
|
Bernhardiner
|
| Hunderasse: |
Bernhardiner, St. Bernhardshund |
| FCI-Standard Nr.
|
61 |
| Übersetzung: | |
| Ursprung: | Schweiz |
| Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: | 23.03.1993 |
| Klassifikation FCI: | Gruppe 2 Pinscher
und Schnauzer, Molosser und Schweizer Sennenhunde Selektion 2.2 Ohne Arbeitsprüfung (Molosser vom Typus Berghunde) |
| Verwendung: | Begleit-, Wach- und Hofhund |
| kurzer geschichtlicher Abriss: | Auf der Passhöhe
des Grossen St. Bernhards auf 2469 m über Meer haben Mönche im
11. Jahrhundert als Zufluchtsort für Reisende und Pilger ein Hospiz
gegründet. Dort wurden seit der Mitte des 17. Jahrhunderts zur Bewachung
und zum Schutz großer Berghunde gehalten. Das Vorhandensein solcher
Hunde ist bildlich seit 1695 und schriftlich in einer Aktennotiz des Hospizes
im Jahre 1707 dokumentiert. Die Hunde wurden bald als Begleithunde und besonders
als Rettungshunde für in Schnee und Nebel verirrte Reisende eingesetzt.
Die in vielen Sprachen publizierten Chroniken über zahlreiche durch
diese Hunde dem weißen Tode entrissene Menschenleben und die mündlichen
Berichte der Soldaten, welche 1800 mit Napoleon den Pass überquerten,
haben im 19. Jahrhundert den Ruf des Bernhardiners, dazumal "Barry-Hund"
genannt, über ganz Europa verbreitet, und der legendäre Barry
wurde zum Urbild des Rettungshundes. Die direkten Vorfahren des St. Bernhardshundes waren die in der Gegend viel verbreiteten großen Bauernhunde, welche in wenigen Generationen, nach einem festgelegten Idealtyp, zur heutigen Rasse gezüchtet wurden. Heinrich Schumacher von Holligen bei Bern begann als erster 1867 für seine Hunde Abstammungsurkunden auszustellen. Im Februar 1884 wurde das "Schweizerische Hundestammbuch" (SHSB) eröffnet; die allererste Eintragung war der Bernhardiner Leon, und die weiteren 28 Eintragungen betrafen ebenfalls Bernhardiner. Am 15. März 1884 wurde der "Schweizerische St. Bernhardsclub" in Basel gegründet. Anlässlich eines internationalen Kynologenkongress am 2. Juni 1887 wurde der St. Bernhardshund offiziell als schweizerische Hunderasse anerkannt und der Rassestandard wurde als verbindlich erklärt. Der Bernhardiner gilt seither als Schweizer Nationalhund. |
| Allgemeines Erscheinungsbild: |
Es existieren zwei Varietäten des St. Berhardshundes: kräftig und imposant |
| wichtige Proportionen: |
Ideale Proportion Widerristhöhe zu Rumpflänge (gemessen vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker) = 5 : 6 |
| Verhalten / Charakter (Wesen): | im Wesen freundlich, Temperament ruhig bis lebhaft, wachsam. |
| Kopf/Oberkopf: | stark, breit, im Profil und von vorne gesehen leicht gewölbt; seitlich in sanfter Rundung in die kräftig entwickelten, hohen Backenpartien übergehend; gegen die Schnauze zu, steil abfallend. Hinterhauptbeinhöcker nur mäßig betont; obere Augenbogen stark entwickelt. Die am Stirnansatz beginnende, mitten über den Oberkopf verlaufende Stirnfurche verliert sich allmählich bis zum Hinterhauptbein. Die Stirnhaut bildet über den Augen gegen die Stirnfurche zu sich einander nähernde Falten. In der Erregung zeichnen sie sich stärker ab. Im Affekt bildet der Ohransatz mit dem Oberkopf eine gerade Linie. |
| Stop: | markant ausgeprägt |
| Kopf/Gesichtsschädel: | |
| Nase: | breit und eckig; Nasenlöcher gut geöffnet; Nasenschwamm schwarz |
| Fang: | kurz, gleichmäßig breit; Nasenrücken gerade, mit leichter Rinne. Fanglänge kürzer als Fangtiefe. (gemessen am Fangansatz) |
| Lefzen: | Lefzenrand schwarz. Lefzen des Oberkiefers stark entwickelt und überhängend, gegen die Nase hin einen weiten Bogen bildend. Mundwinkel bleiben sichtbar |
| Kiefer / Zähne: | kräftiges, regelmäßiges und vollständiges Scheren- oder Zangengebiss. Umgekehrtes Scherengebiss zulässig. Fehlen der PM 1 (Prämolaren) toleriert |
| Augen: | mittelgroß, dunkelbraun bis nussbraun, mäßig tief liegend, mit freundlichem Ausdruck, möglichst geschlossen; Lidränder vollständig pigmentiert. Natürlicher gefestigter Lidschluss angestrebt; kleiner Knick am Oberlid und kleiner Knick mit wenig sichtbarer Bindehaut am Unterlid zulässig |
| Ohren: | mittelgroß, hoch und breit angesetzt. Ohrmuscheln stark entwickelt, Ohrlappen geschmeidig, dreieckförmig mit abgerundeter Spitze; hinterer Rand leicht abstehend, vorderer Rand an den Backen anliegend |
| Hals: | kräftig; Kehl- und Halswamme mäßig entwickelt |
| Körper: | Allgemeines Gesamterscheinung imposant und harmonisch |
| Obere Profillinie: | Widerrist gut ausgeprägt; vom Widerrist bis zur Lende gerade; Kruppe sanft abfallend, fließend in die Schwanzwurzel übergehend |
| Rücken: | breit, kräftig, fest |
| Brust: | Brustkorb mäßig tief mit gut gewölbten Rippen, nicht tiefer als bis zu den Ellenbogen reichend |
| Untere Profillinie und Bauch: | gegen hinten leicht aufgezogen |
| Rute: | Ansatz breit und kräftig. Rute lang und schwer, letzter Schwanzwirbel mindestens bis zum Sprunggelenk reichend; in der Ruhe gerade herabhängend oder im unteren Drittel leicht aufwärts gekrümmt, in der Erregung höher getragen |
| Gliedmaßen: | |
| Vorderhand: | |
| Allgemeines: | Stellung eher breit, von vorne gesehen gerade und parallel |
| Schulterblatt: | schräg gestellt, muskulös und gut anliegend |
| Oberarm: | gleich lang oder nur wenig kürzer als Schulterblatt; Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarm nicht zu stumpf |
| Ellenbogen: | anliegend |
| Unterarm: | gerade, starkknochig, trocken bemuskelt |
| Vorderfußwurzelgelenk: | |
| Vordermittelfuß: | von vorne gesehen senkrecht gestellt, von der Seite gesehen leicht abgewinkelt |
| Vorderpfoten: | breit, geschlossen, mit kräftigen, stark gewölbten Zehen |
| Hinterhand: | |
| Allgemeines: | Hinterhand mäßig gewinkelt und muskulös; von hinten gesehen Hinterläufe parallel und nicht eng stehend |
| Oberschenkel: | kräftig, muskulös, Keulen breit |
| Kniegelenke: | gut gewinkelt, weder aus- noch einwärts gedreht |
| Unterschenkel: | schräg gestellt, ziemlich lang |
| Sprunggelenke: | leicht gewinkelt und fest |
| Hintermittelfuß: | von hinten gesehen gerade und parallel gestellt |
| Hinterpfoten: | breit, geschlossen, mit kräftigen und stark gewölbten Zehen, Afterkrallen toleriert, sofern sie den Bewegungsablauf nicht behindern |
| Gangwerk: | harmonischer ausgreifender Bewegungsablauf mit gutem Schub aus der Hinterhand; Vorder- und Hinterpfoten werden geradlinig vorgesetzt |
| Haut: | |
| Haarkleid: | |
| Haar: |
Varietät Kurzhaar (Stockhaar): Deckhaar dicht, glatt anliegend und derb; Unterwolle reichlich. Keulen leicht behost; Rute dicht behaart. Varietät Langhaar: mittellanges gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle; über Hüfte und Kruppe meistens etwas gewellt. Stark behoste Keulen, Vorderläufe mit Befederung. Gesicht und Ohren kurz behaart; Rute buschig. |
| Farbe: |
Grundfarbe weiß mit kleineren oder größeren rotbraunen Platten (Plattenhunde) bis durchgehende rotbraune Decke über Rücken und Flanken. (Mantelhunde) Zerrissener Mantel (mit Weiß durchbrochene Decke) gleichwertig. Gestromtes Rotbraun zulässig. Braungelb toleriert. Dunkle Verbrämung am Kopf erwünscht. Anflug von Schwarz am Körper toleriert Abzeichen: Erwünscht: weißer Kragen; symmetrische dunkle Maske |
| Größe: |
Mindestmass: Rüden 70 cm Hunde, welche das Höchstmass überschreiten, werden in ihrer Beurteilung nicht abgewertet, sofern sie in ihrer Gesamterscheinung harmonisch wirken und ein korrektes Gangwerk aufweisen. |
| Fehler: |
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten ist als Fehler anzusehen. Dessen Bewertung muss im Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen und mitberücksichtigen, inwieweit Wesentliches beeinträchtigt ist. mangelndes Geschlechtsgepräge |
| Nebenbemerkung:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden. |