DEUTSCH - DRAHTHAAR

 

 

FCI-Standard Nr. 98 / 02.02.1995 / D

 

URSPRUNG:

Deutschland.

DATUM DER PUBLIKATION DES ORIGINALSTANDARDS:

29.07.1994.

VERWENDUNG:

Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund.

KLASSIFIKATION F.C.I.:

Gruppe 7     Vorstehhunde.
Sektion 1    Kontinentale Vorstehhunde
                   Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK:

Der Deutsch- Drahthaar ist ein rauhhaariger Vorstehhund, der nach züchterischen Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts

 (Griffon Korthals) auf der Grundlage der Ideen von "Hegewald" (Sigismund Freiherr von Zedlitz und Neukirch) seit der

Jahrhundertwende mit dem ausdrücklich erklärten Ziel gezüchtet wurde, einen wesensfesten und leistungsfähigen,

 drahthaarigen deutschen Jagdgebrauchshund zu schaffen. Nach dem Prinzip "durch Leistung zum Typ" und bei konseq

uenter Beachtung der züchterischen Freiheit ist aus dem besten Material der Rauhhaarschläge (Pudelpointer, Griffon

Korthals, Deutsch Stichelhaar) unter Zuführung von Deutsch Kurzhaar in kurzer Zeit ein Jagdgebrauchshund entstanden,

 der sich durch praktische, wetterfeste Behaarung und Vielseitigkeit auf allen Gebieten der Jagdpraxis auszeichnet. Durch

diese Eigenschaften ist Deutsch- Drahtaar in wenigen Jahrzehnten zum beliebtesten und bewährtesten der großen

 Jagdgebrauchshunde in Deutschland und in vielen Ländern der Welt geworden.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:

Vorstehhund von edler Erscheinung, mit harter, die Haut vollkommen schützender Behaarung, mit aufmerksamem

und energischem Ausdruck. Seine Bewegungen sollen kraftvoll, raumgreifend, flüssig und harmonisch sein.

WICHTIGE MAßVERHÄLTNIßE:

Rumpflänge und Schulterhöhe sollen möglichst gleich sein. Die Rumpflänge kann die Schulterhöhe bis zu 3 cm

 überschreiten.

WESEN:

Fest, beherrscht, ausgeglichen, ohne Wildscheue, weder scheu noch aggressiv.

KOPF:

Der Körpergröße und dem Geschlecht entsprechend. Kopflinien leicht divergierend (auseinandergehend).

Oberkopf:

Flacher, nur an den Seiten leicht gerundeter Schädel, mäßig breit, deutlich ausgebildete Augenbrauenbögen.
Stop:

Deutlich erkennbar ausgeprägt.

GESICHTSSCHÄDEL:

Nase:

Der Haarfarbe entsprechend kräftig pigmentiert. Gut geöffnete Nasenlöcher.
Fang:

Langer, breiter, kräftiger, tiefer Fang. Leichte Ramsnase.
Lefzen:

Dicke, anliegende und nicht überhängende Lefzen. Gute, der Haarfarbe entsprechende Pigmentierung.
Kiefer/Gebiß/Zähne:

Große Zähne. Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere

Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Mit 42 Zähnen

 gemäß der Zahnformel.
Augen:

Möglichst dunkel, weder zu tief gebettet noch hervortretend, mit lebhaftem, wachem Ausdruck. Am Augapfel anliegende,

 gut pigmentierte Lidränder.
Behang:

Mittelgroß, hoch und breit angesetzt und nicht gedreht.

HALS:

Mittellang, kräftig bemuskelt, leicht geschwungene Nackenlinie, trockene Halslinie.

KÖRPER

Obere Linie:

Gerade und leicht abfallend.
Widerrist:

Ausgeprägt
Rücken:

Fest, gut bemuskelt.
Lenden:

Kurze, breite, muskulöse Lendenpartie, breites Becken.
Kruppe:

Lang und breit, leicht abfallend und gut bemuskelt.
Brust:

Breit und tief mit ausgeprägter Vorbrust und möglichst weit nach hinten reichendem Brustbein. Rippen gut gewölbt.
Untere Linie:

In einem eleganten Bogen leicht aufgezogen nach hinten verlaufend, trocken.
 

Rute:

Der Linie des Rückens folgend, möglichst horizontal oder leicht nach oben gerichtet getragen, nicht steil, weder zu dick

 noch dünn. Für den Jagdgebrauch zweckmäßig gekürzt. (In Ländern, in denen der Gesetzgeber ein Rutenkupierverbot

erlassen hat, kann die Rute naturbelassen bleiben. Sie sollte bis zum Sprunggelenk reichen und gerade bzw. leicht

 säbelförmig getragen werden).

GLIEDMAßEN

VORDERHAND:

Allgemeines:

Von vorne betrachtet gerade und parallel, von der Seite betrachtet gut unter dem Körper stehende Läufe.

 Der Abstand vom Boden bis zu den Ellenbogen sollte etwa gleich dem von den Ellenbogen bis zum Widerrist sein.

Schultern:

Gut schräg und nach hinten liegendes Schulterblatt, kräftig bemuskelt. Gute Winkelung von Schulterblatt und Oberarm.

Oberarm:

Möglichst lang, gut und trocken bemuskelt

Ellenbogen:

Am Körper anliegend, weder einwärts noch auswärts gedreht. Gute Winkelung von Oberarm und Unterarm.

Unterarm:

Trocken und senkrecht stehend, kräftige Knochen

Vorderfußwurzelgelenk:

Kräftig

Vordermittelfuß:

Gering nach vorne gerichtet

Vorderpfoten:

Ovalrund mit gut geschlossenen Zehen und genügend dicken, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten

Ballen. Sie fußen parallel, im Stand und in der Bewegung weder ein- noch auswärtsgerichtet.

HINTERHAND

Allgemeines:

Von hinten betrachtet gerade und parallel. Gute Winkelungen in Knie- und Sprunggelenken. Kräftige Knochen.

Oberschenkel:

Lang, breit und muskulös, gute Winkelung von Becken und Oberschenkel.

Knie:

Kräftig, mit guter Winkelung von Ober- und Unterschenkel.

Unterschenkel:

Lang, muskulös und sehnig.

Sprunggelenk:

Kräftig.

Hintermittelfuß:

Kurz, senkrecht stehend.

Hinterpfoten:

Ovalrund mit gut geschlossenen Zehen und genügend dicken, derben, widerstandsfähigen und gut pigmentierten

Ballen. Sie fußen parallel im Stand und in der Bewegung, weder ein- noch auswärts gerichtet.

GANGWERK:

Weit ausgreifend, guter Vortritt und guter Schub, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel; dabei gut aufgerichtete

 Haltung.

HAUT:

Straff, anliegend, ohne Faltenbildung

HARRKLEID:

Beschaffenheit des Haares:

Drahthaarig hart, anliegend und dicht. Deckhaar ca. 2 bis 4 cm lang, dichte wasserabweisende Unterwolle.

Die Umrisse des Körpers dürfen durch längeres Haarkleid nicht verdeckt werden. Es soll durch Härte und Dichte

 möglichst guten Schutz gegen Witterungseinflüsse und Verletzungen bieten. Die unteren Partien der Läufe sowie

der untere Bereich von Brust und Bauch sollen kürzer, jedoch dicht, der Kopf und Behang kürzer und zugleich dichter,

 jedoch nicht weicher, behaart sein.
Betonte Augenbrauen und ein kräftiger, nicht zu langer, möglichst harter Bart unterstreichen den energischen

 Gesichtsausdruck.
Farbe:

Braunschimmel, Schwarzschimmel, mit oder ohne Platten, braun mit und ohne Brustfleck. Andere Farben sind

 nicht zugelassen.

GRÖßE:

Widerristhöhe:

Rüden: 61 bis 68 cm.
Hündinnen: 57 bis 64 cm.

FEHLER:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen, dessen Bewertung im genauen

Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

SCHWERE FEHLER:

Kurzer oder schmaler, auch spitzer Fang; schwaches Gebiß, Zangengebiß, partielle Zange; stark lose Augenlider;

 Senk- oder Karpfenrücken, überbaut, zu kurzes Brustbein; stark nach außen oder nach innen gedrehte Ellenbogen;

kuhhessig, O-beinig oder enghessig, sowohl im Stand wie auch in der Bewegung; Paßgang, steifer oder trippelnder Gang;

 dünnes Haar, fehlende Unterwolle.

AUSSCHLIEßENDE FEHLER:

Wesensschwäche, Schuß- und Wildscheue, Vor- und Rückbiß, Kreuzbiß, fehlende Zähne außer P1, Entropium,

 Ektropium, angeborene Knick- oder Stummelrute, Pigmentfehler, unterschiedliche Augenfarbe.

N.B.:

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.