FCI - Standard Nr. 224 / 07 . 09. 1998 / D
(Drentsche
Patrijshond)
ÜBERSETZUNG : A.H. van
der Snee und Dr. J.-M. Paschoud.
URSPRUNG : Niederlande.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 26. 02. 1955.
VERWENDUNG : Für den niederländischen Jäger, der in den
abwechslungsreichen Feldern ohne viel körperliche Anstrengung Entspannung
sucht, ist er der ideale Jagdhund. Auf der Jagd durchsucht der Hund das Feld,
ohne sich aus der Schubweite
des Jägers zu entfernen. Es ist offenbar für ihn ein Bedürfnis, mit dem Jäger
Kontakt zu behalten. Bei der Annäherung bleibt er in mässigem Abstand vom Wild
und steht tadellos vor. Beim Vorstehen wartet der Hund, bis der Jäger sich bis
auf einen kurzen Abstand genähert hat; bei längerem Warten auf den Jäger sieht
er sich nach ihm um. Sein Anpassungsvermögen macht ihn tauglich für die Jagd
auf allerlei Wild auf dem Lande und im Wasser. Ausserdem ist er ein guter
Apportier-hund und Verlorensucher. Diese Eigenschaften sind angeboren, so dab er wenig Dressur
braucht. Wegen seines sanften Charakters hat eine Zwangdressur sogar schlechte
Folgen.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ
« Spaniel ».
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Die Rasse entstand im
16.Jahrhundert aus Vorstehhunden, die über Frankreich aus Spanien kamen und
Spioenen oder Spaniolen genannt wurden. In den Niederlanden wurden sie
Patrijshonden (Rebhuhnhunde) genannt. Im Osten, besonders in der Provinz
Drenthe, wurden diese Hunde rassenrein gezüchtet, und nicht, wie in anderen
Regionen, mit ausländischen Rassen gemischt.
Am 15. Mai 1943 wurde die Rasse offiziell vom Raad van Beheer op Kynologisch
Gebied in Nederland anerkannt. Die Anerkennung wurde tatkräftig gefördert von
der Baronin van Hardenbroek und von den Herren van Heek jr. und Quartero. Die
Rasse ist eng verwandt mit dem Kleinen Münsterländer (Heidewachtel) und dem
Epagneul français. Am 5. Juni 1948 wurde der zuständige Rasseverein unter dem
Namen Nederlandse Vereniging « De Drentsche Patrijshond » gegründet.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Ebenmäbig gebauter Hund von
kräftigem Körperbau, der die für einen Jagdhund nötige Geschwindigkeit
ermöglicht. Er ist kräftiger gebaut als der Kleine Münsterländer, ähnlicher dem
Deutsch-Langhaar. Der Unterschied zum letzteren zeigt sich vor allem in der
Kopfform : er ist kürzer, der Fang stumpfer und durch die trockenen, nicht
hängenden Lefzen leichter, wodurch der ganze Kopf leichter erscheint als beim
Deutsch-Langhaar. Der Hund ist etwas länger als hoch, somit leicht gestreckt.
Obschon das Haar nicht ausgeprochen lang ist, macht er einen langhaarigen
eindruck durch seinen gut behaarten Behang und Rute, durch die reichere
Behaarung an Hals und Brust sowie durch die Befederung an Behang, Vorder- und
Hinterläufen und besonders an der Rute.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Von Natur gehorsam, treu und
intelligent, ist dieser Hund nicht nur ein guter Jagdfreund, sondern auch ein
wertvoller Hausgenosse.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel :
Ziemlich breit und nur leicht gewölbt. In der Mittellinie verläuft eine kaum
wahrnehmbare Furche vom leichten Stop bis halbwegs zum mässig entwickelten
Hinterhauptbein. Die Augenbrauengoben sind deutlich wahrnehmbar.
Stop : Von
vorne und von der Seite gesehen ist der Übergang vom Schädel zum Fang
fliessend.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Gut
entwickelt un dvon brauner Farbe. Die Nasenlöcher sind weit geöffnet.
Fang :
Keilförmig, stumpf endend, ohne Einsenkung vor den Augen. Der Nasenrücken ist
breit und weder konkav noch konvex (eine sehr geringe Wölbung ist erlaubt. Ramsnase ist hingegen unzulässig).
Lefzen :
Ziemlich dünn und trocken.
Kiefer / Zähne : Gebib kräftig, gut
schliessend, Scherengebib.
Backen : Mässig
entwickelt, ohne Unterbrechung in den Fang übergehend.
Augen : Die
Augen liegen weit auseinander und sind so eingesetzt, dab sie gut geschützt sind;
weder vorstehend noch tief eingesetzt; mittelgrob, von ovaler Form. Der
Blick drückt Gutmütigkeit und Intelligenz des Jagdhundes aus. Gewünscht wird
Bernsteinfarbe, also weder dunkel noch so hell wie ein Raubvogelauge. Die
Augenlider sind am Augapfel eng anliegend.
Behang : Nicht schwer, hoch angesetzt; vom Ansatz an
faltenlos dicht an den Backen anliegend getragen; nach vorne gezogen fehlen in
der Länge etwa drei Fingerbreiten bis zur Nasenspitze. Breit am Ansatz, enden
sie in einer abgerundeten Spitze, sind also spitziger als beim
Detusch-Langhaar. Das reichliche Haarm am Behang ist gewellt und lang; kein
Kraushaar. Der Rand der Innenseite des
Ohres ist reich befedert.
HALS : Kräftig, mittellang, eher kurz als lang; er bildet
ohne Unterbrechung eine fliessende Linie zwischen Kopf und Rumpf. Ein längrer,
eleganter aussehender Hals ist weniger kräftig und ist unzulässig. Wamme und
lose Kehlhaut passen nicht zu diesem trocken gebauten Hund mit klaren Umriblinien und sind daher
unzulässig.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Der
mittellange Hals bildet mit dem geraden Rücken und den Lenden eine fliessende
Linie, die in der leicht abfallenden Kruppe endet.
Rücken :
Kräftig, mittellang, nicht zu kurz, wodurch mit der gut gewinkelten Vorder- und
Hinterhand der Eindruck einer gestreckten Länge entsteht.
Lenden :
Kräftig bemuskelt.
Kruppe :
Breit und lang, leicht abfallend.
Brust :
Tief, bis zu den Ellenbogen reichend, von vorne gesehen ziemlich breit; ein
schmaler und nicht tief reichender Brustkorb ist fehlerhaft. Rippenkorb lang
gezogen, hintere Rippen gut entwickelt. Gewölbt, weder flach noch tonnenförmig.
Untere Profillinie :
Wenig aufgezogen.
RUTE : Nicht kupiert, ziemlich hoch angesetzt, in der Länge
fast bis zum Sprunggelenk reichend. Halb hängend getragen und gegen das Ende zu
einen leichten aufwärts gerichteten Bogen bildend. In der Bewegung wird die
Rute gestreckt horizontal mit einem gegen das ende zu leicht aufwärts
gerichteten Bogen getragen. Eine Besonderheit dieser Rasse ist, dab der Hund während der
Sucharbeit die Rute kreisförmig bewegt, besonders heftig, wenn er das Wild
wittert. Nie über den Rücken gerollt getragen. Ausgenommen am Ansatz ist die
Rute gegen die Spitze zu abnehmend reich befedert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schulter und Oberarm : Lang
und so gestellt, dab
Schulter, Oberarm und Unterarm untereinander eine gute Winkelung aufweisen.
Auch von vorne gesehen, sind die Schulterblätter gut schräg gestellt, womit sie
den Körper gut einschliessen und harmonisch integriert sind.
Ellenbogen : An
der Brust gut anliegend, weder nach aussen, noch nach innen gedreht, was beides
den Hund in seiner Bewegung behindern würde.
Unterarm :
Gerade und gut bemuskelt.
Vorderfubwurzelgelenk :
Kräftig, von guter Knochenstärke.
Vordermittelfub :
Weder nach aussen noch nach innen gedreht, leicht elastisch federnd.
Vorderpfoten : Rundlich-oval
mit gut aneinander liegenden, gewölbten, kräftigen Zehen und soliden Fubballen.
HINTERHAND : Gut
entwickelt, breit und gut bemuskelt.
Ober-und Unterschenkel :
Beckenknochen, Ober-und Unterschenkel weisen untereinander eine gute Winkelung auf.
Die Hinterläufe, von hinten gesehen, sind weder zu eng noch zu weit auseinander
und stehen absolut senkrecht und gerade.
Sprunggelenk : Tief
angesetzt.
Hintermittelfub :
Kurz, weder nach aussen noch nach innen gedreht.
Hinterpfoten : Wie
Vorderpfoten.
GANGWERK : Raumgreifender, harmonischer und kräftiger
Bewegungsablauf; die Läufe bewegen sich im Trab weder eng noch weit; ohne
Schlenkern und ohne Drehen der Ellenbogen und der Sprunggelenke nach aussen.
Neigt bei zunehmender Geschwindigkeit zum « single tracking », d.h.
alle 4 Läufe nähern sich immer mehr der Körpermittellinie.
HAARKLEID
HAAR :
Dichtes, den Körper gut bedeckendes, nicht gekräuseltes Haarkleid; die Haare
sind nicht besonders lang, aber da sie stellenweise länger sind, wird der
Eindruck eines langhaarigen Hundes erweckt. Am Hals und an der Vorbrust, wo bei
anderen Rassen das Haar ein Mähne bildet, ist das Haar länger. Am Behang ist das Haar lang und gewellt.
Behang, Hinterseite der Vorder-und Hinterläufe, Schenkel und Rute sind befedert.
Zwischen den Zehen sind die Pfoten reich behaart.
FARBE : Weib mit braunen oder
orangefarbenen Platten, eventuell mit rotbraunen Abzeichen (Brand), getüpfelt
oder nicht getüpfelt. Hunde mit durchgehendem « Mantel » in den
angegebenen Farben zulässig, aber weniger wünschenswert.
GRÖSSE :
Widerristhöhe : 55
bis 63 cm.
Eine Überschreitung von einigen
cm ist annehmbar, wenn der Hund gut proportioniert ist.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.