FCI - Standard Nr. 177 /   07. 08. 1998 /  D

 

 

ARIEGE VORSTEHHUND

(Braque de l’Ariège)

 

 

 


ÜBERSETZUNG  : Frau Michèle Schneider.

 

URSPRUNG : Frankreich.

 

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES  : 24. 01. 1996.

 

VERWENDUNG : Vorstehhund.

 

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7   Vorstehhunde.

                                         Sektion 1.1  Kontinentale Vorstehhunde,

                                                           Typ « Braque ».

                                         Mit Arbeitsprüfung.

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Vorstehhund der Ariège stammt vom alten Französischen Vorstehhund ab, der im 19.Jahrhundert mit weib-orangefarbenen Vorstehhunden des Südens gekreuzt wurde, um ihn aktiver und leichter zu machen. In der Ariège wurde er von einigen Jägern weiterhin benutzt, was ein völliges Aussterben der Rasse verhinderte. 1990 beschlob eine Gruppe von Züchtern, sich seines Fortbestandes anzunehmen.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Hund vom Typus « Braque » mit starkem, aber nicht übertrieben schwerem Körperbau, robust und von kräftiger Erscheinung; Hunde mit trockenen Gliedmaben, hervortretender Muskulatur und klar gezeichneten Linien werden bevorzugt. Sein weibes, vorzugsweise blab-orange getüpfeltes oder manchmal braun gesprenkeltes Haarkleid machen aus ihm, zusammen mit seiner Gröbe, einen eleganten, vornehmen Hund.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN : Normal proportioniert : die Körperlänge übertrifft ein wenig die Widerristhöhe. Der Schädel ist ein wenig länger als der Fang.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Für jede Art der Jagd geeignet; er ist widerstandsfähig, führig und leicht auszubilden.

 

KOPF : Der Kopf mub lang, kantig und in Höhe der Jochbeine schmal sein.

 

OBERKOPF 

Schädel : Der Schädel ist leicht gewölbt, die Stirnfurche wenig ausgeprägt. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind nach vorn leicht divergent. Die Augenbrauenbogen sind wenig betont. Der Hinterhaupthöcker ist ziemlich ausgeprägt.

Stop : Wenig betont.

 

GESICHTSSCHÄDEL

Nasenschwamm : Rosa, rötlich (fleischfarben) oder mehr oder weniger blab-braun, je nach Fellfarbe; niemals schwarz; Nasenlöcher gut geöffnet.

Fang : Der Nasenrücken ist lang und gerade, manchmal ganz leicht konvex gebogen; von vorn betrachtet laufen die Fangseiten nach vorne leicht aufeinander zu.

Lefzen : Ziemlich dünn; gut herabreichend; der Lefzenwinkel ist ziemlich faltig, jedoch nicht herabhängend.

Kiefer / Zähne : Die Zahnbogen stehen gut passend zueinander; Scherenschlub, Zangenschlub (Schneidezähne stehen aufeinander) wird toleriert.

Augen : Sanfter Blick; Augenspalte gut geöffnet; leicht oval; frei und intelligent; gut in die Augenhöhle eingebettet; die Iris ist je nach Fellfarbe dunkelbernsteinfarben oder kastanienbraun.

Behang : Recht dünn; lang; gefaltet; in Augenhöhe oder darunter angesetzt; er wird nicht eng am Kopf anliegend getragen; ohne dabei langgezogen zu werden, mub er bis zum Nasenschwamm reichen können.

 

HALS : Nicht sehr lang; recht kräftig; mit leichter Wamme.

 

KÖRPER

Obere Profillinie : Im vorderen Teil vom Widerrist bis zum elften Rückenwirbel nahezu gerade, im zweiten Teil leicht konvex, um die Verbindung zur Kruppe herzustellen.

Widerrist : Nicht hervortretend, aber deutlich markiert.

Rücken : Ein wenig lang; muskulös; fest und gerade.

Lenden : Leicht konvex.

Kruppe : Zur oberen Linie leicht schräg verlaufend.

Brust : Breit, tief und gut bis auf Ellenbogenhöhe herabreichend. Die Rippen sind ohne Übermab gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch : Sie verläuft leicht schräg und steigt im Bereich des Abdomens leicht an.

 

RUTE : In der Verlängerung der Kruppe angesetzt; am Ansatz ist sie kräftig und verjüngt sich dann; meist wird sie um 4/10 gekürzt; die unkupierte Rute ist zulässig; sie darf nicht über der Rückenlinie getragen werden.

 

GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND : Läufe gerade, von kräftigem Knochenbau; breit und muskulös.

Schultern : Robust; muskulös und mittelmäbig schräg gelagert.

Oberarm : Kräftig; gut bemuskelt und am Brustkorb anliegend.

Ellenbogen : Auf Höhe des Brustbeins gelegen.

Unterarm : Kräftig; senkrecht und gerade.

Vordermittelfub : Im Profil ganz leicht schräg gestellt.

Vorderpfote : Zehen eng aneinanderliegend und gut gewölbt; insgesamt bildet sie ein kompaktes Ganzes; nahezu rund; die Krallen sind kräftig und die Ballen gut gepolstert.

 

HINTERHAND : Senkrecht und parallel.

Oberschenkel : Gut bemuskelt; lang.

Knie : Gut parallel zur Medianebene des Körpers ausgerichtet.

Unterschenkel : Robust.

Sprunggelenk : Gut gewinkelt.

Hintermittelfub : Recht kurz; nahezu senkrecht.

Hinterpfote : Gleiche Beschaffenheit wie die Vorderpfote.

 

GANGWERK : Ermüdungsfreier, kraftvoller Trab, zeitweise von Galopp unterbrochen; Bewegungen sehr geschmeidig und fliebend.

 

HAUT : Mittelmäbig dick; am Kopf ist sie dünner; recht geschmeidig; die Farbe der äuberen Schleimhäute mub zu der Fellfarbe passen; sie dürfen nie schwarze Flecken zeigen.

 

HAARKLEID

 

HAAR : Dicht; glänzend; kurz; auf Kopf und Behang dünner und sehr kurz.

 

FARBE : Blab orangefalbfarben oder manchmal braun; stark weiss gescheckt mit falbfarbener oder brauner Tüpfelung; manche Hunde sind sogar weib mit falbfarbener oder brauner Tüpfelung.

 

GRÖSSE :

Rüden :            60 cm bis 67 cm.

Hündinnen :      56 cm bis 65 cm.

 

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER :

Angesichts des geringen Bestandes dieser Rasse ist es nicht Ziel, übergrobe Strenge zu beweisen, aber doch untypische und mit schweren Fehlern behaftete Hunde von der Zucht fernzuhalten.

·       Völliger Mangel an Typ.

·       « Spaltnase » (Nasenschwamm, dessen Öffnungen durch eine tiefe Furche getrennt sind).

·       Andere, nicht Standard-Konforme Nasenfarbe

·       Schwarzer Nasenschwamm.

·       Vor- oder Rückbib.

·       Augenfarbe : übertrieben hell, Glasauge.

·       Ektropium oder Entropium oder jedes Anzeichen eines chirurgischen Eingriffs zur Korrektur dieses Fehlers.

·       Übermäbig depigmentierte Lider.

·       Schwarze Krallen.

·       Afterkrallen.

·       Hinterhand : deutlich ausgeprägte Bewegungsschwäche.

·       Von der Standardbeschreibung abweichende Haarfarbe.

·       Gröbe auberhalb der vom Standard gesetzten Grenzen; nach oben und nach unter wird eine Toleranz von 1 cm gewährt.

·       Schwere anatomische Mibbildungen.

·       Den Gebrauch beein-trächtigende Mängel.

·       Aggressive, bissige oder sehr ängstliche Hunde.

 

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.