Australian Shepherd

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Hunderasse:
Australian Shepherd, Aussie, Australischer Schäferhund
FCI-Standard Nr.
342
Übersetzung:  
Ursprung: USA
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 24.07.1996
   
Klassifikation FCI: Gruppe 1 - Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennhunde) - Sektion: Schäferhunde ohne Arbeitsprüfung
   
Verwendung: Hüte- und Wachhund
   
Allgemeines Erscheinungsbild: Der Australian Shepherd ist gut proportioniert, etwas
länger als hoch und von mittlerer Größe und Knochen-
stärke. Die Farben seines Haarkleides haben eine
große individuelle Variationsbreite. Er ist aufmerksam
und lebhaft, geschmeidig und beweglich, kräftig und gut
bemuskelt, jedoch ohne jede Schwere. Sein Haar ist
mittellang und mäßig grob. Er hat entweder eine
kupierte (in Deutschland verboten) oder eine natürliche
Stummelrute.
   
wichtige Proportionen:

Wichtige Maßverhältnisse: Die Länge des Rumpfes (von der Brustbeinspitze zum
Sitzbeinhöcker gemessen) ist etwas größer als die
Widerristhöhe. Der Australian Shepherd ist etwas länger
als hoch.

Körperbau: Robust, Knochenstärke mäßig. Der Körperbau des Rüden ist
geschlechtstypisch kräftig, ohne jedoch derb zu wirken. Die Hündin
ist sehr weiblich in ihrem Aussehen, jedoch ohne jegliche Schwäche in
ihrem Knochenbau.

   
Verhalten / Charakter (Wesen): Der Aussie ist ein intelligenter Arbeitshund mit ausge-
sprochenem Hüte- und Bewachungsinstinkt. Er ist ein
pflichtgetreuer Gefährte und fähig, mit Ausdauer den
ganzen Tag zu arbeiten. Er ist charakterlich ausge-
glichen, gutmütig, selten streitsüchtig. Beim ersten Kon-
takt mag er etwas reserviert sein. Jede Spur von Scheu-
heit, Ängstlichkeit oder Aggressivität muß streng be-
straft werden.
   
Kopf/Oberkopf: Mit sauberen Umrisslinien, kräftig und trocken steht der Kopf in
einem guten Größenverhältnis zum Körper.
Schädel: Das Schädeldach ist flach bis leicht gewölbt. Der Hinterhauptstachel kann
etwas sichtbar sein. Die Schädellänge entspricht der Schädelbreite.
Stop: Der Stop ist mäßig ausgeprägt.
   
Kopf/Gesichtsschädel:  
Nasenschwamm: Bei blue merle und bei Hunden mit schwarzem Haarkleid sind der
Nasenschwamm und die Lippen schwarz pigmentiert, bei red merle
und Hunden mit rotem Haarkleid leberfarben (braun). Bei den
Merlehunden sind kleine rosa Flecken zulässig. Diese sollten je-
doch bei Hunden, die älter als einjährig sind, nicht mehr als 25 %
der Fläche des Nasenschammes einnehmen; sonst ist es ein schwerer
Fehler.
Fang: Er ist gleich lang oder kürzer als der Schädel. Von der Seite gesehen,
verlaufen die Begrenzungslinien von Schädel und Fang parallel. Der
Stop ist mäßig ausgebildet, aber deutlich umrissen. Der Fang ver-
jüngt sich nur wenig vom Ansatz bis zum Nasenschwamm und ist am
Ende abgerundet.
Kiefer / Zähne: Komplettes Scherengebiss mit kräftigen, weißen Zähnen. Zangengebiss
wird toleriert.
Augen: Sie sind braun, blau, bernsteinfarben oder ihre Farbe ist eine Kombination
oder Variation dieser Farben, auch gefleckt oder marmoriert. Mandelförmig,
weder vorstehend noch eingesunken. Die blue merle und die Hunde mit
schwarzem Haarkleid weisen eine schwarze Augenumrandung auf. Die red
merle und die Hunde mit rotem Haarkleid zeigen eine leberfarbene (braune)
Pigmentierung
Ausdruck: aufmerksam und intelligent, wachsam und lebhaft. Der Blick ist
durchdringend aber freundlich.
Ohren: Dreieckig, von mäßiger Größe und Dicke, hoch am Kopf angesetzt. Bei voller
Aufmerksamkeit kippen die Ohren nach vorne oder nach der Seite wie ein
Rosenohr. Stehohren und Hängeohren sind schwere Fehler.
Hals: Kräftig, von mäßiger Länge, Oberlinie leicht gewölbt. Der Hals geht harmo-
nisch in die Schulterpartie über.
   
Körper:  
Rücken: Der Rücken ist gerade und kräftig, fest und verläuft horizontal vom
Widerrist bis zu den Hüften.
Kruppe: mäßig abfallend.
Brust:

Nicht breit, dafür aber tief; sie reicht an ihrem tiefsten Punkt bis zur Höhe
der Ellenbogen.

Rippen: Lang und gut gewölbt; der Brustkorb ist weder tonnenförmig noch flach.

Untere Linie mäßig aufgezogen
Rute: Gerade, kupiert (in Deutschland verboten) oder angeborene Stummelrute.
   
Gliedmaßen:  
Vorderhand:  
Schultern: Schulterblätter lang, flach und gut schräg gelagert; Schulterblatt-
kuppen am Widerrist ziemlich nahe beieinanderliegend.
Oberarm: Sollte ungefähr gleich lang sein wie das Schulterblatt, er steht unge-
fähr in einem rechten Winkel zum Schulterblatt, mit geraden und senk-
recht zum Boden stehenden Vorderläufen.
Läufe: Gerade und kräftig, Knochen stark und eher von ovalem als von run-
dem Querschnitt.
Vordermittelfuß: Von mittlerer Länge, sehr leicht schräg
Vorderpfoten: Oval, kompakt, mit eng aneinanderliegenden, gut gewölbten Zehen.
Ballen dick und elastisch.
Hinterhand:  
Allgemeines:

Die Breite der Hinterhand ist ungefähr gleich wie die der Vorderhand
auf Schulterhöhe. Die Winkelung des Beckens zum Oberschenkel
stimmt mit der Winkelung des Schulterblattes zum Oberarm überein
und entspricht ungefähr einem rechten Winkel.

Afterkrallen: müssen entfernt sein

Kniegelenk: ausgeprägt
Sprunggelenke: Mäßig gewinkelt
Hintermittelfuß: Kurz, von hinten gesehen senkrecht und parallel gestellt. Afterkrallen
müssen entfernt sein.
Hinterpfoten: Oval, kompakt, mit eng aneinanderliegenden, gut gewölbten Zehen.
Ballen dick und elastisch.
   
Gangwerk: Die Gangart des Aussies ist geschmeidig, leicht und frei. Er ist sehr
behende mit einem harmonischen, raumgreifenden Bewegungsablauf. Vorder- und Hinterläufe bewegen sich gerade und parallel zur mittleren Achse des Körpers. Bei zunehmender Geschwindigkeit nähern sich Vorder- und Hinterpfoten der mittleren Schwerpunktlinie des Körpers, während der Rücken fest und gerade bleibt. Der Australian Shepherd muß flink und fähig sein, augenblicklich einen Richtungs-wechsel vorzunehmen oder eine andere Gangart einzuschlagen.
   
Haarkleid:  
Haar: Von mittlerer Textur, gerade bis gewellt, wetterbeständig und von mittlerer
Länge. Die Dichte der Unterwolle ändert sich den klimatischen Bedingungen entsprechend. Das Fell ist kurz und glatt am Kopf, an den Ohren, an der Vorderseite der Vorderläufe und unterhalb der Sprunggelenke. Die Hintersei- ten der Vorderläufe und die "Hosen" sind mäßig befedert. Mähne und Hals- krause sind mäßig ausgebildet, bei den Rüden mehr als bei den Hündinnen. Ein atypisch beschaffenes Haarkleid ist ein schwerer Fehler.
Farbe: Blue merle, schwarz, red merle, rot, alle mit oder ohne weiße Abzeichen und/oder kupferfarbenen "Brand"-Abzeichen; keine Farbe soll vor der anderen vorgezogen werden. Die Haarlinie des weißen Kragens darf nicht weiter als bis zum Widerrist reichen. Weiß ist zulässig am Hals (ganzer oder unvollständiger Kragen), an der Brust, an den Läufen, an der Unterseite des Fangs, als Blesse am Kopf und weiße Unterseite des Körpers, welche, von einer horiziontalen Linie in Ellenbogenhöhe an gemessen, sich bis zu einer Länge von 10 cm ( 4 inches) ausdehnen darf. Weiß am Kopf soll nicht vorherrschen, und die Augen sollten vollständig von Farbe und Pigment umgeben sein. Es ist charakteristisch, dass blue merle und red merle Hunde mit zunehmendem Alter dunkler werden.
   
Idealgröße:

für Rüden 51 - 58 cm (20 - 23 inches); für Hündinnen 46 - 53 cm(18 - 21 inches). Bei der Beurteilung der Größe ist die Qualität des Hundes wichtiger
als eine leichte Abweichung von der Idealgröße.

   
Fehler:

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.

Ausschließende Fehler:
- Vor- und Rückbiss um mehr als 3 mm (1/8 inch); Kontaktverlust durch kurze
zentrale Schneidezähne bei sonst korrektem Gebiss soll nicht als Vorbiss beur-
teilt werden; durch Unfall abgebrochene oder fehlende Zähne dürfen nicht
bestraft werden.

- weiße Flecken am Körper, d. h. Zwischen Widerrist und Rute und seitlich
zwischen Ellenbogen und Hinterseite der Hinterläufe; dies ist gültig für alle
Farben.

  Nebenbemerkung: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.