PERUANISCHER NACKTHUND
(Perro sin pelo del Perù)

 

 

FCI-Standard Nr. 310 / 03.03.1-997 / D

 

ÜBERSETZUNG:
Frau Michèle Schneider.

URSPRUNG:
Peru.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDES:
31.05.1994.

VERWENDUNG:
Gesellschaftshund.

KLASSIFIKATION FCI:
Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 6  Urtyphunde.
                     Ohne Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:
Einigen Experten zufolge wurde dieser Hund in Peru während der chinesischen Einwanderungsphase eingeführt,

kurz nachdem der peruanische Präsident, Don Ramon Castilla, das Gesetz zur Abschaffung der Negersklaverei in Kraft

gesetzt hatte. Andere Forscher vermuten dagegen, daß der Hund vom afrikanischen Kontinent stammt und über

Nomaden eingeführt wurde, die mit ihren Nackthunden nach Amerika kamen. Eine weitere Erklärung wäre, daß

die Anwesenheit dieses Hundes auf die Einwanderung von Menschen und ihren Hunden über die Behringstraße

 von Asien nach Amerika zurückgeht. Mittlerweile gibt es neben allen Vermutungen gewisse Beweise wie

Darstellungen auf den Keramiken verschiedener Zivilisationen der Vorinkazeit (Vicus, Mochica, Chancay unter

Thiahuanacoideeinfluß und Chimù); in vielen Fällen hat der Nackthund den Puma, die Schlange oder den Falken

 verdrängt; letzteres ganz besonders und am deutlichsten in der Chancaykultur. Aus diesen Abbildungen lässt

 sich schlußfolgern, daß der Nackthund im Laufe der als Vorinkazeit bekannten archäologischen Epoche,

das will heißen zwischen 300 v.Ch. und 1400 n.Ch. auftauchte.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Insgesamt handelt es sich hierbei um einen eleganten und schlanken Hund, dessen Aussehen Schnelligkeit, Kraft

und Harmonie ausdrückt; er darf nie derb erscheinen. Der Rasse fehlen als grundliegendes Merkmal am ganzen

Körper die Haare. Eine weitere Besonderheit ist das fast immer unvollständige Gebiß. Edel im Wesen und in der

Familie sehr anhänglich, ist er Fremden gegenüber reserviert; er ist lebhaft, aufgeweckt und ein guter Wächter.

WICHTIGE KÖRPERPROPORTIONEN:
Die Widerristhöhe steht zur Körperlänge im Verhältnis 1:1; bei Hündinnen kann der Körper etwas länger sein als bei Rüden.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Edel und zu Hause in der Familie anhänglich, dabei lebhaft und aufgeweckt; Fremden gegenüber zeigt er sich

mißtrauisch und wachsam.

KOPF:
Lupoide Form.

OBERKOPF:

Schädel:
Normal gebauter Schädel; orthoid (obere Begrenzungslinien von Fang und Schädel sind parallel), leichte Divergenz

ist zulässig; von oben gesehen ist der Schädel breit, der Kopf zur Nase hin verjüngt; die Brauenbogen sind

mittelmäßig entwickelt; der Hinterhauptkamm ist wenig ausgeprägt.

Stop:
Stirnabsatz wenig ausgeprägt (ungefähr 140°).

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm:
Die Farbe des Nasenschwamms muß mit den verschiedenen Farben der Haut harmonieren.

Fang:
Oberlinie aus der Seitenansicht gerade.

Lippe:
Sie müssen so straff wie möglich sein und am Zahnfleisch anliegen.

Wange:
Sie sind normal entwickelt; der Unterkiefer ist wenig entwickelt.

Zähne:
Die Schneidezähne zeigen Scherenschluß und die Fangzähne sind normal entwickelt; das Fehlen von einem oder

aller Prämolaren oder Molaren ist zulässig.

Augen:
Aufgeweckter und intelligenter Ausdruck; die Augen müssen von mittlerer Größe sein, leicht mandelförmig,

weder tief in den Höhlen liegend noch hervortretend und normal und gleichmäßig stehend, d.h. weder zu nahe

beieinander noch zu weit voneinander entfernt; die Farbe kann variieren, beginnend bei Schwarz, durch alle

Brauntöne hindurch bis zum Gelb; sie muß mit der Hautfarbe harmonieren; in jedem Fall müssen beide Augen von

 gleicher Farbe sein; die Farbe der Lider reicht von Schwarz bis zu Rosa bei Hunden mit hellem Gesicht; die hellen

 Farben und Rosa sind zulässig, aber nicht erwünscht.

Ohren:
Die Ohren müssen beim aufmerksamen Hund aufrecht stehen, in Ruhestellung werden sie dagegen nach hinten gelegt;

die Ohren sind mittellang; am Ansatz sind sie breit und verschmälern sich zum Ende hin allmählich, um dann nahezu

spitz auszulaufen; der Ohransatz beginnt auf der oberen Schädelregion, um dann seitlich und schräg zu enden; in

aufgerichteter Stellung bilden die Ohrachsen einen Winkel von beinahe 90°.

 

HALS:

Obere Linie:
Geschwungen (konvex).

Länge:
Ungefähr von gleicher Länge wie der Kopf.

Form:
Annähernd kegelstumpfförmig; geschmeidig, gut bemuskelt.

Haut:
Dünn, glatt und elastisch; gut am Bindehautgewebe anliegend; keine Wamme.

KÖRPER:
Normal proportioniert.

Obere Linie:
Gerade, obgleich einige Hunde eine konvexe Wölbung im Rücken-/Lendenbereich zeigen, die sich in Höhe der

Kruppe verliert.

Widerrist:
Wenig betont.

Rücken:
Obere Linie gerade; oft tritt die gut entwickelte Rückenmuskulatur beidseitig bis zur Lendenregion hin konvex hervor.

Lendenregion:
Kräftig und gut bemuskelt; ihre Länge erreicht ungefähr 1/5 der Widerristhöhe.

Kruppe:
Ihre obere Linie ist leicht konvex; ihre Neigung zur Horizontalen liegt bei etwa 40°; ihr fester und muskulöser

Bau sichert einen guten Schub aus der Hinterhand.

Brust:
Von vorn betrachtet muß die Brust eine gute, aber nicht übertriebene Breite aufweisen; sie reicht fast bis zum

 Ellenbogen hinab; die Rippen müssen leicht gebogen sein, niemals flach; hinter den Ellenbogen gemessen muß

der Brustumfang die Widerristhöhe um etwa 18% übertreffen.

Untere Linie:
Die untere Linie beschreibt eine elegante und gut betonte Kurve, die vom unteren Brustteil ausgeht und entlang

dem gut, aber nicht übertrieben aufgezogenen Bauch ansteigt.

Rute:
Die Rute ist tief angesetzt; sie ist am Ansatz dick und verjüngt sich zur Spitze hin; der erregte Hund darf die Rute

über die Rückenlinie gebogen tragen, sie darf sich aber nie einrollen; in Ruhestellung fällt sie herab und zeigt am

 Ende einen leichten, aufwärts gebogenen Haken; manchmal wird sie unter dem Bauch eingezogen; in der Länge

reicht sie fast bis zum Sprunggelenk; die Rute muß unkupiert sein.

GLIEDMAßEN:

VORDERE GLIEDMAßEN:
Gut unter den Körper gestellt; von vorn betrachtet sind sie völlig senkrecht, und die Ellenbogen sind nicht ausgedreht;

der Winkel Schulterblatt- Oberarmbein schwankt zwischen 100° und 110°; in der Seitenansicht liegt der Winkel,

den der Mittelfuß mit der Vertikalen bildet, bei 15° bis 20°; die Pfoten sind halblang und ähneln der Hasenpfote;

die Ballen sind kräftig und widerstehen der Hitze; die Zwischenzehenhäute sind gut entwickelt; schwarze Hunde

 besitzen vorzugsweise schwarze Krallen und hellere Hunde besitzen helle Krallen.

HINTERE GLIEDMAßEN:
Die Muskeln sind rundlich und elastisch; die Kurve der Hinterbacken tritt deutlich hervor; der Winkel Hüftbein-

Oberschenkelbein schwankt zwischen 120 und 130°, und der Winkel Oberschenkelbein- Schienbein muß 140°

 betragen; die Hinterpfoten sind von gleichem Bau und gleicher Struktur wie die Vorderpfoten; von hinten betrachtet

müssen die Hintergliedmaßen senkrecht stehen; Afterkrallen müssen entfernt werden.

GANGWERK:
Durch die beschriebenen Winkelungen und Strukturen der Gliedmaßen bedingt, bewegen sich diese Hunde in einem

 eher kurzen aber schnellen Schritt, dabei gleichzeitig abfedernd und geschmeidig.

HAUT:
Auf der gesamten Körperoberfläche soll die Haut glatt und elastisch sein; sie kann aber auf dem Kopf und um Augen

und Wangen einige rundliche nahezu konzentrische Linien bilden.
Man hat festgestellt, daß die innere und äußere Temperatur bei diesen Hunden exakt derjenigen anderer Rassen entspricht;

das Fehlen eines Haarkleides führt zu einer sofortigen und direkten Wärmeabgabe, wohingegen bei Hunden mit

Haarkleid die Wärme durch das Haar mittels natürlicher Luftumwälzung abgeführt wird.

HAARKLEID:

HAARBESCHAFFENHEIT:
Um dem Namen "Nackthund" zu genügen, muß das Haarkleid fehlen; man gestattet einige Haarreste auf dem Kopf

und an den Enden von Gliedmaßen und Rute und manchmal einige wenige Haare auf den Rücken.

FARBE:
Die Haarfarbe kann zwischen Schwarz bei schwarzen Hunden, Schieferschwarz, Elefantenschwarz, Blauschwarz, jeder

 Grautönung, Dunkelbraun bis hin zu Hellblond schwanken. Alle diese Farben können einfarbig oder mit rosafarbenen

 Flecken an jedem Punkt des Körpers auftreten.

GRÖßE UMD GEWICHT:
Bei Rüden und Hündinnen gibt es drei Größen:
Klein: Von 25 bis 40 cm ( 9 3/4 bis 15 3/4 Inches).
Mittel: Von 40 bis 50 cm (15 3/4 bis 19 3/4 Inches).
Groß: Von 50 bis 65 cm (19 3/4 bis 25 3/4 Inches).

Das Gewicht steht bei Rüden und Hündinnen im Verhältnis zur Größe:
Klein: Von 4 bis 8 kg ( 8,8 bis 17,6 lbs).
Mittel: Von 8 bis 12 kg (17,6 bis 26,4 lbs).
Groß: Von 12 bis 23 kg (26,4 bis 55,1 lbs).

FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem

 Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. Afterkrallen an den hinteren Gliedmaßen.
Halb aufgerichtete Ohren.

AUSSCHLIEßENDE FEHLER:
Übermäßig viel Haar an den vom Standard erlaubten Stellen.
Haar an vom Standard nicht erlaubten Stellen.
Albinismus.
Hängeohren oder kupierte Ohren.
Angeborene Schwanzlosigkeit, kurze oder amputierte Rute.
Vor- oder Rückbiß.

N.B:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.