FCI - Standard Nr.  130 /  29. 11. 2000   /  D

 

SCHWEDISCHE DACHSBRACKE
(Drever)

 

 

 


ÜBERSETZUNG  : Standardkommission des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (V.D.H.).

 

URSPRUNG : Schweden.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 29. 10. 1996.

 

VERWENDUNG : Laufhund.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6    Laufhunde, Schweißhunde

                                                            und verwandte Rassen.

                                          Sektion 1.3              Kleine Laufhunde.

                                          Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der kleine deutsche Laufhund, die westfälische Dachsbracke, wurde 1910 nach Schweden importiert. Die ersten Hunde wurden 1913 eingetragen; allerdings ist wenig über die Rasse vor 1930 bekannt. Erst von da an erlangte sie den Ruf eines sehr guten Spürhundes für Rotwild. Dieses war bis zu dieser Zeit spärlich vorhanden; als es jedoch zahlreicher wurde und sich weiter nach Norden ausbreitete, erfuhren Jäger von den Vorzügen des kurzbeinigen Hirsch-Spürhundes. 1947 wurde der größeren (2 cm höher am Widerrist) schwedischen Varietät der Bracke der Name Drever gegeben. 1953 wurde der Drever als eine schwedische Rasse anerkannt. Der Drever wird als beste Wahl für die Hirschjagd angesehen, jedoch ist er ein ebenso zuverlässiger Jagdhund für die Hasen- und Fuchsjagd. Im wesentlichen sollte der Drever wie ein Spürhund gebaut sein. Er sollte in der Lage sein, leistungsfähig bei schwedischen Boden- und Klimaverhältnissen zu arbeiten. Die Rasse wird ausschließlich als Jagdgebrauchshund gehalten und man hört kaum jemals von einem, der „nur“ als Begleithund gehalten  wird.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :  Eher langer Körper mit ziemlich niedrig stehenden Läufen. Erscheinungsbild eher robust und kräftig als elegant und schnittig.

 

 

Stolze Haltung, gut entwickelte Muskulatur, flink. Der Unterschied zwischen Rüden und Hündinnen ist ausgeprägt.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Aufmerksamer, ausgeglichener Laufhund. Nie aggressiv, nervös oder scheu.

 

KOPF : Der Kopf soll im Verhältnis zum Körper groß sein, langgestreckt und sich zur Nase hin verjüngen.

 

OBERKOPF :

Schädel : Nur wenig gewölbt.

Stop : Gering.

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Schwarz und mit gut entwickelten, weiten Nasenlöchern.

Fang : Von oben oder von der Seite gesehen gut entwickelt, niemals spitz. Nasenrücken gerade oder leicht gebogen.

Lefzen : Straff und dicht anliegend, die Zähne gut überdeckend. Lefzenwinkel nicht sichtbar.

Kiefer / Zähne : Starke Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss. Zangengebiss zulässig.

Augen : Klar und ausdrucksvoll, weder hervorstehend noch glotzend. Dunkelbraun. Augenlider gut straff am Augapfel anliegend.

Behang : Ziemlich tief angesetzt, mittellang und breit, hängend und ohne Falten dicht an den Wangen anliegend getragen abgerundete Spitzen.

 

HALS : Kraftvoll und von richtig proportionierte Länge. Gleichmäßiger Übergang in die Schulterpartie. Dicke Haut, straff anliegend.

 

KÖRPER :

Rücken : Kraftvoll und muskulös, zur Kruppe hin leicht abfallend.

Lenden : Kräftig und verhältnismäßig kurz. Von der Seite betrachtet leicht gewölbt.

 

 

Kruppe : Leicht schräg, lang und breit.

Brust : Lang, gut entwickelt, im Querschnitt eiförmig und deutlich bis unter die Ellenbogen reichend. Gut entwickelte Rippen.

Untere Profillinie und Bauch : Brustlinie gleichmäßig in die schwach aufgezogene Bauchlinie übergehend.

 

RUTE : Lang und am Rutenansatz dick. Bevorzugt hängend, kann aber auch höher getragen werden, jedoch nie über dem Rücken.

 

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND :

Allgemeines : Die Vorderläufe sollen von vorne gesehen gerade sein; kräftige Knochen.

Schultern : Schulterblätter sind gut anliegend, lang, breit und stark bemuskelt. Von der Seite betrachtet bilden sie einen Winkel von 50° mit der Horizontalen. Ausgeprägter Widerrist.

Oberarm : Verhältnismäßig lang und breit. Gut anliegend, jedoch frei beweglich. Bildet mit dem Schulterblatt einen Winkel von 100°.

Ellenbogen : Weder ein- noch auswärts gedreht.

Vordermittelfuss : Federnd und von der Seite betrachtet einen geringen Winkel mit dem Unterarm bildend.

Vorderpfoten : Fest, mit eng aneinanderliegenden Zehen und gut entwickelten, derben Ballen. Weder einwärts noch auswärts drehend.

 

HINTERHAND :

Allgemeines : Von hinten gesehen gerade und parallel.

Oberschenkel : Breit mit gut ausgebildeter Muskulatur.

Knie : Gut gewinkelt.

Sprunggelenk : Breit, stark und gut gewinkelt.

Hintermittelfuss : Kurz und beinahe senkrecht stehend. Afterkrallen sollen entfernt werden.

Hinterpfoten : Wie Vorderpfoten.

 

GANGWERK : Die Bewegung sollte gleichmäßig, parallel und weitausgreifend sein. Die Rückenlinie bleibt dabei eben.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Harsch, gerade und dicht am Körper anliegend. Auf dem Kopf, an den Behängen und dem unteren Teil der Läufe soll das Haarkleid kürzer, am Hals, auf dem Rücken und der hinteren Seite der Schenkel länger sein. Auf der Unterseite der Rute soll es buschig sein, jedoch keine Fransen bilden.

 

 FARBE : Alle Farben mit weißen Abzeichen sind zulässig. Einfarbig weiss oder leberbraun ist nicht zugelassen. Die Farben sollen rein sein. Weiße Abzeichen sollten von allen Seiten gut erkennbar sein, vorzugsweise als Blesse, als Halsring, an den Pfoten und an der Rutenspitze. Bevorzugt werden sollten symmetrische Abzeichen.

 

GRÖSSE:

Widerristhöhe :

Ideal für Rüden :      35 cm, mit zulässiger Toleranz von 32 bis 38 cm.

Ideal für Hündinnen: 33 cm, mit zulässiger Toleranz von 30 bis 36 cm

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

SCHWERE FEHLER :

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

·         Aggressiv oder ängstlich.

·         Ein oder beide Augen blau.

 

 

 

·         Ausgeprägter Vor- oder Rückbiss.

·         Knickrute oder anderweitig deformierte Rute.

·         Leberbraune Farbe, völlig weißes Haarkleid.

·         Über- oder Untergröße.

 

 

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

 

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.