FCI - Standard Nr. 184 / 11. 08. 2000
/ D
URSPRUNG : Deutschland.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 06. 04. 2000.
VERWENDUNG : Wach- und Begleithund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 2 Pinscher
und Schnauzer -
Molossoide
- Schweizer
Sennenhunde
und andere
Rassen.
Sektion 1 Pinscher und Schnauzer.
Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der glatthaarige Pinscher
repräsentiert eine sehr alte Rasse, die bereits 1880 im Deutschen
Hundestammbuch erwähnt wurde. Er hat die gleichen Vorfahren wie der Schnauzer,
den man auch rauhhaariger Pinscher nannte. Der glatthaarige Pinscher
unterschied sich von Anfang an durch seine Farbe und das kurze Haarkleid von
den Rauhhaarigen. Die meisten von ihnen waren schwarz mit hellbraunen
Abzeichen, einfarbig in Brauntönen bis rot, pfeffer/salz-farbig oder einfach
blaugrau bis schwarz.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Der Deutsche Pinscher ist
glatthaarig, mittelgross, von stolzer Haltung, fliessend in den Umrisslinien,
elegant und quadratisch gebaut. Er ist kräftig wie der Schnauzer; seine gut
entwickelte Bemuskelung wird besonders in der Bewegung wegen des kurzen
Glatthaares deutlich sichtbar.
WICHTIGE PROPORTIONEN :
·
Im Verhältnis von Länge zur Höhe soll das Gebäude
möglichst quadratisch erscheinen.
·
Die Gesamtlänge des Kopfes (Nasenspitze bis
Hinterhauptbein) entspricht der Hälfte der Rückenlänge (Widerrist bis
Rutenansatz).
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Lebhaft, temperament-voll,
selbstsicher und ausgeglichen, gepaart mit Klugheit und Ausdauer, was ihn zu
einem angenehmen Familien-, Wach- und Begleithund macht.
KOPF :
OBERKOPF :
Schädel :
Kräftig, gestreckt, ohne stark hervortretendes Hinterhauptbein. Die Stirn ist
flach und verläuft parallel zum Nasenrücken.
Stop :
Leicht, aber dennoch deutlich markiert.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Die
Nasenkuppe ist gut ausgebildet und stets schwarz.
Fang : Er
endet in einem stumpfen Keil. Der Nasenrücken ist gerade.
Lefzen :
Schwarz, fest und glatt an den Kiefern anliegend, Lefzenwinkel geschlossen.
Kiefer / Zähne :
Kräftiger Ober- und Unterkiefer. Das vollständige Scherengebiss (42 Zähne
gemäss der Zahnformel) ist kräftig, gut schliessend und rein weiss. Die
Kaumuskulatur ist kräftig entwickelt, ohne störende Backenbildung.
Augen :
Dunkel, oval, schwarz pigmentierte, gut anliegende Lider.
Ohren : Klappohren,
hoch angesetzt, V-förmig, die Ohrinnenkanten an den Wangen anliegend, nach vorn
gedreht in Richtung Schläfe, wobei die parallele Faltung den Oberkopf nicht
überragen soll.
HALS : Edel geschwungen, nicht zu kurz. Ohne Ansatz
harmonisch in den Widerrist übergehend; trocken, ohne Wamme oder lose Kehlhaut.
Die Kehlhaut ist straff und liegt faltenlos an.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Vom
Widerrist ausgehend nach hinten leicht abfallend.
Widerrist : Er
bildet die höchste Stelle der Oberlinie.
Rücken :
Kräftig, kurz und stramm.
Lenden :
Lendenpartie kurz, kräftig und tief. Der Abstand vom letzten Rippenbogen bis
zur Hüfte ist kurz, damit der Hund kompakt wirkt.
Kruppe : In
leichter Rundung verlaufend, unmerklich in den Rutenansatz übergehend.
Brust : Mässig
breit, im Querschnitt oval, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Vorbrust ist
durch die Brustbeinspitze markant ausgebildet.
Untere Profillinie und Bauch :
Flanken nicht übermässig aufgezogen, mit der Unterseite des Brustkorbes eine
schöne geschwungene Linie bildend.
RUTE : Naturbelassen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Allgemeines :
Vorderläufe sind, von vorn gesehen, stämmig, gerade und nicht eng gestellt. Die
Unterarme stehen, seitlich gesehen, gerade.
Schultern : Das Schulterblatt
liegt fest dem Brustkorb an, ist beiderseits der Schulterblattgräte gut
bemuskelt und überragt oben die Dornfortsätze der Brustwirbel. Möglichst schräg
und gut zurückgelagert, beträgt der Winkel zur Waagrechten ca. 50°.
Oberarm : Gut
am Rumpf anliegend, kräftig und muskulös, Winkel zum Schulterblatt etwa 95° bis
105°.
Ellenbogen :
Korrekt anliegend, weder aus- noch einwärts drehend.
Unterarm :
Kräftig entwickelt und bemuskelt, von vorne und von der Seite gesehen völlig
gerade.
Vorderfusswurzelgelenk :
Kräftig und stabil.
Vordermittelfuss :
Kräftig und leicht federnd, von vorn gesehen senkrecht, von der Seite
betrachtet leicht schräg zum Boden stehend.
Vorderpfoten : Kurz
und rund. Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt (Katzenpfoten), Ballen derb,
Nägel kurz, schwarz und stark.
HINTERHAND :
Allgemeines : Von
der Seite gesehen schräg gestellt, von hinten gesehen parallel verlaufend,
nicht eng gestellt.
Oberschenkel :
Mässig lang, breit und kräftig bemuskelt.
Knie : Weder
ein- noch auswärts gedreht.
Unterschenkel : Lang
und kräftig, sehnig, in ein kraftvolles Sprunggelenk übergehend.
Sprunggelenk :
Ausgeprägt gewinkelt, kräftig, stabil,
weder nach innen noch nach aussen gerichtet.
Hintermittelfuss :
Senkrecht zum Boden stehend.
Hinterpfoten :
Etwas länger als die Vorderpfoten, Zehen eng aneinanderliegend und gewölbt;
Nägel kurz und schwarz.
GANGWERK : Der Deutsche Pinscher ist ein Traber. Der
Rücken bleibt in der Bewegung fest und relativ ruhig. Der Ablauf der Bewegung
ist harmonisch, sicher, kraftvoll und ungehemmt, bei guter Schrittweite.
Typisch für den Trab ist ein raumgreifender, gelöster und flüssiger
Bewegungsablauf, mit kräftigem Schub und freiem Vortritt.
HAUT : Eng anliegend am ganzen Körper.
HAARKLEID
HAAR : Kurz
und dicht, glatt anliegend und glänzend, ohne kahle Stellen.
FARBE :
·
Einfarbig : Hirschrot, rot-braun bis
dunkelrot-braun.
·
Schwarzrot : Lackschwarzes Haar mit roten
bzw. braunen Abzeichen. Anzustreben ist ein möglichst dunkler, satter, scharf
abgegrenzter Brand. Die Abzeichen verteilen sich : über den Augen, an der
Halsunterseite, am Mittelfuss der Vorderläufe, an den Pfoten, an den
Innenseiten der Hinterläufe und unter der Rutenwurzel. Zwei gleichmässige,
voneinander sauber abgegrenzte Dreiecke an der Brust.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Rüden und Hündinnen : 45 bis 50 cm.
Gewicht : Rüden und Hündinnen : 13 bis 18 kg.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als
Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
Insbesondere
·
Plumper oder leichter, niedriger oder hochläufiger
Bau.
·
Schwerer oder runder Oberkopf.
·
Stirnfalten.
·
Kurzer, spitzer oder schmaler Fang.
·
Zangengebiss.
·
Helles, zu kleines oder zu grosses Auge.
·
Tief angesetzte oder sehr lange, unterschiedlich
getragene Ohren.
·
Stark hervortretende Backenknochen.
·
Lose Kehlhaut.
·
Zu langer, aufgezogener oder weicher Rücken.
·
Karpfenrücken.
·
Abfallende Kruppe.
·
Lange Pfoten.
·
Passgang.
·
Steppender Gang.
·
Dünnes Haar.
·
Aalstrich, dunkler Sattel und verblasstes oder
aufgehelltes Haarkleid.
·
Über- und Untergrösse bis zu 1 cm.
SCHWERE FEHLER
·
Mangelnder Ausdruck des Geschlechts (z.B.
rüdenhafte Hündin).
·
Windiges Aussehen.
·
Apfelkopf.
·
Nicht parallele Kopflinien.
·
Nach aussen gedrehte Ellenbogen.
·
Steile oder fassbeinige Hinterhand.
·
Nach innen gedrehte Sprunggelenke.
·
Über- und Untergrösse von mehr als 1 und weniger
als 3 cm.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER
·
Scheues, aggressives, bösartiges, übertrieben
misstrauisches, nervöses Verhalten.
·
Missbildungen jeglicher Art.
·
Betonte Umkehrung des Geschlechtsgepräges.
·
Gebissfehler wie Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss.
·
Grobe Fehler in den einzelnen Regionen wie
Gebäudefehler, Haar- und Farbfehler.
·
Über- und Untergrösse von mehr als 3 cm.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.