F.C.I.
Standard Nr. 144
DEUTSCHER BOXER

Ursprungsland: Deutschland
F.C.I.-Klassifikation: Gruppe 2 -
Sektion 2.1 - Molosser - Mit Arbeitsprüfung
Dieser Standard ist gültig ab 02.04.01,
Kurzer geschichtlicher Überblick:
Als unmittelbarer Vorfahre des Boxers gilt der kleine bzw. Brabanter Bullenbeißer. Die damalige Zucht der Bullenbeißer
lag meistens in den Händen von Jägern, denen er zur Jagd diente. Seine Aufgabe
war es, das von den Hetzhunden getriebene Wild zu packen und festzuhalten bis
der Jäger kam und die Beute erlegte. Für diese Aufgabe musste der Hund ein
möglichst breites Maul mit breitem Zahnstand haben, um sich richtig fest zu
beißen und auch festzuhalten. Jeder Bullenbeißer, der diese Merkmale hatte, war
für seine Aufgabe am besten geeignet und kam somit auch zur Weiterzucht, die
früher nur nach der Tätigkeit und dem Verwendungszweck erfolgte. So wurde auch
eine Zuchtauslese betrieben, die einen breitschnauzigen
Hund mit aufgestülptem Nasenschwamm hervorbrachte.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Boxer ist ein mittelgroßer, glatthaariger, stämmiger Hund mit
kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken,
kräftig entwickelt und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll
Kraft und Adel. Der Boxer darf weder plump oder schwerfällig, noch leibarm oder
windig erscheinen.
Wichtige Maßverhältnisse (Proportionen)
a) Länge des Gebäudes: Widerristhöhe; Das Gebäude ist quadratisch, d.h.
die Begrenzungslinien, eine waagerechte den Rücken und je eine senkrechte die
Bugspitze bzw. die Sitzbeinhöcker berührend, bilden ein Quadrat.
b) Brusttiefe: Widerristhöhe; Die Brust reicht bis zu den Ellenbogen. Die
Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe.
c) Länge des Nasenrückens: Länge des Kopfes: Die Länge des Nasenrückens verhält
sich zur Länge des Oberkopfes wie 1:2 (gemessen von der Nasenkuppe bis zum
inneren Augenwinkel bzw. vom inneren Augenwinkel bis zum Hinterhauptbein).
Verhalten und Charakter:
Der Boxer soll nervenstark, selbstbewusst, ruhig und ausgeglichen sein.
Sein Wesen ist von allergrößter Wichtigkeit und bedarf sorgsamster Pflege.
Seine Anhänglichkeit und Treue gegenüber seinem Herrn und dem ganzen Haus,
seine Wachsamkeit und sein unerschrockener Mut als Verteidiger sind von Alters her berühmt. Er ist harmlos in der Familie aber
misstrauisch gegenüber Fremden, heiter und freundlich beim Spiel, aber
furchtlos im Ernst. Er ist leicht auszubilden vermögens
seiner Bereitschaft zur Unterordnung, seines Schneides und Mutes, seiner
natürlichen Schärfe und seiner Riechfähigkeit. Bei seiner Anspruchslosigkeit
und Reinlichkeit ist er gleich angenehm und wertvoll in der Familie wie als
Schutz-, Begleit- oder Diensthund. Sein Charakter ist bieder, ohne Falschheit
und Hinterlist, auch im höheren Alter.
Kopf:
Er verleiht dem Boxer das Gepräge, muss in gutem Ebenmaß zum Körper sein
und darf weder zu leicht noch zu schwer erscheinen. Der Fang soll möglichst
breit und mächtig sein. Die Schönheit des Kopfes beruht auf dem harmonischen
Größenverhältnis zwischen Fang und Oberkopf. Von welcher Richtung der Kopf auch
betrachtet werden möge, von vorn, von oben oder von der Seite, immer muss der
Fang im richtigen Verhältnis zum Oberkopf stehen, d.h. niemals zu klein
erscheinen. Er soll trocken sein, also keine Falten zeigen. Naturgemäß bilden
sich jedoch Falten auf dem Oberkopf bei erhöhter Aufmerksamkeit. Von der
Nasenwurzel zu beiden Seiten abwärts verlaufend sind Falten stets angedeutet.
Die dunkle Maske beschränkt sich auf den Fang und muss sich von der Farbe des
Kopfes deutlich abheben, damit das Gesicht nicht finster wirkt.
Oberkopf:
Schädel: Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein.
Er ist leicht gewölbt, weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu breit, der
Hinterkopf nicht zu hoch. Die Stirnfurche ist nur schwach angedeutet, sie darf
besonders zwischen den Augen nicht zu tief sein.
Stop: Die Stirn bildet zum Nasenrücken einen deutlichen
Absatz. Der Nasenrücken darf nicht bulldogartig in die Stirn eingetrieben, aber
auch nicht abfallend sein.
Gesichtsschädel
Nase: Die Nase ist breit und schwarz, ganz leicht aufgestülpt, weite
Nasenlöcher. Die Nasenspitze liegt etwas höher als die Nasenwurzel.
Fang: Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen des Raumes,
also weder spitz noch schmal, kurz oder flach. Seine Gestalt wird beeinflusst
durch a) die Form der Kiefer, b) die Stellung der Fangzähne und c) die
Beschaffenheit der Lefzen. Die Fangzähne müssen möglichst weit auseinander
stehen und von guter Länge sein, wodurch die vordere Fläche des Fanges breit,
fast quadratisch wird und mit dem Nasenrücken einen stumpfen Winkel bildet.
Vorne liegt der Saum der Oberlippe auf dem Saum der Unterlippe. Der aufwärts
gebogene Teil des Unterkiefers mit der Unterlippe, das Kinn genannt, darf die
Oberlippe nach vorne nicht auffällig überragen, noch weniger aber unter ihr
verschwinden, sondern er muss sowohl von vorn als auch von der Seite gut
markiert sein. Die Fang- und Schneidezähne des Unterkiefers dürfen bei geschlossenem
Fang nicht sichtbar sein, eben sowenig darf der Boxer bei geschlossenem Fang
die Zunge zeigen. Der Oberlippenspalt ist gut sichtbar.
Lefzen: Die Lefzen vollenden die Gestalt des Fanges. Die Oberlippe ist
dick und wulstig, sie füllt den Hohlraum aus, welcher durch den längeren
Unterkiefer entsteht, wobei sie von den Fangzähnen desselben getragen wird.
Gebiss: Der Unterkiefer überragt den Oberkiefer und ist leicht nach oben
gebogen. Der Boxer beißt vor. Der Oberkiefer ist breit am Oberkopf angesetzt
und verjüngt sich nach vorn nur wenig. Das Gebiss ist kräftig und gesund. Die
Schneidezähne sind möglichst regelmäßig in einer geraden Linie angeordnet, die
Fangzähne weit auseinander stehend und von guter Größe.
Backen: Die Backen sind dem kräftigen Kiefer entsprechend entwickelt
ohne jedoch betont hervorzutreten. Sie gehen vielmehr in einer
leichten Wölbung in den Fang über.
Augen: Die dunklen Augen sind weder zu klein noch hervorquellend oder
tief liegend. Der Ausdruck verrät Energie und Intelligenz, er darf nicht
drohend oder stechend sein. Die Lidränder müssen eine dunkle Farbe haben.
Ohren: Die Naturbelassenen Ohren haben eine angemessene Größe; an den
höchsten Stellen des Oberkopfes seitlich angesetzt, liegen sie in Ruhestellung
an den Backen an und fallen - besonders wenn der Hund aufmerksam ist - mit
einer deutlichen Falte nach vorne.
Hals: Die obere Linie verläuft in einem eleganten Bogen vom deutlich
markierten Genickansatz zum Widerrist. Er soll von reichlicher Länge sein,
rund, kräftig, muskulös und trocken.
Körper: Quadratisch. Der Rumpf
ruht auf stämmigen, geraden Läufen.
Widerrist: Soll markiert sein.
Rücken: Soll, einschl. der Lendenpartie, kurz, fest, gerade, breit und
stark bemuskelt sein.
Kruppe: Leicht geneigt, flach gewölbt und breit. Das Becken soll lang
und besonders bei Hündinnen breit sein.
Brustkorb: Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Brusttiefe beträgt
die Hälfte der Widerristhöhe. Gut ausgebildete Vorbrust. Die Rippen gut
gewölbt, aber nicht tonnenförmig gerundet, weit nach hinten reichend.
Untere Linie: Verläuft in einem eleganten Schwung nach hinten. Kurze, straffe Flanken, leicht aufgezogen.
Rute: Der Ansatz eher hoch als
tief. Die Rute bleibt naturbelassen.
Gliedmaßen
Vorderhand: Die Vorderläufe müssen von vorn gesehen gerade sein,
parallel zueinander stehen und starke Knochen haben.
Schultern: Lang und schräg, straff mit dem Rumpf verbunden, sie sollten
nicht zu stark bemuskelt sein.
Oberarm: Lang und zum Schulterblatt in einem rechten Winkel liegend.
Ellenbogen: Weder zu stark an die Brustwand angedrückt noch abstehend.
Unterarm: Senkrecht, lang und trocken bemuskelt.
Vordefusswurzelgelenk: Kräftig, gut markiert,
doch nicht aufgetrieben.
Vordermittelfuß: Kurz, fast senkrecht zum Boden stehend.
Vorderpfoten: Klein, rund, geschlossen, dick gepolsterte Ballen mit
harten Sohlen.
Fehler: "Französischer" Stand, lose Schultern, lose
Ellenbogen, schwaches Vorderfußwurzelgelenk, Hasenpfoten, flache, gespreizte
Pfoten.
Hinterhand:
Sehr stark bemuskelt, die Muskulatur bretthart
und sehr plastisch hervortretend. Die Hinterläufe sollen von hinten gesehen
gerade sein.
Oberschenkel: Lang und breit. Hüft- und Kniegelenkswinkel möglichst
wenig stumpf.
Knie: Soll in der Grundstellung so weit nach vorn reichen, dass es eine
vom Hüfthöcker zum Boden gezogene Senkrechte noch berührt.
Unterschenkel: Sehr muskulös.
Sprunggelenk: Kräftig, gut markiert, doch nicht aufgetrieben. Der Winkel
beträgt ca. 140 Grad.
Hintermittelfuß: Kurz, mit einer geringen Neigung von 95 - 100 Grad zum
Boden.
Hinterpfoten: Etwas länger als die vorderen. Geschlossen, dick
gepolsterte Ballen mit harten Sohlen. Fehler: Schwache Muskulatur. Zu wenig gewinkelte
oder überwinkelte Hinterhand. Säbelbeine, Fassbeinigkeit, Kuhhessigkeit,
Hackenenge. Afterkrallen. Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
Gangwerk / Bewegung: Lebhaft und voll Kraft und Adel. Fehler: Watscheln,
wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit.
Haut: Trocken, elastisch, ohne
Falten.
Haarkleid
Beschaffenheit des Haares: Kurz,
hart, glänzend und anliegend.
Farbe: Gelb oder gestromt.
Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor, von hellgelb bis dunkelhirschrot, jedoch
sind die in der Mitte liegenden die schönsten (= rotgelb). Schwarze Maske.
Die gestromte Varietät hat auf gelbem Grund in den
obigen Abstufungen dunkle oder schwarze, in Richtung der Rippen verlaufende
Streifen. Grundfarbe und Streifen müssen sich deutlich voneinander abheben.
Weiße Abzeichen sind nicht grundsätzlich zu verwerfen, sie können sogar recht
ansprechend sein.
Größe:
Gemessen vom Widerrist, vorbei am Ellenbogen, bis zum Boden.
Rüden: 57 - 63 cm
Hündinnen: 53 - 59 cm.
Gewicht:
Rüden: über 30 kg (bei etwa 60 cm Widerristhöhe).
Hündinnen: ungefähr 25 kg (bei etwa 56 cm Widerristhöhe).
Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen
sollte.
Verhalten und Charakter
Aggressivität, Bösartigkeit, Hinterlist, Unzuverlässigkeit, Mangel an
Temperament, Feigheit.
Kopf
Mangel an Adel und Ausdruck, finsteres Gesicht, Pinscher oder Bulldoggenkopf,
Geifern, Zähne oder Zunge zeigen, zu spitzer oder zu leichter Fang, abfallender
Nasenrücken, Leder- oder Wetternase, heller Nasenschwamm, so genanntes
Raubvogelauge, nicht durchgefärbte Nickhaut, bei nicht kupierten Ohren:
flatternde halbaufgerichtete oder aufgerichtete Ohren, Rosenohren, verkannteter Unterkiefer, schräge Zahnleiste, fehlerhafte
Zahnstellung, schwach ausgebildete Zähne, untaugliches Gebiss infolge
Krankheit.
Hals
Kurz, dick, lose Kehlhaut
Körper
Zu breite und niedrige Front, durchhängender Rumpf, Karpfenrücken, Senkrücken,
magerer Rücken, lange schmale, scharf eingesenkte Lenden, schwache Verbindung
mit der Kruppe, gewölbte Lendenpartie, abfallende Kruppe, enges Becken,
Hängebauch, hohle Flanken.
Rute
Tiefer Ansatz der Rute, Knickrute
Vorderhand
"Französischer" Stand, lose Schultern, lose Ellenbogen, schwaches
Vorderfusswurzelgelenk, Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
Hinterhand
Schwache Muskulatur. Zu wenig gewinkelte oder überwinkelte Hinterhand,
Säbelbeine, Fassbeinigkeit, Kuhhessigkeit,
Hackenenge, Afterkrallen, Hasenpfoten, flache, gespreizte Pfoten.
Gangwerk
Watscheln, wenig Raumgriff, Passgang, Steifheit
Farbe des Haares
Über den Fang hinausreichende Maske, zu dicht aneinander liegende oder nur
vereinzelt erkennbare Streifen, schmutzige Grundfarbe, sich vermischende
Farben, Unschöne weiße Abzeichen, wie ganz oder halbseitig weißer Kopf,
Andersfarbige und solche deren Grundfarbe von mehr als einem Drittel weiß
verdrängt wird.
Anmerkung:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Skrotum befinden.