ÜBERSETZUNG : Frau Michèle Schneider.
URSPRUNG : Italien.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 27. 11. 1989.
VERWENDUNG : Vorstehhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde.
Sektion 1.1 Kontinentale Vorstehhunde,
Typ
« Braque ».
Mit Arbeitsprüfung.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Dieser
Hund ist alten italienische Ursprungs. Er wurde zur Vogeljagd verwendet und im
Laufe der Jahrhunderte geformt und weiterentwickelt; von der einst
gebräuchlichen Jagd mit Fangnetzen pabte er
sich der Jagdweise mit Feuerwaffen an. Fresken aus dem 14. Jahrhundet
beweisen unzweifelhaft sein Fortbestehen durch die Jahrhunderte hindurch,
sowohl was seine Morphologie als auch seine jagdlichen
Anlagen als Vorstehhund betrifft.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Er ist
von robustem und harmonischem Körperbau und eine kraftvolle Erscheinung. Vorzu-
ziehen sind Hunde mit trockenen Gliedern, hervortretenden Muskeln und klaren
Linien, mit gut modelliertem Kopf und mit deutlicher Ziselierung unterhalb der
Augen, alles typische Merkmale, die diese Rasse besonders kennzeichnen.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Die
Rumpflänge entspricht der Widerristhöhe oder übertrifft sie leicht. Die
Kopflänge entspricht 4/10 der Widerristhöhe; die Kopfbreite beträgt, bei den
Jochbeinbogen gemessen, weniger als die halbe Kopflänge. Fang und Schädel sind
gleich lang.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Widerstansfähig und für alle Jagdzwecke geeignet;
zuverlässig, fügsam, mit rascher Auffassungs- und grosser
Lernfähigkeit.
KOPF : Kantig
und im Bereich der Jochbeinbogen schmal; seine Länge entspricht 4/10 der
Widerristhöhe; die Gesamtlänge des Kopfes wird an der Verbindungslinie zwischen
den beiden inneren Augenwinkeln halbiert. Die oberen Begrenzungslinien von Fang
und Schädel sind divergent, was bedeutet, dab die Verlängerung der
oberen Fanglinie die Schädellinie vor dem Hinterhaupthöcker, im Idealfall genau
in deren Mitte kreuzt.
OBERKOPF :
Schädel : Im
Profil gesehen hat der Schädel die Form eines sehr weit geöffneten Bogens. Von
oben betrachtet bildet er eine langgestreckte
Ellipse. In Höhe der Jochbeinbogen gemessen beträgt die Kopfbreite höchstens
die halbe Kopflänge. Die Stirnhöcker und die Augenbrauenbogen sind gut
sichtbar. Die Stirnfurche ist sichtbar und endet auf halber Schädellänge. Die
Scheitelleiste ist kurz und wenig hervortretend, der Hinterhaupthöcker ist
betont.
Stop : Wenig
ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Er ist
voluminös, mit groben und gut geöffneten
Nasenlöchern. Er steht etwas über die vordere Lefzenlinie vor und formt mit
dieser einen Winkel. Farbe : Mehr oder weniger rosa
bis fleischfarben oder braun, mit den Haarfarben überreinstimmend.
Fang
:Nasenrücken entweder leicht gewölbt oder gerade. Seine Länge entspricht der
halben Kopflänge und seine Höhe beträgt 4/5 seiner Länge. Von vorne gesehen,
laufen die Fangseiten nach vorne hin leicht aufeinander zu; dennoch bleibt der
Fang vorne recht breit. Das Kinn ist wenig sichtbar.
Lefzen : Die
oberen Lefzen sind gut entwickelt, dünn und herabhängend, aber nicht schlaff;
im vorderen Bereich bedecken sie den Unterkiefer, seitlich überlappen sie ihn
ein wenig. Von vorne gesehen bilden sie unter dem Nasenschwamm ein umgedrehtes
« V »; der Lippenwinkel mub ausgeprägt, aber nicht
hängend sein.
Kiefer / Zähne : Gut
passende Zahnbogen mit gerade im Kiefer stehenden Zähnen; Scherenschlub der Schneidezähne, Zangenschlub wird
toleriert.
Backen :
Trocken.
Augen : In
halbseitlicher Lage, sanft und fügsam im Ausdruck. Sie sind weder tiefliegend noch hervortretend. Die Lider sind gut geöffnet
und von ovaler Form. Sie liegen vollständig am Augapfel an (weder Entropium noch Ektropium); die
Iris ist von mehr oder weniger dunklem Ocker oder braun, je nach Farbe des
Haarkleides.
Behang : So
lang, dab er
ohne Ziehen den vorderen Rand des Nasenschwammes erreicht. Seine Breite entspricht
mindestens seiner halben Länge; er ist nur wenig aufgerichtet; eher hinten,
relativ schmal und in Höhe der Jochbeinlinie angesetzt; man schätzt den
geschmeidigen Behang mit deutlich nach innen umgeschlagenem Vorderrand, der
völlig an der Wange anliegt; das untere Behangende zeigt eine leicht
abgerundete Spitze.
HALS :
Kräftig, von der Form eines Kegelstumpfes, Länge mindestens 2/3 der Kopflänge,
gut vom Nacken abgesetzt. Die Kehle zeigt eine leichte Doppelwamme.
KÖRPER :
Obere Profillinie : Die
obere Linie des Rumpfes ist in zwei Abschnitte unterteilt : der erste verläuft
in schräger Richtung, beinahe geradlinig, vom Widerrist bis zum elften
Rückenwirbel, der zweite Abschnitt bildet die leicht konvexe Verbindung zur
Kruppe.
Widerrist : Gut
hervortretend, mit gut auseinanderstehenden Schulter-
blattkuppen.
Lenden :
Lendenpartie breit, muskulös, kurz und leicht gewölbt.
Kruppe : Lange
Kruppe (etwa 1/3 der Widerristhöhe), breit und gut bemuskelt;
die ideale Neigung des Beckens liegt bei einem Winkel von 30° zur Horizontalen.
Breites Becken.
Brust :
Brustkorb geräumig, tief und bis zu den Ellbogen reichend, nicht kielförmig;
Rippen besonders im unteren Bereich gut gewölbt und schräg liegend.
Untere Profillinie und Bauch : Das
untere Profil ist im Bereich des Brustkorbs fast gerade und steigt im abdominalen Bereich leicht an.
RUTE :
Kräftig am Ansatz, gerade, mit leichter Tendenz, sich zu verjüngen, kurz
behaart. Wenn der Hund in Bewegung ist, besonders wenn er stöbert, wird sie
beinahe oder ganz horizontal getragen. Sie wird auf eine Länge von 15 - 25 cm
kupiert.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schultern :
Kräftig, gut bemuskelt, lang und schräg, frei in
ihren Bewegungen.
Oberarm : Schräg
und gut am Brustkorb anliegend.
Ellenbogen : Höcker
mub auf einer
senkrechten Linie liegen, die von der
hinteren Schulterblattspitze zum Boden führt.
Unterarm :
Kräftig, senkrecht, mit starken, gut abgesetzten Sehnen.
Vordermittelfub : Gut proportionniert, trocken, von angemessener Länge und leicht
schräg stehend.
Vorderpfoten : Fest,
oval, mit gut gewölbten und eng aneinanderliegenden
Zehen, mit kräftigen, gut zum Boden hin gekrümmten Krallen. Deren Farbe ist weib, mehr
oder weniger intensiv ocker oder braun je nach Farbe des Haarkleides; Ballen
elastisch und trocken.
HINTERHAND :
Oberschenkel
: Lang, von oben nach unten nicht auseinanderstrebend, bemuskelt, hinterer Rand fast gerade
Unterschenkel :
Kräftig.
Sprunggelenk :
Breit.
Hintermittelfub :
Relativ kurz und trocken.
Hinterpfoten : Sie
haben dieselben Merkmale wie die vorderen und tragen Afterkrallen; deren Fehlen
stellt keinen Fehler dar. Eine doppelte Afterkralle wird toleriert.
GANGWERK : Verlängerter und schneller Trab mit kräftigem
Schub aus der Hinterhand; hochgetragener Kopf, so dab bei der Jagd die Nase
höher liegt als die Rückenlinie.
HAUT : Widerstandsfähig, aber elastisch; auf dem Kopf, an der
Kehle, in den Achselhöhlen und an der Rumpfunterseite dünner. Die Farbe der
sichtbaren Schleimhäute mub in Relation zur
Fellfarbe stehen, sie dürfen aber nie schwarze Flecken zeigen. Die inneren
Schleimhäute der Mundhöhle sind rosa; bei weib-braun gefleckten oder weib-braun
gesprenkelten Hunden sind sie manchmal leicht braun oder hell kastanienbraun
gefleckt.
HAARKLEID
HAAR : Kurz,
dicht und glänzend, feiner und kürzer auf dem Kopf, am Behang, an den
Vorderseiten der Gliedmaben und auf den Pfoten.
FARBE :
·
Weib.
·
Weib mit unterschiedlich grossen, mehr oder weniger dunklen orange-oder
bernsteinfarbenen Flecken.
·
Weib mit mehr oder minder grossen kastanienbraunen Flecken.
·
Weib-blassorange
gesprenkelt (melato)
·
Weib kastanienbraun
gesprenkelt (roano-marrone). Bei dieser
Farbkombination schätzt man die metallischen Reflexe und bevorzugt man eine
warme, an die Farbe einer Mönchskutte erinnernde Brauntönung.
Bevorzugt wird eine
symmetrische Maske, man toleriert aber auch das Fehlen einer Maske.
GRÖSSE UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Zwischen 55 und 67 cm.
Bevorzugte Gröbe für Rüden
: 58
- 67 cm.
Bevorzugte Gröbe für Hündinnen
: 55 - 62
cm.
Gewicht :
Zwischen 25 und 40 kg je nach Gröbe.
FEHLER : Jede
Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
AUSSCHLIESSENDE
FEHLER :
·
Konvergenz der Begrenzungslinien von Schädel und
Fang.
·
Spaltnase.
·
Ausgeprägter Vorbib, Rückbib.
·
Birkauge.
·
Haarkleid schwarz, schwarz und weib, dreifarbig,
falbfarben, haselnubbraun, einfarbig, mit
Brand.
·
Pigmentlosigkeit (Albinismus).
·
Spuren von schwarz auf den Schleimhäuten, der Haut
und den Hautanhangsorganen.
·
Gröbe mehr als 2 cm über
oder unter den im Standard angegebenen Grenzwerten.
N.B. : Rüden müssen zwei
offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im
Hodensack befinden.
Der Bracco Italiano ist höchstwahrscheinlich eine Kreuzung aus ägyptischen Windhunden und antiken Molossern. Frühe Abbildungen aus dem 14. Jahrhundert zeigen die ersten "Bracco Italiano"-Abbildungen. Der Bracco wurde lange zur Vogeljagd (oft zusammen mit Falknern) eingesetzt. Diese alte Rasse war nach dem Zweiten Weltkrieg so stark dezimiert, das sie fast ausgestorben wäre. Es ist eine seltene Rasse, die über Italien hinaus kaum bekannt ist.
Großer Jagdhund, bis 67 cm, bei 40 kg Gewicht mit kurzem, dichten und glänzend Fell in unterschiedlichen Farben und Zeichnungen: Weiß; Weiß mit unterschiedlich großen, orange- oder bernsteinfarbenen oder kastanienbraunen Flecken oder Weiß-blassorange gesprenkelt (melato), bevorzugt wird eine symmetrische Maske, man toleriert aber auch das Fehlen einer Maske. Lange Schlappohren