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BOUVIER DES FLANDRES Standard F.C.I. No 191
/ 02 . 06 . 93 / D ÜBERSETZUNG: Jochen H. Eberhardt, überarbeitet
von Harry G.A. Hinckeldeyn. URSPRUNG: Belgien / Frankreich /
22.10.1965. F.C.I. KLASSIFIKATION: Gruppe 1
(Hütehunde und Treibhunde). URSPRUNG: Wie sein Name anzeigt,
kommt der Bouvier des Flandres aus den belgischen
und französischen Landesteilen Flanderns, die von keiner natürlichen Grenze
getrennt werden. ANLAGEN: Ursprünglich war der
flandrische Viehtreiberhund ein Helfer für die Treiber der Rinderherden,
wurde aber auch als Zughund und zum
Antreiben von Butterfässern auf Bauernhöfen verwendet. Mit der Modernisierung
landwirtschaftlicher Geräte ist diese
Verwendung verschwunden, so daß der Bouvier des Flandres heute vornehmlich als Wächter von Bauernhöfen und ländlichen Anwesen, aber
auch als Schutz- und Polizeihund gebraucht wird. Sein Körperbau und seine
Charaktereigenschaften, sein feiner Geruchssinn, seine Tatkraft und seine
Intelligenz befähigen ihn auch zum Fährtenhund, Meldehund und zum Begleiter der
Wildhüter. ALLGEMEINE
CHARAKTERISTIKA: Ein kompakt
gestalteter, kurzer und kräftig gebauter Hund; die Gliedmaßen haben gute
Knochen und sind stark bemuskelt; vermittelt insgesamt
den Eindruck von großer Kraft, aber ohne Plumpheit in seinem allgemeinen
Verhalten. Der Blick des Bouvier des Flandres zeugt von
Intelligenz, Energie und Kühnheit. Er hat den ruhigen und verständigen Charakter eines
einfühlsamen, aber furchtlosen Hundes. KOPF: Insgesamt massiv, was durch
Schnurr- und Kinnbart betont wird; passend in seinen Proportionen zur
gesamten Gestalt. Beim Abtasten ist ein korrekt
modellierter Kopf zu fühlen. OBERKOPF: Gut entwickelt, flach,
etwas breiter als lang. Parallele Profillinien von Oberkopf und Fang.
Verhältnis Oberkopflänge zu Fanglänge 3: 2. STIRNFURCHE: Schwach ausgeprägt.
STIRNABSATZ: Gering, nur scheinbar
ausgeprägt durch die hervortretenden Augenbrauen. FANG: Breit, kräftig, starkknochig;
gerader Nasenrücken, der zur Nase hin leicht abfällt, ohne den Fang spitz
aussehen zu lassen. Umfang des Fanges, direkt unter
den Augen gemessen, entspricht ungefähr der gesamten Kopflänge. NASE: Bildet in Verlängerung
des Nasenrückens in leicht gebogener Linie den Übergang zu den Nasenlöchern.
Die Nase muß gut entwickelt sein,
abgerundet in den Profillinien, mit offenen Nasenlöchern. Farbe stets
schwarz. Trocken und flach. OHREN: Zur Dreiecksform
kupiert, gut aufgerichtet getragen; hoch am Schädel angesetzt und äußerst
beweglich; es wird empfohlen, die Ohren
passend zur Kopfgröße zu kupieren. Hoch angesetzt, höher
als die Augenlinie; die Ohrlappen fallen senkrecht; die Knickfalte am Ansatz
darf die obere Schädellinie nicht
überragen. Mittellang, in Form
eines gleichschenkeligen Dreiecks, an der Spitze leicht abgerundet; fallend
und, außer einer kleinen Abhebung am
oberen Ohransatz, an den Backen flach anliegend; weder gefaltet noch
eingerollt; in gutem Verhältnis zur Größe des Kopfes; von kurzem
Haar bedeckt. AUGEN: Freier, selbstbewußter Blick; Augen weder hervortretend noch zu
tiefliegend. Längsovale Form, gerade eingesetzt. Augenfarbe so dunkel wie möglich, passend zur Fellfarbe. Zu helle Augen
oder ein stechender Blick sollten hart bestraft werden. AUGENLIDER: Schwarz, ohne
Anzeichen von Pigmentverlust. Bindehäute dürfen nicht sichtbar sein. KIEFER UND ZÄHNE: Kräftige Kiefer von gleicher
Länge. Starke, weiße und gesunde Zähne. Scheren- oder Zangengebiß.
HALS UND SCHULTERN: Frei und aufrecht
getragen. Kräftig bemuskelt, wird stärker bis zum
harmonischen Übergang in die Schulterpartie; Länge etwas geringer
als die Kopflänge. Nacken muskulös, leicht gebogen. Keine Kehlhaut. WIDERRIST: Kann leicht
hervortreten. Kräftig, mit breitem
Rücken und kurz. Die Länge, von der Brustbeinspitze zum Sitzbeinhöcker
gemessen, sollte ungefähr der
Widerristhöhe entsprechen. Der Rippenkorb muß bis
zum Ellbogen herabreichen und darf niemals tonnenförmig sein,
obwohl die Rippen gewölbt sein müssen. Die Rippenkorblänge, nämlich die
Entfernung von der Brustbeinspitze
zur letzten Rippe, muß sehr groß sein, ungefähr
7/10 der Widerristhöhe. RIPPEN: Die ersten Rippen sind
nur leicht, die anderen gut gewölbt und schrägliegend rückwärts gerichtet,
was die erwünschte Brusttiefe
ergibt. Hunde mit flachen Rippen sollten hart bestraft werden. FLANKEN: Die Flanken, zwischen der
letzten Rippe und der Hüftpartie, müssen sehr kurz sein, besonders bei Rüden.
Die Unterlinie ist nur
leicht aufgezogen. RÜCKEN: Kurz, breit, muskulös
und ohne Schwächen, muß noch beweglich bleiben. LENDEN: Kurz, breit, gut bemuskelt; sie müssen flexibel bleiben, ohne Anzeichen
von Schwächen. KRUPPE: Muß so genau wie möglich
der Oberlinie des Rückens folgen und sanft übergehen in die Rundungen der Kruppenmuskulatur.
Breit, aber nicht übermäßig beim Rüden, stärker entwickelt bei der Hündin.
Eine ansteigende oder abfallende Kruppe
ist ein schwerer Fehler. RUTE: Innerhalb einer Woche
nach der Geburt ist die Rute bis auf zwei oder drei Wirbel zu kürzen. Sie muß in Verlängerung der Wirbelsäule angesetzt
sein und während der Bewegung hoch getragen werden. Stummelrutig
geborene Hunde sind deshalb nicht abzuwerten. VORDERHAND: Die Gliedmaßen sollten
starkknochig, gut bemuskelt und vollkommen gerade
sein. SCHULTERN UND
OBERARME: Die Schultern sind gut
bemuskelt, aber nicht überladen. Das Schulterblatt
ist ziemlich lang, mäßig schräg. Schulterblatt und
Oberarm ungefähr von gleicher Länge. ELLBOGEN: Dicht am Rumpf
anliegend, parallel. Auswärts gedrehte Ellbogen sind fehlerhaft. Müssen sich
parallel zur Längsachse des Körpers bewegen.
UNTERARME: Müssen von vorn und
von der Seite betrachtet vollkommen gerade sein, parallel zueinander und
lotrecht zur Standfläche, gut bemuskelt und mit starken Knochen. VORDERFUßWURZELGELENK: Genau in einer Linie
mit den Unterarmen verlaufend, nur das Erbsenbein darf hervortreten. Auch
hier: Starke
Knochen. VORDERMITTELFUß: Starke Knochen, recht
kurz, nur leicht nach vorne gerichtet. VORDERPFOTEN: Kurz, rund, kräftig.
Die Zehen müssen geschlossen und aufgewölbt sein. Starke schwarze Krallen.
Gut gepolsterte, feste Ballen. HINTERHAND: Kraftvoll, mit
ausgeprägter Muskulatur. Sie muß sich in denselben
Ebenen wie die Vorderhand bewegen. OBERSCHENKEL: Breit, gut bemuskelt. Müssen sich parallel zur Längsachse des
Körpers bewegen. Der Oberschenkel darf weder zu steil noch zu schräg stehen; tiefreichende,
feste Kruppenmuskulatur. Die Kniescheibe liegt auf einer gedachten Linie vom Darmbeinkamm zum
Boden. Von mittlerer Länge,
muskulös, weder zu aufrecht noch zu schräg gelagert. HINTERMITTELFUß: Stark, trocken,
ziemlich rund. Senkrecht stehend, wenn der Hund in Ausstellungspose. Ohne
Wolfskrallen. SPRUNGGELENKE: Recht bodennah, breit,
muskulös. Von hinten betrachtet gerade, und in Ausstellungspose vollkommen
parallel. In der Bewegung dürfen sie sich weder einander
nähern noch voneinander entfernen, sondern müssen parallel bleiben. HINTERFPOTEN: Rund, kompakt,
geschlossen und gewölbt. Starke schwarze Krallen. Gut gepolsterte, feste
Ballen. HAARKLEID: Reichlich. Das
Deckhaar bildet zusammen mit der dichten Unterwolle ein schützendes Fell, das
an die raschen Wetterwechsel in
seinem Herkunftsland vollkommen angepaßt ist. FARBE: Die Fellfarbe des
Bouviers des Flandres ist am allgemeinen falb oder
grau, oft gestromt oder rußig; ebenso zulässig ist ein
schwarzes Fell, es sollte aber nicht bevorzugt werden. Ein hellfarbiges Fell,
auch "ausgewaschen" genannt, ist
unerwünscht. DECKHAAR: Sollte sich spröde
anfühlen, trocken und borstig, weder zu lang noch zu kurz ( ungefähr 6 cm ),
leicht gekräuselt, aber nicht wollig oder
lockig. Am Kopf ist das Haar kürzer, an den Außenflächen der Ohren fast kurz,
aber das Innenohr ist mit mäßig langem Haar
geschützt. Das Deckhaar ist besonders dicht und hart im oberen Bereich des Rückens; kürzer, aber immer hart und trocken
im unteren Bereich der Gliedmaßen. Ein flach anliegendes Deckhaar ist als Anzeichen für
das Fehlen von Unterwolle unerwünscht. UNTERWOLLE: Unter dem Deckhaar
wächst eine flauschige, dichte Haarschicht, die mit ihm zusammen ein
wasserdichtes Schutzkleid bildet. SCHNURRBART UND BART: Reichlich; die Haare
sind spröde; kürzer und harscher am oberen Teil des Fanges. Die oberen Lefzen
müssen einen Schnurrbart
tragen, und das Kinn sollte durch einen vollen, harschen Bart geschmückt
sein. Beides ergibt den für die Rasse so
charakteristischen, grimmigen Ausdruck. AUGENBRAUEN: Bestehen aus aufrecht stehendem
Haar, das die Augenbrauenbögen betont, ohne die Augen zu verschleiern. HAUT: Dicht anliegend, ohne
übermäßige Schlaffheit. Die sichtbaren Schleimhäute sind stets sehr dunkel
gefärbt (pigmentiert). ÄUßERE
GESCHLECHTSTEILE: Gut entwickelt. GRÖßE: Die Widerristhöhe ist: GEWICHT: Ungefähre Gewichte
sind: GANGWERK: Der Bouvier des Flandres muß harmonisch gebaut
sein, damit er einen freien, leichten und stolzen Gang zeigen kann. Schritt und Trab
sind die üblichen Gangarten, man findet allerdings auch Paßgänger. Gestreckte Exemplare. Hell. Tief angesetzt. Vor- oder Rückbiß. Flach, zu lang oder
tonnenförmig und kurz. Abfallend. HAARKLEID: Ausgewaschen,
schokoladenbraun, zu viel weiß. Weich, wollig, seidig,
zu lang, zu kurz. AUGEN: Birkaugen, stechender Blick.
NASE: Gefleckt. KRYPTORCHISMUS: Einseitiger oder
beidseitiger. N.B.: Rüden müssen zwei
sichtlich normale Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden. |
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