FCI - Standard Nr. 19 /  15. 10. 1999  /  D

 

BRIQUET GRIFFON VENDEEN

 

 

 

 

 


ÜBERSETZUNG  : Frau Michèle Schneider.

 

URSPRUNG : Frankreich.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 09. 01. 1999.

 

VERWENDUNG : Laufhund; wird bei der Büchsenjagd ebenso auf Hochwild wie auch auf Hase und Fuchs eingesetzt, üblicherweise in einer kleinen Meute.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 6   Laufhunde, Schweisshunde

                                                           und verwandte Rassen.

                                         Sektion 1.2 Mittelgrosse Laufhunde.

                                         Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Es ist die einzige Rasse, die noch die Bezeichnung « Briquet » führt, was einen Hund von mittlerer Grösse bedeutet. Diese Zuchtauswahl durch den Grafen von Elva stammt aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Es handelt sich um eine harmonische Verkleinerung und Verfeinerung des Grossen Griffon Vendéen, edel und eher gedrungen gebaut. Mehrfach durch Kriege dezimiert, tauchte der Briquet-Typ 1946 in Fontenay le Comte wieder auf. Heute finden sich viele gute Hunde; eine Briquet-Meute errang 1995 die französische Meisterschaft auf Rehe, und viele Meuten werden zur Wildschweinjagd eingesetzt.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Griffon mittlerer Grösse, gelehrig und sehr  entschlossen. Eher gedrungen und gut proportioniert.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Feine Nase; schneller Hund mit angenehmem Geläut; scheut kein dorniges Gestrüpp; sehr geschickt im unebenen Gelände; er jagt eher mit hoher Nase. Er ergreift sehr gerne die Initiative, ist ausdauernd und robust. Er muss fähig sein, gleichzeitig das Wild aufzuspüren und es vor die Büchse des Jägers zu treiben. Der Briquet ist ein passionierter Jäger; es liegt am Führer, ihn gehorsam zu machen.

 

KOPF : Recht leicht; die Profillinien von Schädel und Fang müssen parallel verlaufen.

 

OBERKOPF :

Schädel : Leicht gewölbt, ziemlich kurz, nicht sehr breit.

Stop : Gut betont.

 

GESICHTSSCHÄDEL :

Nasenschwamm : Kräftig, schwarz, ausgenommen bei weiss-orange-farbenem Haarkleid, wo ein brauner Nasenschwamm toleriert wird; gut geöffnete Nasenlöcher.

Fang : Gerade, eher kurz, praktisch gleich lang wie der Schädel; an seinem Ende nicht zu breit.

Lefzen : Wenig ausgeprägt, dennoch gut den Unterkiefer bedeckend; sie sind von einem starken Bart bedeckt.

Kiefer / Zähne : Scherengebiss; Schneidezähne rechtwinklig im Kiefer eingesetzt.

Augen : Von dunkler Farbe; gross und lebhaft; die Augenbrauen sind gut ausgeprägt, ohne jedoch das Auge zu verdecken. Die Bindehaut darf nicht sichtbar sein.

Behang : Weich, schmal und dünn; mit langem Haar besetzt und spitz zulaufend; gut nach innen gedreht und nicht bis zum Fangende reichend; tief, unterhalb der Augenlinie angesetzt.

 

HALS : Lang und elegant, ohne Wamme.

 

KÖRPER :

Rücken : Fest und kurz; gerade oder sehr leicht ansteigend.

Lenden : Gerade, muskulös und kräftig.

Brust : Nicht zu breit, ziemlich tief, bis auf Ellbogenhöhe herabreichend. Rippen mittelmässig gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch : Voll; nach hinten steigt die untere Linie sehr leicht an.

 

RUTE : Sie ist am Ansatz dick und verjüngt sich allmählich; hoch angesetzt, als Säbelrute getragen, nie jedoch als Sichelrute; eher kurz.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND : Gliedmassen recht kräftig; aber nicht schwerfällig, senkrecht gestellt.

Schultern : Lang, trocken und schräg.

Ellenbogen : Tief und gut am Körper anliegend.

Unterarm : Von kräftigem Knochenbau, gerade.

 

HINTERHAND : Gleichmässige senkrecht gestellte Läufe, gut entwickelte Hinterhand.

Oberschenkel : Lang und muskulös.

Sprunggelenke : Breit und recht tief gestellt; von hinten betrachtet nie kuhhessig oder fassförmig; im Profil betrachtet mittelmässig gewinkelt.

 

PFOTEN : Nicht zu kräftig; harte Ballen; Zehen gut gewölbt und eng aneinanderliegend; kräftige Krallen. Gute Pigmentation von Ballen und Krallen ist erwünscht.

 

GANGWERK : Aktiv und fliessend, weder holprig noch tänzelnd.

 

HAUT : Eher etwas dick, aber geschmeidig. Bei dreifarbenen Hunden oft marmoriert. Ohne Wamme.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Lang, aber nicht übermässig, manchmal buschig, rauh anzufassen; reichliche Unterwolle; Bauch und Innenseite der Schenkel dürfen nicht kahl sein; gut ausgeprägte Augenbrauen, die jedoch das Auge nicht verdecken dürfen.

 

FARBE : Schwarz mit weisser Scheckung (weiss-schwarz); schwarz mit falbfarbenen Abzeichen (schwarz-loh); schwarz mit sandfarbenen Abzeichen; falbfarben mit weisser Scheckung (weiss-orange); falbfarben mit schwarzem Mantel und weisser Scheckung (tricolor); falbfarben schwarz gewolkt; sandfarben schwarz gewolkt mit weisser Scheckung; sandfarben schwarz gewolkt.

 

GRÖSSE :

Widerristhöhe : Rüden              von 50 cm bis 55 cm,

                        Hündinnen        von 48 cm bis 53 cm,

                        mit einer Toleranz von 1 cm mehr oder weniger.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

     Kopf :

·       Zu kräftig, dabei an den Kopf des Grossen Griffon  Vendéen erinnernd.

·       Nasenspiegel, Lefzen oder Lider depigmentiert.

·       Zu langer Fang.

·       Zangengebiss.

·       Helles Auge.

·       Zu langer, flacher, glatthaariger oder hochangesetzter Behang.

Körper :

·       Walzenförmig oder windhundartig.

·       Rücken nicht straff genug.

·       Kruppe abgeschlagen.

Rute :

·       Verdreht oder zu lang.

Gliedmassen :

·       Ungenügende Knochenstärke.

·       Zu steile Winkelung.

·       Durchgetretene Pfoten.

·       Nicht genügend eng aneinanderliegende Zehen.

·       Durchgetretene Fusswurzel.

Haar :

·       Dünn, nicht genügend dicht.

Verhalten :

·       Scheuheit.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

·       Ängstlichkeit, Aggressivität.

·       Mangel an Typ.

·       Vor- oder Rückbiss.

·       Birkauge; verschiedenfarbige Augen.

·       Brustbeinregion nicht geräumig genug ; nach unten hin sich verengende Rippen.

·       Knotenrute.

·       Wolliges Haar.

·       Einfarbig schwarzes oder weisses Haarkleid.

·       Ausgeprägte Depigmentierung.

·       Grösse ausserhalb des Standards.

·       Fehler, die zu einer merklichen Behinderung führen. Anatomische Missbildungen.

 

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

 

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.