FCI - Standard Nr. 90 / 09. 11. 1998
/ D
PERDIGUERO (HUEHNERHUND,Vorstehhund) VON BURGOS
(Perdiguero de Burgos)
ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud
und Frau Ruth Binder-Gresly.
URSPRUNG : Spanien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 26. 05. 1982.
VERWENDUNG : Vorstehhund für Niederwild und Federwild. Der Perdiguero von Burgos wird von
den Jägern, die einen robusten, in jedem Gelände und bei jeder Art von Jagd
widerstandsfähigen und gehorsamen Hund wünschen, sehr geschätzt. Er ist kräftig
und verfügt vor allem über einen vorzüglichen Geruchssinn; sein jagdgerechtes,
methodisch ausgezeichnetes Verhalten bei der Jagd beruht auf seiner Ruhe und
Sicherheit beim Revieren, sowie auf seinem einwandfreien Vorstehen und
Apportieren. Obschon er üblicherweise zur Jagd auf Kleinwild verwendet wird,
kann er auch für die Jagd auf Hochwild eingesetzt werden, eine Aufgabe, die er
mit grossem Mut erfüllt.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ
« Braque ».
Mit Arbeitsprüfung.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Jagdhund von zweckmässiger Grösse, von
mittleren ausgewogenen Proportionen. Der Kopf mit hängenden Ohren ist gut
entwickelt, der Körper ist kompakt, und die Extremitäten sind kräftig; das Haar
ist kurz. Bei mittlerem Format soll die Länge des Körpers möglichst der
Widerristhöhe entsprechen. Im Stand und in der Bewegung wird Harmonie in den
Proportionen und in der Funktion angestrebt.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Robust, ausgeglichen, ruhig und gesetzt; er ist ein vorzüglicher Vorstehhund,
speziell für die Jagd auf Niederwild und Federwild. Der Blick strahlt Sanftmut
und Adel aus; diese Rasse verfügt über vorzügliche Charaktereigenschaften,
Fügsamkeit und Intelligenz.
KOPF :
Gesamtansicht : Grob und
mächtig, mit gut entwickeltem Oberkopf; Gesichtspartie und Fang kräftig; die
Ohren hängen in Form eines Zapfenziehers. Von oben gesehen soll der Schädel mit
dem Fang ungefähr ein Rechteck bilden, das sich langsam und zusehends gegen den
Nasenschwamm zu verjüngt, ohne jedoch den Eindruck eines spitzen Fangs zu
erwecken.
Die Länge des Schädels verhält
sich zur Länge der Gesichtspartie wie 6:5. Die Längsachsen des Schädels und des
Fangs sind divergent.
OBERKOPF :
Schädel : Breit,
mächtig, gewölbt, von der Seite betrachtet konvex; Stirnfurche markant,
Hinterhauptskamm schwach ausgeprägt; Augenbrauenbogen betont.
Stop : Sanft,
wenig ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Dunkelbraun, feucht, grob und breit, mit offenen
Nasenlöchern.
Fang : Von
der Seite gesehen gerade oder gegen den Nasenschwamm zu sehr leicht aufgebogen.
Er ist auf seiner ganzen Länge breit und soll nicht den Eindruck erwecken,
spitz zu sein; Nasenrücken breit.
Lefzen :
Hängend ohne schlaff zu sein. Die Oberlippe bedeckt die Unterlippe ganz; die
Unterlippe bildet einen betonten Mundwinkel. Die Schleimhäute sollen braun
sein.
Kiefer/Zähne : Stark,
weib und
gesund; Scherengebib; die Prämolaren sollen vollzählig sein.
Augen : Von
mittlerer Gröbe,
mandelförmig, vorzugsweise von dunkler Haselnubfarbe; der
Ausdruck ist edel und sanft, kann unter Umständen den Eindruck von Schwermut
erwecken. Die Haut der Augenlider ist von mittlerer Dicke und die Schleimhaut
von brauner Farbe wie die anderen Schleimhäute. Das Unterlid ist so nah wie
möglich am Augapfel anliegend.
Behang : Grob,
hängend, dreieckförmig; auf der Höhe der Augen angesetzt; In der Ruhe hängt er
anmutig in Form eines Zapfenziehers. Ohne daran zu ziehen, soll der Behang bis
zum Mundwinkel reichen, aber nicht bis zum Nasenschwamm. Bei der Berührung zart
und weich, Haut und Haar fein; Venennetz ausgeprägt. Wenn der Hund aufmerksam
ist, ist der Ansatz höher und die Ansatzlinie auf der Stirne flacher.
Gaumen :
Schleimhaut rosa gefärbt, mit gut gezeichneten Querleisten.
HALS : Stark und kräftig; am Kopf Ansatz breit, leicht und
progressiv gegen den Rumpf hin breiter werdend; die obere Begrenzungslinie ist
leicht gewölbt; die untere Begrenzungslinie zeigt eine gut umschriebene, nicht
übertrieben grosse doppelte Wamme, die beidseitig bei
den Mundwinkeln beginnt.
KÖRPER :
Gesamtansicht :
Quadratisch, stark und robust mit einem mächtigen Brustkasten und Rippenkorb,
den Eindruck von Kraft und Behendigkeit erweckend.
Widerrist : Gut
abgesetzt.
Oberlinie : Gerade
und entweder horizontal oder vorzugsweise vom Widerrist an leicht abfallend. Nie
ein Sattelrücken. Ohne seitliche oder vertikale Abweichungen in der Bewegung.
Rücken :
Kräftig bemuskelt.
Lenden : Von
mittlerer Länge, breit und muskulös, den Eindruck von Kraft erweckend.
Kruppe :
Breit und kräftig. Man mub darauf achten, dab ihre Neigung, gegenüber
der Rückenlinie, bezw.dem Boden, weniger als 45°
beträgt. Höhe an der Kruppe gleich oder etwas kleiner als am Widerrist.
Brust : Breit
und tief, bis zum Ellenbogen reichend, muskulös und mächtig. Brustbeinspitze
gut vorstehend. Die Rippen sind gut entwickelt, rund und nicht flach. Rippenzwischenräume
gut erkennbar; sie werden gegen die letzten freien Rippen zu immer breiter. Der
Brustumfang entpsricht der um ein Viertel
verlängerten Widerristhöhe.
Untere Profillinie und Bauch : Bauch
gegen die Genitalgegend zu leicht aufgezogen. Weichen tief, Flanken gut
abgesetzt.
RUTE :
Mittelhoch angesetzt, an der Wurzel dick. Sie wird bis auf ein Drittel oder zur
Hälfte ihrer Länge kupiert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines :
Gerade, senkrecht und parallel; Knochenbau kräftig, Vordermittelfub kurz, Pfoten gut
entwickelt.
Schultern : Mässig schräg, gut bemuskelt. Das
Schulterblatt soll ungefähr gleich lang sein wie der Oberarm.
Oberarm :
Kräftig und gut bemuskelt; seine Länge beträgt 2/3
der Länge des Unterarms.
Ellenbogen : am
Körper anliegend.
Unterarm :
Kräftiger Knochenbau, Sehnen sichtbar vorstehend; gerade und senkrecht; die
Länge des Unterarms beträgt den doppelten Abstand von der Vorderfubwurzel zum
Boden.
Vordermittelfub : Von
der Seite gesehen nur wenig schräg, praktisch in der Verlängerung des
Unterarms. Kräftiger Knochenbau.
Pfoten :
Katzenpfoten; Zehen eng, kräftig und hoch gewölbt; Krallen dunkel. Fubballen
hart, sehr breit und widerstandsfähig. Zwischenzehenhaut mässig
ausgebildet.
Winkelungen :
Schulter-Oberarm Winkel ungefähr 100°. Winkel zwischen Oberarm und Unterarm
ungefähr 125°.
HINTERHAND :
Allgemeines :
Kräftig und bemuskelt, mit starkem Knochenbau, gut
senkrecht, mit zweckmässigen Winkelungen;
Sprunggelenk gut ausgeprägt und gewinkelt, einen Eindruck von Kraft und
Festigkeit erweckend.
Oberschenkel
: Sehr kräftig, mit einer klar hervortretenden, gut
sichtbaren und stark entwickelten Muskulatur. Seine Länge entspricht ¾ der
Länge des Unterschenkels.
Unterschenkel : Lang
und von starkem Knochenbau, doppelt so lang wie der Hintermittelfub.
Sprunggelenk : Gut
abgesetzt, mit deutlich sichtbarer Sehne.
Hintermittelfub :
Knochenbau stark, senkrecht zum Boden.
Pfoten : Katzenpfoten,
entsprechend den Vorderpfoten, nur etwas länger.
Winkelungen :
Winkel zwischen Hüfte und Oberschenkel ungefähr 100°. Winkel zwischen
Oberschenkel und Unterschenkel ungefähr 120°. Öffnung des Sprunggelenk-Winkels
stumpfer als 130°.
GANGWERK : Die
typische Gangart ist ein sparsam-leistungsfähiger Trab, fliessend
und kraftvoll, ohne Tendenz seitlich auszuschwenken und ohne Neigung zum
Passgang.
HAUT :
Elastisch, jedoch nicht lose, dick, reichlich entwickelt, von rosaroter Farbe,
ohne Flecken. Alle Schleimhäute sollen braun sein, nie schwarz.
HAARKLEID
HAAR : Dicht,
von mittlerer Dicke, kurz, glatt und regelmässig über
den ganzen Körper bis zu den Zehenzwischenräumen verteilt. Feiner an Kopf,
Behang und an den Gliedmassen.
FARBE : Die
Grundfarben des Haarkleides sind weib und leberfarben. Diese
Farben sind unregelmässig vermischt, was ein marmoriert-leberfarbenes, ein gräulich-leberfarbenes oder getüpfelt-leberfarbenes Haarkleid ergeben kann, sowie
weitere verschiedenartige Kombinationen, je nachdem ob Weib oder die Leberfarbe
vorherrscht und je nachdem die weissen Flecken grösser oder kleiner sind. Für das Haarkleid
charakteristisch, oft vorhanden, aber nicht notwendig, ist ein scharf
umrissener weisser Fleck auf der Stirne; die Ohren
zeigen immer einfarbige Flecken in Leberfarbe. Die leberfarbenen Haare können
deutlich umschriebene Flecken dieser Farbe bilden, die unregelmässig
über das ganze Haarkleid des Tieres verstreut sind. Dasselbe kommt mit weissen Haaren vor, welche im Haarkleid Platten dieser
Farbe bilden können, die jedoch nicht sehr ausgedehnt sein sollen. Schwarze
Farbe sowie roter Brand über den Augen und an den Läufen ist niemals zulässig.
GRÖSSE :
Widerristhöhe :
Rüden : 62 - 67 cm.
Hündinnen :
59 - 64 cm.
Bei dieser Rasse besteht ein
beträchtlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern :
die Rüden sind homogener, die Hündinnen von unterschiedlicher Grösse und im allgemeinen leichter.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
LEICHTE
FEHLER :
·
Ramsnase, jedoch nicht übertrieben.
·
Fehlen von
Prämolaren.
·
Zangengebib.
·
Nur ganz wenig Augenbindehaut sichtbar.
·
Lefzen und Wamme sehr ausgeprägt, jedoch ohne
Übertreibung.
·
Obere Körperlinie
nicht fest.
·
Vorder- und Hintermittelfub sowie Pfoten schwach
ausgebildet, aber nicht übertrieben.
·
Während der Jagd erworbene Narben, Verletzungen
oder Schürfungen.
SCHWERE
FEHLER :
·
Gesamterscheinung leicht
und schwächlich oder allzu schwer und träge.
·
Längsachsen von Fang und Schädel parallel.
·
Kopf in schlechtem Verhältnis zum Körper oder
klein.
·
Schmaler Schädel.
·
Spitzer Fang.
·
Nicht traumatisch bedingtes Fehlen mehrerer Prämolaren oder Fangzähne.
·
Sehr ausgeprägtes Entropium
oder Ectropium; helle Augen.
·
Behang übermässig lang
oder zu tief angesetzt.
·
Übertrieben grosse
Lefzen oder Wamme.
·
Obere Körperlinie
konkav (Sattelrücken).
·
Höhe an der Kruppe wesentlich grösser
als am Widerrist.
·
Extremitäten nicht senkrecht, schwach, verkrümmt.
·
Ellenbogen lose.
·
Kuhhessige Sprunggelenke.
·
Haar gewellt oder sehr lang.
·
Nicht harmonisch
ausgewogener Charakter.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Längsachsen von Fang und Schädel eindeutig
konvergent.
·
Fleischfarbene Flecken
am Nasenschwamm.
·
Spaltnase oder Nase schwarz gefärbt.
·
Vorbib jeglicher
Ausprägung.
·
Übertriebener Rückbib.
·
Albinismus (Haarkleid, Schleimhäute).
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.