|
|
Nederlandse Schapendoes (Niederländischer Schapendoes) Ursprung: Niederlande (November
1989). Übersetzung: Herr Harry Hinckeldeyn und Dr. J.-M. Paschoud. Verwendung: Der Schapendoes ist ein normal und harmonisch gebauter
Hirtenhund mit einem lebhaften, aufmerksamen und mutigen Charakter.
Er ist intelligent und wachsam. Gegenüber vertrauten Menschen entwickelt er
große Zuneigung und Treue. Klassifikation F.C.I.: Gruppe I Sektion 1 Ohne Arbeitsprüfung. Kurzer geschichtlicher
Überblick: Ende letzten und
anfangs dieses Jahrhunderts kam der Niederländische Schapendoes
in den Niederlanden überall dort vor, wo
es Heiden und Schafherden gab. Die Hirten schätzten ihn wegen seiner
unermüdlichen Arbeitsfreude und
seiner Intelligenz. Er gehört in die vielfältige Gruppe der langhaarigen
Hirtenhunde mit dicht behaartem Kopf. Er ist
verwandt mit dem Bearded- Collie, dem Puli, dem Owczarek Nizinny, dem Bobtail, dem Briard, dem Bergamasker und dem deutschen Schafspudel in der
Varietät, wie sie in Hessen, im Odenwald und am Niederrhein
vorkommt. Alle diese ähnlichen Hunde sind verkleinerte Mutationen von
Berghunden. Der Kynologe P.M.C. Toepoel ist der Begründer dieser Rasse. Im zweiten
Weltkrieg verstand er es, für diese Rasse Interesse zu wecken. Zwischen 1940 und
1945 wurde mit Exemplaren des beinahe verschwundenen Schapendoes gezüchtet, wo man ihn
noch vorfand. Im Jahre 1945 begann man ernsthaft, die Rasse aufzubauen. Der Rasse- Club des
Niederländischen Schapendoes wurde im Jahre 1947
gegründet, und 1952 kam es zur vorläufigen
Anerkennung der Rasse durch den Raad van Beheer. 1954 wurde der Standard festgesetzt und mit der Führung eines
Stammbuches begonnen. Die definitive Anerkennung erfolgte im Jahr 1971.
Seither wird nur noch mit
eingeschriebenen Hunden weiter gezüchtet. Der Niederländische Schapendoes ist ein Herdenhund, der zum Hüten von
Schafherden gebraucht wurde und noch heute gebraucht wird. Da die Weiden für
Schafe vornehmlich in den ruhigen, einsamen
Gegenden des Landes liegen, ist es nötig, daß der Schapendoes über eine große Ausdauer,
Wendigkeit und Schnelligkeit verfügt. Große Sprungkraft ist dabei notwendig
sowie Intelligenz, um selbständig handeln
zu können. Er muß ein Herdenhund sein in Charakter,
Leib und Seele. ALLGEMEINES
ERSCHEINUNGSBILD: der Niederländische Schapendoes ist ein leicht gebauter langhaariger Hund mit
einer Widerristhöhe zwischen 40 und 50 cm. Seine
Bewegungen sind federnd und leichtfüßig; er ist ein bemerkenswerter Springer. VERHALTEN UND
CHARAKTER: Fröhlich, lebhaft,
freundlich und temperamentvoll. KOPF UND SCHÄDEL: Die üppige Behaarung
macht den Kopf größer, insbesondere breiter, und der Schädel erscheint viel
tiefer als er ist. Der Schädel ist beinahe flach mit mäßiger
Stirnfurche und stark betonten Augenbrauenbogen. Er ist ziemlich breit im Verhältnis zu der Länge. Die Breite ist
ein wenig größer als der Abstand zwischen dem Stop und dem Hinterhauptbein. Der Fang ist kürzer als der
Abstand zwischen dem Stop und dem Hinterhauptbein. Die Nasenlinie liegt wenig tiefer als die Schädellinie und
der Stop ist deutlich ausgebildet, aber nicht steil. Stark vorspringende Jochbogen. Der Fang
wird wenig schmäler, bleibt tief und endet breit und nur leicht abgerundet.
Von der Seite gesehen muß bei
geschlossenem Fang der Unterkiefer deutlich zu sehen sein. AUGEN: Die Augen sind
ziemlich groß, rund, und liegen normal in der Augenhöhle. Sie sind mehr vorne
am Kopf als seitlich placiert. Die
Farbe ist braun; die Augen sollten nicht den Eindruck erwecken, schwarz zu
sein. Das Weiße des Auges
sollte nur bei starkem Seitwärtsblicken sichtbar sein. Der Ausdruck ist
offen, ehrlich und lebendig. Form, Farbe
und Ausdruck sind charakteristisch für die Rasse. GEBIß: Normal entwickeltes Scherengebiß. OHREN: Diese sind ziemlich
hoch angesetzt, nicht groß, nicht fleischig, und hängen frei, aber nicht
dicht am Kopf herab. Sie sind lang behaart und beweglich, sollen
aber die Schädellinie nie überschreiten. HALS: Der Kopf wird durch
einen starken und trockenen Hals hoch getragen. RUMPF: Der Schapendoes ist ein wenig länger als hoch. Das Skelett
ist leicht, biegsam und elastisch. Die Rippen sind mäßig bis gut gewölbt und reichen weit nach
hinten. Die Brust ist tief, die Bauchlinie nicht stark aufgezogen. Die Rückenlinie ist
über der stark muskulösen Lendengegend gewölbt. VORHAND: Die Vorderläufe sind
gerade und leicht gebaut. Die gute Winkelung der Vorderläufe soll die
Vorbrust betonen. Der Vordermittelfuß
ist elastisch. HINTERHAND: Gut schrägliegendes
Becken. Die Hinterläufe sind im Sprunggelenk mäßig gewinkelt und gut bemuskelt. Kurzer Hintermittelfuß. PFOTEN: Die Pfoten sind
ziemlich groß und elastisch; sie haben eine breite, ovale Form. Die Zehen
sind eng aneinanderliegend. Die Ballen sind dick
und elastisch mit reichlich Haar dazwischen. Afterkrallen sind erlaubt. RUTE: Die Rute ist lang,
gut. behaart und befedert. Die Art und Weise, wie der Hund seine Rute trägt,
ist für die Rasse charakteristisch. In
der Ruhe hängt sie tief. Im Trab wird die Rute ziemlich hoch getragen und
schwingt gebogen deutlich hin und her.
Im Galopp streckt sie sich waagrecht. Beim Springen dient die Rute
unverkennbar zum Steuern. Wenn der Hund
aufmerksam ist, ist die Rute manchmal stark aufgerichtet. Sie sollte jedoch
nie steif über dem Rücken getragen
werden. HAARKLEID: Der Schapendoes hat ein dichtes Haarkleid mit genügend Unterhaar.
Die Haare sind lang, gut 7 cm oder mehr im Bereich der Hinterhand. Sie sind nicht
glatt, sondern leicht gewellt. Ausgesprochenes Kraushaar ist nicht zulässig. Die Haare
wachsen dicht aneinander, sie sind dünn und trocken, vor allem aber nicht
seidig. Das Haarkleid hat die
Neigung, da, wo es lang ist, in Büscheln abzustehen, wodurch der Schapendoes, besonders hinten einen großen
Umfang kriegt. Der Schapendoes hat einen mächtigen
Haarschopf, Schnauz und Bart. FARBE: Alle Farben sind
zulässig. Bevorzugt wird jedoch ein Blaugrau bis Schwarz. GANGART: Da der Schapendoes bei seiner Arbeit mehr galoppiert als trabt, muß seine Gangart leichtfüßig und federnd sein, ohne überflüssigen
Energieverbrauch. Er muß gut springen und schnell
wenden können. WIDERRISTHÖHE: Für Hündinnen: 40 - 47
cm. Für Rüden: 43 - 50 cm. FEHLER: Jede Abweichung von
den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung
in genauem Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte. AUSSCHLIESSENDE
FEHLER: Ein Schapendoes, der sich im Ring ängstlich oder (und)
aggressiv verhält, wird weder placiert noch qualifiziert. ANMERKUNG: Rüden sollten zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Skrotum befinden. |