FCI - Standard Nr. 49 / 12. 03.
1999 /
D
FINNEN-SPITZ
(Suomenpystykorva)
ÜBERSETZUNG : Durch Dr.J.-M. Paschoud und Frau R.Binder an
den neuen Text angepasst.
URSPRUNG : Finnland.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 12. 03.
1999.
VERWENDUNG : Hund hauptsächlich zur Jagd auf Vogelwild in
den Wäldern, aber auch auf kleines Raubwild, Wasserwild und Elch. Passionierter
Jäger; ziemlich unabhängig, aber beteiligt sich aktiv an der Jagd und gibt
Laut, um die Beute anzuzeigen.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 5 Spitze
und Hunde vom Urtyp.
Sektion 2 Nordische
Jagdhunde.
Arbeitsprüfung nur für nordische Länder
(Schweden, Norwegen, Finnland).
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der
Ursprung des Finnen-Spitzes ist unbekannt. Hingegen weiss
man, dass seit Jahrhunderten Hunde vom Typ des Finnen-Spitzes im ganzen Land
schon zur Jagd auf alle Wildarten verwendet wurden. Der ursprüngliche
Hauptzweck war, einen Hund zu entwickeln, der sogar Wild auf Bäumen durch
Lautgeben anzeigte und der auch schön aussah. Als in den 90er Jahren die
Einschreibungen in das Hunde-stammbuch begannen,
existierten in Typ und Gebrauch gefestigte Exemplare dieser Rasse hauptsächlich
in den östlichen und nördlichen Gegenden des Landes. Der erste Standard wurde
im Jahre 1892 erstellt. Die erste Spezialschau erfolgte im selben Jahr und die
erste Arbeitsprüfung für Vogelwild im
Jahre 1897. Heute ist die Rasse sowohl in Finnland als auch in Schweden sehr
verbreitet. Die Entwicklung der Rasse erfolgte auf der Grundlage des reinen,
natürlichen Hundebestandes und bildet ein wesentliches Grundelement der
finnischen Kultur. Der Finnen-spitz wurde im Jahre 1979 zum « Finnischen
Nationalhund »erhoben.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Etwas
kleinerer als mittelgrosser Hund, fast quadratisch,
trocken und solide gebaut mit gut aufgerichteter Haltung.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die
Körperlänge entspricht der Widerristhöhe. Die Tiefe der Brust ist etwas kleiner
als die Hälfte der Widerristhöhe. Die Länge des Fangs verhält sich zur Länge des Schädel wie 3:4. Der Schädel ist etwas breiter als lang
und seine Breite entspricht seiner Tiefe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Lebhaft, kraftvoll, mutig
und entschlossen. Er kann gegenüber Fremden leicht zurückhaltend sein, ist aber
nie arglistig.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel : Von
oben gesehen ist er eiförmig, allmählich gegen die Ohren zu breiter werdend und
zwischen den Ohren am breitesten. Von vorne und von der Seite gesehen ist der
Schädel leicht gewölbt. Die oberen Begrenzungslinien von Fang und Schädel sind
fast parallel. Die Stirnfurche ist sehr oberflächlich. Die Augenbrauenbogen und
das Hinterhauptbein sind wenig sichtbar.
Stop : Nicht
stark ausgeprägt, aber der Winkel zwischen Nasenrücken und Schädel ist dennoch
klar ersichtlich.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Ziemlich klein, pechschwarz.
Fang :
Schmal, trocken, von oben und von der Seite gesehen allmählich schmaler
werdend. Der Nasenrücken ist gerade. Der
Unterkiefer zeichnet sich klar ab.
Lippen :
Straff, eher dünn und gut anliegend. Gut pigmentiert.
Kiefer / Zähne :
Kräftige Kiefer. Die Zähne sind gut und symmetrisch entwickelt. Engschliessendes Scherengebiss. Normales Gebiss.
Backen : Die
Jochbogen sind wenig ausgeprägt.
Augen : Von
mittlerer Grösse, mandelförmig, etwas schräg
eingesetzt und vorzugsweise dunkel. Der Ausdruck ist lebhaft und aufgeweckt.
Ohren : Eher
hoch angesetzt, immer aufgerichtet. Eher klein, spitz, sehr beweglich und von
dünnem Haar bedeckt.
HALS : Bemuskelt; bei Rüden scheint er wegen der dicken Mähne eher
kurz zu sein, bei Hündinnen von mittlerer Länge. Kehle ohne Wamme.
KÖRPER :
Widerrist : Klar
abgezeichnet, besonders bei Rüden.
Rücken : Eher
kurz, gerade und bemuskelt.
Lenden : Kurz
und bemuskelt.
Kruppe : Von
mittlerer Länge, gut entwickelt, sanft abfallend.
Brust : Tief,
fast bis zu den Ellenbogen reichend, nicht sehr breit. Die Rippen sind leicht
gewölbt; die Vorbrust ist deutlich sichtbar, ohne besonders breit zu sein.
Untere Profillinie und Bauch : Leicht
aufgezogen.
RUTE : Vom
Ansatz an kräftig nach vorne gekrümmt, dicht längs des Rückens getragen, nach
unten und leicht rückwärts gegen den Oberschenkel gepresst, die Spitze bis
Mitte Oberschenkel reichend. Wenn die Rute gestreckt ist, reicht sie ungefähr
bis zum Sprunggelenk.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines : Von
vorne gesehen gerade und parallel. Das Knochengerüst ist von mittlerer Stärke. Der
Oberarm ist etwas kürzer als das Schulterblatt und der Unterarm.
Schultern :
Kräftig, sehr beweglich und relativ steil.
Oberarm : Ein
wenig kürzer als das Schulterblatt. Leicht schräg gestellt, kräftig.
Ellenbogen : Sie
liegen vorne an einer gedachten von der Schulterspitze aus gezogenen
senkrechten Linie. Sie sind gerade nach hinten ausgerichtet.
Unterarm :
Relativ kräftig, senkrecht.
Vordermittelfub : Von
mittlerer Länge, leicht schräg.
Vorderpfoten :
Rundliche Katzenpfoten. Die Zehen sind eng aneinanderliegend
und gut gewölbt. Die Ballen sind elastisch, immer schwarz, seitlich dicht
behaart.
HINTERHAND :
Allgemeines :
Kräftig, von hinten gesehen gerade und parallel. Mittlere Winkelung. Das
Knochengerüst ist von mittlerer Stärke. Der Oberschenkel ist etwas länger als
der Unterschenkel.
Oberschenkel
: Von mittlerer Länge, relativ breit, mit gut entwickelten
Muskeln.
Knie : Gerade
nach vorne ausgerichtet, mittlere Winkelung.
Unterschenkel : Bemuskelt.
Sprunggelenk : Mässig tief angesetzt, mittlere Winkelung.
Hintermittelfub : Eher
kurz, kräftig und senkrecht.
Hinterpfoten :
Etwas länglicher als die Vorderpfoten, sonst gleich. Afterkrallen sollten
entfernt sein.
GANGWERK :
Bewegung leicht, ohne Anstrengung bodendeckend. Der
Hund wechselt leicht vom Trab in den Galopp, der die natürlichste Gangart
darstellt. Die Läufe bewegen sich in parallelen Ebenen. Wenn er dem Wild nachjagd, stürzt er sich in schnellen Galopp.
HAUT : Am
ganzen Körper gut anliegend, ohne Falten.
HAARKLEID
HAAR : Am
Körper relativ lang, halb oder ganz aufgerichtet, steifer am Hals und auf dem
Rücken. Auf dem Kopf und an den Läufen, ausgenommen an der Hinterseite der
Oberschenkel, ist das Haar kurz und flach anliegend. Das steife Haar an den
Schultern ist, besonders bei Rüden, bemerkenswert länger und gröber. An den
« Hosen » und an der Rute ist das Haar lang und dicht. Die Unterwolle
ist kurz, weich, dicht und von heller Farbe.
FARBE : Auf
dem Rücken ist das Haar rotbraun oder goldbraun, vorzugsweise glänzend. Innen
an den Ohren, an den Backen, an Kehle, Brust, Bauch, an der Innenseite der
Läufe, an der Hinterseite der Oberschenkel und an der Rute ist die Tönung
heller. Ein weisser Streifen an der Brust und kleine weisse Abzeichen auf den Pfoten sind erlaubt.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe : Idealgrösse für Rüden : 47
cm,
für Hündinnen : 42 cm.
Toleranz +/- 3 cm.
Gewicht : Rüden : 12 - 13 kg,
Hündinnen : 7 - 10 kg.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
·
Schwerer Kopf.
·
Grober Fang.
·
Schwacher Unterkiefer.
·
In einem scharfen Winkel nach vorne gerichtete
Ohren, seitlich weisende oder mit den Spitzen zusammenstehende Ohren, nach
hinten gelegte Ohren; Ohren, die innen von langem Haar ausgekleidet sind.
·
Zu schwach oder zu stark gekrümmte Rute.
·
Vordermittelfuss zu
elastisch.
·
Haar lang, weich, zu kurz oder eng anliegend.
·
Deutlich voneinander abgegrenzte verschiedene
Farbtöne.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Fleischfarbene Nase.
·
Vor-oder Rückbiss.
·
Augen stechend
gelb, Glasauge.
·
Ohren mit gekippten Spitzen.
·
Knickrute.
·
Haarkleid gewellt
oder gelockt.
·
Farben, die eindeutig von der Grundfarbe
abweichen.
·
Breite, weisse Abzeichen
an der Brust und / oder weisse « Socken ».
·
Eindeutig aggressives Verhalten gegenüber
Menschen.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.