FCI - Standard Nr.
230 / 30. 07. 2004 / D
Do Khyi
ÜBERSETZUNG : Herr Christofer Habig und Frau Elke Peper.
URSPRUNG : Tibet.
PATRONAT: F.C.I.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDS : 24.03.2004.
VERWENDUNG : Begleithund, Wach- und Schutzhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher
und Schnauzer –
Molossoide
– Schweizer
Sennenhunde
und andere
Rassen.
Sektion 2.2 Molossoide, Berghunde.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Do Khyi (auch Tibet
Dogge oder Tibet Mastiff genannt) ist seit alters her der Herdenschutzhund der
wandernden Hirten des Himalaya und der traditionelle Wachhund der tibetischen
Klöster. Seit ihrer frühesten Entdeckung im Altertum ist die Rasse von Mythen umgeben. Von ihrer ersten Erwähnung
durch Aristoteles (384-322 v.Chr.) bis hin zu den berühmten Schriften Marco
Polos, der 1271 nach Asien zog, rühmen alle Berichte die natürliche Stärke und
die beeindruckende Erscheinung der Do Khyis – sowohl in physischer als auch in
charakterlicher Hinsicht. Selbst das Bellen der Do Khyis wurde als
einzigartiges, hoch geschätztes Merkmal der Rasse beschrieben.
Führende europäische Kynologen
der Vergangenheit wie Martin und Youatt, Megnin, Beckmann, Siber oder Strebel
und Bylandt haben ausführlich über Do Khyis geschrieben, da sie von ihrem
Ursprung und ihrer Funktion in der tibetischen Kultur fasziniert waren.
Einige betrachteten diese Rasse
sogar als den eigentlichen Ursprung aller großen Berghunde und doggenartigen
Rassen.
Einer der ersten Do Khyis, der
nachweislich in die westliche Welt gelangte, war ein Rüde, den Lord Hardinge
(damaliger Vizekönig von Indien) 1847 an Queen Victoria sandte. Später, in den
80er Jahren des 19. Jahrhunderts, nahm Edward VII (zu jener Zeit Prince of
Wales) zwei dieser Hunde mit zurück nach England. Frühe Aufzeichnungen
berichten von einem Wurf Do Khyis, der 1898 im Berliner Zoo zur Welt kam.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Mächtig, schwer, gut gebaut,
mit guter Knochenstärke. Imposant; mit würdevollem und erhabenem Auftreten.
Zeigt eine Verbindung von majestätischer Stärke, Robustheit und Ausdauer;
tauglich zur Arbeit unter allen klimatischen Bedingungen. Die Rasse entwickelt
sich langsam, Hündinnen sind erst mit 2 – 3 Jahren, Rüden frühestens mit 4
Jahren ausgereift.
WICHTIGE PROPORTIONEN :
• Der vom Hinterhauptsstachel
zum Stop gemessene Schädel ist von
gleicher Länge wie das Vorgesicht, das aber
auch etwas kürzer sein
darf.
• Die Körperlänge übertrifft leicht
die Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Unabhängig, mit
Schutzinstinkt. Respekt einflößend. Höchst ausgeprägte Treue seiner Familie und
seinem Territorium gegenüber.
KOPF : Breit, schwer und kräftig. Im Erwachsenenalter kann
sich eine Falte bilden, die oberhalb der Augen beginnt und bis hinunter zu den
Mundwinkeln verläuft.
OBERKOPF :
Schädel :
Groß, sehr leicht gewölbt, mit stark ausgeprägtem Hinterhauptstachel.
Stop : Gut
ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm :
Breit, je nach Fellfarbe so dunkel wie möglich; die Nasenlöcher sind gut
geöffnet.
Fang :
Ziemlich breit, gut ausgefüllt und tief. Das Fangende ist viereckig.
Lippen : Gut
entwickelt, die Oberlefzen bedecken den Unterkiefer.
Kiefer / Zähne :
Kräftige Kiefer mit perfektem, regelmässigem und vollständigem Scherengebiss,
wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und
die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zangengebiss erlaubt. Lückenlos
schließende Zahnreihen.
Augen : Von
mittlerer Grösse; braun in allen möglichen Schattierungen abhängig von der
Fellfarbe; je dunkler, desto besser. Weit voneinander und etwas schräg
eingesetzt, oval. Die Augenlider liegen straff am Augapfel an. Würdevoller
Ausdruck.
Ohren :
Mittelgross, dreieckig, herab hängend; zwischen der Schädeldecke und den Augen
nach vorn fallend werden sie eng am Kopf anliegend getragen. Bei Aufmerksamkeit
werden die Ohren nach vorn gerichtet. Die Ohrlappen sind von weichem, kurzem
Haar bedeckt.
HALS : Kräftig, gut bemuskelt, gewölbt. Wamme nicht zu stark
entwickelt. Von einer dicken Mähne abstehenden Haars bedeckt, die bei Hündinnen
weniger ausgeprägt ist.
KÖRPER : Kräftig.
Rücken :
Gerade, muskulös.
Kruppe :
Breit und ziemlich flach.
Brust : Recht
tief, mässig breit. Die Rippen sind gut gewölbt, so daß der Brustkorb
herzförmig ist. Der Brustkorb reicht bis unter die Ellenbogenhöhe.
RUTE : Mittellang. Auf Höhe der Rückenlinie hoch angesetzt.
Bei Aufmerksamkeit und in der Bewegung hoch und lose über dem Rücken gerollt
getragen; gut befedert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Gerade, gut gewinkelt, rundum gut von kräftigem Haar bedeckt.
Schultern : Gut
gelagert, muskulös.
Ellenbogen :
Weder ein- noch ausdrehend.
Unterarm :
Gerade, starkknochig.
Vordermittelfuss :
Kräftig, leicht schräg stehend.
HINTERHAND :
Kraftvoll, muskulös, mit guter Winkelung. Von hinten gesehen stehen die
Hinterläufe parallel.
Oberschenkel :
Ziemlich lang; kräftig mit ausgeprägter, harter Muskulatur, die aber nicht
hervortritt.
Knie : Gut
gewinkelt.
Sprunggelenk :
Kräftig, niedrig stehend. Mit oder ohne Afterkrallen.
PFOTEN:
Ziemlich gross, kräftig, rund und kompakt. Zwischen den gut gewölbten Zehen gut
mit Haar befedert.
GANGWERK / BEWEGUNG : Kraftvoll, aber stets leichtfüßig und
elastisch: mit gutem Raumgriff und Schub. Mit zunehmender Geschwindigkeit
Neigung zum Schnüren. Der Schritt wirkt sehr bedächtig. Fähig, seine Funktion
auf unterschiedlichstem Terrain gleichermaßen ausdauernd und geschmeidig zu
erfüllen.
HAARKLEID
HAAR : Die
Qualität des Haars ist wichtiger als die Menge. Es ist hart und dick, das
Deckhaar ist nicht zu lang, das Unterhaar ist in der kalten Jahreszeit dicht
und ziemlich wollig, in den wärmeren Monaten wird es eher spärlich. Bei Rüden
ist das Haar deutlich üppiger als bei Hündinnen. Das Haar ist fein, aber hart,
gerade und abstehend. Es ist nie seidig, gelockt oder gewellt. Die reiche
Behaarung an Hals und Schultern wirkt wie eine Mähne. Die Rute ist buschig und
gut befedert. Die Hinterläufe sind hinten im oberen Teil gut befedert.
FARBE :
Tiefschwarz, mit oder ohne lohfarbene Abzeichen; Blau, mit oder ohne lohfarbene
Abzeichen; Gold in allen Schattierungen von sattem Gelbgold bis zu tiefem
Rotgold. Alle Farben so rein wie möglich. Die Lohfarbe reicht von intensiver
Kastanienfarbe bis hin zu einem helleren Farbton. Ein weisser Stern auf der
Brust ist zulässig. Minimale weisse Abzeichen an den Pfoten sind erlaubt. Die
lohfarbenen Abzeichen befinden sich oberhalb der Augen, an den unteren Partien
der Gliedmassen, an der Unterseite der Rute sowie am Fang. Eine brillenförmige
Zeichnung rund um die Augen wird toleriert.
GRÖSSE:
Widerristhöhe :
Mindestens 66 cm für Rüden,
mindestens
61 cm für Hündinnen.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
SCHWERE FEHLER :
· Mangelhafte
körperliche Kondition und Fitness.
· Kopf
leicht oder mit starker Faltenbildung.
· Hängelefzen.
· Stark
ausgeprägte Wamme.
· Große
und/oder tief angesetzte Ohren.
· Helle
Augen, starrender Ausdruck.
· Schwache
Pigmentierung, vor allem der Nase.
· Faßförmiger
Rippenkorb.
· Fest
über der Hüfte eingerollte Rute.
· Überwinkelte
oder steile Hinterhand.
· Schwerfällige,
unfreie Bewegung.
· Untergröße
bei einer Toleranz von 2 cm.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
· Aggressivität
oder übermäßige Scheuheit.
· Vorbiß,
Rückbiß.
· Jede im
Standard nicht genannte Farbe, z.B. Weiß, Crème,
Grau, Braun (Leberfarben),
Fliederfarben, Zobelfarben,
Gestromt und Mehrfarbigkeit.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Dieser geänderte Rassestandard ist ab September 2004 gültig.