FCI - Standard Nr. 151 / 10. 04. 2002
/ D
(Istarski kratkodlaki Gonic)
ÜBERSETZUNG : Dr.
J.-M. Paschoud und Frau R.Binder-Gresly.
URSPRUNG : Kroatien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 25. 10. 2000.
VERWENDUNG : Hervorragender Laufhund, besonders für die Jagd
auf Hase und Fuchs. Er kann auch als Schweisshund
verwendet werden. Seine Konstitution ist für die weiten, offenen Jagdgründe
Istriens geeignet.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6 Laufhunde,
Schweisshunde
und verwandte Rassen.
Sektion 1.2 Mittelgrosse
Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Es
handelt sich um eine alte, in Istrien heimische Laufhundrasse, deren Ursprung
sich in dunkler Vorzeit verliert. Fresken (1474, Marienkapelle in Beram bei Pazin), Gemälde (u.a. Tizian, erste Hälfte des 18.Jahrhunderts), und Chroniken
(1719, Bischof Bakic aus Djakovo)
zeugen davon. Die wegen ihren hervorragenden jagdlichen
Eigenschaften sehr geschätzten Istrianer Bracken wurden von Istrien aus in die Nachbarschaft
verkauft. Die ersten Einschreibungen in das Zuchtbuch stammen aus dem Jahre
1924. Die Rasse wurde bereits 1949 von der FCI anerkannt, aber der Standard
wurde erst im Jahre 1973 publiziert. Heute ist die Istrianer
Bracke in Istrien und in den umliegenden Gebieten häufig anzutreffen und ist
bei den Jägern seiner hervorragenden Eigenschaften wegen immer noch sehr
beliebt.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Hund von vornehmer
Erscheinung mit seinen von gelb-orangen
Abzeichen markierten, schneeweissen Haarkleid. Haar
kurz und fein; Kopf lang, schmal und trocken; Körper geschmeidig; Rute dünn,
leicht säbelförmig getragen. Er gibt mit grosser
Ausdauer laut, meistens in hohem, weittragendem Ton.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die
Länge des Körpers darf die Widerristhöhe höchstens um 10 % übertreffen.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Sanft,
gehorsam, ruhig und seinem Herrn sehr zugetan ; er ist lebhaft und ein
leidenschaftlicher Jäger.
KOPF : Die
Länge des Kopfes beträgt 20 - 24 cm; die Haut an der Stirn ist frei von Falten.
OBERKOPF :
Schädel : Von
der Seite gesehen ist der Hinterhauptsstachel ausgeprägt und die Stirn leicht
gewölbt, mit einem sanften Übergang zum Nasenrücken. Von oben gesehen ist die
Stirn länglich; eher schmal mit sichtbarer Stirnfurche.
Stop :
Sanft, nicht schroff.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Schwarz oder wenigstens braun. Nasenlöcher gut geöffnet.
Fang : Lang,
am Ansatz breit, gegen die Nase zu sich verjüngend. Nasenrücken gerade.
Kiefer / Zähne :
Kräftig mit einem regelrechten und vollständige Scherengebiss.
Augen : Oval,
weder zu tief eingesetzt noch vorstehend. Iris so dunkel
wie möglich. Augenlider schwarz oder braun pigmentiert. Blick ausdrucksvoll und
klar.
Behang : Dünn,
etwas über der horizontalen Augenlinie angesetzt. Die Ohren werden gegen die
Spitze zu etwas schmäler. Sie gelten als lang, wenn sie, längs des Nasenrückens
nach vorne gelegt, bis zu den Eckzähnen reichen; sie gelten als sehr lang, wenn
sie weiter reichen als die Eckzähne; sie müssen mindestens halblang sein und
bis zu den Augenbrauenbogen reichen.
HALS : Die
obere Linie ist im Bereich des Nackens leicht gewölbt. Der Ansatz
am Kopf ist
hinter dem Hinterhauptsstachel sichtbar.
Er geht schräg in den Rumpf
über. Der Hals ist kräftig. Seine Länge beträgt vom Hinterhauptsstachel bis zum
Widerrist 15 bis 20 cm. Haut: straff, ohne Wamme noch Falten.
KÖRPER : Die
obere Linie ist vom Widerrist zur Kruppe leicht abfallend.
Rücken :
Gerade, breit und muskulös.
Lenden :
Breit und kurz.
Kruppe : Lang
und breit, waagrecht oder leicht abfallend, bei den Hündinnen etwas länger als
bei den Rüden. An der Kruppe misst die Höhe ca. eine Fingerbreite weniger als
am Widerrist. Die Hüfthöcker sind kaum sichtbar.
Brust : Tief,
reicht mindestens bis zum Ellenbogen. In der Regel ist der Brustumfang um 12 cm
grösser als die Widerristhöhe. Die Rippen sind
gewölbt. Die Rippen sind gewölbt, aber die Brustbeinspitze ist kaum sichtbar.
Untere Profillinie und Bauch : Die
untere Linie steigt vom Brustbein zur Leistengegend leicht an; der Bauch ist
somit leicht aufgezogen.
RUTE : Am
Ansatz kräftig, verjüngt sich bis zur Spitze. Je dünner die Rute wird, desto
vornehmer erscheint der Hund. Hoch angesetzt, von mittlerer Länge, kaum bis zum
Sprunggelenk reichend. Die Rute wird in einem leichten Bogen nach oben
getragen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schulterblatt : Lang,
schräg, muskulös, gut mit dem Brustkorb verbunden.
Ellenbogen : Weder
ein- noch ausgedreht.
Unterarm :
Absolut senkrecht, gut bemuskelt.
Vorderfusswurzel : Vom Unterarm kaum zu unterscheiden.
Vordermittelfuss :
Steil, kurz. Er kann etwas schräg gestellt sein, aber der Winkel mit der
Senkrechten darf höchstens 10° betragen.
Vorderpfote : Eher
eine Katzen- als eine Hasenpfote, leicht, mit eng aneinanderliegenden Zehen. Fussballen gewölbt und widerstands-fähig;
Krallen kräftig.
HINTERHAND : Von
hinten gesehen befinden sich der Oberschenkel, der Unterschenkel, die Sehne des
Sprunggelenkes und der Hintermittelfuss auf derselben senkrechten Ebene.
Oberschenkel : Kurz,
breit und gut bemuskelt.
Knie :
Kniescheibe breit und hoch eingesetzt.
Unterschenkel : Lang,
schräg und gut bemuskelt.
Sprunggelenk :
Kräftig.
Hintermittelfuss : Kurz,
senkrecht oder etwas schräg gestellt, wobei der Winkel mit der Vertikalen
höchstens 10 - 20° betragen darf.
Hinterpfote : Wie
Vorderpfote; sie ist jedoch etwas länger.
GANGWERK : Sehr
elastisch, regelmässig, frei.
HAUT :
Geschmeidig, am ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten; Farbe rötlich.
HAARKLEID
HAAR : Kurz, dünn, dicht und glänzend. Bisweilen ist
es auf der Hinterseite der Oberschenkel und auf der Unterseite der Rute etwas
länger.
FARBE :
Grundfarbe schneeweiss. Normalerweise ist der Behang
orangefarben; diese Farbe breitet sich vom Ohransatz beidseitig über die Stirn
bis auf Augenhöhe aus, was dem Kopf seinen charakteristischen Ausdruck mit
Maske verleiht. Man spricht von einem "Stern", wenn oben auf der
Stirn ein mehr oder weniger grosses Abzeichen
gleicher oranger Farbe vorliegt. Der Behang kann auch
von kleinen gelb-orangen Flecken übersät sein, was
besonders geschätzt ist und als Zeichen reiner Abstammung gilt. Mehr oder
weniger ausgedehnte orangefarbene Abzeichen, getupft oder in kleinen Streifen,
können auch irgendwo am Körper auftreten, am häufigsten jedoch in der Gegend
des Rutenansatzes; diese dürfen jedoch nie so zahlreich sein, dass sie über die
weisse Grundfarbe überhand nehmen. Die Farbe der
Abzeichen soll leuchtend sein, weder blass noch dunkel im Farbton, auch nicht
bräunlich; letzteres wäre ein Hinweis auf eine Mischlings-Erbanlage. Das
Vorhandensein einer dritten Farbe ist absolut unzulässig, auch wenn es
sich nur
um einige Haare mit solcher dritter Farbe handeln sollte. Das Haarkleid
kann auch einheitlich weiss ohne Abzeichen sein.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : 44 -
56 cm.
Idealgrösse : Für Rüden 50
cm.
Für
Hündinnen 48 cm.
Gewicht : ca.
18 kg für einen erwachsenen Rüden.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
LEICHTE FEHLER :
·
Nasenschwamm und Augenlider teilweise
fleischfarben, Nasenschwamm zu hell pigmentiert.
·
Karpfen- oder leichter Sattelrücken.
·
Kruppe sehr stark abfallend.
·
Bauch windhundartig aufgezogen zu voll.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
·
Missverhältnis zwischen Länge des Körpers und
Widerristhöhe.
·
Kopf zu kurz.
·
Nasenschwamm und Augenlider ausgedehnt oder
vollständig fleischfarben.
·
Fang zu kurz, zu spitz, verdreht.
·
Behang zu hoch angesetzt.
·
Abweichender Gebissschluss wie Zangengebiss, Vor-
oder Rückbiss, Kreuzbiss.
·
Glasauge
·
Rute eingerollt, seitlich abgedreht oder gekürzte
Rute, Korkenzieherrute.
·
Ausgedrehte Ellenbogen.
·
Verkümmerter Unterarm.
·
Vordermittelfuss zu schräg.
·
Zu langes Haar.
·
Abzeichen in jeder anderer Farbe als gelb-orange.
·
Über- oder Untergrösse.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.