FCI - Standard Nr. 67 /  15. 10. 1999 /  D

 

KLEINER BASSET GRIFFON VENDEEN

(Petit Basset Griffon Vendéen)

 

 

ÜBERSETZUNG  : Frau Michèle Schneider.

 

URSPRUNG : Frankreich.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 09. 01. 1999.

 

VERWENDUNG : Ein Teufel im Gelände, ein Engel zu Hause, das ist unser Basset.  Er ist ein leidenschaftlicher Jäger, den man schon ab frühester Jugend an Gehorsam gewöhnen muss; er ist der perfekte Gehilfe des Jägers bei der Büchsenjagd in mittelgrossen Gebieten, Spezialist bei der Hasenjagd, aber auch kein anderes Wild entkommt ihm.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6   Laufhunde, Schweisshunde

                                                           und verwandte Rassen.

                                         Sektion 1.3 Kleine Laufhunde.

                                         Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Die Kleinen Bassets Griffon Vendéen hatten lange denselben Standard wie die grossen Bassets: Unterschiede gab es nur in der Grösse (von 34 cm - 38 cm). Das Ergebnis ihres Einsatzes war nicht sehr glänzend, denn sie waren halb-krummbeinig und ebenso schwer wie die grossen Bassets. Deshalb schuf ihnen M.Abel Dezamy einen eigenen Standard. Besinnen wir uns zur Definition dieses Hundes auf das, was Paul Daubigné geschrieben hat : « Dies ist nicht länger ein durch blosse Verringerung der Körpergrösse geschaffener Petit Vendéen, sondern ein in allen Proportionen und Körpermassen harmonisch reduzierter kleiner Basset, der auf natürliche Weise mit all jenen Charaktereigenschaften ausgestattet ist, die die Jagdleidenschaft voraussetzt. Eine Meute Petits Bassets errang die erste Französische Meisterschaft auf Hasen.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Kleiner, quirliger, energischer Hund mit leicht länglichem Körperbau; Rute stolz getragen; hartes und ohne Übermass langes Haar; ausdrucksstarker Kopf; Behang gut nach innen gedreht, mit langen Haaren besetzt, unterhalb der Augenlinie angesetzt, nicht zu lang.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Voller Passion für die Jagd; er ist mutig und liebt Dornenhecken und Gestrüpp. Gehorsam, aber eigensinnig und voller Passion.

 

KOPF

 

OBERKOPF :

Schädel : Leicht gewölbt; etwas länglich; nicht sehr breit; unter den Augen gut gemeisselt. Das Hinterhauptbein ist ziemlich entwickelt.

Stop : Stirnabsatz betont.

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Gut hervortretend; gut entwickelt; gut geöffnete Nasenlöcher; schwarz, ausgenommen bei weiss-orangefarbenem Haarkleid, wo ein brauner Nasenschwamm toleriert wird.

Fang : Viel kürzer als beim Grossen Basset, aber dennoch leicht länglich und gerade; am Ende quadratisch.

Lefzen : Von starkem Bart bedeckt.

Kiefer / Zähne : Scherengebiss.

Augen : Recht gross, mit intelligentem Ausdruck; ohne sichtbares Weiss; die Bindehaut darf nicht sichtbar sein. Die über die Brauen hervorstehenden Haare fallen nach vorne, ohne jedoch das Auge zu verdecken. Augen müssen von dunkler Farbe sein.

Behang : Weich, schmal und dünn; mit langem Haar besetzt und in einem leichten Oval endend; nach innen gedreht und nicht ganz bis zum Nasenschwamm reichend; gut unterhalb der Augenlinie angesetzt.

 

HALS : Lang und kräftig,, gut bemuskelt, gut aufgesetzt; ohne lose Haut; Kopf wird stolz getragen.

 

KÖRPER :

Rücken : Gerade, fest.

Lenden : Muskulös.

Kruppe : Gut bemuskelt und recht breit.

Brust : Nicht zu breit; in der Tiefe gut entwickelt, bis auf Ellbogenhöhe herabreichend. Rippen mittelmässig gewölbt.

 

RUTE : Hoch angesetzt; am Ansatz dick, verjüngt sie sich allmählich zum Ende hin; eher kurz; als Säbelrute getragen.

 

GLIEDMASSEN : Ziemlich kräftiger Knochenbau, aber der Grösse angepasst.

 

VORDERHAND :

Schultern : Trocken, schräg und gut am Körper anliegend.

Unterarm : Gut entwickelt.

Vorderfusswurzel : Sehr leicht betont.

 

HINTERHAND :

Oberschenkel : Muskulös und wenig gerundet.

Sprunggelenke : Recht breit, leicht gewinkelt, niemals völlig steil.

 

PFOTEN : Nicht zu kräftig; harte Ballen, Zehen eng aneinander-liegend; kräftige Krallen. Gute Pigmentation von Ballen und Krallen ist erwünscht.

 

GANGWERK : Sehr frei und leichtfüssig.

 

HAUT : Ziemlich dick; bei dreifarbigen Hunden oft marmoriert. Ohne Wamme.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Hart, aber nicht zu lang; nie seidig oder wollig.

 

FARBE : Schwarz mit weisser Scheckung (weiss-schwarz); schwarz mit falbfarbenen Abzeichen (schwarz-rot); schwarz mit sandfarbenen Abzeichen; falbfarben mit weisser Scheckung (weiss-orange); falbfarben mit schwarzem Mantel und weisser Scheckung (tricolor);

 

 

falbfarben schwarz gewolkt; sandfarben schwarz gewolkt mit weisser Scheckung; sandfarben schwarz gewolkt. Herkömmliche Bezeichnungen : Hasenfarbe, Wolfsfarbe, Dachsfarbe oder Wildschweinfarbe.

 

GRÖSSE :

Widerristhöhe : 34 cm bis 38 cm, mit einer Toleranz von 1 cm mehr oder weniger.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

     Kopf :

·       Zu kurz.

·       Flacher Schädel.

·       Nasenschwamm, Lefzen oder Lider depigmentiert.

·       Kurzer Fang.

·       Zangengebiss.

·       Helles Auge.

·       Hochangesetzter, langer, nicht genügend eingerollter oder ungenügend behaarter Behang.

Körper :

·       Zu langer oder zu kurzer, unharmonischer Körperbau.

·       Rücken nicht straff genug.

·       Kruppe abgeschlagen.

Rute :

·       Verdreht.

Gliedmassen :

·       Ungenügender Knochenbau.

·       Ungenügende Winkelung.

·       Durchgetretene Pfoten.

Haar :

·       Nicht genügend dicht, fein.

Verhalten :

·       Scheuheit.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

·       Mangel an Typ.

·       Vor- oder Rückbiss.

·       Glasauge; verschiedenfarbige Augen.

·       Brustbeinregion nicht geräumig genug; nach unten hin sich verengende Rippen.

·       Knotenrute.

·       Krumme oder halbkrumme Gliedmassen.

·       Wolliges Haar.

·       Einfarbig schwarzes oder weisses Haarkleid.

·       Ausgeprägte Depigmentierung.

·       Grösse ausserhalb des Standards.

·       Fehler die zu einer merklichen Behinderung führen. Anatomische Missbildungen.

·       Ängstlichkeit, Aggressivität.

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.