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Kangal URSPRUNG: Der Kangal ist eine seit uralten Zeiten bestehende Herdenschutzhundrasse. Man nimmt an, daß diese Rasse mit den frühen Hunden des Molossertyps - dargestellt in der assyrischen Kunst - verwandt ist. Die Rasse ist nach der Gegend Kangal (in der Provinz Sivas, mittlere Türkei) benannt, wo wahrscheinlich ihr Ursprung liegt. Obwohl die Rasse seit langer Zeit mit der Familie der Aga von Kangal, Großgrundbesitzer und Adlige, assoziiert wird, wir der größte Teil dieser Hunde von Dorfbewohnern gezüchtet, die sehr stolz auf die Begabung der Hunde sind, Schaf- und Ziegenherden vor traditionellen Raubtieren, wie Wölfen, Bären und Schakalen zu beschützen. Die verhältnismäßig isolierte Lage der Sivas-Kangal-Region hat dazu beigetragen, daß der Kangal nicht von Einkreuzungen anderer Hunderassen beeinflußt worden ist. Das Resultat ist eine natürliche Hunderasse, deren Erscheinungsbild, Veranlagung und Charakter bemerkenswert einheitlich sind. Obwohl der Ursprung des Kangals gebietsmäßig begrenzt ist, verstehen ihn viele Türken als ihren "nationalen" Hund. Die türkische Regierung und verschiedene akademische Einrichtungen betreiben Zwinger, in denen Kangals gezüchtet und ihre Stammbäume sorgfältig gepflegt werden. Der Kangal wurde sogar auf einer türkischen Briefmarke verewigt. In der kynoligischen Literatur Europas und Nordamerikas wurde der Kangal zum ersten Mal von David und Judy Nelson, die diese Hunderasse während ihres langfristigen Aufenthalts in der Türkei erforschten, dokumentiert. 1985 importierten die Nelsons ihren ersten Kangal in die Vereinigten Staaten. Dieser Hund und die in den folgenden Jahren importierten Hunde waren der Grundstock für die Kangalzucht in den Vereinigten Staaten. Der Kangal wurde 1998 vom United Kennel Club (UKC) als Rasse anerkannt. ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Der Kangal ist ein großer, kräftiger Hund mit schwerem Knochenbau. Seine Größe und Proportionen haben sich aufgrund seiner langfristigen Rolle als Herdenschutzhund in der Türkei auf natürliche Art entwickelt. Der Kopf ist groß und mäßig breit, die Ohren hängend. Ein gut proportionierter Kangal ist im Rumpf (gemessen vom Brustbein zum Sitzbeinhöcker) etwas länger im Vergleich zur Widerristhöhe (gemessen vom Widerrist zum Boden). Die Länge der Vorderläufe (gemessen vom Ellenbogen zum Boden) sollte etwas länger sein als die Hälfte der Widerristhöhe. Die Rute, die typischerweise im Ringel getragen wird, vervollständigt diese unverkennbare Silhouette. Der Kangal hat ein doppeltes Haarkleid, das mäßig kurz und ziemlich dicht ist. Er hat eine schwarze Maske und schwarze samtige Ohren, die einen deutlichen Kontrast zur Gesamtkörperfarbe bilden, die hell-graubraun bis grau sein kann. Ehrenwerte Narben oder andere Anzeichen von Verletzungen, die von der Arbeit im Feld stammen, sollten nicht als Fehler bewertet werden. MERKMALE: Der typische Kangal ist vor allem ein Herdenschutzhund und hat ein für diese Hunde charakteristisches Temperament - wachsam, mit ausgeprägtem Territorialverhalten und bereit, die domestizierten Tiere oder Familienmitglieder, zu denen er eine enge Bindung hat, zu verteidigen. Der Kangal hat sowohl die Kraft und die Schnelligkeit als auch den Mut, Angriffe auf die Schaf- und Ziegenherden, die er in der Türkei und der Neuen Welt hütet, aufzuhalten und die Angreifer zu stellen. Obwohl Kangals es bevorzugen, Raubtiere in die Flucht zu jagen, sind sie dazu fähig, auch körperlich Widerstand zu leisten und, wenn nötig, anzugreifen. Kangals sind fremden Hunden gegenüber instinktiv mißtrauisch, generell jedoch nicht aggressiv gegen Menschen. Sie sind etwas reserviert im Umgang mit Fremden, aber treu und liebevoll zu Familienmitgliedern. KOPF: Der Kopf ist groß, jedoch in gutem Gleichgewicht
zur Größe des Hundes, ohne schwer oder grob zu wirken. Der Kopf der Hündin
ist etwas feiner als der des Rüden. Von oben gesehen verschmälert sich der
breite Schädel leicht zu der Stelle hin, wo er in die Schnauze übergeht, und
wird dann vom Schnauzenansatz zum Nasenschwamm hin etwas schmaler. Im
Seitenanblick ist die Schnauze, gemessen vom Stop zum Nasenschwamm, etwas
kürzer als der Oberkopf, gemessen vom Hinterhauptbein zum Stop, und bildet
ein ungefähres Verhältnis von 2:3. SCHÄDEL: Der Schädel ist zwischen den Ohren breit und
leicht gewölbt. Das Verhältnis zwischen Schädelbreite und Gesamtlänge des
Kopfes ist ungefähr 3:5. Eine leichte Mittelfurche läuft von der Schädelmitte
über den Stop und wird dann allmählich breiter, um mit dem breiten
Schnauzenansatz zu verschmelzen. Die Backen sind mäßig entwickelt. Der Stop
ist gut erkennbar, aber nicht abrupt. SCHNAUZE: Die Schnauze ist tief und mäßig stumpf, was zum
Teil - besonders beim ausgewachsenen Rüden - auf die etwas gepolsterten
oberen Lefzen zurückzuführen ist. Seitlich gesehen sind die Kiefer gleich
lang. Die Schnauze ist beim Rüden blockiger und
kräftiger als bei der Hündin. Die Lefzen sind ziemlich fest anliegend und
immer schwarz. GEBISS: Der Kangal hat einen
vollständigen Satz großer, regelmäßiger, weißer Zähne, die ein Scheren- oder Zangengebiß bilden. Zähne, die wegen Arbeitseinsatz im
Feld beschädigt sind, sollten nicht als Fehler bewertet werden. NASENSCHWAMM: Der Nasenschwamm ist groß und vollständig
schwarz. AUGEN: Die Augen sind von mittlerer Größe, leicht
gerundet, weit voneinander stehend und zeigen keine Nickhaut. Die Augenfarbe
kann von dunkelbraun bis bernsteinfarben reichen. Die Augenlider sind
schwarz. OHREN: Die Ohren sind hängend, von mittlerer Größe,
dreieckig und an den Spitzen gerundet. Die Ohren sind mit den äußeren Kurven
des Schädels auf einer Höhe. In wachsamer Stellung können die Ohren etwas
höher getragen werden. Die Vorderkante des Ohres wird nahe zur Backe getragen.
Wenn das Ohr nach vorne gehalten wird, sollte es das Auge des Hundes
reichlich überdecken. Bei Welpen können die Ohren unverhältnismäßig groß
erscheinen. In der Türkei werden die Ohren meistens im Welpenalter kupiert.
Im Falle eines aus der Türkei exportierten Hundes sollten kupierte Ohren
nicht als Fehler bewertet werden, aber für Hunde, die außerhalb der Türkei
gezüchtet worden sind, gelten kupierte Ohren als Disqualifizierung. HALS: Der Hals ist kräftig und gut bemuskelt,
mittellang, leicht gebogen, verhältnismäßig dick und mit mäßiger Wamme. VORDERHAND: Die Schultern sind gut bemuskelt
und zeigen mäßige Winkelung. Die Vorderläufe sind lang, von guter
Knochenstärke und stehen weit auseinander. Der Vordermittefuß ist kräftig und
leicht schräg. Die Ellenbogen sind gut beweglich und liegen nahe am Körper
an. Die Vorderhand ist im Vergleich zur Hinterhand etwas kräftiger. KÖRPER: Der Körper ist kräftig und gut bemuskelt. Die Oberlinie fällt vom Widerrist sehr sanft
ab, wird horizontal und steigt dann an, um einen leichten Bogen über der
kurzen, muskulösen Lende zu bilden. Die Lendenpartie geht in eine mäßig kurze
und leicht abfallende Kruppe über. Die Rippen sind gut gewölbt. Die relativ
breite Brust ist so tief, daß der Brustkorb bis zu
den Ellenbogen reicht. Die Flanke ist mäßig aufgezogen. Der Kangal ist ein Arbeitshund und sollte stets in gut bemuskelter Kondition vorgestellt werden. HINTERHAND: Die Hinterhand ist kräftig und gut bemuskelt, wenn auch etwas weniger kräftig als die
Vorderhand. Die Hinterläufe sind von guter Knochenstärke, die Knie- und
Sprunggelenke mäßig gewinkelt. Die Hinterläufe stehen von hinten betrachtet
parallel zueinander. Der Hintermittelfuß ist mäßig lang und neigt vom
Sprunggelenk leicht nach vorne, wenn der Hund in natürlicher Haltung steht. PFOTEN: Die Pfoten sind groß, wobei die Vorderpfoten
etwas größer als die Hinterpfoten sind. Sie sind entweder rund oder oval, die
Ballen gut gepolstert und die Zehen können mit Schwimmhaut verbunden sein.
Die Krallen, die schwarz, weiß oder verschiedenfarbig sein können, sollten
stumpf gehalten werden. Die hinteren Afterzehen können fehlend, vorhanden,
einfach oder doppelt sein. Die Afterzehen dürfen entfernt werden. RUTE: Die Rute, am Ende der Kruppe angesetzt, ist nicht
kupiert, dick am Ansatz und verjüngt sich zur Spitze hin. Die Behaarung der
Rute etwas voller als am Körper. Wenn der Hund entspannt ist, reicht die
relativ lange Rute mindestens bis zum Sprunggelenk. Wenn der Hund wachsam
ist, wird die Rute im Ringel über dem Rücken getragen. Der Ringel kann eng
oder lose sein. Wenn die Rute jedoch eng geringelt ist, kann das Rutenende über die Seite des Rückens abfallen. HAARKLEID: Der Kangal hat ein
kurzes doppeltes Haarkleid, das weder wellig noch flauschig ist. In kaltem
Wetter ist das Haar sehr dicht und von annähernd gleicher Länge. In warmem
Wetter wird ein großer Teil der Unterwolle abgeworfen, so daß
ein kurzes, glatter anliegendes Deckhaar bleibt. Das Deckhaar ist rauh und die Unterwolle sehr weich, dicht und manchmal
von grauer Farbe. Am Hals, an den Schultern und an der Rute ist das Haar nur
geringfügig länger als am Körper. Die Rute ist niemals eine Besenrute oder
befedert. Bei den meisten Kangals liegt das Haar an
einem Streifen entlang der Oberlinie flacher. Das Haar an Schnauze, Kopf und
Ohren ist ziemlich kurz. FARBE: Ein wichtiges Merkmal des Kangals
ist seine Farbe. In der Türkei dienen vom Standard abweichende Farben oder
Zeichnungen als Anzeichen dafür, daß der
betreffende Hund kein reinrassiger Kangal ist. Ein
echter Kangal ist immer einfarbig und - abhängig
davon, wieviel Schwarz oder Grau das äußere
Deckhaar und die weiche, kaschmirartige Unterwolle aufweisen - kann der
Farbton von hell-graubraun oder mattgold bis stahlgrau reichen. Diese
Grundfarbe wird hervorgehoben durch eine schwarze Maske, welche die Schnauze
vollständig bedecken kann und sich sogar über den Oberkopf erstrecken kann.
Die Ohren sind immer schwarz. Weiße Abzeichen sind ausschließlich an Pfoten,
Brust und Kinn erlaubt. Weiße Abzeichen an den Pfoten können bis zur Mitte
des Unterarms reichen. An der Brust sind weiße Abzeichen von Stern bis
Blesse, die in einem schmalen Streifen unter der Brust fortgeführt werden
kann, erlaubt. Blessen dieser Art sind oft mit dunklem Haar abgegrenzt. Am
Kinn ist nur ein kleiner weißer Stern erlaubt. Das Rutenende
ist gewöhnlich schwarz, die Mitte der Rute weist häufig einen schwarzen Fleck
auf. GRÖSSE UND GEWICHT: Die wünschenswerte Größe des ausgewachsenen
Hundes (im Mindestalter von zwei Jahren) beträgt, am Widerrist gemessen,
zwischen 76 und 81 cm für Rüden und zwischen 71 und 76 cm für Hündinnen. Ein Kangalrüde in guter Form sollte zwischen 50 und 66 kg
wiegen. Hündinnen sollten zwischen 41 und 54 kg wiegen. Bei beiden
Geschlechtern können Größe und Gewicht die genannten Maßstäbe nach oben hin
überschreiten; dies sollte nicht als Fehler bewertet werden, solange die
Gesamterscheinung der Gebäudeverhältnisse gut ausgewogen ist. GANGWERK: Die Bewegung des Kangals spiegelt die für die Rasse typische Kombination von Kraft und Beweglichkeit wider. Sein natürlicher Gang ist entspannt und effizient, seine Schritte von mäßiger Länge. Der Rücken bleibt gerade, die Läufe bewegen sich parallel zueinander. Mit steigender Geschwindigkeit verringert sich jedoch der Abstand zwischen den Läufen, so daß die Tendenz zum einspurigen Treten steigt. In langsamer Gangart ist der Paßgang erlaubt. DISQUALIFIZIERENDE FEHLER: Ein- oder beidseitiger Kryptorchismus. Bösartigkeit, merkliche Scheuheit oder Feigheit. Scheckige, gestreifte oder vielfarbige Zeichnung. Gesamtfarbe weiß, schwarz, schokoladenbraun oder leberfarben. Leberfarbener oder schokoladenbrauner Nasenschwamm. Kupierte Ohren bei Hunden, die nicht in der Türkei gezüchtet wurden. |
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