FCI - Standard Nr. 175 /  25. 09. 1998  /  D

 

 

FRANZÖSISCHER SPANIEL

(Epagneul Français)

 

ÜBERSETZUNG  : Frau Michèle Schneider.

 

URSPRUNG : Frankreich.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 24. 07. 1996.

 

VERWENDUNG : Vorstehhund.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7   Vorstehhunde.

                                         Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde,

                                                           Typ « Spaniel ».

                                         Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Epagneul Français ist der Abkömmling der  Vogelhunde, die Gaston Febus beschrieb und die im Mittelalter Verwendung fanden. Auf sie gehen die verschiedenen Varietäten der Jagdspaniel zurück. Durch Selektion schuf man aus ihnen den eleganten, athletischen und sehr sicheren Vorstehhund, der heute in den Jagdprüfungen brilliert. Der erste Standard wurde 1891 von James de Connick aufgestellt; seidem wurde er mehrfach abgewandelt und der Entwicklung der Rasse angepabt.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Mittelgrober, eleganter und muskulöser Hund vom Brackentyp mit normalen Körperpropor- tionen. Sein harmonisch proportionierter Körperbau offenbart die zur Erfüllung seiner Aufgabe notwendige Energie und Widerstandskraft. Der Knochenbau ist stark, aber nicht derb.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN : Die Körperlänge (Länge = Buggelenk bis Sitzbeinhöcker) übertrifft die Widerristhöhe um 2 bis 3 cm (der Hund pabt in ein Rechteck). Die Brustlänge beträgt 6/10 der Körperlänge oder mehr.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Ausgeglichen, offen, sanft, ruhig und gelehrig, mit Eifer bei der Jagd, verträglich mit seinen Artgenossen und in allen Situationen ein idealer Begleiter. Er ist ein vorzüglicher Vorstehhund, aber gleichermaben auch zum Apportieren begabt.

 

KOPF : Stolz getragen, ohne Schwere, nicht übertrieben trocken; der Kopf ist gut modelliert. Er ist mittelmäbig lang und breit.

 

OBERKOPF :

Schädel : Die Seitenflächen des Schädels sind nahezu parallel; die Brauenbogen sind betont; in Seitenansicht verlaufen die Linien von Schädel und Fang leicht divergent.

Stop : Progressiv ansteigend und mittelmäbig betont.

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Gut pigmentiert; die Nasenlöcher sind weit geöffnet.

Fang : Der leicht konvexe Nasenrücken wird dem geraden Nasenrücken vorgezogen; er ist ein wenig kürzer als der Schädel.

Lefzen : Die Oberlefze liegt gut an; in Seitenansicht fällt sie vorn nahezu senkrecht hearab und rundet sich allmählich zum kaum sichtbaren, aber gut geschlossenen Lefzenwinkel hin. Die Oberlefze darf die untere nicht übertrieben bedecken.

Kiefer / Zähne : Vollständiges Gebib; Scheren- oder Zangengebib.

Augen : Die Augen sind dunkelbernsteinfarben und drücken Intelligenz und Sanftmut aus; sie sind recht grob und oval; die Lider liegen dicht am Augapfel an; das Oberlid ist gut mit Wimpern besetzt.

Behang : Der Behang ist gut anliegend und auf Augenlinie nach hinten angesetzt; er ist bis zur abgerundeten Spitze mit welligem Seidenhaar besetzt. Zieht man ihn ohne Gewalt nach vorne, mub die Spitze gerade bis zum Nasenschwammansatz reichen.

 

HALS : Muskulöser, im Profil leicht gebogener, ovaler Hals ohne Wamme.

 

KÖRPER

Obere Profillinie : Etwas tiefer als der Widerrist, gerade und in der Bewegung fest.

Widerrist : Trocken, gut hervortretend und breit.

Lenden : Breit, nicht zu lang und kräftig bemuskelt.

Kruppe : Breit, in der Verlängerung der Lende abgerundet, ohne hervortretende Knochen.

Brust : Weit, grobräumig; bis zum Ellenbogen herabreichend. Brustbeinbereich : Weit und gerundet.

Untere Profillinie und Bauch : Harmonisch zum Bauch hin ansteigend.

 

RUTE : Unkupiert und bis zum Sprunggelenkhöcker reichend, ohne seitliche Abweichung; unterhalb der Oberlinie angesetzt; schräg herabfallend und säbelförmig gebogen. Am Ansatz kräftig, verjüngt sie sich allmählich zum Ende hin. Beginnend einige Zentimeter hinter dem Ansatz ist sie reich mit langen, gewellten Seidenhaaren (Fahne) besetzt, die zur Rutenmitte hin länger werden, dann bis zur Rutenspitze hin allmählich abnehmen.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND : Die Läufe stehen senkrecht. Die Hinterseite der Vordergliedmaben ist mit gewellter Befederung besetzt, die oberhalb des Ellenbogens mittellang, im Bereich des Unterarms aber deutlich länger ist und bis auf den Mittelfubbereich herabfällt.

Schultern : Gut an der Brust anliegend und ziemlich schräg (50° zur Waagrechten).

Oberarm : Seine Länge ist kürzer als ein Drittel der Widerristhöhe und seine Neigung zur Horizontalen liegt nahe bei 60°.

Unterarm : Trocken und muskulös.

Vorderfubwurzel und Vordermittelfub : Gut gezeichnet, trocken mit hervortretenden Knochen, aber nicht derb; der Mittelfub ist ganz leicht geneigt.

Vorderpfote: Oval mit eng aneinanderliegenden und gut gewölbten Zehen, die in kräftigen, dunklen Krallen enden; zwischen den Zehen behaart; die Ballen sind fest und dunkel.

 

HINTERHAND : Von hinten betrachtet stehen die hinteren Gliedmaben senkrecht; die Läufe sind kräftig und vom Oberschenkel bis zum Unterschenkel gut bemuskelt.

Oberschenkel: Breit und recht lang, mit kräftiger, sehr deutlich sichtbarer Muskulatur. Seine Neigung zur Horizontalen liegt zwischen 65 und 70 Grad.

Unterschenkel : Von merklich gleicher Länge wie der Oberschenkel. Gut geformte und hervortretende Muskeln.

Sprunggelenk : Kräftig und sehnig.

Hinterpfote: Oval und bei sonst gleichen Merkmalen ein wenig länglicher als die Vorderpfote.

 

GANGWERK : Fliebend, geschmeidig, gleichmäbig, energisch und dennoch elegant. Die Gliedmaben bewegen sich in der Körperachse ohne übermäbige Auf- und Abbewegung der Rückenlinie und ohne zu schaukeln.

 

HAUT : Geschmeidig und gut am Körper anliegend.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Am Behang lang und wellig und über das Lappenende reichend; ebenso an der Rückseite der Gliedmaben und an der Rute. Am Körper reiches, anliegendes, seidiges Haar, mit einigen Wellen hinter dem Hals und über dem Rutenansatz. Glatt und fein am Kopf.

 

FARBE : Weib und braun in mittlerer Scheckung, manchmal überhandnehmend, mit unregelmäbigen Platten, wenig oder mittelmäbig getüpfelt, und ohne Übermab geschimmelt. Die Brauntönung reicht von zimt- bis dunkel leberfarben. Eine weibe Blesse und weisse Zeichnung am Kopf wird geschätzt, wenn das Abzeichen nicht zu breit ist. Fehlendes Weib am Kopf ist völlig zulässig. Alle äuberen Schleimhäute sind braun und ohne Depigmentation, insbesondere am Nasenschwamm und an den Lidern.

 

GRÖSSE :

Widerristhöhe : 56 bis 61 cm für Rüden;

                        55 bis 59 cm für Hündinnen;

bei beiden wird nach oben eine Toleranz von 2 cm gewährt.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

·       Zu breiter Schädel.

·       Zu kurzer Fang.

·       Helles Auge.

·       Behang teilweise weib, zu kurz oder dreieckig.

·       Wamme.

·       Seitwärts getragene Rute.

·       Schlechter Stand.

·       Mangel an Knochensubstanz.

·       Gekräuseltes Haar auf dem Körper.

·       Mangelnde Befederung.

·       Auge in weibem Abzeichen, Lid aber pigmentiert.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

·       Mangel an Typ (ungenügend ausgeprägte Rassenmerkmale, so dab der Hund insgesamt den Artgenossen seiner Rasse nicht mehr ausreichend gleicht).

·       Deutliche Konvergenz der Schädel- und Fanglinien.

·       Vor- oder Rückbib mit Kontaktverlust von mehr als einem Millimeter.

·       Jedes Fehlen von Zähnen (auber PM1).

·       Entropium oder Ektropium.

·       Unterschiedlich gefärbte Augen.

·       Deutlich zu helles Auge bei über 2 Jahre alten Hunden.

·       Schielen.

·       Afterkrallen an den hinteren Gliedmaben.

·       Jede andere Farbe als Weib und Braun.

·       Depigmentierung (deutliche fleckige Depigmentierung an Nase und/oder Lidern).

·       Gröbe auberhalb der vom Standard vorgegebenen Grenzen.

·       Ängstlich, aggressiv oder bissig.

·       Schwere Anomalie des Körperbaus.

·       Zur Gebrauchsunfähigkeit führender Mangel.

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.