FCI - Standard Nr. 278 / 22. 02.
2002 /
D
(Kraski Ovcar)


ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Chauliac.
URSPRUNG : Slowenien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 26. 06. 2000.
VERWENDUNG : Der
Karst-Schäferhund ist ein vorzüglicher Hütehund und ein guter Wächter. Heute
wird er mehr und mehr als Wach- und Schutzhund eingesetzt. Obwohl er in letzter
Zeit vor allem als Familienhund dient, bleibt er nichtsdestoweniger ein
vollkommener Hütehund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher
und Schnauzer -
Molossoide -
Schweizer
Sennenhunde
und andere
Rassen.
Sektion 2.2 Molossoide, Berghunde.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Karst-schäferhund ist eine Rasse, die seit Jahrhunderten
besteht und zur Gruppe der Molosser zählt.
Wahrscheinlich folgte er dem Stamm der Illyrer auf dessen Wanderung durch
Istrien und die dalmatischen Inseln und wurde im
Gebiet des slowenischen Karstgebirges heimisch. Die erste schriftliche
Erwähnung der Rasse findet sich 1689 im Buch des Baron Janez
Vajkart Valvasor "La gloire du duché de Carniole" (Der Ruhm des Herzogtums Carniole"
- d.Übers.). Die Rasse und ihr Standard wurden von
der Generalversammlung der F.C.I. am 2.Juni 1939 in Stockholm unter der
Bezeichnung "Illyrischer Schäferhund"
offiziell anerkannt. Bei der Generalversammlung der F.C.I. 1948 in Bled, Slowenien, wurde der Standard vervollständigt und die
Rasse erneut anerkannt. So trug der Illyrische
Schäferhund aus dem Karstgebirge bis zum 16. März 1968 denselben Namen wie der
Schäferhund aus Sarplaninagebirge. Angesichts zweier
Schäferhundrassen gleichen Namens entschied der jugoslawische Verband, den Hund
aus dem Karstgebiet "Karst-Schäferhund" und den anderen "Sarplaninac" zu nennen. Seit jenem Tage sind die
beiden Rassen völlig eigenständig.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Karst-schäferhund
ist ein mittelgroßer, harmonischer, robuster Hund mit gut entwickelter
Muskulatur und kräftiger Konstitution. Rute und Ohren hängen herab. Das lange,
reichliche Haar ist von eisengrauer Farbe.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Das
Verhältnis Rumpflänge zu Widerristhöhe beträgt mindestens 9 zu 8 ein bisschen
länger bei den Hündinnen.
Der Schädel (13-14 cm) ist ein
wenig länger als der Fang (11-12 cm).
Die Schädelbreite (13-14 cm)
entspricht der Schädellänge.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Von
gutmütigem Wesen, mutig und wachsam, ohne
bissig zu sein; seinem Herrn sehr ergeben; von mässig
lebhaftem Temperament. Als unbestechlicher Wächter ist er Fremden gegenüber
misstrauisch. Er ist ein angenehmer und gehorsamer Begleithund, bewahrt aber
bei allem eine starke Eigenständigkeit.
KOPF : Von angenehmer Erscheinung, obwohl im Vergleich zum
Körper verhältnismäßig gross. Er darf weder fein noch
grob erscheinen. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Nasenrücken sind
leicht konvergent. Von oben betrachtet
ist der Kopf im Bereich der Ohren breit und verjüngt sich unmerklich zur Nase
hin. In der Seitenansicht ist er hoch und abgerundet. Vom Hinterhaupthöcker bis
zum Nasenschwamm ende misst die Kopflänge 24 bis 26 cm. Der Schädel ist ein
wenig länger als der Fang.
OBERKOPF :
Schädel : Recht
entwickelt, trocken, mit feinen Muskeln;
sein Profil ist leicht konvex; er ist von allen Seiten betrachtet abgerundet.
Im Bereich der Ohren entspricht seine Breite der Schädellänge. Die
Augenbrauenbogen sind mässig betont; mäßige
Stirnfurche; die Scheitelleiste verläuft leicht konvex, ohne das
Hinterhauptkamm zu betonen.
Stop : Wenig
betont, ohne harten Übergang.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Schwarz, breit, gut entwickelt, etwas
hervortretend.
Fang : Von
mittlerer Länge, breit und am Ansatz hoch; er verjüngt sich allmählich zur Nase
hin. Nasenrücken breit und gerade.
Lefzen : Dick,
straff, gut anliegend, ohne Taschenbildung; schwarz pigmentiert.
Kiefer / Zähne :
Vollständiges Gebiss; Zähne kräftig, insbesondere die Schneidezähne;
Scherengebiss.
Backen :
Seitlich ein wenig hervortretend; kräftig aber nicht stark entwickelt.
Augen : Mässig auseinanderstehend; weder tiefliegend noch
hervortretend; mandelförmig; kastanien- bis dunkelbraun; frei, ruhig und sicher
im Ausdruck, wegen der schwarz pigmentierten Lider beinahe melancholisch.
Ohren : Mässig hoch angesetzt; sie sind von mittlerer Länge, ihre
Spitze reicht bis zum Augenwinkel; sie fallen flach, v-förmig gegen die Wangen;
die Vorderränder sind nach außen gefaltet.
HALS : Breit, dick, muskulös; im Querschnitt oval; oberes
Profil gerade oder leicht gebogen; das untere Profil gerade; mässig lang (ca. 25 cm); er ist tief zwischen den Schultern
verankert und mit kräftiger Muskulatur an Kopf und Körper angesetzt; dicke,
anliegende Haut, ohne Wamme; dichtes Fell aus langen Haaren, die dicken Kragen
und Mähne bilden, so dass der Hals kürzer und kräftiger aussieht als er es ist;
stolz, leicht aufrecht getragen.
KÖRPER :
Gesamtansicht : Gut
entwickelt, von mittlerer Länge, lange Thorax- Region.
Obere Profillinie :
Gerade, waagrecht oder leicht schräg.
Widerrist : Lang;
mittelhoch; von angemessener Breite und gut an den Hals gefügt.
Rücken :
Gerade; von mittlerer Länge; muskulös und breit.
Lenden :
Lendenregion etwas kurz; sehr muskulös und breit.
Kruppe : Von
mittlerer Länge; breit; sehr muskulös; zum Rutenansatz hin leicht abfallend.
Brust : Gut
entwickelt und gut herabreichend; in Länge und Breite geräumig; breite, flache,
mässig gewölbte Rippen; gut entwickelte Vorbrust mit
ziemlich abgerundeter Brustbeinspitze; Länge 25 bis 28 cm; Umfang 70 bis 78 cm.
Untere Profillinie und Bauch :
Leicht ansteigender und aufgezogener Bauch; straff; kurze, mässig
aufgezogene Flanken.
RUTE : Solide mit dem Körper verbunden; am Ansatz breit; in
Normalstellung ist sie säbelförmig, ihre Spitze bildet oft einen leichten
Haken; sie ist von mittlerer Länge und muss mindestens bis zum Sprunggelenk
reichen; buschig mit langen Haaren besetzt, jedoch ohne Fahne; beim
aufmerksamen Hund oder in der Bewegung steigt die Rute bis auf Rückenniveau
oder leicht darüber; in Ruhestellung wird sie tief getragen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Von
vorn und im Profil gerade; die verschiedenen Teile des Gangwerks sind sehr
harmonisch miteinander verbunden.
Schultern :
Schulterblatt von mittlerer Länge; breit; schräg; gut bemuskelt
und eng am Körper anliegend; der Winkel Schulterblatt/Oberarmbein ist beinahe rechtwinklig.
Oberarm :
Relativ lang; schräger als das Schulterblatt; kräftige Muskulatur; gut am
Körper anliegend.
Ellenbogen : Nicht
zu offene Winkelung zwischen Oberarmbein und Speiche; der gut am Körper
liegende Ellbogen muss sich mindestens auf Brustbeinhöhe befinden.
Unterarm :
Ausreichend lang; gerade; kräftig in Knochenbau und Muskulatur.
Vorderfusswurzelgelenk :
Kräftig; gut mit dem Unterarm wie auch mit dem Vordermittelfuss
verbunden.
Vordermittelfuss : Breit, mässig lang; schräg.
Vorderpfoten : Gut
auf den Rumpf abgestimmte Grösse; ihre Form ist oval
bis rund; geschlossene und gewölbte Zehen; Nägel dunkel pigmentiert; Ballen sind ausreichend dick, schwarz
oder dunkel pigmentiert.
HINTERHAND :
Allgemeines : Gut
proportioniert; von hinten betrachtet gerade; harmonisch zu den anderen
Körperregionen passend. Aus der Seiten- Ansicht sind die Winkelungen ausreichend geschlossen.
Oberschenkel :
Ausreichend geschlossener Winkel zwischen Hüft- und Oberschenkelbein; lange,
breite, gut bemuskelte und gut aufgefüllte
Oberschenkel.
Knie :
Leicht offener Winkel zwischen Oberschenkel- und Schienbein; kräftiges
Knie mit fester Kniescheibe.
Unterschenkel : Mässig lang; schräggestellt; kräftig.
Sprunggelenk : Fest
und mässig offen.
Hintermittelfuss : Kräftig, kurz und gerade; etwaige Afterkrallen müssen
entfernt sein.
Hinterpfoten : Wie
die Vorderen.
GANGWERK :
Harmonisch, elastisch mit gut koordinierten Bewegungen; die bevorzugte und
eleganteste Gangart ist der Trab; der Galopp mit weiten Sprüngen ist weniger elegant.
HAUT : Dick,
fest, elastisch, anliegend, ohne Falten; dunkle Pigmentierung; innere und
äußere Schleimhäute schwarz pigmentiert.
HAARKLEID
HAAR : Sehr
dicht, lang, glatt mit reichlich Unterwolle. Der Kopf, der Vorderrand der Ohren
und die Vorderseite der Gliedmassen tragen kurzes Haar. Der hintere Rand der
Ohren besitzt längeres und weicheres Haar. In seinem oberen Teil zeigt der Hals
langes, steifes und sehr buschiges Haar, welches eine Mähne ausbildet; in
seinem unteren Teil ist das Haar länger und weicher und bildet einen Kragen,
der am Halsansatz erweitert ist. Rumpf und Bauch tragen langes Haar, welches am
Bauch weniger hart ist. Die gleichmässig buschige
Rute bildet keine Fahne aus. Auf der Rückseite der vorderen Gliedmassen bildet
das lange und sehr weiche Haar Federn. Auf der Rückseite der hinteren
Gliedmassen ist das Haar noch länger und buschiger und bildet Hosen. Das
Deckhaar ist mindestens 10 cm lang.
FARBE :
Eisengrau; vor allem auf dem Widerrist bevorzugt man eine dunkle Tönung; zu den
Läufen und dem Bauch hin geht die Farbe ohne sichtbare Abstufung in ein helles
Grau oder Sandfarben mit dunkelgrauer Strömung an der Vorderseite der
Gliedmassen über.
Die dunkle Maske von der Nase
erweitert sich zum Kopf. Hinter dem Kopf ist sie umrandet von grauem Fell,
sandfarben bis Sandfarbe mit Russ.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Rüden : 57 bis 63 cm
(Idealgröße 60cm).
Hündinnen : 54
bis 60 cm (Idealgröße 57 cm).
Nach oben wird eine Abweichung
von 2 cm toleriert, hat aber negativen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung des
Hundes.
Gewicht :
Rüden : 30 bis 42 kg.
Hündinnen: 25 bis 37 kg.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
LEICHTE FEHLER :
·
Kleine Mängel der allgemeinen Konstruktion.
·
Etwas kleiner, schmaler, langer oder ungenügend
hoher Kopf.
·
Kaum sichtbarer Stop.
·
Betonte Augenbrauenbogen.
·
Zu wenig oder zu stark aufgefüllte Wangen.
·
Ungenügend entwickelte Kiefer.
·
Schlaffe Lefzen.
·
Zu hoch oder zu tief angesetztes oder ungenügend
an den Wangen anliegendes Ohr.
·
Zu stark geöffnete, zu helle oder nicht genügend
weit voneinander eingesetzte Augen.
·
Wamme.
·
Leicht eingesenkter Rücken, leicht überhöhte oder
abgeschlagene Kruppe.
·
Enge, nicht genügend hinabreichende oder
tonnenförmige Brust, enge Vorbrust.
·
Zu kurze Rute.
·
Leicht fehlerhafte Gliedmassen, offene Zehen,
Hasenpfoten.
·
Faltige oder hell pigmentierte Haut. Fehlen von
Stirnfalte.
·
Unzureichende Pigmentierung der sichtbaren
Schleimhäute, der Augenlidhaut und des Nasenschwamms.
·
Ungenügend langes Haar.
·
Kleines weißes Brustabzeichen, fehlende Maske.
SCHWERE FEHLER :
·
Schwere Mängel der allgemeinen Konstruktion.
·
Quadratischer Körperumriss.
·
Schmaler, zu leichter oder zu grober Kopf.
·
Zu ausgeprägter Stop.
·
Zu spitzer oder zu langer Fang.
·
Zähne : Zangengebiss, unregelmäßiger Stand der
Schneidezähne, untere Fangzähne vor den oberen stehend.
·
Helles Auge.
·
Stehohren.
·
Eingesenkter Rücken, deutlich überhöhte Kruppe.
·
Korkenzieherrute oder eingerollte Rute.
·
Deutliches Trampeln der hinteren Gliedmassen.
·
Steifes Gangwerk der hinteren Gliedmassen.
·
Weiches und gewelltes Haar.
·
Helle Pigmentierung der Schleimhäute, des
Nasenschwamms und der Augenlider.
·
Mehr als 2 cm breiter und mehr als 10 cm langer
weißer Brustfleck.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
·
Ängstliche oder aggressive Hunde.
·
Übermäßige Disproportionen
zwischen den verschiedenen Körperregionen.
·
Unterschreitung der im Standard genannten
Minimalgröße.
·
Im Verhältnis zum Körper zu großer Kopf.
·
Unvollständiges Gebiss; Vor- oder Rückbiss.
·
Deutlich enger oder weiter (fassbeiniger) Stand.
·
Sehr kurze Rute oder Stummelrute.
·
Schleimhäute, Nasenschwamm oder Lider depigmentiert.
·
Jede andere Farbe als Grau, welches zumindest hell
sein muss; zwei- oder mehrfarbige Tiefe; sehr deutliche Abgrenzung zwischen den
Grautönen; weiße Flecken auf Brust oder Hals von mehr als 2 cm Breite und 10 cm
Länge.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.