FCI Standard des Terrier Brasileiro

ÜBERSETZUNG: Ursula Santos, Dr.J.-M. Paschoud und Harry G.A. Hinckeldeyn.
URSPRUNG: Brasilien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN
ORGINALSTANDARDES: 04.06.1996.
VERWENDUNG: Kleiner
Jagdhund für Niederwild, Wachhund Gesellschaftshund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 3
Terrier. Sektion 1 Hochläufige Terrier. Ohne Arbeitsprüfung.
KURZER
GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK:
Die Vorfahren des brasilianischen
Terriers stammen nicht aus Brasilien. Am Ende des letzten und am Anfang dieses
Jahrhunderts studierten viele junge Brasilianer an europäischen Universitäten,
hauptsächlich in Frankreich und in England. Oft kehrten diese jungen Leute
verheiratet nach Hause zurück und ihre Frauen brachten verschiedentlich einen
kleinen terrierartigen Hund mit. Nach ihrer Rückkehr weilten die jungen
Eheleute mit ihrer Familie auf ihren Landgütern. Der kleine Hund gewöhnte sich
an das Leben auf dem Lande und vermischte sich dort mit einheimischen Rüden und
Hündinnen. So entstand ein verschieden aussehender Hund, dessen Phenotyp sich in wenigen Generationen festlegte.
Mit der Entwicklung der
großen Städte wurden die Großgrundbesitzer, ihre Angestellten und ihre Familien
von den großen Zentren angezogen. So mußte der kleine
Hund noch einmal einen Wechsel seiner Lebensumstände über sich ergehen lassen.
Mittelgroßer,
schlanker, harmonisch gebauter Hund, von gutem aber nicht zu schwerem Körperbau;
das Gebäude ist quadratisch mit gerundete Außenlinien, was ihn vom
glatthaarigen Fox - Terrier unterscheidet, dessen Außenlinien eckig sind.
VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):
Immer in Bewegung,
lebhaft, aktiv, aufgeweckt; freundlich und zutraulich gegenüber Bekannten.
Von oben gesehen der
Kopf dreieckförmig breit an seiner Basis, mit weit auseinander stehenden Ohren,
von den Augen an sich bis zur Nasenspitze beträchtlich verjüngend. Im Profil
steigt die obere Begrenzungslinie des Fangs von der Nasenspitze zum Stop hin
leicht an; zwischen den Augen steigt sie dann schroff an und erreicht darauf in
sanfter Wölbung das Hinterhauptbein.
OBERKOPF:
Der Schädel ist gewölbt
mit leicht abgeflachter Stirne. Von oben gesehen konvergieren die Seiten gegen die
Augen zu. Der Abstand vom äußeren Augenwinkel zum Ohr entspricht dem Abstand
beider äußerer Augenwinkel. Stirnfurche gut entwickelt.
Stop: Ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Mäßig entwickelt, von dunkler
Farbe, mit gut geöffneten Nasenlöchern.
Fang: Von oben besehen bildet der
Abstand beider äußerer Augenwinkel mit der Nasenspitze ein gleichseitiges
Dreieck. Kräftig, unterhalb der Augen gut modelliert mit einer Neigung am
Ansatz des Fangs, welche den Stop betont.
Lefzen: Trocken, gut anliegend, die
Oberlippe genau über der Unterlippe die Zähne bedeckend, was einen
vollständigen Mundschluß gewahrt.
Zähne: 42 regelmäßig eingesetzte gut
entwickelte Zähne; Scherengebiß.
Backen: Trocken, gut entwickelt.
Augen: Im mittleren Abstand zwischen
Nasenspitze und Hinterhauptbeinhöcker eingesetzt, gut auseinanderliegend; der
Abstand zwischen beiden äußeren Augenwinkeln entspricht dem Abstand vom äußeren
Augenwinkel zur Nasenspitze. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Die Augen sind
groß, leicht vorstehend mit mäßig stark gezeichneten Augenbrauen. Rundlich,
offen, mit lebhaftem und aufgewecktem Ausdruck. Farbe so dunkel
wie möglich. Bei der blauen Varietät sind die Augen blau - grau, bei der rot - braunen Varietät braun, grün oder blau.
Ohren: In Höhe der Augenlinie seitlich
angesetzt, liegen sie weit auseinander und bieten gut Platz für den Schädel.
Dreieckförmig, in einer Spitze endend. Halbaufgerichtet getragen, die gefaltete
Spitze gegen den äußeren Augenwinkel fallend. Die Ohren werden nicht kupiert.
Von mäßiger Länge, in
gutem Verhältnis zum Kopf, harmonisch an Nacken und Rumpf angesetzt. Trocken,
sauber gezeichnet, leicht gewölbt.
Harmonisch, nicht zu
schwer, quadratisch mit gerundeten Außenlinien.
Widerrist: Gut vorstehend, in harmonischem
Verhältnis zur Vorderhand.
Oberlinie: Fest und gerade, gegen die
Kruppe zu leicht abfallend.
Rücken: Relativ kurz und muskulös.
Lendengegend: Kurz und stramm, harmonischer
Übergang zur Kruppe.
Kruppe: Leicht abfallend mit tief angesetzter
Rute. Gut entwickelt und muskulös.
Vorbrust: Nur wenig ausgesprochen und
mäßig lang, um den Vorderarmen freie Bewegung zu gestatten.
Brust: Breit und tief, bis zu den
Ellenbogen reichend. Das Brustbein ist lang, die Rippen gut gewölbt und von ovaler
Form. Wegen seiner horizontalen Lage ist das Brustbein nur mäßig aufgezogen.
Unterlinie und
Bauch: In leichter Kurve nach hinten
aufgezogen, aber nicht windhundartig.
RUTE:
Tief angesetzt, kurz,
am Gelenk zwischen dem zweiten und dem dritten Schwanzwirbel gekürzt.
Natürliche Rute: Kurz, reicht nicht bis zum
Sprunggelenk; tief angesetzt, von guter Stärke; aufrecht getragen, nicht über
dem Rücken gerollt. Angeborene Stummelruten kommen vor.
VORDERHAND:
Von vorne besehen gerade;
Läufe mäßig auseinander, in einer Linie mit der Hinterhand, welche ebenfalls
gerade aber breiter auseinander stellt.
Schultern: Lang, einen Winkel von 110- 120°
bildend.
Arm: Ungefähr gleich lang wie das
Schulterblatt.
Ellenbogen: Dicht am Körper anliegend, auf
gleicher Höhe wie die Unterlinie der Brust.
Unterarm: Gerade, dünn und trocken.
Vorderfußwurzelgelenk: Bildet einen offenen Winkel.
Vorderfußwurzel: Gerade, dünn.
Vorderpfoten: Die eng aneinanderliegenden
Zehen sind weder nach außen noch nach innen gedreht; Hasenpfote; die zwei
mittleren Zehen sind länger als die anderen.
HINTERHAND:
Sehr gut bemuskelt, Oberschenkel kräftig, Extremität in gutem
Verhältnis zum Oberschenkel; das hoch angesetzte Sprunggelenk bildet einen
offenen Winkel.
Oberschenkel: Gut entwickelt und muskulös.
Knie: Bildet einen offenen Winkel.
Unterschenkel: In gutem Größenverhältnis zum
Oberschenkel.
Sprunggelenk: Hoch angesetzt, einen offenen
Winkel bildend.
Hintermittelfuß: Gerade.
Hinterpfoten: Länger als die Vorderpfoten, Zellen
eng aneinanderligend.
GANGWERK:
Bewegung elegant und
frei, kurze und rasche Schritte.
HAUT:
Am Körper gut
anliegend, nicht lose, trocken.
BESCHAFFENHEIT DES
HAARES:
Kurz, glatt, fein aber nicht
weich, gut anliegend wie Rattenhaar. Durch das Fell darf die Haut nicht
sichtbar sein. Behaarung feiner auf dem Kopf, an den Ohren, an der Unterseite
des Halses, unten und innen an den Vorderläufen und am hinteren Rand der
Oberschenkel.
FARBE DES HAARES:
Grundfarbe weiß mit
schwarzen, rot braunen oder blauen Abzeichen. Folgende typische und
charakteristische Abzeichen müssen immer vorhanden sein: dunkelroter Brand über
den Augen, beidseitig am Fang, innen am Ohr und am Ohransatz. Dieser dunkle
Brand kann auch an anderen Stellen des Körpers am Rande der Abzeichen
vorkommen. Der Kopf muß immer schwarze,
rot - braune oder blaue Flecken in der Stirngegend und auf den Ohren
aufweisen; eine weiße bandförmige Blesse und möglichst harmonisch verteilte
weiße Flecken dürfen in der Gegend der Stirnfurche und seitlich am Fang
vorkommen.
Widerristhöhe für Rüden
von 35 bis 40 cm
Widerristhöhe für
Hündinnen von 33 bis 38 cm
Gewicht:
Maximal 10 kg.
Jede Abweichung von den
vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
• Gebäudefehler.
• Stellung der Läufe
nicht senkrecht .
• Langes oder
atypisches Haar.
• Uncharakteristische
Abzeichen.
• Vollständiges
Stehohr.
• Schultern zu schwer
oder zu lose.
AUSSCHLIEßENDE
FEHLER:
Fehlen der typischen
Abzeichen.
Aggressivität oder
Ängstlichkeit.
Kruppe nicht leicht
abfallend.
Vorbiß und Rückbiß.
Mangel an Harmonie,
Struktur und Gebäude atypisch.
N.B.:
Rüden müssen zwei offensichtlich
normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack
befinden.