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Pyrenäischer Mastiff FCI- Standard
Nr. 92 /05.01.1995/D Pyrenäischer Mastiff
(Mastin de los Pirineos) Übersetzung: Dr. J.- M. Paschoud. Mastin de los Pirineos Ursprung: Spanien. Datum der Publikation
des gültigen Originalstandardes: 26. Mai 1982. Verwendung: Bewachung und
Verteidigung. Zu scheue, ängstliche und charakterlich unausgewogene Exemplare
müssen von der Zucht
ausgeschlossen werden. Früher wurde der
Pyrenäen- Mastiff zur Verteidigung gegen Raubtiere,
im Besonderen gegen Wolf und Bär, verwendet. Heute ist er ein
vorzüglicher Wächter für Landgüter und deren Bewohner; er lässt sich leicht
abrichten. Klassifikation FCI: Gruppe 2
Pinscher und Schnauzer- Molosser und
Schweizer Sennenhunde. Sektion 2.2 Molosser, Berghunde.
Ohne
Arbeitsprüfung. Allgemeines
Erscheinungsbild: Es handelt sich um
einen sehr großen Hund von überdurchschnittlichem Format und von mittleren
Proportionen. Er ist harmonisch,
ausgesprochen kräftig und muskulös. Festes Knochengerüst. Trotz seiner Größe
darf er nicht den Anschein erwecken, schwerfällig oder träge
zu sein. Das Haar ist nicht übertrieben lang. Wichtige Proportionen: Bei mittleren
Proportionen misst die Länge des Körpers nur wenig mehr als die
Widerristhöhe. In allen seinen Proportionen
wohlausgewogen und harmonisch. Die Länge des Schädels verhält sich zur Länge
des Nasenrückens wie 5 zu 4. Die Breite
des Schädels ist gleich oder etwas größer als seine Länge. Das Verhältnis der
Widerristhöhe zum Brustumfang
verhält sich ungefähr wie 7 zu 10. Verhalten und
Charakter (Wesen): Menschenfreundlich, ruhig,
edel und sehr intelligent, ist er gleichzeitig mutig und stolz gegenüber
Fremden, vor denen er niemals zurückweicht. In seinen
Beziehungen zu anderen Hunden zeigt er sich gutmütig und seiner überlegenen Kraft
bewusst. Bei Gelegenheit kämpft er mit sehr großer Geschicklichkeit, ein
atavistisches Verhalten, welches von jahrhundertelangen Kämpfen mit dem Wolf herrührt. Sein
dunkles Bellen kommt tief aus der Brust; sein Ausdruck ist
aufgeweckt. Kopf: Groß, kräftig, mäßig
lang. Die Länge des Schädels verhält sich zur Länge des Nasenrückens wie 5 zu
4. Die Längsachsen des Schädels und des Fangs sind
sehr gleicht divergent bis fast parallel. Von oben gesehen müssen Kopf und Fang lang und ebenmäßig geformt
sein, ohne großen Unterschied in der Breite am Ansatz des Fangs und an den Schläfen.
Von der Seite gesehen soll der Kopf tief und nicht verbeult aussehen. Oberkopf: Gesamtansicht: Breit, kräftig, im
Profil leicht konvex. Die Breite des Schädels ist gleich oder etwas größer
als seine Länge. Der Hinterhauptskamm
ist ausgeprägt. Stopp: Sanft, wenig
ausgeprägt, aber doch sichtbar. Gesichtsschädel: Nasenspiegel: Schwarz, feucht, groß
und breit. Fang: Nasenrücken von der
Seite gesehen gerade. Von oben gesehen ist der Fang leicht dreieckig, indem
er sich von seinem breiten Ansatz
an zum Nasenspiegel hin langsam und progressiv verjüngt, ohne jedoch spitz zu
werden. Lefzen: Ohne jegliche
Schlaffheit soll die Oberlippe die Unterlippe gut überdecken. Die Unterlippe
bildet einen markanten Mundwinkel. Die Schleimhäute
sollen schwarz sein. Zähne: Weiß, kräftig und
gesund. Eckzähne groß, lang, spitzig und für das Einfangen der Beute dicht
ineinander greifend. Backenzähne groß und
kräftig. Schneidezähne eher klein. Scherengebiss. Alle Prämolaren
sollen vorhanden sein. Augen: Klein, mandelförmig,
haselnussfarben; dunkel gefärbte Augen werden vorgezogen. Der Ausdruck ist
aufmerksam, edel, sympathisch und intelligent, aber
außerordentlich streng einem Gegner gegenüber. Augenlider: Pigmentierung schwarz.
Wenn der Hund aufmerksam ist, werden straff am Augapfel anliegende Lider
vorgezogen. In Ruhestellung ist eine leichte Schlaffheit
des Unterlids, welche einen kleinen Streifen Augenbindehaut sehen lässt, rassetypisch. Ohren: Von mittlerer Größe,
dreieckig, flach hängend, höher als die Augenlinie angesetzt. In der
Ruhestellung liegen sie dicht an den Wangen
an. Wenn der Hund aufmerksam ist, stehen sie deutlich von den Wangen ab und
sind in ihrem obereren hinteren Drittel
leicht aufgerichtet. Die Ohren sollen nicht kupiert sein. Gaumen: Schwarz, mit sehr
ausgeprägten Querleisten. Hals: In Form eines
Kegelstumpfes, breit, kräftig, muskulös und biegsam. Haut dick und etwas
lose. Doppelte, gut ausgebildete, jedoch
nicht übertrieben ausgeprägte Wamme. Körper: Gesamtansicht: Rechteckig, mächtig
und robust, den Eindruck von großer Kraft erweckend, jedoch geschmeidig und behend. Widerrist: Gut ausgeprägt. Obere Körperlinie: Gerade, auch in der
Bewegung horizontal. Rücken: Kräftig, muskulös. Lenden: Lang, breit und kräftig,
verschmälern sich zusehends gegen die Weichen zu. Kruppe: Breit und stark. Ihre
Neigung gegenüber der oberen Körperlinie sowie der Bodenhorizontalen beträgt
45 Grad. Die Höhe der Kruppe ist gleich der
Widerristhöhe. Brust: Breit, tief, muskulös
und mächtig. Die Brustbeinspitze ist vorstehend. Rippenzwischenräume breit,
Rippen rund. Das Verhältnis der
Widerristhöhe zum Brustumfang verhält sich ungefähr wie 7 zu 10. Bauch und Flanken: Bauch mäßig
aufgezogen, Weichen tief, Flanken sehr breit. Rute: Mittelhoch angesetzt,
am Ansatz dick, kräftig und biegsam. Das Haar ist eindeutig lang und weich
und bildet eine wunderschöne Fahne. In
Ruhestellung hängt sie tief und reicht mindestens bis zum Sprunggelenk; im
letzten Drittel ist sie immer
leicht gebogen. In der Bewegung und wenn der Hund erregt ist, wird sie in
Säbelform erhoben getragen, mit einem
eindeutigen Haken an der Spitze, aber ohne auf ihrer ganzen Länge gebogen zu
sein, noch auf dem Rücken
aufzuliegen. Gliedmaßen: Gesamtansicht: Von vorne gesehen
senkrecht, gerade und parallel. Muskeln und Sehnen sind deutlich sichtbar.
Die Länge des Unterarms beträgt das Dreifache
der Länge des Vordermittelfußes. Von guter Knochenstärke, Vordermittelfuß
kräftig. Schultern: Gut bemuskelt; Schulterblatt schräg, länger als der Unterarm. Oberarm: Sehr kräftig.
Ellenbogen stark knochig, am Brustkorb anliegend. Unterarm: Knochen stark, gerade
und kräftig. Schulterblatt-
Oberarmwinkel: Ungefähr 100 Grad. Oberarm- Unterarm-
Winkel: Ungefähr 125 Grad. Vordermittelfuß: Von der Seite gesehen
wenig schräg, praktisch in der Verlängerung des Unterarms. Vorderpfoten: Katzenpfoten. Zehen
eng, mit kräftigen und hoch gewölbten Zehengliedern. Krallen und Fußballen
kräftig und widerstandsfähig.
Zwischenzehenhaut mäßig ausgebildet, behaart. Hinterhand: Gesamtansicht: Mächtig, muskulös. Von der Seite
gesehen sind die Winkelungen angemessen. Von hinten und von der Seite gesehen senkrecht.
Hintermittelfuß gerade und senkrecht. Die Hinterhand muss die Fähigkeit
haben, dem Hund den nötigen Schub mit Kraft und
Eleganz zu vermitteln. Oberschenkel: Kräftig, muskulös. Hüftgelenkswinkel: Ungefähr 100 Grad. Unterschenkel: Lang, gut bemuskelt und von guter Knochenstärke. Oberschenkel-
Unterschenkel- Winkel:
Ungefähr 120 Grad. Hintermittelfuß: Gut ausgeprägt, mit
deutlich sichtbarer Achillessehne. Sprunggelenkswinkel: Offen, ungefähr 130
Grad. Hinterpfoten: Katzenpfoten, von
leicht ovaler Form, etwas länger als die Vorderpfoten. Afterkrallen, welche
einfach oder doppelt sein können, sind
vorhanden oder dürfen fehlen, ihre Entfernung ist zulässig. Bei gleichem
Formwert werden die Hunde mit doppelten
Afterkrallen vorgezogen. Gangwerk: Die bevorzugte Gangart
ist der Trab, welcher harmonisch, kraftvoll und elegant sein soll; keine
Tendenz, seitlich auszuschwenken. Kein
Passgang. Haut: Elastisch, dick, von
rosaroter Farbe, mit dunkler pigmentierten Stellen. Alle Schleimhäute sollen
schwarz sein. Haarkleid: Beschaffenheit des
Haares: Dicht, dick und von
mäßiger Länge. Die ideale mittlere Länge, im mittleren Abschnitt der
Oberlinie des Körpers gemessen, beträgt 6
bis 9 cm; das Haar ist länger an den Schultern, am Hals, unter dem Bauch, an
der Hinterseite der Läufe sowie auch
an der Rute, wo an der Fahne seine Struktur nicht so borstig ist wie sonst am
Körper. Das Haar soll borstig
sein, nicht von wollener Struktur. Farbe des Haares: Grundfarbe weiß, immer
mit einer gut ausgebildeten Maske. Manchmal gibt es über den Körper
unregelmäßig verteilte, scharf umrissene Flecken der gleichen Farbe
wie die Maske. Ohren immer gefleckt. Dreifarbige oder rein weiße Exemplare sind unerwünscht. Die Spitze der
Rute und die unteren Teile der Extremitäten sind immer weiß. Die Maske soll gut
abgegrenzt sein. Es ist ein Vorteil, wenn die Umrandung der Flecken scharf
umrissen ist. Der Ansatz der Haare
soll so hell wie möglich sein, im Idealfall ganz weiß. Die am meisten
geschätzten Farben sind, in der Reihenfolge ihrer Beliebtheit, rein
weiß (schneeweiß) mit mittelgrauen, intensiv goldgelben, braunen, schwarzen,
silberfarbenen, hell- beigen, sandfarbigen oder
marmorierten Flecken. Unerwünscht sind rote Flecken und eine weiß- gelbliche Grundfarbe. Größe: Es gibt keine oberen
Limite für die Größe; bei gleichem Formwert haben die größeren Exemplare
immer den Vorzug: Untere Limite: Rüden:
77 cm.
Hündinnen: 72 cm. Es wird jedoch
gewünscht, dass die Hunde diese unteren Limite wesentlich überschreiten.
Rüden sollten größer sein als 81 cm und
Hündinnen größer als 75 cm. Fehler: Jede Abweichung von
den vorgenannten Punkten muss als Fehler betrachtet werden, dessen Bewertung
im genauen Verhältnis zum Grad
der Abweichung stehen sollte. Leichte Fehler: ཉ Von der Seite gesehen Nasenrücken leicht
gewölbt. ཉ Fehlen irgendeines Prämolaren. ཉ Zangengebiss. ཉ Obere Rückenlinie nicht gerade, im Schritt
wellenförmig bewegt, aber nicht übertrieben. ཉ Sehr leichte Scheuheit. ཉ Haar leicht gewellt. ཉ Haar im mittleren Abschnitt der oberen
Rückenlinie etwas länger als 9 cm. Schwere Fehler: (Die von der Formwertbeurteilung
”vorzüglich” ausschließen) ཉ Fang zugespitzt oder übermäßig stumpf. ཉ Allgemeine Schwäche der Läufe und der Pfoten. ཉ Extremitäten nicht senkrecht. ཉ Mäßig ausgebildeter Rückbiss. ཉ Nicht unfallbedingtes Fehlen verschiedener Prämolaren oder Eckzähne. ཉ Geringe Fehler im Gebissschluss der
Schneidezähne. ཉ Leichter Sattelrücken. ཉ Höhe an der Kruppe beträchtlich höher als am
Widerrist. ཉ In der Bewegung seitliches Ausschwenken der
Vorderläufe. ཉ Sprunggelenke kuhhessig
im Stand und in der Bewegung. ཉ Haar stark gewellt oder gekräuselt; Haar im
mittleren Abschnitt der oberen Rückenlinie etwas kürzer als 6 cm oder etwas länger als
11 cm. ཉ Fehlen der Maske, nicht gefleckte Ohren. ཉ Kupierte Ohren oder Rute. ཉ Stark ausgesprochenes Entropium
oder Ektropium. ཉ Allgemein unausgewogenes Wesen. ཉ Gesamthaft schwächlich oder träge. ཉ Auf der Kruppe aufliegende Rute, Fehlen der
Fahne. ཉ Fehlende Hakenbildung an der Spitze der Rute. Ausschließende Fehler: (Die von der Zucht und
von der Anerkennung der Rassenreinheit ausschließen) ཉ Spaltnase. ཉ Sehr ausgeprägter Vor- oder Rückbiss. ཉ Depigmentierter
Nasenschwamm und Schleimhäute. ཉ Fehlen der weißen Farbe. Spitze der Rute und
untere Anteile der Extremitäten nicht weiß. ཉ Haarkleid ausschließlich weiß, Fehlen einer
Maske. ཉ Haar im mittleren Abschnitt der oberen
Rückenlinie nur 4 cm oder kürzer, oder länger als 13 cm. Unscharf begrenzte
Flecken, welche sich von der Grundfarbe schlecht abheben und auf eine
Kreuzung mit einer anderen hinweisen. NB: Rüden müßen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden. |