FCI -
Standard Nr. 21 / 04. 10. 1996 / D
(Grand Gascon Saintongeois)

ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Frankreich.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 24. 01. 1996.
VERWENDUNG : Hund für die Flintenjagd und manchmal für die
Hetzjagd auf Hochwild, aber auch auf den Hasen; meist in der Meute oder einzeln
als Fährtenhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6 Laufhunde,
Schweisshunde
und
verwandte Rassen.
Sektion 1.2 Grosse Laufhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Mitte des 19. Jahrhunderts
suchte der Graf Joseph de Carayon-Latour die im
Niedergang begriffene Rasse des Chien de Saintonge wiederzubeleben und kreuzte deshalb deren letzte
Nachkommen mit den Bleus de Gascogne des Baron de Ruble
und schuf so den Gascon Saintongeois,
verursachte dabei aber das Aussterben des Chien de Saintonge.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Sehr gut gebauter Hund, der gleichzeitig den
Eindruck von Kraft und Eleganz vermittelt; in Kopf, Haarkleid und Ausdruck ganz
dem französischen Typ entsprechend.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) :
Verhalten :
Vorzüglicher Hund für die Hetzjagd;
feine Nase; unternehmungsfreudig; sehr schönes Geläut; ordnet sich instinktiv
in die Meute ein.
Charakter :
Ruhig; ordnet sich leicht unter.
KOPF :
OBERKOPF :
Schädel : Von vorn betrachtet gewölbt und eher schmal;
der Hinterhaupthöcker ist gut betont; von oben betrachtet ist der hintere Teil
des Schädels deutlich spitzbogig.
Stop : Wenig
betont.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Schwarz, gut entwickelt; Nasenlöcher gut geöffnet.
Fang : Von
gleicher Länge wie der Schädel; kräftig; obere Linie leicht gewölbt.
Lefzen : Den
Unterkiefer knapp bedeckend; unauffälliger Lefzenwinkel.
Kiefer / Zähne :
Scherenschluss; die Schneidezähne stehen gut rechtwinklig zum Kiefer.
Backen :
Trocken.
Augen :
Oval; braun; sanfter, vertrauensvoller Ausdruck.
Behang : Er
ist dünn, gefaltet und muss mindestens die Nasenspitze erreichen können;
unterhalb der Augenlinie und recht weit nach hinten angesetzt, so dass er den
Schädel gut frei gibt.
HALS : Von mittlerer Länge und Dicke; leicht gebogen; er
trägt wenig Wamme.
KÖRPER :
Rücken : Sehr
fest; nicht übertrieben lang.
Lenden :
Leicht gewölbt, recht muskulös.
Kruppe : Gut
breit; eher horizontal.
Brust :
Breit, lang, sie reicht bis in Ellenbogenhöhe hinab; recht breite Vorbrust.
Rippen leicht gerundet und lang.
Untere Profillinie und Bauch :
Recht lang; leicht aufgezogen.
RUTE : Kräftiger Ansatz; am Ende stark verjüngt; bis zum Sprung-gelenkhöcker hinabreichend; elegant als Säbelrute
getragen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines :
Kräftige Vorderhand.
Schultern :
Recht lang; muskulös; mittellmässig schräg gelagert.
Ellenbogen : Am
Körper anliegend.
Unterarm :
Kräftiger Knochenbau.
HINTERHAND :
Allgemeines : Gut
proportionierte Hinterhand.
Oberschenkel : Lang
und gut bemuskelt.
Sprunggelenk :
Breit; leicht gewinkelt; gut tief angesetzt.
PFOTEN : Von
der Form eines leicht gestreckten Ovals; Zehen trocken und eng
aneinanderliegend; Ballen und Krallen schwarz.
GANGWERK : Gleichmässig und fliessend.
HAUT : Geschmeidig und nicht zu dick; weiss mit schwarzen
Flecken; Schleimhäute (haarlose Zonen) schwarz.
HAARKLEID
HAAR : Kurz
und dicht.
FARBE : Die
Grundfarbe ist weiss, schwarz gefleckt, manchmal getüpfelt. Jede Kopfseite
trägt im allgemeinen zwei schwarze Flecken, die den Behang bedecken, die Augen
einfassen und auf den Backen enden. Die Backen sind lohfarben, vorzugsweise
blass. Zwei lohfarbene Abzeichen finden sich über den Augenbrauen als "Vieräugelfleck". Spuren von Lohfarbe findet man auch
auf der Innenseite des Behangs und als Tüpfelung entlang der Gliedmassen; auf
der Oberseite des Behangs dürfen einige falbfarbene Haare erscheinen, ohne
jedoch den Kopf dreifarbig erscheinen zu lassen; manchmal findet sich unten am
Oberschenkel ein typischer Fleck von der Farbe welken Laubes, der sogenannte
"Rehfleck" (rehfarbener Fleck).
GRÖSSE :
Widerristhöhe :
Rüden : 65 cm bis 72 cm.
Hündinnen : 62
cm bis 68 cm.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
·
Mangel an Volumen.
·
Ungenügend entwickelter Knochenbau.
·
Kurzer Kopf.
·
Breiter Schädel.
·
Hoch angesetzter, kurzer Behang.
·
Weicher Rücken.
·
Abgeschlagene Kruppe.
·
Seitwärts getragene Rute.
·
Zu schräge oder zu steile Schulter.
·
Aus der Rückansicht eng stehende Sprunggelenke (kuhhessig).
·
Durchgetretene Pfoten.
·
Fehlende lohfarbene Abzeichen.
·
Furchtsame Hunde.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
·
Ängstliche oder aggressive Hunde.
·
Mangel an Typ.
·
Schwere anatomische Missbildungen.
·
Augenfällige, den Gebrauch beeinträchtigende
Mängel.
·
Vor- oder Rückbiss.
·
Helles Auge.
·
Jedes von der Standardbeschreibung abweichende Haarkleid.
Hunde, die
deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen
disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.