Puli

 

 

Der Puli Standard:


Ungarn hat im Jahr 1966 seinen Puli  Standard in deutscher Sprache veröffentlicht, der auch als Grundlage

für die deutsche Zucht innerhalb unseres Klubs maßgebend ist. Hierin wurde neben den bis dahin im Ursprungsland

 zugelassenen Farben Schwarz, Rostschwarz und Grau das seinerzeit nicht gewünschte Weiß wieder zur Zucht zugelassen.

1. Allgemeine Eigenschaften, Verwendungsmöglichkeit:
Mittelgroße Statur, lebendig, beweglich, klug, anspruchslos. Feste Konstitution, feiner Knochenbau, sehnig und

muskulös in allen Körperpartien. - Rumpf und Gliedmaßen bilden ein Quadrat. Es ist nicht leicht, die einzelnen

Körperformen für sich zu betrachten, da der ganze Körper von einem zum Verfilzen neigenden, aus enggewellten

reichlichen langen Haaren bestehendem Fell bedeckt ist. Die Augen werden durch das lange Haar wie von einem

Schutzschirm beschattet, wodurch der Kopf rundlich erscheint. Die Rute wird über den Rücken geringelt getragen,

wodurch der Rücken gegen die Kruppe zu steigen scheint. Die Umrisse des Rumpfes sind durch bloße Betrachtung

kaum festzustellen, ebenso die einzelnen Bestandteile der Gliedmaßen nicht zu unterscheiden. - Der urwüchsige aus

den asiatischen Steppen stammende Hund ist nicht nur als Hütehund und zum Treiben der Herden geeignet, sondern

 auch als Wachhund in Haus und Hof wie auch als Familienbegleithund verwendbar. Größere Exemplare der Rasse

haben auch eine gute Tauglichkeit als Schutz und Spürhunde bewiesen.

2. Kopf:
Im Ganzen klein und zierlich. Von vorn gesehen sieht er rund, von der Seite elliptisch aus. Befühlt erscheint der

Schädel rund, der Fang kürzer, er macht 35% der Kopflänge aus. Augenbögen sind gut ausgeprägt. Etwas betonter

Stopp, Nasenrücken gerade, nicht spitz, sondern stumpf abgerundet. Nasenspiegel, Augenlider und Lefzen schwarz. –

 Der Puli zeigt ein regelrechtes kräftiges Gebiß, die Schneidezähne schließen sich als Schere, der untere Eckzahn steht

 knapp vor dem oberen, die übrigen Zähne greifen ineinander. Die Lefzen sind straff anliegend. Die Augen rund,

 kaffeebraun, von regem klugem Ausdruck.  Behang mittelhoch angesetzt, unmittelbar am Kopf anliegend, die

Ohrmuscheln bewegen sich auch bei Erregung nicht nach oben; sie haben die Form eines breiten, unten abgerundeten

 "V". Hals in einem Winkel von 45 0 zur Waagerechten getragen, fest, muskulös. Durch die reiche Behaarung

 ist keine scharfe Grenze bemerkbar.

3. Die vorderen Gliedmaßen:
Die Schulterblätter liegen am Brustkorb dicht an, die Schultergelenke begrenzen die Breite der Vorbrust. Schulterblatt

und Oberarmknochen bilden miteinander einen rechten Winkel. Oberarm mittellang, gut bemuskelt, etwa parallel zur

Längsachse des Rumpfes gestellt; das untere Ende darf, zusammen mit dem gesamten Ellbogengelenk, nicht vom

Körper abstehen, jedoch auch nicht unter den Brustkorb gerichtet sein. Ober und Unterarm bilden einen Winkel von 120130°

. Der Unterarm ist gerade und senkrecht gestellt, straff bemuskelt. Die Partie darunter soll kurz und trocken sein, die

Fessel bildet mit der Waagerechten einen Winkel von 45°. Pfoten sind fest, rund und kurz. Krallen kräftig, hart,

 schiefergrau, Ballen eng, fest und elastisch.  Von vorn gesehen stehen die Gliedmaßen der Vorhand mittelbreit und gerade.

4. Rumpf:
Gerader fester, mittellanger Rücken, kaum erhöhter Widerrist, kurze Lendenpartie. Geräumiger Brustkorb, kurze

Kruppe, leicht abschüssig, was durch die über die Lenden getragene Rute kaum in Erscheinung tritt. 1820 Rutenwirbel,

die langen Haare der Rute vermengen sich kaum bemerkbar mit denen der Kruppe, so daß die Rute fast unauffällig wirkt.

An den mittelbreiten und tiefen Brustkorb schmiegen sich die Vordergliedmaßen fest an. Der Leib erscheint leicht

aufgeschürzt, die untere Linie des Rumpfes erreicht ihren tiefsten Punkt am vorderen Teil des Brustkorbes. Ein

 breites Becken ist erwünscht, insbesondere bei Hündinnen.

5. Die hinteren Gliedmaßen:
Hüft und Keulenpartie ist reich bemuskelt. Beckenknochen bilden mit Oberschenkelknochen einen rechten Winkel,

Oberschenkel mit Unterschenkelknochen einen solchen von 100110°. Das Sprunggelenk ist fest und sehnig (der Puli hat

eine enorme Sprungfähigkeit!), die Partie darunter ist kurz und trocken. Die hinteren Fesseln bilden mit der Horizontalen

 einen engeren Winkel als die vorderen, wodurch die hinteren Pfoten etwas länger sind. Die hinteren Gliedmaßen sind

 etwas breiter gestellt als die vorderen. Krallen stark, hart, schiefergrau, die Ballen eng, voll elastisch.

6. Haut und Behaarung:
Haut schiefergrau, viel Pigment, bei allen Farbvarietäten gleich stark pigmentiert. Freie Hautfläche (Nasenspiegel, Lider,

 Lefzen) schwarz. Gaumen gleichmäßig dunkel oder auf dunklem Grunde mit noch dunkleren, stark pigmentierten

Flecken, Zunge hellrot. Ballen und Krallen schwarz oder schiefergrau. Ein pigmentloser Fleck auf der Brust von

höchstens 5 cm Durchmesser wird geduldet, eine weiße Stichelung zwischen den Zehen ebenfalls. Andere Abzeichen sind

 unerwünscht. Das Fell besteht aus gröberen Deckhaaren und feineren Wollhaaren. Seine Beschaffenheit wird durch das

 Verhältnis der beiden Haararten bestimmt. Zuviel Deckhaare mit zu wenig Unterwolle ergeben ein "offenes Fell".

Viel Wollhaar mit zu wenig Deckhaaren bringen übertriebene Verfilzung zu knotigen Haarbrettern, sogenannten

 "Speckseiten" mit sich. Das richtige Verhältnis beider Haararten produziert die erwünschte "Pusztabehaarung"

= lange schmale Filzplatten. Das "Schnürenfell" entsteht, wenn die Wollhaare ganz gleichmäßig enggewellt sind.

 Diese Zotten verfilzen sich nur in geringem Maße, sie bilden lange, gleichstark ablaufende Schnüre. Die Behaarung

 ist an der Kruppe, den Lenden und Keulen am längsten, ca. 8 18 cm, am kürzesten am Kopf und an den Pfoten, etwa 3 6 cm.

 Es gibt auch Exemplare, deren Fell beinahe bis zum Boden reicht. Nach dem Werfen, in der Arbeit, durch eine

überstandene Krankheit oder aber durch ungenügende Ernährung pflegt der Puli abzuhaaren; er wirft die langen

Haare der Vorderhand, ausnahmsweise die des ganzen Körpers, ab. In solchem abgehaarten Zustand ist es schwer,

über die Beschaffenheit des Felles ein Urteil zu bilden. Unerwünscht ist ein zerkämmtes, igelartig abstehendes Fell,

 ein vollkommen verwahrlostes, vernachlässigtes ebenfalls.  (Über die Farbvarianten ist einleitend berichtet worden.)

7. Größe und Gewicht:
Widerristhöhe nach Stockmaß:
Bei Rüden erwünscht 4044cm, noch zulässig 37 39 bzw. 45 47 cm.
Bei Hündinnen erwünscht 37 41 cm, noch zulässig 34  36 bzw. 42  44 cm.  Maßangaben einzelner Körperteile auf die

Widerristhöhe bezogen (Stockmaß) in %:
Länge des Rumpfes 100% Brustumfang 125%.
Brusttiefe 45% Kopflänge 45%.
Brustweite 33% Länge des Fanges 35% der Kopflänge.
Länge der Ohren  50% der Kopflänge.

Gewicht:
Rüden: 13 15 kg,
Hündinnen:10 13 kg.

8. Bewegung:
Der Puli macht kurze trippelnde Schritte, sein Galopp ist kurz, wenig raumgreifend, doch in charakteristischer

 Art außerordentlich flink.

9. Typfehler – Fehler:
Langer Fang, steil angesetzter Hals, langer Rumpf, wodurch die gewünschte Quadratur verlorengeht, gerade Kruppe,

 lockere Rute, hellbraune Augen, unverhangener Kopf, zu große Filzplatten.

Eine Widerristhöhe von 34  37 cm bzw. 47 50 cm bei Rüden.

Von 31 34 cm bzw. 4447 cm bei Hündinnen.

Ausschließende Fehler:
Deutlicher Vor und Unterbiß, aufrechtstehende Ohren, gerade getragene Rute, Stummelrute, Buntscheckigkeit, kurze

glatte oder offene Behaarung, große Abzeichen. Schokoladenbraune Färbung, die sich auch im Pigment bemerkbar

macht, Fehler in der Pigmentation. Rüden unter 34 cm und über 50 cm, Hündinnen unter 31 cm und über 47 cm

Widerristhöhe.