannt.
Die Rottweilerzucht
erstrebt einen kraftstrotzenden Hund, schwarz mit rotbraunen, klar
abgegrenzten Abzeichen, der bei wuchtiger Gesamterscheinung den Adel
nicht vermissen läßt und sich als Begleit-, Schutz-
und Gebrauchshund in
besonderem Maße eignet. Allgemeines
Erscheinungsbild des Hundes: Der Rottweiler ist ein
mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht
hochläufig oder windig. Seine im
richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt läßt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer
schließen. Wichtige
Maßverhältnisse (Proportionen): Das Maß der
Rumpflänge, gemessen vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker, sollte dasjenige
der Widerristhöhe höchstens um 15 % überschreiten.
Verhalten und
Charakter: Von freundlicher und
friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam,
führig und arbeitsfreudig. Seine
Erscheinung verrät Urwüchsigkeit, sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest
und unerschrocken. Er reagiert mit hoher
Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt. Kopf: Oberkopf: Mittellang. Schädel: Zwischen den Ohren
breit, in der Stirnlinie, seitlich gesehen, mäßig gewölbt. Hinterhauptstachel
gut entwickelt, ohne stark hervorzutreten. Stop: Stirnabsatz
ausgeprägt. Gesichtsschädel: Nase: Nasenrücken gerade,
mit breitem Ansatz und mäßiger Verjüngung, Nasenkuppe gut ausgebildet, eher
breit als rund, mit
verhältnismäßig großen Öffnungen, stets von schwarzer Farbe. Schnauze: Der Fang sollte im
Verhältnis zum Oberkopf weder gestreckt noch verkürzt wirken. Lefzen: Schwarz, fest anliegend, Lefzenwinkel
geschlossen, Zahnleiste möglichst dunkel. Kiefer: Kräftiger, breiter
Ober- und Unterkiefer. Backen: Jochbogen ausgeprägt. Gebiß: Stark und vollständig
(42 Zähne), die oberen Schneidezähne greifen scherenartig über die des
Unterkiefers. Augen: Mittelgroß,
mandelförmig, von tiefbrauner Farbe, Lider gut anliegend. Ohren: Mittelgroß, hängend,
dreieckig, weit voneinanderstehend, hoch angesetzt. Der Oberkopf erscheint
bei nach vorn gelegten, gut anliegenden Ohren verbreitert. Hals Kräftig, mäßig
lang, gut bemuskelt, mit leicht gewölbter
Nackenlinie, trocken, ohne Wamme oder loser Kehlhaut. Rumpf : Rücken: Gerade, kräftig,
stramm. Lendenpartie: Kurz, kräftig und
tief. Kruppe: Breit, von mittlerer
Länge in leichter Rundung verlaufend, weder gerade noch stark abfallend. Brust: Geräumig, breit und
tief (ca. 50 % der Widerristhöhe), mit gut entwickelter Vorbrust und gut
gewölbten Rippen. Bauch: Flanken nicht
aufgezogen. Rute: Kurz kupiert, wobei
ein oder zwei Rutenwirbel sichtbar erhalten bleiben. In Ländern, in denen der
Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot erlassen hat, kann die
Rute naturbelassen bleiben. Gliedmaßen: Vorderhand: Allgemeines: Die Vorderläufe sind
von vorn gesehen gerade und nicht eng gestellt. Die Unterschenkel stehen,
seitlich gesehen, gerade. Die Neigung
des Schulterblattes zur Waagerechten ist etwa 45 Grad. Schultern: Gut gelagert. Oberarm: Gut am Rumpf
anliegend. Unterarm: Kräftig entwickelt und
bemuskelt. Vordermittelfuß: Leicht federnd,
kräftig, nicht steil. Pfoten: Rund, Zehen eng
aneinanderliegend und gewölbt, Bollen hart, Nägel
kurz, schwarz und stark. Hinterhand: Allgemeines: Von hinten gesehen
sind die Hinterläufe gerade, nicht eng gestellt. Im zwanglosen Stand bilden
Oberschenkel zum Hüftbein, Oberschenkel
zum Unterschenkel und Unterschenkel zum Mittelfuß einen stumpfen Winkel. Oberschenkel: Mäßig lang, breit und
stark bemuskelt. Unterschenkel: Lang, kräftig und
breit bemuskelt, sehnig in ein kraftvolles
Sprunggelenk übergehend, gut gewinkelt, nicht steil. Pfoten: Etwas länger als die
Vorderpfoten, Zehen stark, ebenso gut eng aneinanderliegend, gewölbt. Gangwerk: Der Rottweiler ist ein
Traber. Der Rücken bleibt fest und relativ ruhig. Der Ablauf der Bewegung ist
harmonisch, sicher, kraftvoll und
ungehemmt, bei guter Schrittweite. Haut, Kopfhaut: Liegt überall straff
an und darf bei hoher Aufmerksamkeit leichte
Stirnfalten bilden. Haarkleid,
Beschaffenheit des Haares: Bestehend aus Deckhaar
und Unterwolle = Stockhaar. Deckhaar mittellang, derb, dicht und straff
anliegend; die Unterwolle soll nicht aus dem Deckhaar
hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger. Farbe: Schwarz mit gut
abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner Färbung an Backen,
Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und
unter der Rutenwurzel. Größe und Gewicht: Widerristhöhe Rüden : 61 bis 68 cm. 61 bis 62 cm klein. 63 bis 64 cm
mittelgroß. 65 bis 66 cm groß =
richtige Höhe. 67 bis 68 cm sehr groß. Gewicht ca. 50 kg. Widerristhöhe Hündinnen: 56 bis 63 cm. 56 bis 57 cm klein. 58 bis 59 cm
mittelgroß. 60 bis 61 cm groß =
richtige Höhe. 62 bis 63 cm sehr groß. Gewicht ca. 42 kg. Fehler: Jede Abweichung von
den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad
der Abweichung stehen sollte. Gesamtbild: Leichte, windige,
hochläufige Gesamterscheinung, schwache Knochen und Muskeln. Kopf: Jagdhundkopf,
schmaler, leichter, zu kurzer, langer, plumper Kopf, flache Stirnpartie
(fehlender oder zu geringer Stop). Schnauze: Langer oder spitzer
Fang, Spaltnase, Ramsnase (konvexer) oder
eingesunkener (konkaver) Nasenrücken; abfallender
Nasenrücken (Adlernase); helle oder gefleckte Nasenkuppe. Lefzen: Offene, rosafarbene
oder fleckige Lefzen, offener Lefzenwinkel. Kiefer: Schmaler Unterkiefer. Backen: Stark hervortretende
Backen. Gebiß: Zangengebiß. Ohren: Zu tief angesetzte,
schwere, lange, schlappe, zurückgeklappte sowie abstehende und ungleichmäßig
getragene Ohren. Augen: Helle, tiefliegende,
zu volle sowie runde Augen, schlaffe Augenlider. Hals: Zu langer, dünner,
schwach bemuskelter Hals, Wamme oder zu lose
Kehlhaut. Körper: Zu lang, zu kurz,
schmal. Rücken: Zu langer, schwacher
oder eingesenkter Rücken, Karpfenrücken. Kruppe: Abschüssige Kruppe, zu
kurz, zu gerade oder zu lang. Brust: Flachgerippter
Brustkorb, tonnenförmige Brust, Schnürbrust. Rute: Zu hoch oder zu tief
angesetzte Rute. Vordergliedmaßen: Eng gestellte oder
nicht gerade Vorderläufe. Steile Schulter, fehlender oder mangelnder Ellbogenanschluß, zu langer, zu kurzer oder steiler Oberarm,
weicher oder steiler Vordermittelfuß, Spreizpfoten, zu flache oder zu stark gewölbte Zehen, verkümmerte Zehen, helle
Nägel. Hintergliedmaßen: Flachschenkelige, hackenenge, kuhhessige oder
fassbeinige Läufe, zu eng oder zu weit gewinkelte Gelenke, Afterkrallen. Haut: Kopfhaut faltig. Haarbeschaffenheit: Weiches, zu kurzes
oder langes Haar, Wellhaar, Fehlen der Unterwolle. Farbe: Mißfarbene, unklar abgegrenzte,
zu ausgedehnte Abzeichen. Disqualifizierende
Fehler: Allgemeines: Betonte Umkehrung des
Geschlechtsgepräges (Hündinnentyp bei Rüden und umgekehrt). Verhalten: Ängstliche, scheue,
feige, schußscheue, bösartige, übertrieben mißtrauische, nervöse Tiere. Augen: Entropium, Ektropium,
gelbe Augen, verschiedenfarbige Augen. Gebiß: Vorbiß, Rückbiß,
Kreuzbiß. Hunde mit fehlendem Incisivus
(Schneidezahn), Caninus (Eckzahn), Prämolar oder Molar (Backenzähne). Haarbeschaffenheit: Ausgesprochen lang-
und wellhaarige Tiere. Haarfarbe: Farbe des Haarkleides
abweichend von den für den Rottweiler standardgemäßen Farben schwarz mit
braunen Abzeichen sind, weiße
Flecken. N.B.: Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden. |