Deutsche Dogge
 

 

FCIStandard Nr. 235 / 14.02.1995 / D

 

URSPRUNG:
Deutschland.

Datum der Publikation des gültigen Original Standard:
14.09.1994.

VERWENDUNG:
Begleit, Wach und Schutzhund.

FC.I.KLASSIFIKATION:
Gruppe2        PinscherundSchnauzer, Molosser und SchweizerSennenhunde

Sektion 2.1    Molosser.

                     OhneArbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK:
Als Vorläufer der heutigen Deutschen Dogge sind der alte Bullenbeißer sowie die Hatz- und Saurüden anzusehen, die ein

Mittelding zwischen dem starken Mastiff englischer Prägung und einem schnellen, wendigen Windhund waren. Unter Dogge

verstand man zunächst einen großen, starken Hund, der keiner bestimmten Rasse angehören mußte. Später bezeichneten

Namen wie Ulmer Dogge, Englische Dogge, Dänische Dogge, Hatzrüde, Saupacker und Große Dogge verschiedene Typen

dieser Hunde nach Farbe und Größe. Im Jahre 1878 wurde in Berlin von einem siebenköpfigen Komitee, bestehend aus

engagierten Züchtern und Richtern, unter dem Vorsitz von Dr. Bodinus der Beschluß gefaßt, alle oben genannten Varietäten

unter dem Namen "Deutsche Dogge" zu erfassen. Damit wurde der züchterische Grundstein für eine eigenständige deutsche

Hunderasse gelegt.
Im Jahre 1880 wurde anläßlich einer Ausstellung in Berlin erstmals ein Doggen Standard festgelegt, seit dem Jahre 1888 vom

"Deutschen Doggen Club 1888 e.V." betreut und im Laufe der Jahre wiederholt geändert.
Seine heutige Formatierung entspricht den Vorgaben der F.C.I.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung bei einem großen, kräftigen und wohlgefügten Körperbau

 Stolz, Kraft und Eleganz. Durch Substanz, gepaart mit Adel, Harmonie der Erscheinung, einer wohlproportionierten

Linienführung sowie ihrem besonders ausdrucksvollen Kopf wirkt sie auf den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist der

Apoll unter den Hunderassen.

WICHTIGE MAßVERHÄLTNISSE:
Das Gebäude erscheint nahezu quadratisch; dies gilt besonders für Rüden. Die Rumpflänge (Brustbeinspitze bis

 Sitzbeinhöcker) soll die Widerristhöhe bei Rüden um nicht mehr als 5% und bei Hündinnen um nicht mehr als

 10% überschreiten. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden mindestens 80 cm und bei Hündinnen mindestes 72 cm.

WESEN:
Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern, besonders gegenüber den Kindern; zurückhaltend

 gegenüber Fremden. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtführiger, gelehriger Begleit und

Familienhund mit einer hohen Reizschwelle, ohne Aggressivverhalten.

KOPF:
In Harmonie zur Gesamterscheinung, langgestreckt, schmal, markant, ausdrucksvoll, fein gemeißelt (besonders die

 Partie unter den Augen); die Augenbrauenbögen gut entwickelt, ohne jedoch hervorzutreten. Der Abstand von der

 Nasenspitze zum deutlich betonten Stop und vom Stop zum schwach ausgeprägten Hinterhauptbein soll

möglichst gleich sein. Die oberen Linien von Fang und Schädel sollen parallel verlaufen. Von vorne gesehen muß der

Kopf schmal erscheinen, wobei der Nasenrücken möglichst breit und die Backenmuskeln nur leicht angedeutet sein sollen,

 keinesfalls stark hervortretend.

Nase:
Gut ausgebildet, mehr breit als rund und mit großen Öffnungen. Sie muß schwarz sein, mit Ausnahme bei schwarz weiß

gefleckten Doggen. Bei diesen ist eine schwarze Nase erwünscht und eine schwarz gefleckte oder fleischfarbene zu tolerieren.

Fang:
Soll tief und möglichst rechteckig sein. Gut erkennbare Lefzenwinkel. Dunkel pigmentierte Lefzen. Bei schwarz weiß

 gefleckten Doggen sind unvollständig pigmentierte oder fleischfarbene Lefzen zu tolerieren.

Kiefer/Gebiß/Zähne:
Gut ausgebildete, breite Kiefer. Kräftiges, gesundes und vollständiges Scherengebiß
(42 Zähne gemäß der Zahnformel).

Augen:
Mittelgroß, rund, möglichst dunkel, mit lebhaftem, klugem Ausdruck. Bei blauen Doggen sind etwas hellere Augen

zulässig. Bei schwarz weiß gefleckten Doggen sind helle oder Augen von unterschiedlicher Farbe zu tolerieren. Die

Lider sollen sehr gut anliegen.

Ohren:
Von Natur aus hängend, hoch angesetzt, von mittlerer Größe, vordere Ränder an den Backen anliegend.

HALS:
Lang, trocken, muskulös. Gut ausgebildeter Ansatz, sich zum Kopf hin leicht verjüngend mit geschwungener

 Nackenlinie. Aufgerichtet getragen, dabei etwas schräg nach vorne geneigt.

KÖRPER:
Widerrist:
Der höchste Punkt des kräftigen Körpers. Er wird gebildet durch die Schulterblattkämme, die die Dornfortsätze überragen.

Rücken:
Kurz und straff, in annähernd gerader Linie geringfügig nach hinten abfallend. Lenden leicht gewölbt, breit, kräftig bemuskelt.

Kruppe:
Breit, stark bemuskelt, vom Kreuzbein zum Rutenansatz hin leicht abfallend und unmerklich mit dem Rutenansatz verlaufend.

Rute:
Bis zum Sprunggelenk reichend. Hoch und breit angesetzt, sich zum Ende hin gleichmäßig verjüngend. In der Ruhe

mit natürlichem Schwung herabhängend, in der Erregung oder im Lauf leicht säbelartig getragen, doch nicht wesentlich

oberhalb der Rückenlinie. Bürstenrute nicht erwünscht.

Brustkorb:
Bis zu den Ellenbogengelenken reichend. Gut gewölbte, weit zurückreichende Rippen. Brust von guter Breite, mit

 ausgeprägter Vorbrust.

Untere Linie:
Bauch nach hinten gut aufgezogen, mit der Unterseite des Brustkorbes eine schön geschwungene Linie bildend.

VORDERHAND:
Schultern:
Kräftig bemuskelt. Das Schulterblatt, lang und schräg liegend, bildet mit dem Oberarm einen Winkel von etwa

100 bis 110 Grad.

Oberarm:
Kräftig und muskulös, gut anliegend, sollte etwas länger als das Schulterblatt sein.

Ellenbogen:
Weder aus noch einwärts drehend.

Unterarm:
Kräftig, muskulös, von vorne und von der Seite gesehen völlig gerade.

Vorderfußwurzelgelenk:
Kräftig, stabil, sich nur unwesentlich von der Struktur des Unterarms abhebend.

Vordermittelfuß:
K
räftig, von vorne gesehen gerade, von der Seite gesehen nur gering nach vorne gerichtet.

Vorderpfoten:
R
undlich, hoch gewölbt und gut geschlossen (Katzenpfoten). Nägel kurz, stark, möglichst dunkel.

HINTERHAND:
Das gesamte Knochengerüst ist von starken Muskeln bedeckt, die die Kruppe, die Hüfte und die Oberschenkel

breit und abgerundet erscheinen lassen. Die kräftigen, gut gewinkelten Hinterläufe stehen, von hinten gesehen,

parallel zu den Vorderläufen.

Oberschenkel:
Lang, breit, sehr muskulös.

Knie:
Kräftig, geradezu lotrecht unter dem Hüftgelenk stehend.

Unterschenkel:
Lang, von etwa gleicher Länge wie der Oberschenkel, gut bemuskelt.

Sprunggelenk:
Kräftig, stabil, weder nach innen noch nach außen gerichtet.

Hinterhandmittelfuß:
Kurz, kräftig, nahezu senkrecht zum Boden stehend.

Hinterpfoten:
Rundlich, hoch gewölbt und gut geschlossen (Katzenpfoten). Nägel kurz, stark, möglichst dunkel.

GANGWERK:
Harmonisch, geschmeidig, raumgreifend, leicht federnd, wobei sich die Läufe, von vorne und von hinten gesehen,

 parallel bewegen müssen.

HAUT:
Straff anliegend, bei Einfarbigen gut pigmentiert. Bei schwarzweiß gefleckten Doggen entspricht die Pigmentverteilung

 überwiegend der Fleckung.

HAARKLEID:
Beschaffenheit, Sehr kurz und dicht, glatt anliegend, glänzend.

Farben:
Die Deutsche Dogge wird in drei selbständigen Varietäten gezüchtet, Gelb und Gestromt, Gefleckt und Schwarz, Blau.

Gelb:
Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, schwarze Maske erwünscht. Nicht erwünscht sind kleine weiße Abzeichen an

 Brust und Zehen.

Gestromt:
Grundfarbe Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, mit schwarzen, möglichst gleichmäßigen und klar gezeichneten, in

Richtung der Rippen verlaufenden Streifen; schwarze Maske erwünscht. Nicht erwünscht sind kleine weiße

Abzeichen an Brust und Zehen.

Schwarz Weiß gefleckt (sog. Tigerdoggen):
Grundfarbe rein weiß, möglichst ohne jede Stichelung, mit über den ganzen Körper gut verteilten,

ungleichförmigen, zerrissenen, lackschwarzen Flecken. Nicht erwünscht sind graue oder bräunliche Fleckenanteile.

Schwarz:
Lackschwarz, weiße Abzeichen sind zugelassen; hierzu zählen auch die Manteltiger, bei denen das Schwarz

mantelartig den Körper bedeckt und Fang, Hals, Brust, Bauch, Läufe und Rutenspitze weiß sein können.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im

Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. Das gilt insbesondere für folgende Abweichungen:

Allgemeines Erscheinungsbild:
Mangelndes Geschlechtsgepräge, fehlende Harmonie, zu leicht, zu grob.

Wesen:
Mangelnde Selbstsicherheit, nervös, niedrige Reizschwelle.

Kopf:
Nicht parallel verlaufende Kopflinie, Apfelkopf, Keilkopf, zu wenig Stop, stark ausgeprägte Backenmuskulatur.

Fang:
Spitz, mangelnde Belefzung, zu weit überhängende Lefzen (Flatterlippen). Nasenrücken konkav (Sattelnase), konvex

 (Ramsnase) oder vorne abfallend (Adlernase).

Gebiß / Zähne:
Alle Abweichungen vom vollständigen Gebiß (zu tolerieren ist nur das Fehlen der PM1 im Unterkiefer); unregelmäßige

 Stellung einzelner Schneidezähne, soweit der Gebißschluß überwiegend erhalten bleibt; zu kleine Zähne; Zangengebiß.

Augen:
Lose Lider, zu stark gerötete Bindehäute; helle, stechende, bernsteingelbe Augen; wässrigblaue oder Augen von

 unterschiedlicher Farbe bei allen Einfarbigen. Zu weit auseinander stehende Augen oder "Schlitzaugen".

Ohren:
Zu hoch oder zu tief angesetzt, seitlich abstehend oder flach anliegend.

Kupierte Ohren:
In Form und Länge nicht zum Kopf passend, nicht gleichmäßig straff aufrecht getragen.

Hals:
Kurzer, dicker Hals, Hirschhals, zuviel lose Kehlhaut oder Wamme.

Rücken:
Senkrücken, Karpfenrücken, zu langer Rücken, nach hinten ansteigende Rückenlinie.

Kruppe:
Stark abfallend oder waagerecht gelagert.

Rute:
Zu starke, zu lange oder zu kurze, zu tief angesetzte, zu hoch über der Rückenlinie, hakenförmig oder geringelt getrage

ne sowie seitlich abgedrehte Rute. Aufgeschlagene, am Ende verdickte oder kupierte Rute.

Brustkorb:
Flache oder tonnenförmige Rippen, fehlende Brustbreite oder tiefe, zu stark hervortretendes Brustbein.

Untere Linie:
Zu wenig aufgezogene Bauchlinie; mangelhaft zurückgebildetes Gesäuge.

Vorderhand:
Nicht genügend gewinkelt. Leichte Knochen, schwach bemuskelt. Kein lotrechter Stand.

Schultern:
Lose, überladen. Steilliegendes Schulterblatt.

Ellenbogen:
Lose, nach innen oder nach außen gedreht.

Unterarm:
Gebogen, Auftreibungen oberhalb des Vorderfußwurzelgelenkes.

Vorderfußwurzelgelenk:
Aufgetrieben. Erheblich nachgebend oder überknickend.

Vordermittelfuß:
Zu schräg oder zu steil gestellt.

Hinterhand:
u offene oder zu geschlossene Winkelungen. Kuhhessiger, enghessiger oder faßbeiniger Stand.

Sprunggelenk:
Aufgetrieben, instabil.

Pfoten:
Flach, gespreizt, lang.

Gangwerk:
Zu wenig raumgreifend, unfreie Aktion, häufiger oder ständiger Paßgang, mangelnde Übereinstimmung zwischen

Vorder- und Hinterhandaktionen.

HAARKLEID:

Beschaffenheit:
Stockhaar, stumpfes Haar.

FARBEN:
Gelb:
Gelbgraue, gelbblaue, isabell oder schmutziggelbe Farbe.

Gestromt:
Grundfarbe silberblau oder isabell, verwaschene Stromung.

Schwarz Weiß gefleckt:
Blau grau gestichelte Grundfarbe, größere gelb graue oder blau graue Fleckenanteile.

Schwarz:
Gelb, braun oder blauschwarze Farbe.

Blau:
Gelb oder schwarzblaue Farbe.

Schwere Fehler:
Wesen:
Scheue.

Nase:
Spaltnase.

Gebiß/Zähne:
Vorbiß, Rückbiß, Kreuzbiß.

Augen:
Ektropium, Entropium.

Rute:
Knickrute.

Ausschließende Fehler:
Wesen:
Aggressivität, Angstbeissen.

Nase:
Lederfarbene Nase, Spaltnase.

Farben:
Gelbe und gestromte Doggen mit weißem Stirnstrich, weißem Halsring, weißen Pfoten oder "Strümpfen" oder weißer

 Rutenspitze.

Blaue Doggen mit weißem Stirnstrich, weißem Halsring, weißen Pfoten oder "Strümpfen" oder weißer Rutenspitze.

Bei schwarz weiß gefleckten Doggen: Weiße ohne jedes Schwarz (Albinos) sowie taube Doggen; sogenannte

 Porzellantiger (diese zeigen vorwiegend blaue, graue, gelbe oder auch gestromte Flecken); sogenannte

Grautiger (diese haben bei schwarzer Fleckung eine graue Grundfarbe).

Größe:
Unter Mindestgröße.

NB:
Rüden sollen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.