FCI - Standard Nr. 321 / 30.
08. 2002 / D
(Ca de Bestiar,
Perro de pastor Mallorquin)

ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Spanien (Balearen).
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES :
VERWENDUNG : Hüte-, Wach- und Schutzhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 1 Hütehunde
und Treibhunde
(ausgenommen
Schweizer
Sennenhunde).
Sektion 1 Schäferhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Hund von leicht konvexem Profil, gross, aber ohne
Übertreibung, und von mittlerem Gewicht. Er ist vollständig schwarz oder
schwarz mit weissem Brustabzeichen, gut
proportioniert, rustikal, kräftig, muskulös, robust und behände. Es existieren
zwei Haarvarietäten:
WICHTIGE PROPORTIONEN : Das
Format dieses Hundes ist etwas grösser als der
Durchschnitt; er weist mittlere Proportionen auf und sein Profil ist leicht
konvex.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Hund von grossem
Adel. Er anerkennt nur einen Herrn und lässt es nur ungern zu, dass sich ihm
Fremde nähern; intelligent, führig, anhänglich; in der Jugend äusserst scheu und zurückhaltend, erreichen seine
Gefühlsausbrüche ungeahnte Ausmasse; seinem Herrn ist
er bis in den Tod treu; sein Blick lässt erkennen, was er denkt; er ist tapfer
und streitsüchtig.
KOPF : In der
Seitenansicht ist er leicht dreieckig; von oben gesehen ist er im oberen Teil
breiter als im unteren Teil; er ist massig, ohne schwer zu sein. Er ist
geräumig genug, um einer guten Intelligenz Platz zu geben; er ist gut
ausgeformt und gut zum Körper proportioniert. Er muss eher voluminös sein, ohne
jedoch jemals molosserähnlich zu werden. Der
Nasenrücken verläuft zum Schädel parallel; die oberen Begrenzungslinien von
Fang und Schädel sind leicht divergent.
OBERKOPF :
Schädel :
Profil leicht konvex. Zwischen den Schläfenbeinen gemessen muss die Kopfbreite
die Länge der Linie zwischen der Region über den Augen und dem
Hinterhauptfortsatz leicht (um etwa 1,2%) übertreffen; im ersten Drittel der
Stirnmittellinie kann man eine leichte Furche erkennen; der Hinterhauptkamm ist
ausgeprägt.
Stop :
Betont, jedoch nicht schroff, sondern sanft ansteigen.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Feucht, kühl, schwarz, gross, mit gut geöffneten
Nasenlöchern; er ist nicht gespalten; fleckig depigmentierte
oder hellere Stellen werden stark bestraft.
Fang : Breit,
offensichtlich kräftig; er darf nicht spitz sein, dennoch muss seine Tiefe und
Breite zu den Augenhöhlen hin allmählich zunehmen; bei der Varietät Ca-cabrer (Hund mit Ziegenhaar = Langhaar) ist er spitzer;
das Profil des Nasenrückens ist leicht konvex; in der Seitenansicht verlaufen die
Unterkieferäste geradlinig. Die Schleimhaut des
Gaumendaches ist schwarz.
Lefzen :
Schwarz; bei geschlossenem Fang verdeckt die Oberlefze die untere; der
Lefzenwinkel ist wenig sichtbar; gut zum Kopf passende, unauffällige Lefzen.
Kiefer / Zähne : Zähne
sehr weiss, gut entwickelt und gut eingesetzt;
Scherenschluss, wobei die oberen äusseren
Schneidezähne deutlichen Kontakt mit den unteren Fangzähnen haben; gut
entwickelte Molaren.
Augen : Eher
klein, leicht mandelförmig; sie treten weder hervor noch liegen sie tief in den
Augenhöhlen; sie sind nicht allzu weit auseinanderliegend, zentriert, leicht
schräg eingesetzt, lebhaft; ihre Farbe reicht von Rosmarin-honigfarben (recht
hell) bis zu Johannisbrot-honigfarben (dunkel); Ausdruck rätselhaft, mit gleichzeitig
intelligentem und traurigem Blick, aus dem auch Misstrauen spricht. Die
Augenlider sind dünn, schwarz und schräg, eng am Augapfel anliegend.
Ohren :
Geknickt, im Verhältnis zum Kopf eher klein dimensioniert, dreieckig; die
Ohrspitze reicht bis zum Augenwinkel auf derselben Seite oder die Ohren sind
etwa so lang wie der Schädel; sie sind unkupiert, recht dick, hoch angesetzt,
die Spitze leicht vom Schädel wegstrebend; sie zeigen eine Längsfalte und auf
Höhe des ersten Drittels einen Querknick. Ohrhaltung: normalerweise gefaltet
und herabhängend, dabei etwas vom Fang abstehend; in der Ruhestellung nach
hinten zurückgelegt; wenn der Hund aufmerksam ist, richtet sich der Querknick
etwas auf die Ohren stehen etwas weiter von den Backen ab.
HALS : Massiv, muskulös,
fest und gut zu Kopf und Körper passend; dick mit sehr leichter Wamme; sein
zylindrischer Durchmesser nimmt zum Ansatz hin zu; die Haut ist
widerstandsfähig und elastisch, weder dünn noch dick; im oberen Bereich und an
den Seiten gut anliegend, an der Unterseite etwas lockerer.
KÖRPER :
Gesamtansicht : Robuster,
sehr gut proportionierter Körper, der gleichzeitig Kraft und
Behändigkeit vermittelt.
Widerrist :
Betont, mindestens auf gleicher Höhe wie der obere Teil der Kruppe; der Bereich
zwischen den Schulterblättern ist breit und kräftig.
Rücken/Lendenlinie :
Gerade, horizontal, nie eingefallen.
Lenden : Breit und kräftig.
Kruppe : Sie
ist normal dimensioniert, leicht gerundet, breit, kräftig und muskulös; nie
hervortretend oder abfallend; ihr oberer Teil muss auf gleicher Höhe wie der
Widerrist liegen; ihre Breite zwischen den Hüfthöckern entspricht ihrer Länge
(Entfernung Darmbein-Sitzbein).
Brust :
Geräumig und tief, höchstens bis zu den Ellenbogen reichend; ihre Breite
entspricht ungefähr der Halslänge. Recht hoch, nicht hervorstehend, mit leicht
betontem Brustbein. Rippen gewölbt (weder flach noch tonnenförmig).
Untere Profillinie und Bauch :
Flanken mittelmässig voluminös; Bauch leicht
aufgezogen, aber nie windhundartig noch reicht er so weit herab, dass man ihn
für eine Verlängerung der Brust halten könnte; er ist angedeutet profiliert und
muss den Eindruck von Behändigkeit vermitteln.
RUTE : In der
Horizontalen angesetzt und von rundem Querschnitt, am Ansatz eher dick. Etwa 8
cm nach dem Ansatz plättet sich ihr unteres Profil auf etwa 10 cm Länge ab, um
dann wieder einen bis zur Rutenspitze abnehmenden, runden Querschnitt
aufzuweisen. Sie ist unkupiert. In der Länge reicht sie mindestens bis zum
Sprunggelenk, aber sie ist nie so lang, dass sie den Boden berührt. Ohne Fahne
oder Federn; bei älteren Hunden sind Federn erlaubt, sofern sie schwach
entwickelt sind. Bei der langhaarigen Varietät soll die Rute reichlich lange
Federn aufweisen. In der Ruhe hängt die Rute natürlich oder ist leicht nach aussen aufgebogen und berührt leicht das Sprunggelenk.
Es gilt als schwerer Fehler,
wenn die Spitze der Rute bis zum Boden reicht. Wenn der Hund in Bewegung ist,
schlägt die Rute hin und her und hebt sich als Sichelrute über die Horizontale,
ohne sich dabei einzurollen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Gesamtansicht:
Kräftige Gliedmassen; korrekter Stand; von vorn und von der Seite gesehen
zueinander parallel und senkrecht.
Schultern :
Schräg und kräftig.
Winkel Schulterblatt-
Oberarmbein: 115°.
Oberarm : Gleich
lang wie das Schulterblatt.
Ellenbogen : Weder
ein- noch ausgedreht, gut am Brustkorb anliegend. Winkel Oberarm-Speiche :
130°.
Unterarm :
Kräftig, gut gewinkelt, senkrecht. Knochen kräftig, senkrecht, breit und
gerade.
Vordermittelfuss : Kurz
und leicht schräg.
Vorderpfoten :
Beinahe Hasenpfoten (ein wenig kürzer und breiter als diese); Zehen mittelmässig hoch, mittelmässig
gewölbt und eng aneinanderliegend; Ballen schwarz und sehr widerstandsfähig;
ohne ausgeprägte Zehenzwischenhaut.
HINTERHAND :
Gesamtansicht
: Muskulös, kräftig, Stand korrekt; Profil der Muskulatur
verschwommen, aber fest.
Winkel
Hüftbein-Oberschenkelbein: 115° (entspricht dem Winkel
Schulterblatt-Oberarmbein).
Oberschenkel :
Kräftig und muskulös.
Winkel Oberschenkelbein-Schienbein: 130°
(entspricht dem Winkel O berarmbein-Speiche).
Unterschenkel : Lang,
kräftig.
Sprunggelenk : Wenig
betont, der sehr offene Winkel beträgt 135°. Das Gelenk liegt um etwas weniger
als ein Drittel der Widerristhöhe über dem Boden.
Hintermittelfuss : Gut ausgeprägt.
Hinterpfoten : Nahezu
Hasenpfoten, flach, mit halbgewölbten und eng aneinanderliegenden Zehen; Ballen
schwarz und widerstandsfähig; Krallen gekrümmt, hart und schwarz.
Ohne ausgeprägte
Zwischenzehenhaut. Von Geburt an mit oder ohne Afterkrallen; bei Vorhandensein
sollten sie entfernt werden.
GANGWERK : Von
entschlossener und eleganter Art. Im Trab bewegen sie die Gliedmassen diagonal,
wobei die Hinterhand gegenüber der Marschrichtung der Vorderhand leicht
seitlich abweicht. Freier, rustikaler, schneller Galopp, wobei die hinteren
Gliedmassen beim Abstossen vom Boden gut voneinander
weg, d.h. seitlich der Vordergliedmassen aufgesetzt werden, wie wenn der Hund
Sprünge ausführen würde. Der Galopp ist die bevorzugte Gangart und die übliche
bei der Arbeit.
HAUT : Elastisch; ohne Falten; widerstandsfähig; von
hellgrauer Farbe.
HAARKLEID
HAAR : Kurz
und der Haut gut anliegend; auf dem Rücken etwa 1,5 bis 3 cm lang, mit sehr
feiner, auf der Haut anliegender, dünner Unterwolle. Bei der langhaarigen
Varietät kann das Haar auf dem Rücken leicht gewellt sein und je nach
Jahreszeit etwas mehr als 7 cm Länge erreichen; im Winter ist es am längsten.
Die Unterwolle ist gut verteilt und nicht dick. Die Normallänge des Haares wird
an der Fahne der Rute, an den Ohrspitzen und an der Rückseite der Gliedmassen
überschritten. Bei beiden Varietäten muss das Haar weich, widerstandsfähig und
genügend fein sein.
FARBE : Die
einzig zulässige Farbe ist Schwarz in seinen Tönungen Jett-, Normal- und
Pechschwarz. Weiss ist nur auf der Brust zulässig,
als dünne Krawatte unter dem Hals und an den Vorder- und Hinterpfoten. Weiss an den Krallen und an den Zehenspitzen beeinträchtigt
je nach leicht abzuschätzender Ausdehnung den Formwert. Das tadellose
Jettschwarz wird am meisten gewertet, Normal- und Pechschwarz werden etwas
weniger geschätzt.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Zwischen 66 – 73 cm für Rüden.
Zwischen 62 – 68 cm für Hündinnen.
Eine Abweichung von 1 cm
darüber oder darunter wird akzeptiert, sollte sich aber in der
Gesamtbeurteilung auswirken.
Gewicht :
Mittleres Gewicht ca. 40 kg.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
SCHWERE FEHLER :
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
PUNKTESKALA
Allgemeines Erscheinungsbild und
Wesen – 21 Punkte
Erscheinungsbild
(Natürlichkeit, Betragen im Ring) 4 Punkte
Haar
(Länge, Festigkeit) 4 Punkte
Deckhaar
(Farbe, Glanz, 7+2) 9 Punkte
Verhalten/Charakter
(Wesen) 4 Punkte
Kopf – 21 Punkte
Schädel
und Stop 4 Punkte
Nasenschwamm,
Fang, Lefzen 5 Punkte
Gebiss,
Gaumen (2+1) 3 Punkte
Augen 5 Punkte
Farbe 2 Punkte
Form, Grösse,
Abstand voneinander 2 Punkte
Lider 1 Punkt
Ohren (Form, Dicke, Ansatz, Grösse) 4 Punkte
Hals – 4 Punkte 4 Punkte
Körper – 21 Punkte
Widerrist 1 Punkt
Schultern,
Rücken 5 Pünkte
Kruppe 3 Punkte
Brust,
Thorax, Rippen, Taille 10 Punkte
Rute (Form, Länge, Fahne) 2 Punkte
Gliedmassen – 19 Punkte
Vorderläufe 6 Punkte
Hinterläufe 8 Punkte
Vorder-
und Hinterpfoten, Zehen, Krallen
Festigkeit
der Ballen 5 Punkte
Gangwerk – 12 Punkte
Ohrhaltung 3 Punkte
Rutenhaltung 3 Punkte
Trab 2 Punkte
Galopp 4 Punkte
Total 100
Punkte
Körpermasse in
gegenseitigem Verhältnis (Idealmasse für Rüden)
Gewicht 41 kg
Widerristhöhe 71 cm
Höhe
an der Kruppe 71 cm
Höhe
an der Brust 39 cm
Länge 71 cm
Kopf
Fanglänge 13 cm
Schädellänge 13 cm
Kopflänge 26 cm
Halslänge 26 cm
Ohrlänge 13 cm
Rutenlänge 52 cm
Höhe
am Sprunggelenk 23 cm
Haarlänge
in der Lendengegend
Kurzhaarvarietät 2 cm
Langhaarvarietät 7 cm
(in
der Zwischensaison)
Kopfbreite 15 cm
Brustumfang
81/83 cm
Brustbreite 26 cm
Halsumfang 49 cm
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.