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Belgischer Schäferhund
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Tervueren
Malinois
Laekenois
Groenendal
| Hunderasse: |
Belgischer Schäferhund, Berger belge, Varietäten: Tervueren, Malinois, Laekenois, Groenendal |
| FCI-Standard Nr.
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15 / 05. 06. 2002 / D |
| Übersetzung: | Dr.J.-M. Paschoud und Frau R. Binder, überprüft durch Frau Peper. |
| Ursprung: | Belgien |
| Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: | 13. 03. 2001. |
| Klassifikation FCI: | Gruppe 1 Hütehunde
und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde). Sektion 1 Schäferhunde. Mit Arbeitsprüfung. |
| Verwendung: | Ursprünglich Schäferhund, heute Gebrauchshund (Wachhund, Schutzhund, Fährtenhund usw), und polyvalenter Diensthund sowie auch Familienhund. |
| kurzer geschichtlicher Abriss: |
Noch zum Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Belgien eine große
Anzahl Hüte- und Treibhunde von vielfältigem Typ mit sehr unterschiedlichem
Haarkleid. Um in diese Unausgeglichenheit etwas Ordnung zu bringen, schloß
sich eine Gruppe begeisterter Kynologen zusammen und ließ sich von
Professor A. Reul beraten, Dozent an der veterinärmedizinischen Schule
in Curegehm. Ihn kann man als den echten Wegbereiter und als Begründer
der Rasse bezeichnen. Am 3. April 1892 wurde vom belgischen Schäferhundeklub bereits ein
erster sehr ausführlicher Standard erstellt. Eine einzige Rasse mit
3 Haar-Varietäten wurde anerkannt. Jedoch war, wie man damals sagte,
der belgische Schäferhund nur ein Hund für bescheidene Leute,
also eine Rasse, der es noch an Ansehen mangelte. Deshalb wurden die ersten
belgischen Schäferhunde erst im Jahre 1901 in das Zuchtbuch der Société
Royale St. Hubert (L.O.S.H) eingetragen. |
| Allgemeines Erscheinungsbild: | Harmonisch gebauter Hund von mittleren Proportionen, der Eleganz und Kraft in sich vereinigt. Er hat ein quadratisches Gebäude und ist mittelgroß; seine Muskulatur ist kräftig und trocken. Er ist widerstandsfähig, an das Leben im Freien gewöhnt und im Stande, die in Belgien so häufigen klimatischen Schwankungen zu ertragen. Durch die Harmonie seiner Körperformen und die stolze Kopfhaltung soll der Belgische Schäferhund den Eindruck jener eleganten Robustheit vermitteln, die das Erbe der gezielt herausgezüchteten Vertreter einer Gebrauchshunderasse ist. Der Belgische Schäferhund soll im Stand in natürlicher Stellung, ohne körperlichen Kontakt mit dem Vorführer, gerichtet werden. |
| wichtige Maßverhältnisse: | Der Belgische Schäferhund hat ein quadratisches Gebäude. Die Brust reicht bis auf Höhe der Ellenbogen. Die Länge des Fangs entspricht oder übertrifft leicht die halbe Kopflänge. |
| Verhalten / Charakter (Wesen): | Der Belgische Schäferhund ist wachsam und rege, von übersprudelnder Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit. Neben seinen angeborenen Fähigkeiten als Hüter der Herden besitzt er die wertvollen Eigenschaften eines sehr guten Wächters für Haus und Hof. Er verteidigt seinen Herrn ohne jegliches Zögern hartnäckig und leidenschaftlich. Er vereinigt in sich alle für einen Schäferhund, Wachhund, Schutzhund und Diensthund erforderlichen Vorzüge. Sein lebhaftes und munteres Temperament und seine gefestigten Charaktereigenschaften, die weder Angst noch Aggressivität kennen, sollen sich in seiner Körperhaltung und im stolzen und aufmerksamen Ausdruck seiner glänzenden Augen offenbaren. Beim Richten sollte man das "ruhige" und "beherzte" Temperament berücksichtigen. |
| Kopf/Oberkopf: | Hoch getragen; nicht übertrieben lang, gerade in seinen Begrenzungslinien, gut gemeisselt und trocken. Schädel und Fang sind ungefähr gleich lang; der Fang darf höchstens um ein Weniges länger sein, was dem Gesamtbild den letzten Schliff verleiht. |
| Schädel: | Von mittlerer Breite, in seinen Proportionen zur Länge des Kopfes passend, mit eher abgeflachter als gerundeter Stirn und mit wenig ausgeprägter Stirnfurche. Von der Seite gesehen verläuft die Oberlinie parallel zu einer gedachten Verlängerungslinie des Nasenrückens. Hinterhauptkamm wenig entwickelt. Augenbrauen-bögen und Jochbein nicht vorstehend. |
| Stop: | Mässig entwickelt. |
| Kopf/Gesichtsschädel: | |
| Nasenschwamm: | Schwarz |
| Fang: | Mittellang, unter den Augen gut gemeisselt; er verjüngt sich allmählich zur Nase hin und hat die Form eines verlängerten Keils. Der Nasenrücken ist gerade und parallel zur gedachten verlängerten Oberlinie der Stirn. Fangöffnung gross und weit, das heißt bei offenem Fang werden die Mundwinkel stark nach hinten gezogen und die Kiefer klappen weit auseinander. |
| Lippen: | Dünn, straff anliegend und stark pigmentiert. |
| Kiefer / Zähne: | Zähne gross, weiss, regelmässig und kräftig in dem gut entwickelten Kiefer eingesetzt. Scherengebiss; das von den Schaf- und Viehtreibern vorgezogene Zangengebiss wird toleriert. Das Gebiss ist entsprechend der Zahnformel des Hundes vollzahnig. Das Fehlen von zwei Prämolaren 1 (PM1) ist zulässig; die Molaren 3 (M3) werden nicht berücksichtigt. |
| Backen: | Trocken und recht flach, doch gut bemuskelt. |
| Augen: | Von mittlerer Grösse, weder zu tief liegend noch vorstehend, leicht mandelförmig, schräg eingesetzt, von bräunlicher Farbe, wobei dunkel gefärbte Augen bevorzugt werden. Die Augenlider sind schwarz umrandet. Der Blick ist offen, lebhaft, aufgeweckt und forschend. |
| Ohren: | Eher klein, hoch angesetzt, in ihrem Aussehen klar dreieckig. Die Ohrmuschel ist in sich gut gebogen. Die spitzen Ohren werden fest und aufrecht getragen und bei Aufmerksamkeit senkrecht gestellt. |
| Hals: | Gut abgesetzt, etwas länglich, ziemlich aufgerichtet, gut bemuskelt, zu den Schultern hin allmählich breiter werdend. Ohne Wamme. Der Nacken ist leicht gewölbt. |
| Körper: | Kraftvoll ohne Schwere. Die vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge entspricht ungefähr der Widerristhöhe. |
| Obere Profillinie: | Die obere Linie von Rücken und Lenden ist gerade. |
| Widerrist: | Ausgeprägt |
| Rücken: | Fest, kurz und gut bemuskelt. |
| Lendenpartie: | Kräftig, kurz, angemessen breit, gut bemuskelt. |
| Kruppe: | Gut bemuskelt; nur sehr leicht schräg; angemessen, aber nicht übertrieben breit. |
| Brust: | Nicht breit, aber tief hinabreichend; die Rippen sind in ihrem oberen Bereich gewölbt; von vorne gesehen ist die Vorbrust wenig breit, ohne dabei schmal zu sein. |
| Untere Profillinie und Bauch: | Sie beginnt unter dem Brustkorb und steigt sanft in harmonischer Rundung zum Bauch hin an, der weder zu ausgefüllt noch windhundartig aufgezogen ist, sondern leicht ansteigt und mässig entwickelt ist. |
| Rute: | Gut angesetzt, an der Basis kräftig, von mittlerer Länge, mindestens bis zum Sprunggelenk, aber vorzugsweise weiter nach unten reichend; in der Ruhe wird sie hängend getragen und zeigt an ihrem Ende auf der Höhe des Sprunggelenks eine leichte Biegung nach hinten; in der Bewegung wird sie stärker angehoben, aber nicht über die Horizontale, mit an der Spitze stärker ausgeprägter Krümmung, ohne jedoch einen Haken zu bilden oder seitlich abzuweichen. |
| Gliedmaßen: | |
| Vorderhand: | |
| Allgemeines: | Kräftiger Knochenbau, aber ohne Schwere; Muskulatur trocken und stark; die Läufe stehen aus jeder Blickrichtung senkrecht und sind, von vorne gesehen, vollkommen parallel. |
| Schultern: | Das Schulterblatt ist lang und schräg, fest anliegend und bildet mit dem Oberarm einen hinreichenden Winkel, der idealerweise 110-115° beträgt. |
| Oberarm: | Lang und angemessen schräg. |
| Ellenbogen: | Kräftig, weder abstehend noch zu eng anliegend. |
| Unterarm: | Lang, gerade. |
| Vorderfußwurzelgelenk: | Sehr fest und klar umrissen. |
| Vordermittelfuß: | Kräftig und kurz, möglichst senkrecht zum Boden stehend oder nur sehr wenig nach vorne geneigt. |
| Vorderpfoten: | Rund, Katzenpfoten. Die Zehen sind gewölbt und dicht aneinanderliegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen dunkel und kräftig. |
| Hinterhand: | |
| Allgemeines: | Kraftvoll, aber ohne Schwere. Von der Seite gesehen, stehen die Hinterläufe senkrecht, von hinten gesehen sind sie vollkommen parallel. |
| Oberschenkel: | Mittellang, breit, stark bemuskelt. |
| Kniegelenk: | Annähernd senkrecht unter der Hüfte plaziert; normale Winkelung. |
| Unterschenkel: | Mittellang, breit, muskulös. |
| Sprunggelenk: | Tief stehend, breit und bemuskelt, mässig gewinkelt. |
| Hintermittelfuß: | Fest und kurz. Afterkrallen sind unerwünscht. |
| Hinterpfoten: | Sie können leicht oval sein. Die Zehen sind gewölbt und dicht aneinanderliegend, die Ballen dick und elastisch und die Krallen dunkel und kräftig. |
| Gangwerk: | Der Bewegungsablauf ist in allen Gangarten lebhaft und frei. Der Belgische Schäferhund zeigt einen guten Galopp, aber die gebräuchlichen Gangarten sind der Schritt und vor allem der Trab. Die Gliedmassen bewegen sich in einer zur Körperachse parallelen Ebene. Bei grosser Geschwindigkeit nähern sich die Pfoten der Mittellinie. Der Trab ist mittelmässig raumgreifend; die Bewegung ist gleichmässig und leichtfüssig, mit gutem Schub aus der Hinterhand, wobei die Oberlinie fest bleibt und die Vorderläufe nicht zu hoch angehoben werden. Ständig in Bewegung, scheint der Belgische Schäferhund unermüdlich zu sein. Sein Gangwerk ist schnell, elastisch und lebhaft. Er ist im Stande, bei voller Geschwindigkeit einen plötzlichen Richtungswechsel vorzunehmen. Infolge seines überschäumenden Temperaments und auf Grund seines Wach- und Schutztriebes neigt er deutlich dazu, sich im Kreis zu bewegen. |
| Haut: | Elastisch, aber am ganzen Körper straff anliegend; Lippen- und Lidränder sind stark pigmentiert. |
| Haarkleid: | Da bei den Belgischen Schäferhunden die Länge, die Wuchsrichtung, das Aussehen und die Farbe des Haarkleides verschieden sind, wurde dieses Merkmal als Kriterium für die Unterscheidung der vier Varietäten der Rasse zugrundegelegt : Groenendael, Tervueren, Malinois und Laekenois. Die vier Varietäten werden gesondert gerichtet und jede ist zur Erlangung eines CAC, eines CACIB oder der entsprechenden Reserveauszeichnungen berechtigt. |
| Haar: | In allen Varietäten
muß das Haar immer dicht, anliegend und von guter Textur sein; es
soll zusammen mit der Unterwolle einen ausgezeichneten Schutzmantel bilden.
A. LANGHAAR: Das Haar ist kurz auf dem Kopf, auf den B. KURZHAAR: Auf dem Kopf, auf den Aussenflächen der Ohren C. RAUHHAAR: Kennzeichnend für die rauhhaarige Varietät ist
vor |
| Farbe: |
Maske : Bei den Tervueren und den Malinois muss die Maske sehr ausgeprägt
sein und möglichst Ober- und Unterlippe, den Lippenwinkel und die
Augenlider als einer einheitliche schwarze Fläche umschließen.
Als absolutes Minimum muß die Haut an 6 Stellen schwarz pigmentiert
sein: an beiden Ohren, beiden oberen Augenlidern und Ober- und Unterlippe. Groenendael : Nur einfarbig schwarz. Tervueren : Nur falbfarben-schwarzgewolkt oder grau-schwarz-gewolkt mit schwarzer Maske, vorzugsweise jedoch falbfarben-schwarzgewolkt. Die Falbfarbe soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde, die anders als falbfarben-schwarzgewolkt sind oder deren Farbnuance der gewünschten Intensität nicht entspricht, können nicht als vorzügliche Exemplare angesehen werden. Malinois : Nur falbfarben-schwarzgewolkt mit schwarzer Maske. Laekenois : Nur falbfarben, mit Spuren von schwarzer Wolkung, hauptsächlich am Fang und an der Rute. Bei allen Varietäten ist etwas Weiss an der Vorbrust und an den Zehen zulässig. |
| Größe und Gewicht: | Widerristhöhe
: Die gewünschte Grösse ist im Durchschnitt. 62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen. Toleranz : Abweichungen von 2 cm nach unten und von 4 cm nach oben. Gewicht : Ungefähr 25 - 30 kg für Rüden und ungefähr 20 - 25 kg für Hündinnen. Masse : Mittlere Normalmasse für einen Belgischen Schäferhundrüden von 62 cm Widerristhöhe : " Länge des Körpers (vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen) : 62 cm. " Kopflänge : 25 cm. " Länge des Fangs : 12, 5 bis 13 cm. |
| Fehler: |
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte. " Allgemeines Erscheinungsbild: Schwerfällig, ohne Eleganz;
zu leicht oder zu hager; länger als hoch, Gebäude rechteckig. " Unterlinie: Zu wenig oder zu stark aufgezogen; Bauch zu ausgeprägt. AUSSCHLIESSENDE FEHLER |
| Nebenbemerkung:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden. |
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| Kreuzungen-Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten : Paarungen zwischen Hunden verschiedener Varietäten sind verboten. In Sonderfällen können von den zuständigen nationalen Zuchtkommissionen Ausnahmebewilligungen erteilt werden (Reglement 1974, Paris) |