FCI - Standard Nr. 334 / 19. 08.
1996 /
D
(
ÜBERSETZUNG : Dr.
J.-M. Paschoud und Frau R. Binder-Gresly.
URSPRUNG : Korea.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 24. 07. 1996.
VERWENDUNG : Jagd- und Wachhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5
Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 5 Asiatische Spitze und
Verwandte
Rassen
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Es existieren keine
schriftlichen Aufzeichnungen über die Herkunft des koreanischen Jindo, aber viele Sachkenner teilen die Ansicht, dieser
Hund sei seit einigen Jahrhunderten auf der Insel Jindo
heimisch; diese Insel befindet sich an der süd-westlichen Spitze der
koreanischen Halbinsel. Über die weiter zurückliegende Herkunft hingegen geben
die Meinungen auseinander; die am häufigsten vertretene Annahme ist jedoch, das der koreanische Jindo eine in
Korea eingeborene Rasse sei. Die früheren schwierigen Verkehrsverhältnisse
haben dazu beigetragen, die Rasse auf der Insel zu erhalten. In Korea heisst dieser Hund auch Jindo-kae
oder auch Jindo-kyon, beide Wörter, welche auf
Koreanisch „Hund“ bedeuten.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der koreanische Jindo
ist ein gut ausgewogener, mittelgroßer Jagd- und Wachhund. Mit seinen Stehohren
und seiner Ringel- oder Sichelrute drückt er Lebhaftigkeit, Beweglichkeit,
Kraft, Wachsamkeit und Würde aus.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die
Widerristhöhe verhält sich zur Länge des Körpers wie 10 : 10, 5.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Der
koreanische Jindo hat einen sehr stark entwickelten
Jagdinstinkt und ist unerschrocken, mutig, wachsam und vorsichtig, weder
ungestüm noch leicht zu verführen. Vor allem ist er aber seinem Meister absolut
treu. Gegenüber Fremden zurückhaltend, lässt er sich nur ungern von ihnen
streicheln oder berühren. Auch andere Hunde, speziell Rüden, liebt er im allgemeinen nicht. Er
hat auch einen sehr guten Orientierungssinn. Er ist ein typischer Einmannshund,
der einen neuen Meister zwar anerkennt, der aber die Bindung mit dem alten
Meister, der ihn als Welpen aufgezogen hat, niemals vergisst. Er ist sauber und genügsam bezüglich Futter.
KOPF :
Allgemein: Von
oben gesehen hat der Kopf die Form eines abgestumpften Dreiecks; er soll weder
schwer noch grob scheinen.
OBERKOPF :
Schädel : Im
Verhältnis zum Körper ist der Schädel von mittlerer Größe. Oben leicht gerundet
verjüngt er sich allmählich nach unten gegen die Augen zu .
Die Breite des Schädels zwischen den Ohren ist mässig im Verhältnis zur Größe
des Kopfes.
Stop : Gut
ausgeprägt, aber nicht zu schroff. Eine leichte Mittelfurche zieht sich nach
oben gegen die Stirne zu.
GESICHTSSCHÄDEL :
Fang : Nicht
mässig; Nasenrücken nicht aufgeworfen.
Lippen : Schwarz oder dunkelpurpurfarben, straff
anliegend, dünn und nicht überhängend; die Oberlippe überdeckt leicht die
Unterlippe.
Kiefer / Zähne : Sehr
kräftig; Scherenschluss.
Backen : Gut
entwickelt, trocken, und von vorne und von der Seite gesehen, rund und gegen
die Nase zu schmäler werdend.
Augen : Von dunkelbrauner
Farbe, eher klein im Verhältnis zur Größe des Kopfes, dreieckig in ihrer Form
und sehr lebhaft in ihrem Ausdruck; der äußere Augenwinkel ist beidseits gegen
das Ohr zu schräg gestellt.
Ohren : Von
mittlere Größe, dreieckig, dick und straff aufgerichtet. Weder hoch noch tief
angesetzt ist das Ohr leicht nach vorne gerichtet, in der Fortsetzung der
Oberlinie des Halses. Die Innenseite des Ohres ist vorzugsweise dicht und fein
behaart.
HALS : Eher
dick, aber gut ausgewogen; ohne Wamme; gut bemuskelt und kräftig. Wenn der
koreanische Jindo erregt ist, ist seine Kopfhaltung
aufrecht und stolz.
KÖRPER : Die
Länge des Körpers übertrifft leicht die Widerristhöhe.
Rücken :
Kräftig, gerade.
Lenden : Gut
bemuskelt, straff, trocken, schmäler als der Rippenkorb.
Brust :
Kräftig und mässig tief, aber nicht zu breit. Der tiefste Punkt der Brust
befindet sich etwas oberhalb der Ellenbogen; es ist aber auch noch zulässig,
wenn der tiefste Punkt der Brust bis zum Ellenbogen reicht. Rippen gut gewölbt.
Brustkorb gut entwickelt.
Untere Profillinie und Bauch :
Aufgezogen.
RUTE : In
natürlicher Hängelage sollte die Spitze der Rute bis zum Sprunggelenk reichen.
Eher hoch angesetzt, ist die Rute fest, geradlinig und sollte in der Bewegung
nicht hin- und her schwingen. Sichelförmig oder gerollt soll die Spitze der
Rute den Rücken oder die Flanke berühren. Sie sollte jedoch nicht zu eng
gerollt sein. Sie ist reich befedert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Von
vorne gesehen Läufe gerade und parallel.
Schultern : Fest
und sehr kräftig.
Ellenbogen : Gut am
Körper anliegend, weder nach innen noch nach außen gedreht.
Vorderfusswurzelgelenk : Von
der Seite gesehen leicht nach vorne geneigt.
Vorderpfoten :
Katzenpfoten. Zehen eher kurz, rundliche, kompakt und eng aneinander liegend;
Krallen kräftig, vorzugsweise schwarz pigmentiert. Ballen dick und gut
gepolstert.
HINTERHAND : Von
der Seite betrachtet erwecken die Hinterläufe den Eindruck, wie wenn sie den
Körper nach vorne schieben würden. Von hinten gesehen sind die Hinterläufe
gerade, parallel und weder bodenweit noch bodeneng.
Afterkrallen sollen entfernt werden.
Oberschenkel : Gut
entwickelt.
Knie : Mässig
gewinkelt.
Sprunggelenk : Gut
tief angesetzt, nicht zu gerade. Hintermittelfuss nicht zu stark von hinten
nach vorne geneigt.
Hinterpfoten : Gleich
wie der Vorderpfoten.
GANGWERK :
Passgang im Trab ist beim koreanischen Jindo nicht
zulässig. Der Rücken sollte fest und horizontal bleiben und die Hinterhand
weder schlingern noch rollen. Im Trab
ist der Kopf erhoben, aber wenn die Geschwindigkeit zunimmt, wird der Kopf eher
tief getragen, fast auf Schulterhöhe. Der hintere Teil der Rute bewegt sich
entsprechen der Richtungsänderung des Hundes leicht seitlich.
HAARKLEID
HAAR : Der
koreanische Jindo ist stockhaarig. Die Unterwolle ist
weich, dicht, von heller Farbe und kürzer als das Deckhaar, aber genügend lang,
um das Deckhaar aufrecht zu halten. Das Deckhaar ist hart und etwas vom Körper
abstehend. Im Vergleich zur Haarlänge am Körper ist das Haar am Kopf, an den
Läufen und an den Ohren kürzer, am Hals, am Rücken und in der Lendengegend
länger. An der Rute und an der Hinterseite des Schenkel ist das Haar länger als
irgendwo am Körper.
FARBE : Die am
häufigsten vorkommenden Farben des koreanischen Jindo
sind falbfarben und weiss. Es existieren auch Hunde in den Farben schwarz,
schwarz und loh, wolfgrau und gestromt.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : Für
Rüden 50-55 cm, Idealgröße 53-54 cm.
Für Hündinnen
45-50 cm, Idealgröße 48-49 cm.
Gewicht : Für Rüden 18-23 kg.
Für Hündinnen
15-19 kg.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
Hunde, die
deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen
disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.