FCI-Standard
Nr. 115/ 21. 05.
2003 /D

ÜBERSETZUNG :
Elke Peper.
URSPRUNG :
Frankreich.
DATUM
DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS : 25.03.2003.
VERWENDUNG :
Vorstehhund hauptsächlich für die Jagd auf Federwild, der aber auch für die
Jagd auf Pelztiere verwendet werden kann.
KLASSIFIKATION F.C.I. : Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1 Kontinentale Vorstehhunde.
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Diese
Rasse stammt von Hunden ab, die aus der Kreuzung eines englischen Pointers mit
einem Pointer des Kontinents entsprungen waren. Sie wurde um 1830 in den
königlichen Hundezwingern zunächst in Compiègne, danach in Saint Germain en
Laye entwickelt.
Bis zum
Beginn des 20. Jahrhunderts war die Rasse groß in Mode; auf den ersten
Hundeausstellungen, insbesondere auf der ersten in Frankreich im Jahr 1863, war
sie die am stärksten vertretene Vorstehhundrasse. Der französische Rasseklub
wurde im März 1913 gegründet.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Eine Rasse von mittleren
Proportionen, bei der die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang
parallel verlaufen oder sehr leicht divergieren und der Stop mäßig ausgeprägt
ist. Die Knochen sind relativ schwer, die Muskulatur den Anforderungen eines
ausdauernden Arbeitseinsatzes entsprechend ausgebildet. Das Haar ist falbfarben
und weiß, ohne jedes Schwarz. Beim Jagdeinsatz sucht dieser Hund in
durchschnittlicher Reichweite, sein Galopp ist gleichmäßig und geschmeidig.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Hauptsächlich ein
Jagdhund, der zutraulich, ausgeglichen und liebevoll ist und eine schroffe
Bahandlung bei der Ausbildung nicht ertragen würde. In Anbetracht der
Gegebenheiten ist er leicht auszubilden. Er jagt mit Leidenschaft Fasane,
Rebhühner und Schnepfen in jedem Terrain und apportiert mit weichem Maul. Dem
Menschen sehr zugetan, lebt er am liebsten in der Familie.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel : Leicht
gerundet, im hinteren Teil spitzbogig zulaufend, mit vorstehendem
Hinterhauptbein. Die Jochbögen sind kaum betont.
Stop :
Nicht zu betont.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm :
Breit, mit gut geöffneten Nasenlöcher, dunkelrosa.
Fang :
Nasenrücken gerade oder sehr leicht konvex, Fang von gleicher Länge wie der
Oberkopf.
Lefzen : Sie
bedecken vollständig den Unterkiefer; sie sind relativ fein und frei von
schwarzen Flecken.
Kiefer / Zähne : Die
Kiefer sind kräftig und gleich lang; die Zähne sind groß und gutgleichmäßig
aufgereiht. Scherengebiß.
Gaumen :
Ohne jedes Schwarz.
Augen : Gut
geöffnet, ziemlich groß, gold-gelb, gut in den Augenhöhlen eingebettet ;
der Blick ist offen und sanft.
Behänge : Auf
Augenhöhe angesetzt, nicht zu lang. Die Ohrlappen weisen eine Längsfalte auf.
Sie sind abgerundet und etwas vom Kopf abgehoben.
HALS :
Muskulös, ziemlich lang, etwas gebogener Nacken ; eine sehr leicht
ausgeprägte Kehlhaut wird toleriert.
KÖRPER :
Rücken :
Waagerecht.
Lende :
Ziemlich kurz, breit und kräftig.
Kruppe : Leicht
abfallend.
Brust : Lang,
tief und breit. Die Brustbeinspitze ragt leicht vor. Die Rippen sind lang und
gut gebogen.
Bauch : Leicht
aufgezogen, in fließender Linie ohne Absatz in den Brustkorb übergehend. Der
Brustkorb ist lang, die Flanken sind kurz.
RUTE :
Ziemlich tief angesetzt, höchstens bis zu den Sprunggelenken reichend, am
Ansatz dick, in einer Spitze endend ; in der Bewegung waagerecht getragen.
GLIEDMASSEN : Gute
Knochenstärke; in der Ruhestellung sind die Muskeln unter der Haut erkennbar.
VORDERHAND :
Schulter : Das
Schulterblatt ist lang, schräg, bemuskelt, wie es bei einem Galopper sein muß.
Oberarm : Etwas
schräg liegend.
Unterarm :
Kräftig, bemuskelt, senkrecht gestellt.
Vordermittelfuß : Kurz,
von der Seite gesehen sehr leicht schräg.
Vorderpfoten : Lang,
Zehen fest zusammengefügt, Nägel sehr hell oder sogar weiß, feste Ballen.
HINTERHAND : Läufe
von hinten gesehen gleichmäßig senkrecht stehend.
Oberschenkel : Lang
und muskulös.
Unterschenkel : Gut
bemuskelt.
Sprunggelenk : Breit,
auf einer Achse mit dem Körper liegend..
Hintermittelfuß :
Kurz, senkrecht, trocken.
Hinterpfoten :
Wie die Vorderpfoten.
GANGWERK / BEWEGUNG : Die
normale Gangart des Hundes ist der Galopp ; er sollte geschmeidig,
harmonisch und ausdauernd sein; sein Raumgriff ist durchschnittlich.
In jeder Gangart wird der Kopf
etwas oberhalb der Rückenlinie getragen, nie tiefer. Die Braque Saint-Germain
greift in jeder Gangart gut aus.
HAUT :
Ziemlich fein.
HAARKLEID
HAAR : Kurz,
nicht zu fein.
FARBE : Mattweiß
mit orange-(falb-)farbener Zeichnung ; etwas Tüpfelung wird toleriert,
jedoch nicht angestrebt. Die Behänge sind falbfarben (eine sehr geringe Menge
Weiß wird toleriert, jedoch nicht angestrebt).
GRÖSSE :
RÜDEN : mindestens 56 cm,
höchstens 62 cm
mit einer Toleranz
von 2 cm mehr bei
außergewöhnlichen
Exemplaren.
HÜNDINNEN : mindestens 54 cm,
höchstens 59 cm
mit einer Toleranz von 2 cm
mehr bei
außergewöhnlichen
Exemplaren.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen
Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
·
Schädel : Zu
breit.
·
Augen : Klein, mit wildem
Blick, zitronengelb.
·
Behang : Den
korkenzieherförmigen Behängen von Laufhunden ähnelnd.
·
Kruppe : Zu
stark abfallend.
·
Pfoten :
Gespreizt ; Vorhandensein von Afterkrallen.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
·
Wesen : Aggressiv oder
übermäßig scheu.
·
Typmängel :
Ungenügend ausgeprägte charakteristische Rassemerkmale, d.h. das Tier ähnelt im
Gesamtbild nicht den übrigen Rassevertretern.
·
Kiefer / Zähne : Das Fehlen von mehr
als einem Zahn, ausgenommen die ersten Prämolare (P1) ; fehlerhafter Stand
der Zähne. Rückbiß oder Vorbiß.
·
Augen : Braun oder schwarz.
·
Standardwidrige Zeichnung :
Schwarz, vor allem :
an
der Nase,
an den
Lefzen,
am Gaumen,
an den Zehennägeln.
·
Größe : Außerhalb der im
Standard festgelegten Grenzen.
Hunde, die deutlich physische
Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert
werden.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.